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Archiv für October, 2011



Das Papsttum ist absolutes Gottvertrauen

Veröffentlicht am Monday, 31. October 2011, 16:34

Dieser etwas seltsam klingende Titel wird sogleich erklärt.

Ich hatte ja schon mal etwas zur historischen Bezügen des Papsttums aufgezeigt (1, 2, 3).

Einen wichtigen Punkt dagegen hatte ich bislang vollkommen unerwähnt gelassen. Im Gegensatz zur Ostkirche, wo schon zahlreiche Patriarchen und Bischöfe durch Synoden abgesetzt wurden, auch der Patriarch von Konstantinopel, geht das mit dem Papst bei uns nicht. Das Kirchenrecht gibt das nicht her.

Canon 333, §3, römisches Kirchenrecht:

Gegen ein Urteil oder ein Dekret des Papstes gibt es weder Berufung noch Beschwerde.

Wie sieht es dann bei Gefahren wie Demenz des Papstes oder anderen Geisteskrankheiten aus (akute Psychosen jeder Art wie bspw. manische Erkrankungen etc.)

Keine menschliche Macht kann den Papst absetzen. Daher klingt es immer so vollkommen übergeschnappt und irrsinnig, wenn man als aufgeklärter katholischer Mensch der Neuzeit auf die Frage , wer denn den Papst letztinstanzlich kontrolliere, bloß folgendes antwortet:

Gott.

Mehr Gottvertrauen geht nicht.


Eine franziskanische Antwort auf die Schuldenkrise

Veröffentlicht am Monday, 31. October 2011, 15:54

Euro-Krise, überschuldete Industrienationen, Bankenkrise, occupy-movement etc.

Wer hat Schuld an all dem?

“Die Politiker”, also eine gesellschaftliche “Kaste”, oder doch die Kaste “die Banker”, die nur Gier als Motivation kennen?

Vor Jahren brachte ich das schon mal, doch jetzt etwas ausführlicher. Ein sehr guter franziskanischer Blog hat eine andere Antwort darauf. Diese lautet, wie sollte es bei einem Franziskaner auch anders sein: Du und ich (Franziskus forderte immer zuerst Bekehrung und Änderung von sich selbst). Wir alle haben dieses System erhalten mit all seinen Akteuren.

Oder wie es der Kabarettist Hagen Rether ausdrückt: man soll nicht über den Metzger herfallen, wenn nach jahrelangem Fleischfressen der Gichtanfall kommt.

Doch hier die franziskanische Perspektive, der ich mich natürlich anschließe:

Why should we look for and expect qualities in a candidate that are not manifestly sought after in a personal way by the electorate as a whole? Seriously, if you think the culture is in decline and decay and the vast majority has lost their senses on vital matters: then how can we reasonably expect a political solution? The best possible outcome would be for the ‘right thinking’ few to somehow pull an upset, and force by some ’set of rules’, others to fall in line. That’s just upside-down thinking.

And this is why so many default to seeing the whole process as a subjugation of a true majority of ‘right thinking’ citizens somehow being overpowered by nefarious entities: the manipulating media; profit hungry corporations; evil special interests, (the list is endless). They ‘thwart’ the ‘right thinkers’. All manner of theories arise (with some half truths thrown in for veracity) which explain how our power is exorcised from our hands. Have you noticed that these groups are always made up of ‘them’…and never of ‘us’?

This is why the gospel never speaks of a political solution to the woes that we endure. My political theory is thus: The political process merely reveals the state of conversion of a nation. A virtuous nation will call forth a virtuous leader. When we fight and win the conversion battle (beginning with ourselves), then we won’t need the political savior…we won’t cry out for Barabbas to lead our cause. As important as the political battle is; it pales in comparison to the battle for conversion of the nation. The priority must be correct.

My greatest hopes and endeavors are focused not so much on the nation, but on the Kingdom within the nation. My battle is from the inside-out (my own conversion first and by extension others around me). Many, (surely not enough) have been praying and fasting, and will continue to so for our upside-down nation. We’ve begged God through his Holy Mother to shower graces upon us. Now we need to incorporate the graces. The solution is nothing less than a life of enduring penance as Our Lady has told us, repeatedly.

If the Christian community in particular continues to take a secular approach and avoid penance, then we are in for the longest of long pulls.


