Archiv für March, 2026



Viel passiert

Veröffentlicht am Tuesday, 24. March 2026, 21:54

In den sechs Jahren, in denen dieser Blog stillstand, ist vieles passiert. Nicht nur in meinem Leben, profan wie geistlich, sondern auch weltweit.

Nun ist man als überzeugter Katholik, der sich nicht in der Rolle des Lehramtskorrekteurs sieht, hierzulande schon in einer doppelten Minoritätenposition. In meinem Fall kommt jetzt durch eine zweite Konversion, hin zur Nachfolge von Jesu Gewaltlosigkeit, eine dritte dazu.

Die Geschichte dazu ist schnell erklärt. Ich habe einfach mal, wie schon mehrfach zuvor, dieses Buch gelesen. Und, mittelalte werden es kennen, “es hat Zoooom gemacht”. Auf einmal, obwohl ich nichts las, was ich nicht schon kannte. Es ist seither vollkommen klar. Geradezu schmerzhaft klar.


Rundbrief

Veröffentlicht am Monday, 16. March 2026, 20:28

Alle paar Monate sendet unsere lokale Gruppe des OFS einen Rundbrief an die Mitglieder um mitzuteilen, was so ansteht und passiert. Ab und zu schreibe ich das Vorwort dazu und ich möchte hier die Gelegenheit nutzen, die interessierte kleine Welt daran teilhaben zu lassen. So also, zum ersten Mal, das aktuelle Vorwort:

Liebe Geschwister und Freunde im Geist des Hl. Franziskus und der Hl. Klara,

„Liebet Eure Feinde. Tut denen Gutes, die Euch hassen“ (Lk 6,27)

Die Welt, vor allem auch die sich christlich nennende, rüstet sich zum Krieg und betreibt mal wieder mehr Krieg. Seit Jahren mal im Stillen oder vor laufenden Kameras, die neuesten auf allen Kanälen.

Und dann dieses Wort, diese Aufforderung unseres Herrn.

Das Lamm Gottes, das wir in jeder Hl. Messe anbeten und oft in uns aufnehmen. Ein Lamm. Mit das gewaltloseste Tier, das es gibt, absolut wehrlos.

Und bald: das Osterlamm.

Franziskus folgte dem gewaltlosen Lamm Gottes. Mehr wollte er nie. In Seiner Kirche dem gewaltlosen Jesus folgen.
Er wählte die Herrin Armut, weil er wußte, daß Besitz zu Streit führen würde. Das war seine Motivation. Es ging ihm immer um die Liebe.

Unsere Feinde sind nicht Gottes Feinde. Sie sind nicht weniger Seine Kinder als wir.

Und wenn wir dann irdisch scheitern mit dieser Überzeugung, wenn uns die Menschen verlachen, für unvernünftig und weltfremd halten und vielleicht noch Schlimmeres antun (was uns unser gewaltloser Herr auch ankündigt), dann, ja dann, dann „droht“ uns die Auferstehung!

Bis dahin und in wenigen Tagen: Frohe Ostern!


Zusammenfassend

Veröffentlicht am Tuesday, 10. March 2026, 15:23

Der Hl. Franziskus nannte die Welt unser Kloster und den je eigenen Leib unsere Zelle, die Zelle des Bruders, die Zelle des Eremiten. Dabei wußte er aber auch selbst, daß es auch manchmal räumlicher Zellen bedarf, um sich zu sammeln und neu zu fokussieren. Franziskus verbrachte locker ein Drittel seines religiösen Lebens in Einsiedeleien und schrieb auch für sie eine kurze Regel (und nebenbei: vielleicht ist der Niedergang dieser Lebensform, des franziskanischen Lebens in Abgeschiedenheit in Einsiedeleien, auch ein Symptom manches anderen mehr…).

Der “weltliche” Mensch lebt zumeist nicht in Zellen, auch nicht im Kloster. Dennoch kann er von der kontemplativen Erfahrung profitieren und ein zeitweiliger Rückzug von der Welt, einfach nur in sein Zimmer, kann sehr fruchtbringend sein.

Der Gründer des eremitischen Zweiges der Benediktiner, der Hl. Romuald von Camaldoli, verfaßte im 11. Jh., also vor Franziskus, diese folgende kleine Regel. Wenn wir “Zelle” durch “Zimmer” und “ins Kloster” durch “in den Glauben” ersetzen, dann wird es für alle greifbarer:

Sitze in deiner Zelle wie im Paradies.

Wirf die Erinnerung an die Welt hinter dich

und achte auf deine Gedanken wie ein guter Fischer auf die Fische.

Der Weg, dem du folgen musst, liegt in den Psalmen - verlass ihn nie.

Wenn du gerade erst ins Kloster gekommen bist,

und trotz deines Eifers nicht vollbringen kannst, was du möchtest,

nutze jede Gelegenheit, die Psalmen in deinem Herzen zu singen

und sie im Geist zu verstehen.

Und wenn du bemerkst, dass du beim Lesen zerstreut bist,

gib nicht auf;

eile zurück und versuche deinen Verstand erneut

auf die Worte zu richten.

Sei dir vor allem bewusst, dass du in der Gegenwart Gottes bist,

und nimm die Haltung eines Menschen an,

der ehrfürchtig vor seinem Kaiser steht.

Lass alles von dir

und sitze wie ein kleines Vögelchen zufrieden in der Gnade Gottes,

das nichts anderes schmeckt und isst,

als das, was seine Mutter ihm gibt.