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Archiv für December, 2005



… und wächst … (und die Kikos)

Veröffentlicht am Friday, 30. December 2005, 15:02

Eines packe ich noch ins alte Jahr: den lesenswerten Weblog von S. namens “catholicum” (Gruß!). Schon seit einiger Zeit in den Tiefen des Netzes zu lesen, kommentiert er die katholische Welt, sprich: die gesamte.

Er verweist indirekt auf diesen Artikel von chiesa (auf Engl.), der aufzeigt, wie Papst Benedikt die liturgische Unordung beim Neokatechumenalem Weg wieder einnordet. Die “Kikos”, so werden sie in Spanien wegen des Gründers Francisco “Kiko” Argüello genannt, sind eine Bewegung, die sich bemüht, die in der Taufe empfangene göttliche Gnade nachträglich dem Empfänger bewußt zu machen - leider führt dies manches Mal zu Spaltungen innerhalb einer Gemeinde, weil es eben Menschen gibt, denen das sehr viel wichtiger als vielen anderen ist. Eigene Hl. Messen zu feiern ist sicher nicht der beste Weg, nur weil andere Gemeindemitlgieder eine Messe über 1 h Dauer als Freiheitsentzug betrachten.


Bis 2006!

Veröffentlicht am Friday, 30. December 2005, 13:44

Da ich heute nachmittag bis zum Abend des 01.01. nicht hier sein werde:

ich wünsche allen und Euren Familien, euren Freunden und Feinden ein gesegnetes Jahr des Heils 2006, nach dem Abschluß der Weihnachtsoktav (deswegen ist ja der Jahreswechsel eine Woche nach dem Geburtstag des Herrn)!


Wejen dä Hühner

Veröffentlicht am Wednesday, 28. December 2005, 21:13

Eine hochinteressante Gesprächsrunde konnte man am 22.12. und als Wiederholung am 25.12 auf WDR5 hören, ich war zufällig am 25. abends ganz Ohr.

Das Hadern mit Gott (leider nicht im Audioarchiv) und das daraus überhaupt resultierende Gottesbild bzw. die Frage nach Gott selbst wurde thematisiert. Sehr spannend, denn der Eine hat mit dem Plüschgroßvater im Himmel nun wirklich nichts zu tun.

Der auf der Seite vom WDR nicht erwähnte (inkl. Moderator) vierte Gesprächsteilnehmer, der im Rheinland einigermaßen bekannte und von mir gern gehörte Martin Stankowski beschrieb sich selbst als skeptischen Agnostiker (meine Zusammenfassung).

(Nebenbemerkung: Pfarrer Meurer, im Jahr 2002 vollkommen zu Recht erster Träger der Alternativen Ehrenbürgerwürde Kölns, war hier nicht so stark im Gespräch, fand ich)

Als der Moderator das Wort des Kölner Bischofs und Kardinals Joachmi Meisner aufgriff, daß alles von Oben käme und man deshalb auch durchaus mal das “Warum?” nicht verstehen dürfe, griff Herr Stankowski sofort ein und wies dies zurück - der Tsunami bspw. sei eindeutig nicht von “Oben”, sondern von unten aus dem Erdboden gekommen (der Kardinal hatte sich auf diese Katastrophe bezogen), bei so etwas wäre ein Rückgriff auf “Oben” unredlich.

Er hat zwar Recht mit seinem Einwurf, aber eigentlich auch überhaupt nicht, und diese Argumentation, daß naturwissenschaftliche Erklärungen die Frage nach dem Warum lösen könnten, finden sich ja nun wirklich ständig. Gut, es war schon immer eine Schwäche der Menschen, nicht verstandene Folgezustände und -zusammenhänge direkt Gott zuzuschieben. So wurde Gott mit der Zunahme der wissenschaftl. Erkenntnis gefühlt irgendwie immer kleiner. Doch Unrecht hatten sie nicht, sondern erst, wenn sie Ihn aus dem Spiel ließen.

