Warum eigentlich nicht?

Tuesday, 24. February 2026

“Nur weil Gott uns erschaffen hat, ist das kein Beweis, daß er uns liebt!”

So las ich es neulich sinngemäß.

Sicher ist: Menschen lieben ihre Kinder.

(Das scheinen sie übrigens, wenn man sich die Tierwelt so ansieht, mit vielen höher entwickelten Säugetieren gemein zu haben, das nur nebenbei.)

Menschen lieben ihre Kinder. Sie haben bestenfalls freiwillig mit ihrer Zeugung der Kinder, somit an ihrer Schöpfung, kooperiert. Sie haben sie nicht gemacht, sie wissen nicht wer da auf sie zukommt, wie diese Menschen werden, doch eines ist nahezu immer sicher: sie lieben sie.

Und: Kinder lieben ihre Eltern. Je älter sie werden, desto eher möchten sie u.a. Geschichten aus der Vergangenheit erfahren, aus der Kindheit der Eltern, möchten die Eltern besser verstehen, um auch, nicht nur, sich besser zu verstehen. Natürlich können Eltern diese Neugier zunichte machen wie so manch anderes auch, doch im besten Fall läuft es genauso.

Wenn wir lieben, wollen wir kennenlernen. Besser verstehen. Und lieben tiefer.

Die Familie ist eben unter anderem genau das: eine Schule des Verstehens, eine Schule des Liebens und Geliebtwerdens (und letzteres fällt uns oft schwerer).

Jetzt behauptet ja die Hl. Schrift, daß der Mensch, also diese Spezies, nach dem Abbild Gottes (im Plural hier übrigens, “Laßt uns…”) geschaffen sei.

Wenn es diese Gottesebenbildlichkeit gibt, wenn das wahr ist - wie können wir dann unsere kleinen (Mit-)Geschöpfe lieben und dennoch glauben, daß Er nicht Seine Geschöpfe liebt?
Ist es dann nicht das Sinnvollste überhaupt, Ihn immer besser kennenlernen zu wollen, auch Geschichten aus der Vergangenheit, um uns selbst besser zu verstehen?

Ist das nicht der Normalzustand zwischen Vater/Mutter und Kind, zwischen Kind und Vater/Mutter?

Wie können wir lieben und glauben Er liebt nicht?


Aufgeräumt

Monday, 23. February 2026

Zahlreiche Links führten ins Nirgendwo, viele waren seit Jahren nicht mehr aktualisiert worden - ich habe mal an der Seite aufgeräumt und (womöglich zu) viel gelöscht. Passend zur liturgischen Zeit.


Ausgebremst

Sunday, 22. February 2026

Meine Fastenlektüre, ich versuche jedes Jahr dazu zu kommen, ist “Der Herr” von Romano Guardini, wie schon vor über 20 Jahren. Mal wieder fange ich von vorne an.

Eigentlich ist dafür auch die Fastenzeit da: zurück zum Anfang, zu den Grundlagen.

Es ist auch etwas Selbstvergewisserung, an der nichts schlechtes sein muß.

Anders als vor über 20 Jahren bin ich Familienvater, voll selbständig berufstätig, auch privat sehr eingebunden - mit anderen Worten: Streß!

Und dann dieses Buch: Vollbremsung.

Man kann es einfach nicht schnell lesen, wie so manch anderes, was ich auch aktuell lese (und für dieses pausiere). Guardini ist ein Meister der ruhigen Sprache. Ein Beobachter, ein sehr guter Beobachter, erst einmal ohne viel Wertung. Und dadurch ein Versteher.
Gerade weil er viel versteht, viel durchdrungen hat, zeigt er dem Leser auch die Grenzen des Verstehens auf. Deutlich, aber auch das ruhig.

Dieses Buch führt in die Meditation, schon fast zwangsweise.

Natürlich ist es eines für jede Jahreszeit. Gemeinsam mit dem Autor in das Mysterium des menschgewordenen Gottes einzutauchen, das leistet das Buch. Mit ruhiger Sprachgewalt und gleichzeitig herrlich formulierter Sprachlosigkeit angesichts des unendlichen Großen Gottes.


