Wichtig

Dies domini.

Schon zu Beginn meiner religiösen Suche habe ich mich auch sehr für den Islam interessiert, spätestens seit dem 11.09.01 ist das ja im Westen ein allgemeines Thema, und neben viel Polemik gibt es auch vorurteilsfreies ernsthaftes Interesse.
Das soll nicht heißen, dass man dann alles durch die rosarote Brille sieht, ganz im Gegenteil. Bloß nervt mich das schon ein wenig, wenn irgendein Christ den Muslimen erklären will, was denn so alles im Koran stünde. Naja, wie dem auch sei.
Das obige englischsprachige Buch, das mir mal von einer Freundin geschenkt wurde, ist ein Muss für wirklich jeden, der sich für den christlich-islamischen Dialog auch nur annähernd interessiert. Denn es hat eine geradezu enorm wichtige Vorgehensweise, bisher einzigartig: die Autorin (Islamwissenschaftlerin in London) stellt nahezu stets urteilsfrei vor - eine wohltuende Ausnahme bei dem Thema - wie Muslime über Christen denken, welche Schriften da so in der islamischen Welt kursieren, und ebenso, was Christen über den Islam so in die Hände bekommen. Das ganze wird noch unterteilt in eher populär-pamphletisches und sich um Verständnis bemühendes Schrifttum (”scholary”).

Nach der Lektüre war und bin ich mehr als skeptisch über die Frucht des Dialogs. Nicht nur, dass es kaum ernsthafte muslimische Abhandlungen über das Christentum gibt, es eigentlich nicht einen einzigen islamisch-akademischen Gelehrten des Christentums gibt, nicht einen weltweit, keine Christentums-wissenschaft in isl. Ländern, das ganze wird von christlicher Seite (die Autorin zitiert zu einem Großteil protestantische Autoren) auch nicht gerade immer gefördert.

Man muss wissen, wo der Startpunkt ist. Und bei den Pamphleten, die besonders in Entwicklungs- und Vielvölkerstaaten herumgereicht werden (man denke nur an Nigeria und den eventuellen Einfluss der Hassschriften auf den Religionsunfrieden), wird das einfach nichts. Ein “trickle-down” des Verständnisses von oben nach unten ist bei der Ausgangsbasis Illusion.

Lesen!





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