Warum hört man so etwas nicht bei uns?

Veröffentlicht am Saturday, 29. October 2011, 22:32

Wenn man mal über den deutschkatholischen Tellerand schaut, stellt man in den katholischen Medien weltweit schnell fest, daß die Kirche hierzulande jenseits von Finanzfragen in der Weltkirche keine große positive Rolle als Impulsgeber mehr spielt. Glaube ist hierzulande sehr verkopft und berührt anscheinend wenig das Herz. Daß u.a. auch Bischöfe andernorts anders können, zeigt dieser Ausschnitt einer längeren Rede des Erzbischofs von Manila im Rahmen des letzten Eucharistischen Weltkongresses in Quebec/Canada. Wer 8:24 Zeit hat, sollte sich das mal komplett reinziehen:


Wenn der Papst spricht,

Veröffentlicht am Friday, 28. October 2011, 15:41

kommt Gutes und Wahres dabei raus. Aus seiner Rede in Assisi zum Treffen für den Weltfrieden (Hervorhebung von mir):

Neben den beiden Realitäten von Religion und Antireligion gibt es in der wachsenden Welt des Agnostizismus noch eine andere Grundorientierung: Menschen, denen zwar das Geschenk des Glaubenkönnens nicht gegeben ist, die aber Ausschau halten nach der Wahrheit, die auf der Suche sind nach Gott. Solche Menschen behaupten nicht einfach: „Es ist kein Gott.” Sie leiden unter seiner Abwesenheit und sind inwendig, indem sie das Wahre und das Gute suchen, auf dem Weg zu ihm hin. Sie sind „Pilger der Wahrheit, Pilger des Friedens”. Sie stellen Fragen an die eine und an die andere Seite. Sie nehmen den kämpferischen Atheisten ihre falsche Gewißheit, mit der sie vorgeben zu wissen, daß kein Gott ist, und rufen sie auf, statt Kämpfer Suchende zu werden, die die Hoffnung nicht aufgeben, daß es die Wahrheit gibt und daß wir auf sie hin leben können und müssen. Sie rufen aber auch die Menschen in den Religionen an, Gott nicht als ihr Besitztum anzusehen, das ihnen gehört, so daß sie sich damit zur Gewalt über andere legitimiert fühlen. Sie suchen nach der Wahrheit, nach dem wirklichen Gott, dessen Bild in den Religionen, wie sie nicht selten gelebt werden, vielfach überdeckt ist. Daß sie Gott nicht finden können, liegt auch an den Gläubigen mit ihrem verkleinerten oder auch verfälschten Gottesbild. So ist ihr Ringen und Fragen auch ein Anruf an die Glaubenden, ihren Glauben zu reinigen, damit Gott, der wirkliche Gott zugänglich werde. Deshalb habe ich bewußt Vertreter dieser dritten Gruppe zu unserem Treffen nach Assisi eingeladen, das nicht einfach Vertreter religiöser Institutionen versammelt. Es geht vielmehr um die Zusammengehörigkeit im Unterwegssein zur Wahrheit, um den entschiedenen Einsatz für die Würde des Menschen und um das gemeinsame Einstehen für den Frieden gegen jede Art von rechtszerstörender Gewalt. Am Schluß möchte ich Ihnen versichern, daß die katholische Kirche nicht nachlassen wird im Kampf gegen die Gewalt, in ihrem Einsatz für den Frieden in der Welt. Wir sind von dem gemeinsamen Wollen beseelt, „Pilger der Wahrheit, Pilger des Friedens” zu sein.


Die Piusbrüder und der OFS

Veröffentlicht am Tuesday, 25. October 2011, 21:37

Momentan laufen ja Gespräche zwischen vatikanischen Mitarbeitern im Auftrag des Papstes und den Führern der (noch?) schismatischen Gemeinschaft von St. Pius X., kurz Piusbrüder genannt, über eine mögliche Versöhnung derselben mit Rom.

Der von mir oft gelesene Blog von Thom SFO (SFO heißt Secular Franciscan Order, also die englischsprachige Variante des OFS) wirft die interessante Frage auf, was dann mit den Menschen geschehen soll, die aktuell unter dem Dach der Piusbrüder (SSPX) einen ebenso schismatischen Dritten Orden des Hl. Franziskus “betreiben”. Ich habe darauf zwar keine Antwort (entscheide das ja auch nicht), aber es ist interessant zu sehen, was direkt mit dem OSF zu tun haben könnte.