Auferstehung?

Wednesday, 18. February 2026

Zu Beginn der Fastenzeit ist der Titel wohl wohl etwas verfrüht, aber ich überlege, diesen Blog wiederauferstehen zu lassen.

Falls das jemand liest: wie ist die Meinung dazu?


Verstanden

Saturday, 07. March 2020

Es war lange Jahre die einzige Lücke in meinem Verständnis katholischer Theologie, ein Punkt, den ich nicht nachvollziehen konnte. Das Fegefeuer und der Ablaß. Dabei habe ich zwar der Kirche vertraut, doch gefuchst hat es mich schon.

Nun habe ich einen Weg des Verständnisses für mich gefunden. Das mag nicht der aller sein, doch ist er vielleicht dem einen oder der anderen von Nutzen (bereits andernorts geschrieben):

Ich erlaube mir mal einen ganz anderen Zugangsweg zur Lehre des Reingungsortes, der auf Deutsch leider Fegefeuer heißt.

Ich habe das Ganze erst verstanden, als ich mich einem liturgischen Vollzug fragend näherte: warum beten wir für die Toten? Was soll das?

Im Moment des Todes kommt es zum individuellen Gericht (”Himmel oder Hölle”), das lehren alle katholischen, orthodoxen und altorientalischen, also alle apostolischen Kirchen genauso wie protestantische Kirchen. Wieso wird dann noch für sie gebetet? Ist das dann nicht sinnlos?

Ich habe Protestanten kennengelernt, die das Gebet für Verstorbene aus voller Überzeugung für Unsinn hielten (eben wegen des erfolgten Gerichtes). Das ist ja auch konsequent zuende gedacht, wenn das einzige Gericht direkt im Tod erfolgt.

Auch die Orthdoxie kennt mehrheitlich nur dieses Gericht (in der russischen Tradition sind allerdings die Zollstationen fest verankert, die etwas ähnliches wie das Fegefeuer lehren) - doch hier ist das Gebet für Verstorbene wichtig. Warum wieso weshalb sagt da keiner, es sei nützlich. Fertig. Gut, für manche mag das reichen.

Die Lehre vom Fegefeuer ist nicht deshalb entstanden, weil man einen Vers fand, der noch nicht dogmatisch verarbeitet worden war, oder weil man die Leute besser im Griff haben wollte, sie entstand auch nicht im Mittelater “aus dem Nichts” - sie ist in meinen Augen Frucht der Überlegung, warum wir für Tote beten.

In meinen Augen gibt es zwei Begründungen, warum das Gebet für Tote Sinn macht. Die erste wäre auch für Protestanten gangbar, bietet aber m.E. nach Probleme, wenn man sie allein akzeptiert. Die zweite ist die Lehre vom Fegefeuer, die die erste nicht aufhebt, sondern sinnvoll ergänzt.

Die erste ist ganz einfach: bei Gott gibt es keine Zeit, Er weiß im Voraus, welche Gebete für wen gesprochen werden sein und kann sie daher schon zum “Zeitpunkt” des persönlichen Gerichts wohlwollend auf der “Habenseite” des Verstorbenen verbuchen. Das bedeutet aber zuende gedacht auch, daß Verstorbene, für die weniger bis gar nicht gebetet wird, eher des Heils verlustig gehen als solche, für die viel gebetet wurde oder wird.

Die Lehre vom Fegefeuer dagegen bedeutet, daß unser Gebet, das sinnvoll ist, nicht so sehr Wohl oder Wehe des Verstorbenen beeinflußt wie vielmehr seinen Weg hin zum Vater beschleunigt. Unser Gebet setzt ihn nicht auf diesen Weg, sondern hilft ihm schneller bei Ihm “anzukommen”. Dass Petrus im Moment der Erkenntnis des Herrn sagt “Geh weg von mir, ich bin ein Sünder” (Lk 5,8) ist lange biblische Tradition und Anthropologie. Es bedarf einer Reinigung des Selbst, um Gottes Gegenwart zu schauen. Genau hier, als Unterstützung dahin, ist auch die Lehre vom Ablass anzusiedeln, nur so macht sie Sinn.