Wenn eine Person erschossen wird und jemand fragt: warum mußte er sterben, so ist die Antwort à la Stankowski: Nun, es kam zu einem akuten Pumpversagen des Herzens, weil ein kleines metallenes Geschoß von außerhalb des Körpers kommend diesen durchdrang und dabei auch Vorder- und Hinterwand des Herzens durchbohrte und zerreißen ließ, was wiederum durch die Vorspannung der Herzwand erklärlich ist. Das Geschoß wurde durch einen Lauf einer Pistole, welche es aufgrund der Sprengkraft von in einer extra Kammer sitzenden…… usw.

Erklärt das die Frage nach dem Warum? Eindeutig ja und eindeutig nein. Es bringt uns der Motivtion des Schützen keinen Schritt näher, sondern es werden Ursache und Folge einfach vertauscht. Interessanterweise findet man ähnliches Vorgehen auch auf der Seite derer, die die Motivation untersuchen - auch sie reduzieren sie auf Transmittertransport und -reaktion über Rezeptoren und lehnen somit so etwas wie ‘Verantwortung’ ab.

Warum Tsunami, warum Erbeben, warum tektonische Platten, warum Schöpfung so wie sie ist. Diese Fragen, denn darauf laufen sie hinaus, darf man stellen, bis ins letzte Détail. Ist es wirklich nur die “bestmögliche Schöpfung”, wie Leibniz meinte? Der Mensch bleibt ab seinem dritten Lebensjahr zeitlebens im “Warum”-Alter (ein ehemals Bekannter von mir aus Köln hat einen Anflug von Warums bei seinen damals kleinen Kindern immer mit dem Ausdruck “wejen dä Hühner” für beendet erklärt). Und dies war bei den vorherigen auch schon so. Stankowskis Antworten sind zu einfach bzw. befriedigen nicht wirklich die Frage.

Hier reißt Odo von Marquard (unter M) die Kernfrage mal an - ich halte die beschrieben philosophische Antwort für falsch, allerdings jede sichere andere auch:

[…] Angesichts dieser und manch anderer Neuerfahrung von Übeln zerbricht die optimistische Leibniz-Lösung der Theodizee, und die Theodizeefrage wird jetzt radikal und verlangt nun nach Radikalbeantwortung der genannten Frage: Wenn die bestmögliche Welt unvermeidlich Übel einschliesst, warum hat Gott das Schaffen dann nicht bleiben lassen?

Als radikale Antwort auf diese radikale Frage entsteht die Geschichtsphilosophie, und diese Antwort lautet: Gott hat das Schaffen bleiben lassen, denn nicht Gott ist der Schöpfer der Welt, sondern - als Schöpfer des Menschenwerks Geschichte - der Mensch. Dadurch scheidet Gott als Angeklagter aus, und es rückt an seine Stelle jetzt der Mensch ein. Die Schöpfung des Menschen - die Geschichte also - ist, im Unterschied zur Schöpfung Gottes, die angeblich gut ist, jene Schöpfung, die gut nicht ist, sondern gut erst - in der Zukunft - sein wird: als fortschrittliche Herbeiführung einer zukünftig heilen Welt.

Das ist - als extreme Autonomiephilosophie, die Gott theodizeemässig von der Schöpferschaft entlastet - eine Theodizee durch einen Atheismus ad maiorem Dei gloriam. Sie ist - sozusagen als umgedrehter physikotheologischer Gottesbeweis - der Schluss von der Güte Gottes auf seine Nichtexistenz: Gott bleibt - angesichts der Übel in der Welt - der gute Gott nur dann, wenn es ihn nicht gibt, oder jedenfalls: wenn Gott der Schöpfer der Welt nicht ist. So entsteht durch die Krise des Optimismus die Geschichtsphilosophie, eine säkularisierte Theodizee: Theodizee gelungen, Gott tot. […]


Et incarnatus est

Veröffentlicht am Wednesday, 28. December 2005, 20:11
Wohnt Gott im Gehirn?

