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Archiv für May, 2004



Zuversicht

Veröffentlicht am Thursday, 06. May 2004, 22:51

Verglichen mit der liberalen westeurop. Gesellschaft gilt ja die Kirche als Hardcore-Verurteilungs-Instanz. Zumindest im Mainstream, in den Augen der Mehrheit. Alles, was Spaß macht, wird verboten, angebliche Rechte sollen beschnitten werden etc.

Aber wenn ich mir die Werte angucke, die Kirche verkündet und die, die die Gesellschaft verkündet, dann bin ich unglaublich froh, nicht diese Gesellschaften (seien sie vom Westen, Osten, Norden oder Süden) als letzte richterliche Instanz zu haben.

Ich werde von einem (dem) Gott gerichtet, der u.a. auch Marc Dutroux liebt (was mir und wohl auch den meisten anderen zugegebenermaßen schwer fällt).

Was gibt es Schöneres?


Zwang

Veröffentlicht am Wednesday, 05. May 2004, 17:22

Nicht wenige Bistümer stehen vor oder bereits mitten in der Pleite. Über die Pleite des Glaubens maße ich mir kein Urteil an, ich meine die finanzielle. Das führt unabänderlich zu massiven Streichungen (und zur Frage, wer da jahrelang in den bischöflichen Verwaltungsbehörden, den Generalvikariaten, entweder geschlafen und/oder gelogen hat). Die kirche ist nach dem Staat der größte Arbeitgeber Deutschlands, zumeist für sozial-caritative Einrichtungen. Natürlich muss dann da auch massiv gespart werden und natürlich ist das nicht schön und natürlich haben die Protestierer Recht, wenn Sie sagen, dass die Arbeit enorm wichtig ist.

Aber wenn die Kohle fehlt, ist sie nicht da. Warum fehlt sie denn? Ganz einfach: immer weniger Christen und die Schwerpunktsetzung auf indirekte Steuern. Besonders aber der erste Punkt ist langfristig entscheidend. Gab’s da irgendwelche Proteste? Stört das wirklich jemanden?

Die Runde des Endes der Vollversorgung durch die Kirche ist eingeläutet, es ist aber erst der Anfang (wie bei allen finanziellen Engpässen - auch in der Gesundheitspolitik - gilt: you ain’t seen nothing yet). Die Erzdiözese Berlin ist ja schon mehr als bloß pleite, in Aachen geht’s los, Bamberg stellt keine Pastoraltheologen mehr ein - ich frage mich allerdings auch, warum man bei Kirchens, so wie Studentenvertreter erscheinen, eine Anstellungsrecht einfordern kann.
Das Quasibeamtentum geht zuende. So nach und nach. Und ich muss sagen, schlimm finde ich das nicht. Eine arme Kirche (bis dahin ist ja noch ein langer Weg) ist flexibler und missionarischer. Und auf letzteres kommt’s an, alles andere muss dem dienen.


Schieflage?

Veröffentlicht am Monday, 03. May 2004, 20:40

Vielleicht ergeht es ja manch anderen genauso: wenn man nicht das Christentum seit langem gläubig, quasi selbstverständlich mit einem riesen Schuss Urvertrauen angenommen hat, wenn man sich also auch intellektuell damit ernsthaft auseinandersetzen und es erarbeiten muss, um auch nur einigermaßen vor sich selbst zu bestehen, wird man unweigerlich eine Menge Bücher lesen. Wenn man Glück hat (und sucht), trifft man auch durch ihren Glauben beeindruckende Persönlichkeiten, manche davon mit Bücherwissen, andere eben mit dem Urvertrauen.
Ich selbst habe bemerkt, dass diese Beschäftigung mit allerlei möglichen Büchern die eigentliche Hauptlektüre, nämlich die der Heiligen Schrift, in den Hintergrund geraten lässt. Auch wenn ich denke, dass das für eine Zeit lang so sein muss oder zumindest darf, da man ja nicht unendlich viel Zeit für alles hat und eine argumentative Auseinandersetzung über die Schrift allein oft sehr schwierig ist (wenn man den Glauben noch nicht einigermaßen “klar” hat), es muss doch immer wieder dazu gegriffen werden. Nicht als Argumentationshilfe, sondern als Buch des Lebens.
Vielleicht ist das eine Wellenform, zuerst die Bibel, dann ein Wust von anderen darüber und dazu, um dann festzustellen: danke ihr anderen Autoren, jetzt weiß ich wie ich sie (auch, nicht ausschließlich) lesen kann, jetzt sehe ich ein wenig tiefer - dann wieder zur Bibel.

An dieser Stelle bin ich jetzt wohl angekommen.


Willkommen

Veröffentlicht am Saturday, 01. May 2004, 22:39

Ihr Menschen aus Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Lettland,
Estland, Litauen, Slowenien, Zypern und Malta, herzlich willkommen. Ihr
habt uns gefehlt. Es ist ja auch Euer Haus.