So konnte zumindest ich das Ganze verstehen ohne mich am Begriff der “Sündenstrafen” festzubeißen, der schließlich nur deskriptiv ist. Von Beginn an der Christenheit haben die Jünger Jesu für Verstorbene gebetet. Wenn das nicht sinnlos sein soll, darf man darüber nachdenken was das bringen soll.


Drollig

Monday, 03. February 2020

Einer muß noch schnell raus, zu dieser Nichtsynode (sie will ja keine sein).

Ich finde sie ja drollig. Das Ergebnis ist mir eh egal, mich interessiert die Lehre der Kirche, sonst nichts. Ich will Gott kennenlernen, Ihn lieben und Ihn anbeten, Ihm folgen. Sicher keinem gut bestallten abgeranzten Ex-Politiker oder einem oder mehreren Bischöfen, die sich einen Dreck um ihre Weiheversprechen kümmern, deren selbst feierlich gegebenes Wort also nichts wert ist.

Da wird von größtenteils nicht vom einfachen Kirchenvolk gewählten Laien, nicht wenige davon eben Berufspolitiker, ungetrübt von störenden theologischen Sachkenntnissen, viel schön herumgefordert. Vollkommen egal, daß diese Forderungen zum Teil mit der sakramentalen Struktur der Kirche nichts zu tun haben. Weg damit. Auch egal, daß der ZdK nicht mal ansatzweise repräsentativ demokratisch legitimiert ist (84 von >200 Mitgliedern sind aus den Diözesen gewählt - drei pro Bistum, egal wie groß dieses ist - der Rest vertritt Partikularinteressen). Auch egal, daß dieses Treffen rechtlich maximal unverbindlich ist. Auch egal, daß schon jetzt fünf Ortsbischöfe immer deutlicher zeigen, daß sie diesen Irr-Weg alles andere als gerne mitgehen - Einheit der Kirche? Weg damit. Ach ja, Rechthaben ist so schön. Mehrheit sein ist soooo wichtig, denn im ZdK sind ja die Meinungsführer die Politiker, die wissen wie’s geht.

Verschleudert ruhig reichlich Kirchensteuern - dann habt ihr schneller nichts mehr. Umso besser. Oder, fremd zitiert:

Für mich ist der Zusammenbruch der kirchlichen Administration in Mitteleuropa die notwendige Voraussetzung für eine neue Blüte kirchlichen Lebens.

Also, macht ruhig weiter so. Der Abstieg geht nur um so schneller.

Und beschimpft weiter die, die nicht Euch, sondern der überlieferten Lehre der Kirche glauben, die so viele Heilige hervorgebracht hat.

Nennt uns ruhig “ängstlich”, pathologisiert ruhig unsere Einstellung. Das macht uns nichts aus.

Kümmert Euch weiter um Macht. Es stört mich nicht.

Sucht Euer Glück in Geldfragen, Wortmeldungen und Pressemeldungen. Es stört mich nicht.

Heischt ruhig weiter nach Anerkennung von der nichtchristlichen Mehrheitsgesellschaft. Es stört mich nicht.

Bewertet finanziellen Einfluß und gesellschaftliches Ansehen weiter wichtiger als einfachen Glauben, beharrliche Hoffnung und zwecklose Liebe. Es stört mich nicht.


In eigener Sache

Saturday, 01. February 2020

Ich habe mich entschieden, nach so vielen Jahren diesen Blog so langsam zu schließen oder - wahrscheinlicher - irgendwie außerst unregelmäßig aktualisiert laufen zu lassen. Löschen werde ich ihn nicht. Vielleicht ist es auch nur eine lange Pause, keine Ahnung.