So titelten diverse Magazine in der Mitte dieses ausgehenden Jahres.
Hirnforscher hatten mittel interessanter Untersuchungen entdeckt, daß Gebete und Meditationen unahängig von der Glaubensrichtung die gleichen Hirnareale aktiv werden läßt und daß umgekehrt eine Aktivierung derselben das Gefühl von göttlicher Erfahrung vermittelt.

Nicht wirklich überraschend.

Wie soll Gott beim Menschen auch anders wirken als in Raum und Zeit, schließlich sind wir dem unterworfen? Nun hat man halt das betreffende Areal gefunden und ’schwupps’ haben natürlich einige (der Autor einer der Untersuchungen übrigens nicht) Gott als Ergebnis dieses Areals postuliert. Das gibt die Studie natürlich nicht her, zumal Buddhisten als eine Testgruppe gar keinen Gottesglauben als sine qua non haben. Wer eine Kerze ausbläst, beweist damit auch nicht die Inexistenz von Windstößen.

Wir bestehen aus Fleisch und Blut. Und dieser Gott, dessen “Einfleischung” wir gerade feiern, hat dieses Menschengeschlecht, dieses Fleisch und Blut, würdig erachtet Ihn zu beherbergen, mehr noch, Er selbst zu sein.

Auch der Herr hatte seinen Temporallappen des Gehirns, auch Er hatte Synapsen und Neurotransmitter. Es mag ja Menschen geben, die stört der Gedanke, daß Jesus Seine Notdurft auf einem zeitgenössischen Donnerbalken verrichtet hat. Mich stört eher die Vorstellung, Er hätte dies evtl. nicht getan. Übersetzt zum Gottesbild heißt dies, daß die unterschwellig immer noch sitzende Abwertung des Materie (vereinfacht: “ach, Gott benutzt Neuronen im Gehirn? Wie langweilig, dann kann es Gott ja gar nicht geben!”) den mit wichtigsten Punkt des Christentums nicht begriffen hat: Fleischwerdung zu 100%.

Daraus folgt: seit Weihnachten ist die Materie vergöttlicht.


Großer Umzug

Veröffentlicht am Sunday, 25. December 2005, 21:40

So. Habe alles ausgepackt. Allerdings mußte ich die alten Kommentare zurücklassen, ich hoffe, daß ist nicht zu schlimm. Zwischenzeitlich habe ich hier schon neue Beiträge geschrieben.

So nach und nach werde ich die alten Beiträge hierhin bringen und bei 20six löschen (und ich bitte natürlich die Leser und -innen um Änderung des alten Links).

Einige technische Möglichkeiten sind noch nicht verwirklicht, aber daran wird gearbeitet (ich mußte mich eben doch mit HTML und php-Script beschäftigen :-) ), bspw. kann man den eigenen Kommentar bisher noch nicht nachträglich ändern (Nachtrag: dafür gibt es jetzt eine Vorschau, das muß reichen :-) ), viele kleine andere Sachen gehen auch noch nicht…

Dafür konnte ich den “Laden am Ende des Blogs” nett einbinden.

Ansonsten bin ich für grundsätzliche Rückmeldungen, Lob und vor allem konstruktive Kritik jederzeit dankbar.


Neue Liste

Veröffentlicht am Sunday, 25. December 2005, 19:45

Dies Domini.

Es finden sich jetzt einige Podcasts (Podcasts?) mit katholischen Themen und Themenschwerpunkten in einer eigenen kleinen Liste. Die Links sind direkt in den “Feed” einzugeben. Hörenswert.


Eine große Freude

Veröffentlicht am Sunday, 25. December 2005, 19:41

Dies Domini.

Noch einmal an alle gesegnetste Weihnachten! Die Menschwerdung Gottes, die Erhebung des Menschengeschlechtes, dies alles sei für uns Medizin in schwerer Zeit, Therapie unserer Seele, Halt im Sturm der Zeit!

Eine junge Frau (sogar Jungfrau) gebar ihren eigenen Schöpfer, der kam um uns zu lieben.

Gloria in excelsis Deo!


