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Gedankensplitter

Als ich heute vom Einkaufen zurückschlenderte, kam mir der Gedanke, daß der Wunsch vieler Christen, der Name Gottes möge doch bitte in der (abgelehnten) Europäischen Verfassung auftauchen, ein Verstoß gegen das Gebot darstellen würde, den Namen Gottes zu heiligen (ist ja sowohl in den Zehn Geboten als auch im Vaterunser zu finden).

Daher lohnt es sich meines Erachtens besonders in der Zeit des herannahenden Herrn, sich das Glaubensbekenntnis des brasilianischen Dominikaners Frei Betto einmal zu betrachten. Ich weiß, Frei Betto ist auch nicht ohne Fehler, aber wer ist das schon?

Der Gott, an den ich glaube

Ich glaube nicht an den Gott der Funktionäre;
auch nicht an den Gott der Generäle
oder an den Gott auf patriotischen Feiern.
Ich glaube nicht an den Gott der offiziellen Totenehrung;
auch nicht an den Gott der Audienz-Säle,
des Vorwortes zu den Grundgesetzen
oder des Abschlusses großartiger Ansprachen.
Ich glaube nicht an den Gott des Glücks der Reichen;
auch nicht an den Gott der Angst der Wohlhabenden
oder der Freude derer, die das Volk berauben.
Ich glaube nicht an den Gott des erlogenen Friedens;
auch nicht an den Gott der Ungerechtigkeit gegen das Volk
oder der ruhmreichen Überlieferungen der Nation.
Ich glaube nicht an den Gott der leeren Predigten;
auch nicht an den Gott der üblichen Begrüßungen
oder der Ehen ohne Liebe.
Ich glaube nicht an den Gott, der nach dem Bild und Modell der Mächtigen geschaffen wurde:
auch nicht an den Gott, der als Beruhigungsmittel
für das Elend und die Leiden der Armen erfunden wurde.
Ich glaube nicht an den Gott, der an den Wänden hängt und schläft oder sich in den Schränken der Kirchen versteckt.
Ich glaube nicht an den Gott der Weihnachtsgeschäfte;
auch nicht an den Gott der prunkhaften Werbung.
Ich glaube nicht an den Gott, den die Menschen aus Lügen und wie aus zerbrechlichem Lehm modelliert haben;
auch nicht an den Gott der herrschenden Ordnung
auf der Grundlage einer zugelassenen Unordnung.

Der Gott, an den ich glaube, ist in einem Tierstall zur Welt gekommen,
war Jude,
wurde von einem ausländischen König verfolgt
und zog wie ein Fremder in Palästina umher.
Er ließ sich begleiten von Leuten aus dem Volk;
er gab denen, die Hunger hatten, zu essen;
denen, die im Dunklen lebten, Licht;
denen, die im Gefängnis saßen, Befreiung;
denen, die Gerechtigkeit verlangten, Frieden.
Der Gott, an den ich glaube, stellte den Menschen über das Gesetz
und die Liebe über die alten Traditionen.
Er hatte keinen Stein, worauf sein Kopf ruhen konnte,
und war von den Armen gar nicht zu unterscheiden.
Er ging zu den Gelehrten nur dann,
wenn diese sein Wort in Frage stellten.
Er war bei den Richtern, die ihn verurteilen wollten;
man hat ihn auch bei der Polizei gesehen, aber als Häftling.
Er hat das Regierungsgebäude betreten, um geschlagen zu werden.
Der Gott, an den ich glaube, trug eine Krone aus Dornen
und einen Mantel, der wie aus Blut gewebt war.
Er hatte Leibwächter, die ihm den Weg freimachten,
wohlgemerkt: zum Kalvarienberg, wo er unter Räubern
am Kreuz sterben musste.
Der Gott, an den ich glaube, ist kein anderer, als der Sohn Marias,
Jesus von Nazareth.

Alle Tage stirbt er, gekreuzigt durch unseren Egoismus.
Alle Tage steht er wieder auf, durch unsere Liebe.





3 Kommentare zu “ Gedankensplitter”

  1. Stefan meint:


    Die Webseite von Stefan

    Frei Betto hat natürlich Recht, aber nur zu einem Drittel. Sein Gott ist nicht Gott; er erfaßt ihn nicht völlig. Und selbst Jesus würde es ablehnen, sich vor den revolutionären Karren spannen zu lassen, weil er es abgelehnt hat, sich überhaupt vor einen Karren spannen zu lassen. Gott ist zunächst nicht mein Instrument, sondern der, der zu mir spricht, wenn ich bete.

  2. Ralf meint:


    Die Webseite von Ralf

    Ich erfasse Gott auch nicht völlig. Du?

    (Und von einem revolutionären Karren lese ich da nichts)

  3. Der Stall von Betlehem | queerpredigen meint:


    Die Webseite von Der Stall von Betlehem | queerpredigen

    […] Der Gott, an den ich glaube, ist kein anderer als der Sohn Marias, Jesus von Nazareth. (Frei Betto, gekürzt, http://paxetbonum.de/index.php/2006/12/13/gedankensplitter/) […]


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