Wer Anstoß nimmt …

Veröffentlicht am Tuesday, 25. October 2011, 15:57

an dem übermorgen beginnenden Treffen zahlreicher Religionsvertreter in Assisi, dem lege ich diesen Artikel ans Herzen.


Königsherrschaft?

Veröffentlicht am Tuesday, 25. October 2011, 09:40

Wenn man den im Titel genannten Begriff in Suchmaschinen eingibt, findet sich schon als zweiter Eintrag der Beitrag über das “Reich Gottes” bei wikipedia.

Nebenbei: interessanterweise findet sich dort der Satz über das Reich Gottes in der Katholischen Dogmatik:

Zu einer kirchlichen Lehrentscheidung über den Begriff des Reiches Gottes ist es nicht gekommen.

Doch wie sieht die Hl. Schrift nicht unbedingt das Reich Gottes, das ist ja auch schwierig, sondern die Königsherrschaft, das “regnum Christi”? Kurz vor Christkönigssonntag (ist der letzte Sonntag vor dem ersten Advent, also dieses Jahr am 20. November) bin ich nämlich auf eine Stelle gestoßen bei der Schriftlesung, die mich erstaunt zurückließ und vor allem meine lieb gewonnenen fröhlichen Endzeit-Erwartungen einmal mehr zu Grabe trug.

In der Offenbarung des Johannes heißt es ziemlich am Anfang (1,9 in der Einheitsübersetzung, EÜ):

Ich, euer Bruder Johannes, der wie ihr bedrängt ist, der mit euch an der Königsherrschaft teilhat und mit euch in Jesus standhaft ausharrt, […]

(Nur als inhaltlich gleichlautendes Beispiel: die Vulgata übersetzt: “ego Iohannes frater vester et particeps in tribulatione et regno et patientia in Iesu”)

Wenn ich mir die Situation der wahrscheinlichen Entstehungsgeschichte der Offenbarung anschaue, dann finde ich da vor allem eins: Verfolgung der Christen. Was die EÜ mit “bedrängt” übersetzt, steht bei der Vulgata als “tribulatio”, das ganze steht für alles außer einem bequemen leichtem Leben. Und genau in dieser Situation, in der Hunderte Christen ihr Leben lassen mußten unter zum Teil grausamsten Bedingungen, die Römer waren da nicht zimperlich, spricht Johannes ganz entspannt von der “Teilhabe an der Königsherrschaft”.
Na super, so hatte ich mir das nicht vorgestellt - aber unsere Vorstellung irrt eben nicht selten …

Die Königsherrschaft ist auch nicht das, was die Apostel sich vorstellten, sie wurden ja von Jesus direkt zurechtgeweisen, aber auch ich muß meine Vorstellungen revidieren. Daß die Königsherrschaft machtlos ist, ist ein ziemlich schräger und paradoxer Gedanke, aber so suggeriert es hier die Hl. Schrift.

Teilhabe an der Königsherrschaft Christi findet wohl dort am engsten statt, wo Macht am weitesten weg ist.

(das darf auch durchaus als mein Beitrag zum Thema “Entweltlichung der Kirche” angesehen werden)


50.000.001

Veröffentlicht am Monday, 24. October 2011, 12:09

Gestern war ich bei der hiesigen Heimatprimiz von Alipius, auch wenn ich aus privaten Gründen (familiäre Feier) nicht mehr beim Umtrunk dabei sein konnte.
Es war alles sehr schön. Schön, ein paar Mitblogger zu treffen (und ich habe bestimmt einige getroffen, die ich gar nicht kenne sozusagen), eine sehr schöne Meßfeier, die auch in der laut Selbstauskunft des Priesters (*hehe*) mindestens 50.000.001. Predigt über das Thema “Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst” war für mich durchaus gewinnbringend.

