Zitat
You don’t change the world by trying to change the world; you change the world by changing yourself.
(ebenso gilt: “You don’t change the church by trying to change the church; you change the church by changing yourself.”)
You don’t change the world by trying to change the world; you change the world by changing yourself.
(ebenso gilt: “You don’t change the church by trying to change the church; you change the church by changing yourself.”)
Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen, daß ich hier im Blog eigentlich selten Stellung beziehe zu irgendwelchen kirchenpolitischen Themen oder aktuellen Skandälchen. Ich verfolge diese zwar aus Neugier, aber auch innerlich regen sie mich zu wenig auf, um dazu was zu schreiben.
Ich wüßte auch nicht, was das bringen soll. Natürlich kann ich noch eine Stimme mehr ein für die Position X oder Y, aber eigentlich ist es doch eh immer das gleiche.
Mein Apostolat ist es nicht, den katholischen Aufreger zu geben oder mit dem “Blog im Wind” für katholische Positionen zu streiten.
Nein, ich bin überzeugt, daß es meine Berufung ist, der Bruder aller zu sein - und das ist im realen Leben beginnend bei der eigenen Familie schon so schwierig, daß ich im virtuellen da lieber still halte.
(Übrigens ist diese Berufung menes Erachtens nach der Kern des Franziskanischen, weit vor allem anderen)
Dazu kommt noch, neben den seit Jahrzehnten immer wiederkehrenden Themen bei gleichzeitig seit Jahrzehnten bestehendem Schwund an Glauben (quantitativ sicher), daß ich nicht weiß, was das alles bringen soll.
Ein gutes Beispiel liefert man, so denke ich, nicht ab, indem man ein schlechtes herausstellt.
Mir fällt es schon schwer genug, das Stundengebet täglich zu beten, wie ich es versprochen habe, zur Beichte zu gehen, wie es gut für mich wäre, eine innigere Verbindung mit Jesus zu suchen, wie es lebensnotwendig für mich ist.
Und da soll ich mich noch um irgendwelche Skandalnachrichten kümmern oder die tägliche Gleichgültigkeit der Massen kommentieren?
Da wäre ich sicher der falsche Mann.
Ich mache so etwas äußerst ungern, aber ich muß einem katholischen Blogger widersprechen:
Echo Romeo schreibt, daß aus ärztlicher Sicht bei einer heftigen Apokryphose “Heterodox forte” zu empfehlen sei.
Neueste Studienergebnisse dagegen widerlegen diese schon als antiquiert geltende Meinung deutlich (sie war so Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts noch en vogue, und der dargestellte Arzt mag damals studiert haben). Auch wenn der in Echo Romeos Beitrag erwähnte Hinweis des Arztes, daß Schismen zu meiden seien, durchaus noch aktuell ist, muß doch die Kernempfehlung komplett aufgegeben werden.
Im katholischen wissenschaftlichen Fachmagazin “Christ in der Gegenwart” (eines mit sehr hohem Impact Factor) ist nämlich neulich eine randomisierte verblindete Studie rausgekommen, die gezeigt hat, daß “Heterodox Forte” nicht hilft.
Theologische Dozenten haben über einen längeren Zeitraum einer größeren Gruppe Jugendlicher entweder “Heterodox forte” oder “Depositum fidei” in einer fixen Dosis wöchentlich verabreicht. Die Jugendlichen wußten nicht, ob sie jetzt “Heterodox” oder “Depositum” bekamen.
Bei den harten Endpunkten (Zufriedenheit mit dem Glauben, innerer Frieden, missionarischer Eifer) und auch bei den weichen Endpunkten, die als Surrogatparameter zu gelten haben (Meßbesuch, privates Gebet) hat jeweils “Depositum fidei” signifikant besser abgeschnitten (p<0,00001).
Diese weltweit durchgeführte Studie fand allerdings in den deutschsprachigen Ländern keine Geldgeber, so daß diese zumeist in den Schwellen- und Entwicklungsländern durchgeführt wurde.
Es ist zu wünschen, daß mit den neuen Ergebnissen jetzt auch hierzulande ein Umdenken der Therapie bei akuten theologischen Verspannungen eintritt, um eine Chronifizierung zu vermeiden.
Es gibt nicht wenige Menschen in der Seelsorge oder kirchlicher Verantwortung, die meinen, “um der Menschen willen” sich von der Kirche mehr oder weniger lösen zu müssen, um dann näher an den Menschen und ihren Sorgen zu sein. Die Kirche wird als ein zu enges Korsett empfunden.
Ich halte das für einen gefährlichen Irrglauben. Da ich aber nur ein Hanswurst bin, dessen Meinung wenig beeindruckt, habe ich mir mal eine bewundernswerte Frau als Kronzeugin gesucht, die weitaus glaubwürdiger ist:
Sie schreibt bzw. sagt u.a. (Quelle):
Je kirchenloser die Welt ist, in die man hineingeht, umso mehr muß man Kirche sein.
