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Virtuelle Gemeinde

Dies Domini.

Die Vermutung, daß viele derjenigen Katholiken, die sich rege im Internet tummeln, in ihrer eigenen Territorialgemeinde keine richtige Heimat haben, ist wahrlich nicht von mir ersonnen. Aber ich denke auch so. Allerdings habe ich bewußt nicht “keine Heimat finden” geschrieben, da viele Umstände (wie bei mir zahlreiche Umzüge in den letzten Jahren) dazu führen können, daß sich eine eigentliche Bindung gar nicht entwickeln kann. Berufliche und/oder private Verpflichtungen können dies zusätzlich erschweren.

Ich denke auch nicht, daß die Territorialgemeinde das Zukunftsmodell der Kirche sein wird, insbesondere nicht in den Städten mit ihren Möglichkeiten der Mobilität.

Die normale Pfarre halte ich aber deshalb für wichtig, weil man sich da nämlich nur aus einem sehr unreligösen Grund nebeneinander findet: dem Wohnort. Keine gleiche Spiritualität, keine gleichen liturgischen Vorlieben, keine gleichen Interessenlagen. Mit all den Nachteilen und dem Konfliktpotential bietet dieser Umstand aber auch die Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und Sachen und Sichtweisen kennenzulernen, die man vorher nicht wahrnahm, vernachlässigte oder mißverstand.





2 Kommentare zu “ Virtuelle Gemeinde”

  1. mr94 meint:


    Die Webseite von mr94

    Yep. Ich bin ja ziemlich sesshaft hier und auch deshalb in meiner Territorialgemeinde beheimatet.

    Was die Zukunft angeht, so fürchte ich eher, dass all jenen relativ neumodischen Errungenschaften der Zielgruppenseelsorge ein baldiges Ende bevorsteht. Die Territorialgemeinden werden hingegen einfach nur größer an Fläche und an Kopfstärke.

  2. scipio meint:


    Die Webseite von scipio

    Wenn Kirche nicht eine Zusammenballung von Leuten gleichen Stallgeruchs, gleicher Vorlieben, gegenseitiger Sympathien ist, dann wird das jedenfalls für mich am handgreiflichsten in der Pfarrei spürbar.

    Erneuerung als stete Reformation (wir sind unter uns, da darf man’s ja auch mal laut sagen, das Wort von der Ecclesia semper reformanda), als dauerndes Sich-Rückbeziehen auf Jesus Christus, als Vergegenwärtigung Jesu in immer neuen, unterschiedlichen Lebensumständen, in allen Milieus - die geschieht allerdings nicht zuerst in geopgraphischen Einheiten. Das Charisma, das Geschenk des GEistes, blüht anscheinend erst in Heiligen, in Menschen, die sich um sie sammeln, auf - bevor es in der Gemengelage “Pfarrei” oder “Diözese” wirkt. Und dann auch meist auch nicht ungehindert.


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