Bildwechsel

Veröffentlicht am Friday, 23. December 2005, 19:33

Wahrscheinlich liegt es an mir. Ich bin ja auch noch nicht so lange dabei und auch nicht so arg eng mit der Kirche aufgewachsen. Ist das der Grund, warum ich den Streit im Bistum Regensburg und fast der gesamten bundesweit organisierten Gremien-Laienschar mit Bischof Gerhard aus Regensburg nicht verstehe?

Ich habe wohl ein ganz anderes Bild von dem, was Laienapostolat ist.

Laien sind ja die Riesenmehrheit schlechthin, so ca. 99% des Kirchenvolkes. Und wir dürfen so viel, können sogar einiges mehr als der priesterliche Klerus:
- Familie gründen und eine Hauskirche aufbauen
- in der säkularen Arbeitswelt uns einbringen und sie versuchen, gemäß unserem Glauben zu durchwirken
- diese Welt durch die Mitarbeit in polit. Parteien und Ämterannahme oder außerhalb katholisch gestalten

U.a. all dies können Kleriker nicht oder zumindest nicht so frei wie wir. Wie man unschwer feststellen wird, verbringt der Durchschnittsbürger die meiste Zeit seines Lebens mit Familie, Arbeit und Schlafen. Nur ein Bruchteil ist Freizeit ohne Familie (ich hoffe, viele verbringen einen Großteil mit ihr). Und nur für den Bruchteil könnten Gremien für das Apostolat des Laien nützlich sein, aber auch hier nicht immer (je nach eigener Aufgabe des Laien).

Kurz: es gibt genug zu tun - warum die Aufregung über etwas, was so wenig Apostolat betrifft?


“Maleáchi!” - “Gesundheit!”

Veröffentlicht am Friday, 23. December 2005, 14:35

Einfach mal hier klicken. Danke, Peter, ich lache immer noch.

Übrigens sind Übereinstimmungen der Haarpracht des Arztes mit der meinen sicher rein zufällig (ich hätte nämlich “Orthodox forte” verschrieben :-) ).


Tickt da was?

Veröffentlicht am Friday, 23. December 2005, 01:22

Wenn diese Meldung von kath.net wirklich anzuwenden ist, dann heißt das doch für die Diözese Rottenburg-Stuttgart, daß man da jetzt bequem (in Baden- Württemberg beim zuständigen Standesamt) aus der Kirche austreten kann und trotzdem noch Kirchenmitglied ist. Bischof Gebhard hat sich anscheinend noch nicht öffentlich dazu geäußert - das ist ja auch nichts, was man gerne an die große Glocke hängt (wenn man für das Kirchensteuersystem ist, ich bin das nicht).

Spaßig wird es richtig, wenn diese Auslegung offiziellen Charakter für die gesamte Weltkirche bekommen sollte. Ob dann die Kirchensteuer tot wäre?

Rom handelt ja eigentlich schon konsequent. Bis zum Austritt bleibt der Bischof bzw. in seiner Vertretung der Ortspfarrer der Hirte der Gläubigen. Daher muß auch dieser und niemand sonst entscheiden, ob der Austritt wirklich als bewußter Schritt gewollt ist.


Unter bestimmten Umständen

Veröffentlicht am Wednesday, 21. December 2005, 20:50

Die Erbsünde, eigentlich besser mit Ursünde übersetzt, ist ja in der Katechese (Glaubensunterweisung) nicht gerade das Lieblingsthema.
Nun, ich denke, daß gerade die letzten Wochen sehr anschaulich gezeigt haben, was das Resultat dieser Ursünde ist.

Während man im allgemeinen dabei hakt, was einen selbst die Sünde eines Kerls vor mehreren Tausend Jahren angeht (ich vereinfache das jetzt sehr), sollte man doch mal darauf schauen, was da eigentlich passiert.

Adam, also “Mensch” (und somit auch der Mensch an sich), möchte gerne selbst wissen, was gut und böse ist - und da er es selbst wissen möchte, möchte er es auch selbst festlegen (denn wirkliches Wissen setzt Verstehen voraus). Das ganze möchte Adam nicht aus Bosheit, keineswegs, er hat schließlich den Verstand und möchte ihn einsetzen. Vor der Ursünde war Gewissensbildung nicht nötig.