Ich habe das Gefühl, alles Relevante gesagt zu haben - und das allermeiste war eh nicht relevant.

Pax et bonum.


Vergleich

Monday, 06. January 2020

Falls jemand mal ein anschauliches Beispiel fürs Fegefeuer sucht (Purgatorium als Reinigungsort ist der viel bessere Begriff), der soll mal mit demjenigen, der anfragt, zu einem solchen Reinigungsort gehen: ein türkisches Hamam.
Man kommt echt sauber raus, aber der Reinigungsvorgang macht nicht wirklich immer Spaß. Man wird hart geschrubbt mit einem Schwamm - oder selbst in Marokko auch erfahren: einer Tonscherbe - solange, bis die Haut stark gerötet ist. Das ist nicht immer schön. Doch um wirklich tief sauber zu werden notwendig. Und die Sache hat neben dem guten Zweck ein absehbares Ende, das ist auch schön.

(Das Bild fiel mir gerade ein)


Schlag ins Gesicht

Wednesday, 18. December 2019

Bislang fehlte im deutschen Sprachraum eine unabhängige Institution, die gezielt in die Ausbildung katholischer Nachwuchsjournalisten investiert, bioethisch relevante Rechercheprojekte finanziert und katholischen Medien zu mehr Reichweite und Gehör verhilft. Diese Aufgaben hat der emeritierte Papst Benedikt XVI. nun der „Tagespost Stiftung für katholische Publizistik“ übertragen.

So begründet Die Tagespost - ein Medium, das jedem Katholiken am Herzen liegen und bestenfalls durch ein Abo unterstützt werden muß - die Errichtung der “Die Tagespost Stiftung für katholische Publizistik”. Soweit so unscheinbar.

Wer sich allerdings ein wenig schon mal mit Journalismus und der Kirche hierzulande beschäftigt hat, weiß vielleicht, daß es seit über 50 Jahren eine katholische Journalistenschule gibt, die ifp. Diese verfügt allerdings offenbar über eigene Wörterbücher:

„Katholisch“ verstehen wir im ursprünglichen Sinn: weltoffen, solidarisch und dem Menschen verpflichtet.

Der ursprüngliche Sinn im Griechischen ist “allumfassend” und bezog sich ebenso ursprünglich auf die Verbreitung des Christentums im gesamten Römischen Reich. Aber nun gut. Wenig wird kirchlicherseits so erfolgreich betrieben wie mit dem Wort “katholisch” ja nicht anzuecken …

Und bezahlt wird die ifp von …..?

Finanziert wird das ifp wesentlich aus Mitteln der Deutschen Bischofskonferenz.

Das bedeutet nun nichts anderes, als das Papst em. Benedikt XVI. der Meinung ist, eine von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) wesentlich bezahlte Schule sei nicht geeignet, die katholische Stimme hörbar zu machen. Und weil diese Schule am Tropf der DBK hänge, sei sie auch nicht unabhängig katholisch. Offenbar läßt sich katholischer Journalismus nicht mit Kirchensteuergeldern vereinbaren.

Recht hat er ja. Doch krasser läßt sich kaum darlegen, welche Meinung Papst Benedikt XVI. über den deutschen Episkopat hat.


Begründung

Tuesday, 17. December 2019

Falls jemand wissen will, warum die FFF-Protestler nicht die Herzen der meisten Menschen gewonnen haben (insbesondere nicht derer, die außerhalb von Großstädten leben), der lese diesen Artikel (auf Englisch). Thomas Merton wußte eben Bescheid und sagt alles, was dazu zu sagen ist.


Die Antwort

Tuesday, 17. December 2019

Das teuerste Wasser? Na, das Taufwasser natürlich…


Das teuerste

Friday, 13. December 2019

Welches Wasser ist das teuerste Wasser in Deutschland? Na? Eine Idee? Auflösung erfolgt bald.


