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Wechselwähler

Ein Phänomen erstaunt mich schon seit längerem bei Kirchens, es ist bei vielen Menschen zu finden, die in der Kirche hierzulande irgendwie mit dem Herzen dabei sind, egal, welche Positionen sie nun vertreten: man neigt dazu, zumal bei Laien, die keine kirchl. Position bekleiden, sich den eigenen Bischof “auszusuchen”. Da hören die einen lieber auf das, was Kardinal Meisner sagt, die anderen auf Kardinals-Kollege Lehmann, die einen finden den Bischof Müller aus Regensburg ganz toll, andere stehen eher auf Bischof Kamphaus aus Limburg. Das ist ja noch nicht schlimm, das wird es erst (natürlich immer relativ), wenn man danach seine eigene Rechtfertigung strickt, so nach “weil Bischof XY dasunddas gesagt hat, mache ich das soundso”. Vollkommen daneben. Nicht nur die bequemere Variante (und die ist nicht selten knapp daneben), sondern auch theologisch-kirchlich destruktiv. Aber es trifft, wie gesagt, das gesamte Meinungsspektrum.

Die Kirche kommt in ihrer Gesamtheit in einer Teilkirche = einer Ortskirche = einem Bistum = einer Diözese voll zum Ausdruck. Eine Ortskirche ist ganz Kirche, der Bischof ist kein bloßer Statthalter des Papstes, sondern direkter Nachfolger der Apostel. Somit zählt für den einzelnen Gläubigen wenn’s drauf ankommt nur das, was der eigene Ortsbischof meint. Er hat die Verantwortung vor Gott und auf ihn kann sich der Gläubige immer berufen, zumindest weit eher als auf einen anderen von woanders. Dass viele dt. Bischöfe durch Unbekanntheit und Profillosigkeit glänzen, ist zwar traurig, ändert aber nichts an diesem Umstand. So schwierig das sein mag, und so nachvollziehbar das andere Vorgehen auch sein mag (manch ein Bischof macht’s einem ja wirklich nicht leicht), es zählt das Wort und die Meinung des eigenen Hirten, mehr als jede Bischofskonferenz, auch wenn natürlich der eigene Bischof sich diese Meinung zueigen machen kann (nicht muss).





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