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Archiv für May, 2019



Die Uni Bonn fällt als erste

Veröffentlicht am Wednesday, 22. May 2019, 11:31

Universitäten waren mal der Hort der Freien Rede, Oasen des offenen Meinungsaustausches. Ein gemeinsames Suchen und oftmals Ringen um die Wahrheit oder das Gemeinwohl.

Dies scheint, wenn mein Eindruck mich nicht trügt, in den USA schon länger mehr als bloß gefährdet zu sein, sondern vielmehr Vergangenheit.

Bei uns hinken wir oft einige Jahre nach, doch auch dieses Phänomen hat jetzt schon Universitäten erfaßt. Vor nicht einmal zwei Monaten erwähnte ich den Fall des Dr. Ockenfels, jetzt haben Studenten der Uni Bonn einen Vortrag torpediert.

Die Reaktionen sind zwar da, aber nicht gerade zahlreich. Hier rühmen sich manche Studenten dieses Unterfangens. Das Schubladendenken frei von jeglichen Belegen ist schon beeindruckend. Und da das die zukünftige akademische Elite sein wird (bei sehr links orientierten meistens in später sicheren staatsalimentierten Jobs im Öffentlichen Dienst und Kultur - zu viel Verantwortung ist da nicht gewollt), muß man sich ernsthafte Sorgen machen.
Wenn diese schon nicht denken können, wie sollen das andere erst tun?

Die Uni Bonn selbst schweigt sich aus. Ich bin kein Journalist - vielleicht mag jemand anderes mal die Pressestelle kontaktieren, was sie so dazu meinen.


Ansichten

Veröffentlicht am Saturday, 18. May 2019, 19:37

Beim heutigen Monatskapitel des OFS hier in Düsseldorf, dem monatlichen Treffen, kam das Thema auf die Marienfrömmigkeit. Passend zum Marienmonat Mai. Dabei zeigte sich, daß nicht wenige Probleme haben mit einer in manchen Fällen überschwenglichen Marienverehrung und sich daher ganz davon distanzieren. Es wurden auch manch krasse Beispiele genannt.
Die einfachste Möglichkeit - sich einfach an das zu halten, was die Kirche lehrt - schien nicht so offensichtlich zu sein wie ich vorab dachte.

Jesus kann schlecht mein Bruder sein, wenn Maria nicht meine Mutter ist, das ist klar. Und Franziskus als gemeinsames Vorbild im OFS war ein wirklich sehr großer Marienverehrer. Dennoch wird von niemandem, auch nicht im OFS, eine ausgeprägte Marienfrömmigkeit erwartet.

Allerdings verstehe ich wirklich nicht manchen antimarianischen Reflex: was macht man falsch, wenn man sich einfach an Maria hält? Sie ist doch ein echt super Vorbild!


Passend

Veröffentlicht am Thursday, 02. May 2019, 12:18

Seit wenigen Tagen lese ich das Buch von Rod Dreher, die “Benedikt Option” .

Es geht dort vor allem um die Frage, welche Überlebensstrategien Christen entwickeln sollten, damit der Glaube in der eigene Region weiter existiert und irgendwann einmal wieder kulturell prägend wird (das ja derzeit massiv nachläßt). Ich finde es sehr gut, daß sich Dreher überhaupt keinen Illusionen bzgl. der Kraft der kulturellen Säkularisierung hingibt - sie wird vieles umstürzen, was auch uns heute immer noch normal erscheint.

Kurz: gesagt: die empfohlene Strategie ist das authentische Christsein in der 2000jährigen Tradition der Christenheit. Nicht Anpassung oder Neuerfindung, sondern Rückbesinnung, sozusagen echte Re-Form (=”Wiederformung”) kann die kulturelle Prägung entwickeln, die notwendig ist. Dabei geht es ihm (und ich kann nur zustimmen) gar nicht primär um die Welt oder deren Veränderung, sondern um Gott und das Suchen seines Reiches und Erkennen und Befolgen Seines Willens. Alles andere folgt gleichsam zwangsläufig.

Dazu passend lese ich heute von der Studie, die den beiden großen Kirchen in Deutschland bis 2060 eine Halbierung der Mitgliederzahl voraussagt (da es die letzten Jahrzehnte jährlich 1-1,5% weniger werden, hätte es dazu keiner teuren Studie gebraucht). Während der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Marx, immerhin noch vom Aufruf zur Mission spricht, erinnert sein evangelischer Counterpart Bedford-Strohm bloß an den gesellschaftlichen Segen der Arbeit der Kirche. Segensreich arbeiten tun auch viele kleine und große NGO. Was das mit der von ihm zitierten Frömmigkeit zu tun haben soll, ist mir schleierhaft. Nachtrag: er hat ein Interview dazu gegeben. Allerdings bleibt das alles sehr schleierhaft. Frömmigkeit als Zuckerguß eines ansonsten ununterscheidbaren Lebens wird nicht gehen, das zieht nicht an.