Immer noch nicht begriffen

Wednesday, 11. December 2019

Wenn ich solche Interviews lese (warum tue ich mir das überhaupt an), dann wundert mich der Niedergang der Kirche überhapt nicht. Vor allem wundert mich nicht, daß der Papstbrief an die Kirche in Deutshcland (der erste seit 81 Jahren!) vollkommen konsequenzlos bleibt.

So eine Aussage, die ich der Befragten komplett abnehme (Hervorhebung von mir):

Ich habe viele Bischöfe kennengelernt, die mutig sind. Sie sagen, wenn wir wollen, dass die Kirche Bestand hat, müssen wir vorangehen.

zeigt mir, daß bis zu den höchsten Kirchenstellen hierzulande die Leute wenig begriffen haben (ganz anders als der Papst, der den Bischöfen schon einmal die Leviten gelesen hatte, auch ohne Konsequenz).

Noch einmal rausgebrüllt zum Mitschreien: ES GEHT NICHT UM DIE KIRCHE, ES GEHT UM CHRISTUS!!!!!

Die Kirche ist zu mindestens 100% verzichtbar, wenn nicht Jesus Christus im Zentrum steht, wenn nicht alles, wirklich alles, um Seinetwillen getan wird. Wenn wir Ihn nicht zu den Menschen bringen, kann die Kirche hierzulande gerne verschwinden, wie sie es auch schon in anderen Ländern tat.

Nichts anderes, nur ein wenig länger und diplomatischer, hat Papst Franziskus den Bischöfen der darbenden Kirche hierzulande geschrieben.

Doch sie wollen nicht hören und drehen sich weiter fröhlich um sich selbst.

Bevor der letzte das Licht ausmacht, kommt hoffentlich noch jemand zu den bischöflichen Klerikern und nimmt ihnen die Spiegel weg, mit denen sie sich immer noch umgeben. Dann können sie für eine kurze Zeit sehen, wie es wirklich ist, bevor es dunkel wird.


“Noch”

Monday, 02. December 2019

Ich bitte mal die werte Leserschaft darauf zu achten, wie oft deutsche Theologen, seien sie mit priesterlichem oder gar bischöflichem Amt oder ohne, in Bezug auf den Widerstand anderer Regionen der Welt gegenüber den eigenen theologischen Positionen das Wörtchen “noch” benutzen.

“Noch” seien Priesterinnen nicht durchsetzbar.
“Noch” sei die Sexuallehre der Kirche so, wie sie eben ist.
“Noch” bestünde der Zölibat in Europa für die lateinische Kirche
etc.

Ich kann es nicht mehr hören.

Es gibt für mich keine subtilere Art und Weise, die eigene Arroganz auszustrahlen. Wir sind schlau, ihr seid doof, nur merkt ihr es “noch” nicht. Wir sind schon weiter als ihr, ihr seid “noch” im alten Denken - doch irgendwann kommt ihr auch dahin, wo wir schon längst sind. Denn wir haben die Ahnung, ihr “noch” nicht.

Schlimm.


Erschreckend logisch

Monday, 25. November 2019

Neulich, nachdem ich die tolle App iPieta für iOS gefunden hatte und sie auch gleich dafür nutzte, habe ich das erste Mal die berühmt-berüchtigte Enzyklika “Humanae Vitae” von Papst Paul VI. gelesen.

Wer’s nachmachen will: bitte schön. Schnell zu lesen, einfach geschrieben.

Was mir dabei auffiel: ja, es ist keine leichte Lehre. Zwar leicht zu verstehen, aber nicht so leicht zu befolgen. Doch das war nicht das Auffällige, sondern vielmehr so ein Satz (Hervorhebung von mir):

Ja, seine Befolgung [gemeint: des kirchlich verkündeten Gebotes Gottes über die Geburtenregelung] ist nicht möglich ohne die helfende Gnade Gottes, die den guten Willen des Menschen stützt und stärkt.

Das bedeutet ganz einfach, falls man sich ein wenig in der Lehre der Kirche auskennt, wenn’s um Gnade geht: wer einfach nicht will, der kann das auch nicht befolgen, der schafft das nicht.

