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Sowohl als auch

Dass es dieses Buch jetzt auch auf Deutsch gibt, war zwar zu erwarten, wußte ich aber noch nicht, als ich es anfing zu lesen. Nun, daher beruhen meine Eindrücke auf der spanischen Edition.

Ich finde, es gibt in diesem Buch viel “sowohl als auch”, und zwar sowohl den Inhalt der Aussagen insbesondere des damaligen Kardinals als auch den Dialog zwischen ihm und dem Rabbiner selbst betreffend.

Was mir als erstes auffiel, ist, das ich das Gefühl habe, so richtig miteinander reden die beiden eher selten. Viele Themen werden oberflächlich angekratzt, beide geben Statements ab, bestätigen sich manchmal, aber so richtig tief geht das nicht immer. Bei manchen Themenfeldern aber, wie bspw. dem Verhalten der Kirche in Argentinien während der Militärdiktaur oder bei der Frage nach der zukünftigen Rolle der Religion an und für sich, kommt es zu einem richtigen Austausch, dann auch mit Substanz. Also sowohl als auch. Vielleicht lag es auch am Format des Buches, da jedes der fast 30 Themen eine längere Betrachtung verdient hätte.

Dann ist die Betonung der Glaubespraxis für den Papst augenfällig, und zwar die Verpflichtung für jedermann und -frau, aus der man sich auch durch Unterstützung für professioneller Hilfe (Spenden für Caritas bspw.) nicht frei”kaufen” kann. Das richtige Tun, die Orthopraxie, muß aus dem rechten Glauben, der Orthodoxie, hervorgehen, sonst ist es mit der Orthodoxie nicht weit her. Beispiele dafür gibt es im Buch zahlreiche. Nur das Tun ohne den Glauben als festes Fundament dagegen würde die Kirche überflüssig machen.

Dann bestätigt sich das, was auch in seinem Pontifikat immer wieder aufscheint - Papst Franziskus ist unkompliziert, weiß aber genau wie er wirkt und überläßt nichts dem Zufall. Er weiß, warum er was tut und warum er anderes unterläßt. Als Herzblut-Seelsorger und Hirte insbesondere für die Armen nimmt er sich auch sehr zurück, wenn es um Parteinahme in der Politik geht - so geht er selbst nicht wählen, um für alle alles sein zu können.

Rabbiner Abraham Skorka eröffnet häufig die Themen und Jose Bergoglio steigt dann mit ein. Fast immer gibt es Übereinstimmungen, Unterschiede werden kurz angerissen, aber nie wirklich thematisiert, was ein gutes Beispiel für gelungenen Dialog darstellt, wenn man den anderen auch anders sein läßt, was der Sache aber doch viel Würze nimmt, da gar nicht darüber gesprochen wird, warum der Gesprächspartner überhaupt interessant ist - denn gewählt wurden ja beide wegen ihrer unterschiedlichen Glauben.

Also, das Buch ist sicher interessant zu lesen, aber umgehauen hat es mich nicht. Das darf man aber keinesfalls als Abwertung der beteiligten Personen werten. Ich denke einfach, das Format hat mit dem Zwang zur Kürze viel an möglichem Niveau gekostet, wobei dieses Niveau manchmal aufblitzt. Leider recht selten.





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