Es ist schon über 20 Jahre her.
Ich saß in einer Karfreitagsliturgie eines mittlerweile schon längst aufgelösten Franziskanerklosters und der Priester sprach davon, daß nichts dem postmodernen Menschen so schwer fällt wie sich bedingungslos lieben zu lassen.
Christus liebt uns bedingungslos.
Keine erotische Liebe, die auch zerstörerisch sein kann und für sich den anderen reklamiert, die nicht teilen kann und will.
Die Liebe Christi ist reine Hingabe.
Und ich glaube der Priester hat Recht, wir kommen damit nicht zurecht.
Wir erleben diese Art von Liebe sonst zu wenig - und glauben uns selbst zu gut zu kennen als daß wir sie wirklich nicht nur verdient haben könnten, sondern wir glauben auch zu wissen, daß Er uns nicht lieben könnte, wenn Er uns denn wirklich wirklich kennen und in unsere Untiefen blicken würde…
(Oder spreche ich zu viel vom “wir” und darf nur “ich” sagen?)
Seit dieser Predigt von vor 20 Jahren kam noch eines dazu, das durch technischen Fortschritt für die breite Masse erreichbar wurde: der Trend der Selbstoptimierung. Das heißt ja übersetzt “Sich-selbst-am-besten-machen”, aus sich die “beste” Version machen. Nur, wann ist das “Optimum” erreicht? Geht’s nicht no ein kleines Stückchen “besser”? Haben wir erst dann Liebe “verdient”, wenn wir “optimal” sind?
Lassen wir uns von Ihm täglich lieben, wo immer wir Ihm begegnen, in der Liturgie, im Wort Gottes, in der Anbetung, im Nächsten auf der Straße, in der Natur.
Wir dürfen darüber voller Unverständnis den Kopf schütteln, doch lassen wir uns von Ihm lieben, bis ins Tiefste unserer Seele.