(Ich war übrigens der große Glatzkopf, der sich ziemlich am Anfang den Primizsegen “abholte” und dann leider gehen mußte …)


Mysterium der Kirche II

Veröffentlicht am Tuesday, 18. October 2011, 23:02

Vor einigen Tagen schrieb ich ja was über die Kirche als solche. Dabei möchte ich auf einen Aspekt noch genauer eingehen:

Es geht also nicht so sehr um meine Erlösung als individuelles Heilsereignis, nicht so sehr um die Frage, ob ich jetzt Jesus ins Herz aufnehme oder dem Glauben intellektuell zustimme, sondern um die Frage: gehöre ich zum Volk Gottes? Dieses Volk Gottes wird als ganzes erlöst, so viel ist durch die Zusage Jesu sicher. Die Frage ist also: gehöre ich dazu?

Dieses Zitat von mir selbst aus dem Beitrag möchte ich noch einmal betonen, denn es hat weitreichende Bedeutung. Es nimmt beispielsweise sehr vielen Kirchenkritikern von welcher Seite auch immer den Wind aus den Segeln.
Kirchenreform kann nur von der Frage ausgehen, ob eine Änderung des Status Quo immer noch garantiert, daß die Kirche wirklich Seine Kirche ist, immer noch die Kirche Jesu Christi ist - alles andere ist nicht nur sekundär, sondern vollkommen egal.
Wenn die Kirche nicht mehr Seine ist, weil sie Seinen Willen in wichtigen Punkten nicht mehr erfüllt, dann würde jeder in ihr einem Betrug ausgeliefert sein.
Wenn bspw. ein - man verzeihe mir die Schubladentypisierung - ein “progressiver” Kritiker eine Anpassung der Kirche an die Lebenswelt von heute verlangt, dann ist das eine leere Argumentation, da die Kirche ganz woanders verankert sein muß. Wenn andererseits ein “traditioneller” Kritiker auf die Einhaltung jedes Paragraphen des Kirchenrechtes durch Laien und Kleriker pocht, dann liegt er auch schief, weil im Codex Iuris Canonici, dem römischen Kirchenrecht, nicht das Heil zu finden ist.
Beide Argumentationsstränge sind vergleichsweise einfach zu führen. Das eigentliche Argument, das zählen würde, nämlich “im Punkt X folgt die Kirche nicht dem Willen Jesu” ist dagegen viel schwieriger zu führen und wird daher vermieden.
Dann zofft man sich eher um Fragen, was denn nun dogmatisiert worden sei und was nicht und somit evtl. änderbar, was aus der Tradition heraus Kernbestand ist und was nicht etc.
Dabei geht das alles an der Kernfrage vorbei, die sich jeder stellen muß: bin ich in der Einen Kirche Jesu Christi, der das Heil zugesagt worden ist - und somit auch mir?

Das ist auch der Grund, warum ich die Kritik an der real existierenden Kirche von “links” wie”rechts” nicht verstehe.

Natürlich stört mich auch einiges, und erst letzten Sonntag wußte ich angesichts willkürlich geänderter Einsetzungsworte(!) durch den Priester nicht, was auf dem Altar da geopfert wurde (kommunizieren wollte ich eh nicht, aber war so noch einfacher). Natürlich kann ich mich über so etwas lauthals oder schrifzlich beim Vorgesetzten beschweren (der Priester selbst kennt auch meine grundsätzliche Meinung dazu), aber damit diene ich weder der Kirche - wer so etwas glaubt, irrt gewaltig - noch dem betreffenden Priester, um den es mir ja vor allem auch gehen sollte.

Allein entscheidend muß die Frage bleiben, ob ich jetzt zu diesem Zeitpunkt in der Kirche Jesu Christi mit Leib und Seele bin. Das kann man nur mit ganzer Demut erhoffen und erflehen, denn “Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad’ in Seine Kirch’ berufen hat”. Und durch die Hauptsünde schlechthin, den Stolz, kann man ziemlich schnell aus der Kirche fliegen ohne daß man es merkt.


Fürbitte

Veröffentlicht am Tuesday, 18. October 2011, 22:34

Ende diesen Monats treffen sich in der Stadt des Heiligen Franziskus, in Assisi, zahlreiche religiöse Führer und Vertreter vieler Religionen, eingeladen von Papst Benedikt XVI.
Dabei sind u.a. Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, der Vorsitzende des Weltkirchenrates und natürlich zahlreiche Vertreter nichtchristlicher Religionen und Gruppen.
Sie alle treffen sich, um neben der persönlichen Kontaktpflege und der Vernetzung, ihre Verantwortung und das Bekenntnis zum Frieden in der Welt Ausdruck zu geben.

