Zeitgemäß

Quia inter creatorem et creaturam non potest tanta similitudo notari, quin inter eos maior sit dissimilitudo notanda.

Alles klar? Nicht? Nicht schlimm, mir erginge es nicht anders. Wenn man den offiziellen Text übersetzt wird daraus:

Denn zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf kann man keine so große Ähnlichkeit feststellen, daß zwischen ihnen keine noch größere Unähnlichkeit festzustellen wäre.

Oder als Aufforderung für heutzutage: Hört auf, Gott in menschlichen Maßstäben zu denken!
Das bezieht sich dann natürlich genau so auf Worte. Da Menschen aber nunmal alles in menschlichen Maßstäben machen, auch reden, keine wirklich große Überraschung, so ist mit Bedacht und Zurückhaltung beim Thema der alleinigen, letzten Wahrheit vorzugehen. Ein wenig mehr schweigende Ehrfurcht anstelle der gotteserklärerischen Logorrhoe (Wortdurchfall) ist mehr denn nötig.
Ach ja: obiges sagte die Kirche bereits im ach so tiefen und noch viel acher so finsteren Mittelalter, nämlich 1215, auf dem sog. IV. Laterankonzil.
Sehr modern und zeitgemäß. Man kann durchaus sagen, ewigkeitsgemäß.





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