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Ohne Aufreger

Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen, daß ich hier im Blog eigentlich selten Stellung beziehe zu irgendwelchen kirchenpolitischen Themen oder aktuellen Skandälchen. Ich verfolge diese zwar aus Neugier, aber auch innerlich regen sie mich zu wenig auf, um dazu was zu schreiben.

Ich wüßte auch nicht, was das bringen soll. Natürlich kann ich noch eine Stimme mehr ein für die Position X oder Y, aber eigentlich ist es doch eh immer das gleiche.

Mein Apostolat ist es nicht, den katholischen Aufreger zu geben oder mit dem “Blog im Wind” für katholische Positionen zu streiten.

Nein, ich bin überzeugt, daß es meine Berufung ist, der Bruder aller zu sein - und das ist im realen Leben beginnend bei der eigenen Familie schon so schwierig, daß ich im virtuellen da lieber still halte.

(Übrigens ist diese Berufung menes Erachtens nach der Kern des Franziskanischen, weit vor allem anderen)

Dazu kommt noch, neben den seit Jahrzehnten immer wiederkehrenden Themen bei gleichzeitig seit Jahrzehnten bestehendem Schwund an Glauben (quantitativ sicher), daß ich nicht weiß, was das alles bringen soll.

Ein gutes Beispiel liefert man, so denke ich, nicht ab, indem man ein schlechtes herausstellt.

Mir fällt es schon schwer genug, das Stundengebet täglich zu beten, wie ich es versprochen habe, zur Beichte zu gehen, wie es gut für mich wäre, eine innigere Verbindung mit Jesus zu suchen, wie es lebensnotwendig für mich ist.

Und da soll ich mich noch um irgendwelche Skandalnachrichten kümmern oder die tägliche Gleichgültigkeit der Massen kommentieren?

Da wäre ich sicher der falsche Mann.





8 Kommentare zu “ Ohne Aufreger”

  1. Carsten meint:


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    Und dafür bin ich dir dankbar.
    Es tut gut, auch katholische Blogs zu erleben, die einen Mehrwert bieten gegenüber dem allgegenwärtigen Polemisieren und Jammern.
    Ein herausragendes Beispiel ist da für mich auch “Mit Jesus hinter Klostermauern”.

    In diesem Sinne: Merci bien.

  2. Ralf meint:


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    Danke sehr, gern geschehen :-)

  3. Kirchenpolitik & Aufreger | vaticarsten.de meint:


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    […] Den Impuls zu diesem Post habe ich übrigens von hier. Danke, Ralf. Tweet "Warum schreibst Du so selten was über kirchenpolitische Themen?" - eine Frage, die mir hin und wieder gestellt wird. Klar, ich hätte da einige Themen, die mir in den Fingern jucken. Es gibt ja ständig neue und alte Aufregerthemen im deutschsprachigen katholischen Internet. Sollte ich schreiben, warum ich die Zelebrationsrichtung mit dem Rücken zum Volk … Cancelreply […]

  4. Susann meint:


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    Als nicht-mehr-Christ halte ich das für eine sehr kluge Perspektive. Mich stößt das Herumreiten mancher katholischer Blogger auf irgendwelchen Aktionen kircheninterner Gegner wirklich massiv ab. Soll das den Leser überzeugen, dass die Christen brüder- und schwesterlicher miteinander umgehen als der Rest der Welt? Soll mir zeigen, dass trotz diverser Meinungsverschiedenheiten alle trotzdem geschätzte Mitglieder der “una sancta” sind? Soll es mir zeigen, dass die Christen froher und mit Gottvertrauen in die Zukunft blicken als unsereins? Falls ja -> FAIL.

  5. Ralf meint:


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    Vielleicht soll es Dir zeigen, daß die Christen nicht weniger als alle anderen erlösungsbedürftig sind und evtl. das bloß bewußter wissen - so wenig sich das im konkreten Lebensvollzug zeigen mag.

  6. Susann meint:


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    @Ralf

    Ja, wahrscheinlich. Für meinen Geschmack schwingt da aber einfach auch eine gewaltige Prise superbia mit - “Wir wissen, wie’s richtig geht! Wir haben die Wahrheit gepachtet!”
    Das ändert im Übrigen nichts daran, dass ich für das Bemühen um eine christliche Lebensfrührung wirklich Hochachtung empfinde. Das setzt soviel kritische Selbstreflexion voraus, soviel Bereitschaft, sich seinen dunklen Seiten zu stellen. Macht nicht jeder.

  7. Ralf meint:


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    Es ist natürlich ein Problem, daß jede Überzeugung bei dem, der keine eigene Ü. hat, als Überheblichkeit ankommen kann. Das kann man aber m.E. nach nicht zwingend dem anlasten, der von etws überzeugt ist. Überzeugung kann hochmütig erscheinen, muß es aber nicht. Und dennoch kann man es nicht immer jedem Recht machen. Auch damit mußte schon Jesus leben lernen.

  8. und warum ich mir doch gerne was dazu lesen würde – Täglich geglaubt meint:


    Die Webseite von und warum ich mir doch gerne was dazu lesen würde – Täglich geglaubt

    […] Auf zwei von mir sehr geschätzten Blogs (Pax et bonum und Vaticarsten) wurde nunmehr berichtet, warum die Autoren sich aus kirchenpolitischen Themen meist raushalten. Nicht das kein Interesse an diesen Themen bestünde, aber so Pax et bonum: „Ich wüßte auch nicht, was das bringen soll.“ Und Vaticarsten in gleicher Richtung: „Gegen Ideologien und inbrünstige Polemik haben Argumente keine Chance. Kritik ist nur erwünscht, wenn sie den eigenen Vorstellungen entgegen kommt.“ […]


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