Ich bitte alle um Gebet für dieses Treffen, daß der Hl. Geist alle Teilnehmer erfülle, sie auf ihrem Weg leite und so auf Seinen Weg führe.

Christen dürfen bereits den Frieden Gottes spüren (wenn sie es vermögen, das ist nicht immer einfach).

Die Welt hat Frieden auch bitter nötig. Da sie sich selbst den Frieden nicht geben kann, bedürfen wir alle der Gnade Gottes.


Tagesheilige

Veröffentlicht am Saturday, 15. October 2011, 21:16
Liebender Gott,
segne uns,
damit wir
wurzeln im Vater,
blühen im Sohn,
wachsen im Heiligen Geist

Teresa von Ávila


Regel Kapitel 2.6

Veröffentlicht am Tuesday, 11. October 2011, 22:46

Letzter Teil: 2.5

10. Indem sie sich mit dem erlösenden Gehorsam Jesu vereinen, der seinen Willen ganz in die Hände des Vaters legte, erfüllen sie treu ihre je eigenen Pflichten in den verschiedenen Lebensumständen. Sie folgen dem armen und gekreuzigten Christus und bekennen sich auch in Schwierigkeiten und Verfolgungen zu ihm.

Dieser Abschnitt besteht zwar nur aus zwei Sätzen, aber diese haben es in sich, so daß sie es allein wert sind, etwas ausführlicher behandelt zu werden.
Der erste Satz zeigt noch einmal auf, daß der OFS ein Orden für nahezu alle ist, für Aktive, Kontemplative, Verheiratete, Singles, Eltern, Kinderlose, Priester, “Weltleute” etc.
Jeder und jede lebt in einem einzigartigen Umfeld mit einzigartigen Verpflichtungen. Dabei ist es ein wichtiger Teil der Ordensregel, hier explizit so genannt, eben nicht aus der Welt zu flüchten und sich (positiv gemeint!) fromm dem Ordensleben hinzugeben, sondern dieses Leben in der Welt mit dem franziskanischen Geist zu durchdringen versuchen. Die Arbeit wird nicht anders oder weniger als Glied des OFS, doch sie sollte gerade wegen des OFS treuer erfüllt werden. Sie werden sogar “Pflichten” genannt, denn die Kirche kann von vielem eben nicht dispensieren - eine Ehe ist ein Sakrament, eine Familie muß versorgt, Kinder müssen umsorgt werden und zum Wachstum aller kostet das in der Familie vor allem eines: Zeit.

Als persönliche Notiz: auf meinem Glaubensweg war ein Mann sehr wichtig, der selber in seiner Ehe scheiterte. Seine Frau war nicht so gläubig wie er (auch nicht katholisch, aber das gibt’s ja auch nur “pro forma” leider genug), und dieser damalige Freund von mir erzählte mir (damals war die Ehe schon zerrüttet), daß es ihm für eine Zeit als Ehemann sehr wichtig war, 5x/Tag das Monastische Stundengebet zu beten, er war sehr benediktinisch geprägt. Hier, auch wenn er es nicht so sah, hat meines Erachtens das deutliche Ausleben einer persönlichen Frömmigkeit zum Scheitern einer sakramentalen Beziehung beigetragen. Ist es das “Wert”? Ich kann das nicht beurteilen, aber das eigene Kreuz kann manchmal an Orten auf einen warten, wo man es nicht vermutet.

Aufgrund dieser Geschichte ist es immer wichtig für Menschen, der in einer Familie zum OFS findet, diese”mitzunehmen”. Hierzulande (ich weiß nicht, ob das generell im OFS so ist) wird man eigentlich nur zum feierlichen Versprechen zugelassen, wenn der Ehepartner seine Einwilligung gegeben hat - und ich halte das für wichtig.

Nun zum zweiten Satz. Auch wenn es Momente geben, wo dieser auch in der Familie zum Tragen kommt, gehe ich hier nicht von so einem Fall aus. Der Satz hat Sprengstoff, weil er eben das Festhalten am Glauben in der Verfolgung nicht wünscht oder fordert, sondern lapidar feststellt. Daß das kein Murmelspiel ist, erleben Christen bspw. in muslimisch dominierten Ländern zuhauf, die Nachrichten sind mal wieder voll davon. Wirkliche Verfolgung erleben Christen hier in Deutschland ggf. dann, wenn sie Konvertiten aus dem Islam sind (was schlimm genug ist), sonst eher nicht. Schwierigkeiten schon eher. Doch hier ist Standfestigkeit angesat. Und wenn man bedenkt, daß diese Ordensregel für den gesamten OFS weltweit gilt (und es gibt ihn natürlich auch in Ländern mit enormer Christenverfolgung), dann sieht man klar, welcher Anspruch hier formuliert wird.