Nun soll es ja andere Aufrufe der Vollkommenheit geben (der bekannteste stammt von Jesus selbst), die alle genauso die Gnade Gottes verlangen, auf unkirchisch: die Hilfe Gottes brauchen. Und darunter geht es nicht. Die Kirche wird - mit Ausnahmen zuletzt, doch das wird nur eine Episode sein - immer die Vollkommenheit verlangen, um im Einzelfall den Menschen in seiner Schwachheit anzunehmen. Denn nicht anders hat es der Herr selbst auch getan.

Diese Enzyklika war mal wieder erschreckend logisch.


Nicht Geld, sondern Wissen umverteilen

Friday, 22. November 2019

Alle paar Monate, bevorzugt vor Wahlen und sozial aufgeladenen Festen wie Weihnachten (wobei das Soziale ja eine Folge des Eigentlichen ist, aber darüber wird weniger gesprochen) wird über die zunehmend(?) ungleiche Verteilung von Vermögen in unserem Land gesprochen. Soweit so richtig.

Das Problem sind die verschiedenen vorgeschlagenen Therapien dieser Diagnose. Es gibt nach Jahrzehnten des Sozialstaates mit immer größeren Ausgaben (der Anteil am Gesamthaushalt des Bundes wächst auch jedes Jahr) nicht den geringsten Beleg, daß diese Transferleistungen was am Grunddilemma ändern.

Können sie auch nicht - und eigentlich müßte das aus Erfahrung klar sein.

Wie gelang vielen ab den 70ern der soziale Aufstieg? Durch Bildung, nicht durch Transferleistungen (die haben die Bildung evtl. ermöglicht, das schon, aber sie waren zweckgebunden). Das sage ich als promoviertes Kind von Nichtakademikern. Dieser Transfers waren und sind wichtig, weil sie in das Hirn der Menschen investieren.

Nur seltsamerweise macht man das beim Thema Armut nicht so.

Denn was die Vielhabenden von den Wenighabenden fundamental unterscheidet ist genau das: Wissen.

Damit meine ich nicht Spezialwissen für irgendein Fachgebiet, sondern vor allem und zuallererst das Wissen über Geld. Wie entsteht es, wer macht es, wo kommt es her, wo geht es hin, was sind gute und schlechte Schulden, was unterscheidet Investment von Konsum, wie unterstützt der Staat das eine und bestraft das andere steuerlich, wie denken und operieren Banken etc.

Alles das ist absolutes Basiswissen für Unternehmer, egal auf welchem Feld, und für Investoren.

Es gibt eine (leider!!) relativ unbekannte Richtung der Katholischen Soziallehre, die eben zwischen dem klassischen Kapitalismus als Macht der Wenigen und dem Sozialismus als Elend für alle steht: der Distributismus.

Distribuiert, also verteilt werden, soll dabei nicht das Geld anderer in meine Tasche, sondern Wissen - und Teilhabe. Teilhabe an Unternehmen, wie bspw. bei der klassischen Genossenschaft. Die ersten Distributoren betonten die Teilhabe an den Investitionsgütern, also daß es faktisch mehr Kapitalisten geben soll als zu wenige, damit möglichst alle mehr vom System profitieren - in meinen Augen sollte es allerdings primär um Wissen gehen. Es geht um die Investition ins Hirn. Es geht um Verstehen, wie das wichtige Tauschmittel Geld tickt. Wer es nicht kennt, dem zerrinnt es sicher in den Fingern oder verstaubt auf Konten.

DAS sollten sich sozial Bewegte auf die Agenda schreiben. Nicht Fische verteilen, sondern Angeln beibringen.

Nur höre ich davon leider nichts, weder von rechts noch links. Ich frage mich warum.


Ach nee …

Saturday, 16. November 2019

Natürlich ist es bloßer Zufall, daß außer der katholischen Zeitung “Die Tagespost” selbst Google kein deutsches journalistisches Medium auftreiben kann, das diese Nachricht bringt:

ein kanadischer Genderforscher der ersten Stunde gibt zu, daß die allermeisten Thesen der Gendertheorie bloß erfunden waren und (bis heute) keinerlei Substanz an Belegbarkeit hätten.