Einzig in der Kirche und durch sie ist das Evangelium Geist und Leben. Außerhalb ihrer ist es nur noch geistreich, aber nicht mehr Heiliger Geist.
Keine leichte Kost.
Vorgestern feierte die Kirche ziemlich unbemerkt von den meisten Gläubigen zwei große Heilige, Basilius den Großen und Gregor von Nazianz, Zeitgenossen und Freunde, die zwei der drei Kappadokischen Kirchenväter sind (mit Baslilius’ Bruder Gregor von Nyssa aus Kappadokien in der heutigen Türkeit stammend).
Aus zwei Gründen sind sie bis heute wichtig: erst einmal haben sie gegen die Mehrheit der Bischöfe(!) daran festgehalten, daß Christus wirklich Gott war und ist und nicht nur ein besonders perfektes Geschöpf Gottes (wie es heute noch die Zeugen Jehovas glauben, die daher eine Spielart der Arianer sind).
Dann war es insbesondere Basilius, der durch seine Sammlung an Regelvorschriften, die später zu einer Art Basiliusregel zusammengestellt wurde (im Westen, wo man in römischer Manier eben alles strukturiert und katagolisiert hat), das heutige Mönchtum sozusagen gründete. Alle Mönchsregeln sind von ihm beeinflußt oder gehen wie im christlichen Osten sogar fast ausschließlich originär auf ihn zurück.
Kein anderer Beitrag wie dieser wurde von mir mehr kopiert, verbreitet und leider auch als argumentatives Mittel eingesetzt (und das alles oftmals ohne Quellenangabe):
Eigentlich hatte ich vor bald 5 Jahren diese Liste nur erstellt, um einen kleinen Überblick zu geben. Doch gestern schrieb ich bei Alipius dazu:
Mittlerweile wäre ich froher, wenn ich diese Liste nicht aufgesetzt hätte. Was der Glaube der Kirche ist, steht ja nicht im Ott, sondern im KKK (Stand 1992). Ein rein tabellarisches Auflisten ist kein Vergewissern à la “check, glaube ich, check, glaube ich …” um festmachen zu können, wer drinnen und draußen ist.
Inhaltlich finde ich, daß die Liste sehr schöne Sätze aufweist - aber ihre netzweite Verwendung (nichts wurde von mir je mehr kopiert und verbreitet - zumeist ohne Quellenangabe) gefällt mir nicht, da sie oftmals der Abgrenzung dient.
Da die Weihnachtszeit gestern abend erst angefangen hat, bin ich nicht zu spät dran.
Ich wünsche allen ein gnadenreiches und von Gott erfülltes Weihnachtsfest und eine gesegnete Zeit bis weit ins nächste Jahr hinein!
Mein Gebet ist insbesondere bei all denen, die aus ihrem Leid nicht ausbrechen konnten, davon keine Pause machen konnten oder durch Haß und Gewalt wie in Nigeria in unglaubliches Leid gestürzt wurden. Und auch für die, die all dieses Leid verursachen, bete ich so gut ich es kann.
Auf körperliche Gewalt darf auch verbale Gewalt keine Antwort sein, zumal Er sich so klein gemacht hat, daß er vollkommen schutzlos war.
Vor kurzem hatte ich in einem Internetforum- mit all den Defiziten, die so ein Forum hat - eine Diskussion darüber, ob die Bezeichnung Mariens als Theotokos, also “Gottesgebärerin” - wir sagen ja eher Muttergottes, schon als eine Art Eigenname - denn gerechtfertigt sei. Also ein sehr weihnachtliches Thema …
Kann es sein, daß die junge Maria aus Nazareth den Schöpfer allen Lebens, den Ursprung allen Seins, das absolute Sein selbt wirklich geboren hat?
Kann denn Gott geboren werden?
Ja und nein.
Was sagen die Väter des m. E. nach wichtigsten Konziles der Christenheit dazu, des Konzils von Chalcedon aus dem Jahr 451?
