Ausgebremst

Meine Fastenlektüre, ich versuche jedes Jahr dazu zu kommen, ist “Der Herr” von Romano Guardini, wie schon vor über 20 Jahren. Mal wieder fange ich von vorne an.

Eigentlich ist dafür auch die Fastenzeit da: zurück zum Anfang, zu den Grundlagen.

Es ist auch etwas Selbstvergewisserung, an der nichts schlechtes sein muß.

Anders als vor über 20 Jahren bin ich Familienvater, voll selbständig berufstätig, auch privat sehr eingebunden - mit anderen Worten: Streß!

Und dann dieses Buch: Vollbremsung.

Man kann es einfach nicht schnell lesen, wie so manch anderes, was ich auch aktuell lese (und für dieses pausiere). Guardini ist ein Meister der ruhigen Sprache. Ein Beobachter, ein sehr guter Beobachter, erst einmal ohne viel Wertung. Und dadurch ein Versteher.
Gerade weil er viel versteht, viel durchdrungen hat, zeigt er dem Leser auch die Grenzen des Verstehens auf. Deutlich, aber auch das ruhig.

Dieses Buch führt in die Meditation, schon fast zwangsweise (es gibt deutlich schlimmeres im Leben!).

Natürlich ist es eines für jede Jahreszeit. Gemeinsam mit dem Autor in das Mysterium des menschengewordenen Gottes einzutauchen, das leistet das Buch. Mit ruhiger Sprachgewalt und gleichzeitig herrlich formulierter Sprachlosigkeit angesichts des unendlichen Großen Gottes.





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