Einfacher woanders?

Tuesday, 12. November 2019

Womöglich fiel es ihm zunehmend schwerer, den apostolischen Glauben dort leben zu können, wo er es einst gelobte: in der Katholischen Kirche. Eine Kirchenführung, die Götzen in den Petersdom tragen läßt, macht es auch für manche zunehmend schwerer.
Und gerade jetzt hat die Bitte an den Herrn in jeder Hl. Messe, doch nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben Seiner Kirche zu schauen, eine besondere Brisanz. Ich hoffe, Er findet genug Glauben zum Anschauen.

Dr. Johannes J. Kreier, ein Priester, der durch sehr gute Vorträge im Netz eine kleine “Fangemeinde” hatte und, wenn man das ganze über Jahre verfolgte, der offensichtlich immer mehr auch an einer bürokratisierten und entgeistigten Kirche litt, ist im April dieses Jahres als Priester Mitglied der russisch-orthodoxen Kirche geworden und direkt Priestermönch geworden. Das habe ich heute erst zufällig im Netz gefunden. Wirklich überraschend kommt es nicht, es deutete sich mir schon an.

Ich respektiere diesen Schritt natürlich, finde ihn aber traurig. Glücklicherweise habe ich persönlich genug Weltkirche erfahren, daß mich kein Bischof (und auch kein Papst) aus der Kirche bekommt. Und ich habe auch genug Weltkirche erfahren um zu wissen, daß die in Deutschland nur eine Erscheinungsweise von vielen ist (und sicher nicht die beste).

Ich wünsche P. Kreier, daß er das in der Orthodoxie finde, was er sucht. Auch wenn er es - davon bin ich überzeugt - in sakramentaler Einheit mit Rom ebenso hätte finden können.


Entlarvend

Saturday, 02. November 2019

So, jetzt ist sie schon ein paar Tage her, die sogenannte Amazonas-Synode, die nicht am Amazonas, sondern in Rom stattfand.

Einige Bischöfe der Amazonasregion haben sich dort schriftlich einer armen Lebensweise verschrieben. Fliegen sie dann zurück? Okay, das nur nebenbei ….

Wahrscheinlich wird es nun dazu kommen, daß in bestimmten Regionen verheiratete Diakone zu Priestern geweiht werden dürfen.

Und was interessiert die säkularen und katholischen Medien und Reformwortführer hierzulande? Der Amazonas und ihre Menschen? Ach was, mitnichten! Sie interessieren sich einen Dreck für sie.

Es geht um Wir, wir wir, wir. Beispiele gefällig: eines hier und eines dort.

Die Interessen der Menschen des Amazonas sind nur ein Steigbügel für die eigene Agenda. Besser läßt sich kolonialistisches Denken kaum zeigen.

Wer bspw. meint, in Deutschland sei der Priestermangel so hoch wie im Regenwald Lateinamerikas, demonstriert nur seine Ignoranz. Zahlen alleine sagen gar nichts. Wir haben so etwas wie: Straßen, Autos, Infrastruktur. Wir könnten - wenn es die Gemeinde denn wollte - Fahrdienste organisieren.
Dort kommt man faktisch an manchem Ort nur mit dem Hubschrauber rechtzeitig zur Hl. Messe, der Weg durch den Regenwald zu Fuß dauert 8h oder mehr (selbst in Guatemala erlebt).

Deswegen ist sowohl die Reaktion übertrieben, die diese mögliche Änderung der Kirchendisziplin als Untergang der sakramentalen Struktur der Kirche bezeichnen, als auch der Ruf anderer nach “auch hier, auch hier”.


