“Nur weil Gott uns erschaffen hat, ist das kein Beweis, daß er uns liebt!”
So las ich es neulich sinngemäß.
Sicher ist: Menschen lieben ihre Kinder.
(Das scheinen sie übrigens, wenn man sich die Tierwelt so ansieht, mit vielen höher entwickelten Säugetieren gemein zu haben, das nur nebenbei.)
Menschen lieben ihre Kinder. Sie haben bestenfalls freiwillig mit ihrer Zeugung der Kinder, somit an ihrer Schöpfung, kooperiert. Sie haben sie nicht gemacht, sie wissen nicht wer da auf sie zukommt, wie diese Menschen werden, doch eines ist nahezu immer sicher: sie lieben sie.
Und: Kinder lieben ihre Eltern. Je älter sie werden, desto eher möchten sie u.a. Geschichten aus der Vergangenheit erfahren, aus der Kindheit der Eltern, möchten die Eltern besser verstehen, um auch, nicht nur, sich besser zu verstehen. Natürlich können Eltern diese Neugier zunichte machen wie so manch anderes auch, doch im besten Fall läuft es genauso.
Wenn wir lieben, wollen wir kennenlernen. Besser verstehen. Und lieben tiefer.
Die Familie ist eben unter anderem genau das: eine Schule des Verstehens, eine Schule des Liebens und Geliebtwerdens (und letzteres fällt uns oft schwerer).
Jetzt behauptet ja die Hl. Schrift, daß der Mensch, also diese Spezies, nach dem Abbild Gottes (im Plural hier übrigens, “Laßt uns…”) geschaffen sei.
Wenn es diese Gottesebenbildlichkeit gibt, wenn das wahr ist - wie können wir dann unsere kleinen (Mit-)Geschöpfe lieben und dennoch glauben, daß Er nicht Seine Geschöpfe liebt?
Ist es dann nicht das Sinnvollste überhaupt, Ihn immer besser kennenlernen zu wollen, auch Geschichten aus der Vergangenheit, um uns selbst besser zu verstehen?
Ist das nicht der Normalzustand zwischen Vater/Mutter und Kind, zwischen Kind und Vater/Mutter?
Wie können wir lieben und glauben Er liebt nicht?