Sobald wir aber selbst anfangen, Gut und Böse zu definieren, neigen wir doch - auch als Folge der Ursünde - viel eher dazu, was Böses als Gut zu sehen als umgekehrt. Die Umkehr ist eher Folge des ersten. Erst wenn es akzeptabel wird, ungeborene Kinder zu töten, kann man ohne Risiko Mütter mit vielen Kindern dümme Sprüche versetzen.

Dabei beginnt die Verschiebung von “Böse wird Gut” immer nach dem gleichen rhetorischen Muster: unter bestimmten Umständen.

Unter bestimmten Umständen durften anfangs Ungeborene getötet werden, jetzt sind die Umstände frei zu wählen.
Unter bestimmten Umständen war anfangs in den Niederlanden die aktive Sterbehilfe erlaubt, eine Ausweitung folgt der nächsten.

Unter bestimmten Umständen sollen Informationen auch mit Folter verwendet oder erworben werden dürfen (nur anfangs?)…
Unter bestimmten Umständen soll man Alten und unheilbar Kranken das Leben beenden dürfen (anfangs?)…


Spaßig

Veröffentlicht am Monday, 12. December 2005, 23:41

Hier findet sich als pdf-Dokument der Brief, mit dem der Vorsitzende des Verbandes Kommunaler Arbeitgeber (VKA), Dr. Böhle, den Marburger Bund dazu auffordert, den morgigen Streik abzublasen.

Ich finde den eher lustig. Anscheinend haben da Menschen noch nicht begriffen, was die Stunde geschlagen hat.

Als Mitarbeiter eines kirchlichen KH (die ihre ärztlichen Mitarbeiter bundesweit nach einer Umfrage unter Kollegen eher schlechter behandeln als öffentliche Träger, das nur so nebenbei zum Adjektiv “christlich”) kann ich leider nicht mitstreiken. Wird aber auch bei uns kommen, nur eine Frage der Zeit.


Doch selber ratlos

Veröffentlicht am Monday, 12. December 2005, 21:53

In dem Podcast von “Kultur am Sonntagmorgen” des Deutschlandradios hat eine neue und sehr interessante Reihe begonnen: Den Tod denken.

In der ersten Folge schildert der interviewte Anthropologe, wie weit sein Mißempfinden gegen die westliche Art des Todverdrängens (dies ist es ja durchaus) geht und welche anderen Möglichkeiten es in anderen Kulturen gibt. Seine Bilanz des Christentums für ihn selbst, und sein persönliches Zeugnis ist da sehr zu begrüßen, sieht mau aus - ihm bietet es überhaupt keinen Halt. Für sich selbst ist er allerdings grundsätzlich recht ratlos, trotz dieses großen Wissens um die Todesrituale der Kulturen der Welt.

Nur angerissen, da es den Beitrag sprengen würde: meine Nicht-Angst vor dem Tod macht manchmal sogar den Job etwas schwerer. Was tun, wenn jeglicher Trost rundheraus abgelehnt wird?


Ein großer

Veröffentlicht am Thursday, 08. December 2005, 12:29

Heute ist der Festtag der Maria Immaculata, ein Tag, mit dem ich lange Zeit gar nichts anfangen konnte. Doch dazu möchte ich nicht mehr schreiben, was Peter hier und scipio dort schreiben, deckt vieles von dem auf, was sich in meinem Inneren bewegt.

Vorgestern dagegen, zum Fest des Bischofs von Myra, verstarb jemand, der mir schon früh exemplarisch zeigte, wie sich christliches Leben und Lieben in angenehmer und somit anziehender Form realisieren läßt: Hanns Dieter Hüsch.


(Ich hoffe, die Bildquelle huesch.info hat nichts gegen diese unbedeutende Hommage)

Sein protestantischer Glaube war ihm immer wichtig und wurde ihm zeitlebens wichtiger, besonders in der letzten Lebensphase von Krankheit und Schmerz. Seine Interpretationen der Psalmen und anderer Teile der Schrift sind bis heute ein Quell der Freude.

