Sprachlosigkeit in der Kirche

Es ist ganz kurz vor Pfingsten, und das Ur-Ereignis für die Christen war eine plötzliche Fähigkeit, in den Sprachen vieler Völker reden zu können, von den Extremen des Reiches bis ins Zentrum, alle eingeschlossen.

Das ist das größte Kontrastprogramm zu heutigen “Sprachlosigkeit” in der Kirche, wenn es um Glaubensthemen geht, das man sich vorstellen kann.

Dabei hilft es enorm, sich exakt das Ganze als Sprache vorzustellen.

Die Sprache der Kirche ist sehr alt. Sie hat in verschiedenen Regonen verschiedene “Frömmigkeits-Dialekte” entwickelt, lokale Traditionen.

Und über eine ganz lange Zeit haben besonders die apostolischen Kirchen in ihren angestammten Regionen keine Sprachkurse gegeben, manche tun das bis heute nicht aus verschiedenen Gründen (u.a. weil dort diese Sprachkurse evtl. verboten sind). Entweder man war Muttersprachler oder vieles blieb dauerhaft verschlossen. Grammatikbücher gab es nicht, Lehrbücher auch nicht, es war eine quasi orale Tradition der Weitergabe der Sprache. Es gab zwar Bücher, doch die wurden nur unter Muttersprachlern gelesen.

Und wenn jemand diese Sprache lernen wollte, begeistert [sic!] bei der Sache war, dann wurde vor ihm gewarnt. Manchmal bis heute. Entweder weil man seine eigene Sprache nicht mag, aber die es nun einmal ist (Unverständnis ggü. anderen), seinen Dialekt für das einzig Wahre empfindet (wer die Hochsprache lernen will, macht was falsch!) oder prinzipiell alle Sprachen für gleichwertig erachtet (warum also eine andere lernen?).

Jetzt gibt es aber immer weniger Muttersprachler und die wissen dann oft nicht, wie ihre Sprache vermitteln können, wenn sie es denn wollen. Über Grammatik denken Muttersprachler wenig nach. Das Vokabular hat man früh aufgesaugt, womit soll man da anfangen? Sprachlehrer gibt es auch viel zu wenige…

Wer bildet sie aus, so daß die Interessenten sie verstehen?

Als Autodidakt kann ich nur sagen: einfach war das nicht…





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