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Noch ein paar Gedanken zum Rücktritt von Benedikt XVI.

Es soll die Reaktion zahlreicher Gläubiger gewesen sein, daß sie jetzt das Gefühl haben, ihr Vater werde sie verlassen, wie bei einer Scheidung. Dieses Gefühl teile ich nicht, aus Gründen, die ich noch darlegen werde, aber ich kann sie in ihrer historischen Entwicklung verstehen. Selbst Kardinal Meisner ließ ein ähnliches Gefühl zumindest anklingen.

Andere sagen, Papst Benedikt tue jetzt doch das, was er fürchtete und wofür er zu Beginn seiner Amtszeit um Gebet bat, daß er eben nicht “furchtsam vor den Wölfen fliehe”. Das halte ich für eine Unterstellung - er hat selbst erlebt, wie sein Vorgänger im Amt, der Sel. Papst Johannes Paul II. aus allein körperlichen Gründen nicht mehr in der Lage war, die Zügel selbst noch in den Händen zu halten und wie deswegen selbst er selbst und andere Kurienkardinäle faktisch die Amtsgeschäfte übernahmen. Ob deswegen gleich die römische Kurie mit den Wölfen gemeint ist, wage ich hier nicht zu beurteilen, aber offensichtlich wäre eine Flucht vor den Wölfen ein Einknicken in wölfische Forderungen gewesen - und das hat er nie getan.

Schließlich habe ich noch gelesen, daß er durch seinen baldigen Rücktritt das Amt in seiner Bedeutung relativiert habe - auch das sehe ich nicht so. Er hat es entmythifiziert, entzaubert, wie auch schon der Berliner Erzbischof und meiner früherer Weihbischof Kardinal Woelki gesagt hat. Dazu hatte ich ja schon etwas geschrieben.

Die Gefahr, daß das Amt ggf. bei mehreren Rücktritten (aber auch erst dann!) zu sehr funktional und somit weltlich gesehen wird, sehe ich zwar auch, aber gleichzeitig begrüße ich die Abwendung einer zu großen Fixierung auf den “Heiligen Vater” (wobei ich diese Bezeichnung an sich problemlos finde).

In den Ostkirchen gibt es keinen Rücktritt von Bischöfen welcher Art auch immer ab einer bestimmten Altersgrenze, und das hat auch sein Gutes, wie schon Kardinal Meisner in dem oben verlinkten Interview dargelegt hat. Da es aber seit Papst Paul VI. bei uns die reguläre Altersgrenze von 75 Jahren bei Ortsbischöfen und die Grenze von 80 Jahren bei Konklaven zu Papstwahlen gibt (also aktives Wahlrecht, d.h. selbst wählen dürfen - gewählt werden darf theoretisch ja jeder männlicher Katholik), ist es schon seltsam, daß gleiches bischöfliches Recht für die Amtszeit bei dem Bischof von Rom anders sein soll. Doch nicht nur der Name “Heiliger Vater” deutet eben die Sonderstellung an, er ist eben mehr als der Erste unter gleichen.

Für mich hat die Bedeutung des Rücktrittes einige Seiten, die ich noch nirgendwo belichtet gesehen habe, vielleicht auch, weil sie andere so gar nicht teilen.

Erst einmal, ganz kurz, wurde mehrfach berichtet, der Text zu geplanten Enzyklika über den Glauben (nach denen über die Liebe Deus Caritas est und die Hoffnung Spe salvi) sei noch in der Endredaktion und noch nicht fertig und werde daher nicht mehr als Enzyklika veröffentlicht. Für mich ist dieser Akt der Rücknahme seiner selbst zum Wohl der Kirche ein riesen Beispiel des Glaubens, da brauche ich keine Texte mehr!

Dann zur Figur des “Heiligen Vaters” und damit einhergehend zur Benennung als Vicarius Christi, als Stellvertreter Christi. Der erste Vater des Christenmenschen (neben dem Einen Unseren natürlich, ich meine jetzt auf Erden) ist der eigene Ortsbischof, ob es und paßt oder nicht (mir gefällt’s, aber andere sehen das problematischer, hier oder anderswo). Der Ortsbischof ist auch für sein Bistum der, und zwar ganz offiziell und lange gelehrt, Stellvertreter Christi - und zwar nicht als Papstvertreter, sondern als Apostelnachfolger mit eigener Würde (siehe u.a. Katechismus der Katholischen Kirche, Art. 1560).
Vielleicht hat Papst Benedikt XVI. mit diesem Rücktritt dem Amt des Ortsbischofs einen großen Auftrieb gegeben, dem - nach meinen unerheblichen Wünschen - noch viele weitere auch durchaus rechtlicher Art folgen dürfen. Und die Aufwertung des Amtes des Ortsbischofs ist nichts anderes als eine Grundvoraussetzung für eine reale praktisch-theologische Annäherung mit den Kirchen der Orthodoxie.

Ich bin ziemlich zuversichtlich, daß Benedikt dies mitbedacht hat.

Das alles, so sinnvoll und stimmig es auch sein mag, soll aber nicht über die tiefe Traurigkeit hinwegtäuschen, die auch ich immer noch empfinde - denn er war (und ist bis zum 28.02.2013!) ein verdammt super Papst.





Ein Kommentar zu “ Noch ein paar Gedanken zum Rücktritt von Benedikt XVI.”

  1. Andrea meint:


    Die Webseite von Andrea

    Gute Gedanken, besonders das mit der Bedeutung des eigenen Bischofs. Manchmal geht der Blick allzu schnell nach Rom. Merci!


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