Nachtrag zum Franziskusfest

Veröffentlicht am Thursday, 06. October 2011, 16:31

Eine super Predigt des von mir immer gerne gesehenen Dr. Johannes J. Kreier


Und hier der erwähnte Brief des Franziskus komplett (der zweite), der gleichzeitig die Grundlage der Ordensregel für den Laienorden der Franziskaner ist (der hier oft erwähnte OFS).


Pflichtlektüre für bioethisch Interessierte

Veröffentlicht am Wednesday, 05. October 2011, 22:38

Es ist mir leider nicht möglich, auf die einzelnen sehr interessanten Beiträge einzugehen, die in diesem katholisch-moraltheologisch orientierten Kompendium versammelt sind. Es sei am Anfang nur darauf hingewiesen, daß das Buch trotz seines Alters von einigen Jahren immer noch hochaktuell ist. Auf die Präimplantationsdiagnostik wird bspw. sehr eingegangen.
Grundsätzlich werden aber einige Grundlinien gezogen, die für alle weiteren bioethischen oder medizinethischen Entscheidungen von unverzichtbarer Wichtigkeit sind: was macht den Menschen zu einer Person? Warum ist das wichtig? Gibt es einen Unterschied in der Würde zwischen Mensch und Person? Wie sieht es mit der Beseelung aus? Wie weit lassen sich katholische Positionen überhaupt noch einer pluralistischen Umgebung einbringen (eminent wichtig!)? Wie sieht es aus mit dem Leid? Gibt es ein Recht auf Leidminimierung? Was bedeuten Biopatente? und vieles mehr.

Sehr zu empfehlen für all die, die sich ein allumfassendes Bild machen wollen, ohne das Kompendium direkt als lehramtliche Autorität mißzuverstehen. Aber man gewinnt neue Sichtweisen, hinterfragt angebliche Selbstverständlichkeiten und versteht, worum es im großen und ganzen und sehr konkret auf den unterschiedlichsten “Kampfplätzen” (so heißt das im Buch nicht) wie PID und Biopatente eigentlich geht.


Wiederholung

Veröffentlicht am Tuesday, 04. October 2011, 11:56

Da ich nicht so gut immer etwas neues über das gleiche Thema schreiben kann, wiederhole ich mich heute mal selbst. Was ich heute vor 6 Jahren schrieb, gilt nämlich immer noch zu 100%:

Heute ist der Festtag des Franz von Assisi. Was soll ich noch über ihn schreiben, er ist einfach der größte Heilige für mich, gerade weil er sich so klein machte. Er erschloß mir das Evangelium, er zeigte, daß man es tatsächlich wortwörtlich leben kann, er sprühte vor Freude über das Leben, die Erlösung und die Schöpfung und weinte über das Leiden des Herrn. Sehr streng war er gegen sich und streng gegen die, die sein Leben nachahmen wollte. Allen anderen erwies er sich demütig und untergeben, seien sie auch noch so voller Sünden und hatten sie auch noch so hohe Positionen in der Kirche.
Er hatte keine großen pastoralen, caritativen oder missionarischen Pläne, nein, die größte Freude sei es, von den eigenen Brüdern abgewiesen zu werden. Er wollte einfach nur das leben, was der Herr ihm gezeigt hatte. In den Tag hinein, auf den fürsorgenden Himmlischen Vater vertrauend, wie die Vögel am Himmel und Lilien auf dem Felde.

Franziskus, bitte den Herrn für alle, die deinen Namen tragen, die sich auf dich berufen: bitte den Herrn, er möge das Herz aller weiten, daß sie für die Gnade, die Freude und das kindliche Vertrauen so empfänglich werden wie du es einst warst. Bitte den Herrn, er möge ihnen den Frieden schenken, den du so sehr spürtest, und daß sie selbst diesen Frieden weitergeben.

Diesen Frieden und alles Gute, dieses Pax et bonum.