Tiefsinnig, menschenliebend und nachdenklich war dieser Meister des Wortes. Der einzig mir bekannte große “Kleinkünstler”, der seine Texte nie auswendig zu lernen brauchte, weil er sie stets ablas. Seine unmittelbaren Sprünge von Witzigem zu Nachdenklichen sind mir unvergeßlich. Ich weiß ja nicht, wie wichtig er für die ganz normalen Menschen außerhalb des Rheinlandes und Niederrheines ist und war, aber hier ist er, wird es auch vorerst bleiben, einfach nur “Hüsch”. Keinen ließ er unbewegt, niemandem hier war er wohl wirklich feind.

Freue Dich mit der Gottesmutter, Hanns Dieter, und der Herr gebe Dir Wohnrecht in Seinem Paradies.


Germanism

Veröffentlicht am Monday, 05. December 2005, 14:38

Als, nein, nicht Fan, sondern großer Freund meiner Muttersprache habe
ich mir vorgenommen, diesen Blog von einigen Anglizismen zu befreien.
Da Wörter wie “Blog” mittlerweile deutliche eigenständige Konnotationen
haben, und ich ja auch gar nichts gegen bereichernde Wörter habe, ist
das nicht überall gewollt. Aber vielleicht sind einige kleine
Änderungen ja schon aufgefallen (ich fange aber jetzt nicht an, alte Beiträge zu durchforsten).
Mir ist schon seit Jahren aufgefallen, daß insbesondere Menschen
Anglizismen propagieren, die des Englischen überhaupt nicht
hervorragend mächtig sind (so zumindest in meinem persönlichen Umfeld).
Die englische Sprache ist zu schön, um sie leihweise und bruchstückhaft
zu verhunzen (ich hatte mit einem Bekannten in der Schule den privaten
Wettbewerb, bei Klassenarbeiten möglichst selten benutzte Worte
einzuflechten, wie bspw. “lest” oder “to fathom”).

Nachdem ich vorgestern voller Begeisterung meinen Schlüssel zum
Eintritt in deutsche Lyrik gefunden habe (welcher da wäre: selber
laut(!) lesen, die Lautmalerei, die Stimmung, den Klang … alles
mitempfinden), fiel mir mal wieder auf, wie reich doch diese Sprache ist.

Im Anfang war das Wort.

En el principio existía el Verbo.

In the beginnig was the Word.

Ist es nicht dem Wort angemessener, es in der je so unterschiedlichen
Sprache zu ummanteln? Franziskus lehrt uns, daß jedes Wort zu schützen
und zu achten ist, da man aus vielen noch so unterschiedlichen Wörtern
Seinen Namen formen kann. Ich denke, dies mag einer der Gründe sein,
warum wir für jedes unnütze Wort einmal vom Wort selbst angefragt
werden.

Wiedergefunden habe ich viele Schätze der dt. Sprache übrigens bei
Rilke - und die Gedichtsammlung heißt passenderweise “Rilke Reloaded”
und im Untertitel “Der Reader zum Rilke Projekt”. Insofern zu allem
hier ein Zwinkern.


Gefährlich

Veröffentlicht am Friday, 02. December 2005, 19:38

Radovan Karadzic - Beruf Arzt

Aiman Az-Zawahiri - Beruf Arzt

Ernesto “Che” Guevara - Beruf Arzt

Scheint gefährlich zu sein…


Ist das alles?

Veröffentlicht am Friday, 02. December 2005, 18:04

Wenn das wirklich das wichtigste ist, was den Leiter des Katholischen Büros in
Berlin an Kritik einfällt, dann sieht es ja echt übel aus. Krass. Wie weltfremd kann man sein? Das eigene Ego wichtiger als bspw. die weit über 100.000 Kinder, die jedes Jahr getötet werden und kein Wort in der Erklärung wert sind?

Gute Kirchenleitung und -repräsentation, echt. Klasse. (Okay, ich versuche mich abzuregen…)