Treffer, versenkt

Saturday, 12. October 2019

Aus der aktuellen Tagespost. Der große Hans Urs von Balthasar über den nicht minder großen Erich Przywara SJ, einen seiner Lehrer:

Wohl als einziger besaß er die Sprache, in der das Wort “Gott” ohne die leichte Übelkeit anzuhören ist, die das laute Gerede unserer Durchschnittstheologen verursacht.


Mal ‘ne ketzerische Frage

Wednesday, 11. September 2019

Wenn, wie dt. katholische und evangelische Theologen jetzt behaupten (für sich? die Weltkirche? alle Protestanten auch?), die Unterschiede der “evangelischen” (lutherisch? reformiert? anglikanisch? methodistisch?) und katholischen Verständnisse zur Eucharistie nicht mehr kirchentrennend seien - warum werden dann nicht alle katholisch?

Wenn es nichts elementar Kirchentrennendes mehr gibt - dann wäre die Trennung von der Kirche ja ein Widerspruch in sich. Oder gibt es diese eminent wichtigen Unterschiede vielleicht doch …. ?

(Genaugenommen interessiert es das Weltepiskopat einen Sack Reis, was Theologen der dahinsiechenden dt. Kirche so von sich geben)


Achtung Aufklärung

Thursday, 29. August 2019

Religionen sind Schuld am Wachstum der Weltbevölkerung, so oft gehört. Die Katholische ist dabei eine der übelsten, ebenso oft gehört.

Von einem der besten Lehrer der letzten Jahrzehnte, den die Welt hatte und der immer noch vermißt wird (Hans Rosling), diese hervorragende statistische Darbietung (von 2012):


Erste Quellen

Friday, 05. July 2019

Ende März schrieb ich davon, wie eine AG Christliche Sozialethik sich gegen einen der ihren positionierte (bzw. die Gemeinschaft aufkündigte). Détails können da nachgelesen werden.

Jetzt hat sich diese AG nach über drei Monaten zu einer erweiterten Stellungnahme durchgerungen, explizit wegen erfolgter Kritik, und erste Quellennachweise für ihre Behauptungen erbracht. Na, geht doch.

Allerdings scheint sie sich immer noch bemüßigt zu fühlen, universitären Bibliotheken ungebetene Ratschläge für den Schriftapparat zu geben. Warum auch immer.


Außensicht

Thursday, 13. June 2019

Ein sehr guter Artikel zu der zunehmenden Unfreiheit an deutschen Hochschulen findet sich bei der schweizerischen NZZ.

Ob die, um die es geht, ihn sich zu Herzen nehmen oder schon zu verblendet sind?


Die Uni Bonn fällt als erste

Wednesday, 22. May 2019

Universitäten waren mal der Hort der Freien Rede, Oasen des offenen Meinungsaustausches. Ein gemeinsames Suchen und oftmals Ringen um die Wahrheit oder das Gemeinwohl.

Dies scheint, wenn mein Eindruck mich nicht trügt, in den USA schon länger mehr als bloß gefährdet zu sein, sondern vielmehr Vergangenheit.

Bei uns hinken wir oft einige Jahre nach, doch auch dieses Phänomen hat jetzt schon Universitäten erfaßt. Vor nicht einmal zwei Monaten erwähnte ich den Fall des Dr. Ockenfels, jetzt haben Studenten der Uni Bonn einen Vortrag torpediert.

Die Reaktionen sind zwar da, aber nicht gerade zahlreich. Hier rühmen sich manche Studenten dieses Unterfangens. Das Schubladendenken frei von jeglichen Belegen ist schon beeindruckend. Und da das die zukünftige akademische Elite sein wird (bei sehr links orientierten meistens in später sicheren staatsalimentierten Jobs im Öffentlichen Dienst und Kultur - zu viel Verantwortung ist da nicht gewollt), muß man sich ernsthafte Sorgen machen.
Wenn diese schon nicht denken können, wie sollen das andere erst tun?

Die Uni Bonn selbst schweigt sich aus. Ich bin kein Journalist - vielleicht mag jemand anderes mal die Pressestelle kontaktieren, was sie so dazu meinen.