Unser Herr Jesus Christus ist als ein und derselben Sohn zu bekennen, vollkommen derselbe in der Gottheit vollkommen derselbe in der Menschheit, wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch derselbe, aus Vernunftseele und Leib, wesensgleich dem Vater der Gottheit nach, wesensgleich uns derselbe der Menschheit nach, in allem uns gleich außer der Sünde, vor Weltzeiten aus dem Vater geboren der Gottheit nach, in den letzten Tagen derselbe für uns und um unseres Heiles willen [geboren] aus Maria, der jungfräulichen Gottesgebärerin, der Menschheit nach, ein und derselbe Christus, Sohn, Herr, Einziggeborener in zwei Naturen unvermischt, unverändert, ungeteilt und ungetrennt zu erkennen, in keiner Weise unter Aufhebung des Unterschieds der Naturen aufgrund der Einigung, sondern vielmehr unter Wahrung der Eigentümlichkeit jeder der beiden Naturen und im Zusammenkommen zu einer Person und einer Hypostase, nicht durch Teilung oder Trennung in zwei Personen, sondern ein und derselbe einziggeborene Sohn, Gott, Logos, Herr, Jesus Christus, wie die Propheten von Anfang an lehrten und er selbst, Jesus Christus, uns gelehrt hat, und wie es uns im Symbol der Väter überliefert ist.
Daraus noch einmal die jetzt hier wichtige Passage:
vor Weltzeiten aus dem Vater geboren der Gottheit nach, in den letzten Tagen derselbe für uns und um unseres Heiles willen [geboren] aus Maria, der jungfräulichen Gottesgebärerin, der Menschheit nach, ein und derselbe Christus, Sohn, Herr, Einziggeborener in zwei Naturen unvermischt, unverändert, ungeteilt und ungetrennt zu erkennen,
Also, kurz gesagt: Gott Sohn als Gott ist schon “vor der Schöpfung” als Gott Sohn existent (also durch Maria nicht erst geboren), Gott Sohn als Mensch wurde von ihr geboren.
Also doch nicht Mutter Gottes?
Doch, denn nur weil in diesem Einen Sohn das Wesen Gottes und das Wesen des Menschen “unvermischt, unverändert, ungeteilt und ungetrennt” sind, hat Maria Gott geboren und ist Mutter Gottes. Es ist nicht möglich, in Jesus diese beiden Naturen irgendwie anatomisch zu trennen.
Wir können also beruhigt feiern in wenigen Tagen, daß “Gott geboren wurde” aus Maria, obwohl es im Großen Credo heißt, daß der Herr “aus dem Vater geboren [wurde] vor aller Zeit”. Das ist kein Widerspruch, sondern zeigt noch einmal das Faszinosum der zwei Naturen in dem Einen Jesus von Nazareth.
Und wenn man das ganze einmal Revue passierenläßt, wird auch klar, warum wir zu Ostern davon ausgehen können, daß Gott am Kreuz gelitten hat. Nicht weil die göttliche Natur Jesu gelitten habe (als Gott ist sie ja der Zeit nicht unterworfen, und Leiden ist ein Geschehen in der Zeit), sondern weil die göttliche Natur so eng mit der menschlichen verbunden ist (eben unvermischt, ungetrennt etc.), daß man das, was man von der menschlichen sagen kann, auch von der göttlichen sagen kann oder gar sagen muß, um Jesus nicht zu zerteilen.
Für mich selber war es vor Jahren ein wirklicher Schock, beim Hl. Bonevantura gelesen zu haben, daß die göttliche Natur nicht gelitten hat (obwohl das ja klar ist) - als ich das hier schrieb (siehe Kommentare des Links), riet man mir u.a., mich nicht zu tief damit zu beschäftigen. Daß dieses Faszinosum dabei genauso die Geburt Christi betrifft, ist mir jetzt erst klar geworden.
Ohne Theotokos kein Leiden Gottes am Kreuz. Und umgekehrt.
Sondern zu viel Glauben an die falschen “Götter”.
Der jüdische Rabbi Jonathan Sacks schreibt treffend:
The supreme irony of our current situation is that it came about in a secular age not because of a lack of faith but because of too much faith in the wrong things. Faith in the market as a self-correcting system. Faith in the securitization of risk, as if you could eliminate uncertainty by paying someone else to carry it on your behalf. Faith in regulatory authorities to rid the world of sin. Faith in the combination of the market and technology to generate ceaseless economic growth.
Franziskus wird - im Westen vielleicht nicht so bekannt - auch von vielen Gläubigen der orthodoxen Kirchen sehr verehrt (nicht von allen natürlich, aber das muß ja auch nicht sein). Dabei ist der Grund für diese Verehrung oftmals ein anderer als im Westen, und ich denke, dieser andere Grund kommt dem Wesen des Heiligen aus Assisi sogar näher.
In der Ostkirche ist der “Narr in Christo” immer ein sehr verehrter Mann gewesen, ist es bis heute, wo es diese weltlich gesehen “Verrückten” bis heute noch gibt. Franziskus war da ein Idealtypus.
Deswegen haben die Franziskaner auch einen guten geschwisterlichen Kontakt bspw. zur russischen Orthodoxie. Im Osten geht es weniger um die Frage, was jemand für andere getan hat, auch wenn das eine viel größere Rolle spielt als in unserem Kulturkreis vermutet wird (es wird bloß nicht von oben als caritatives System organisiert, sondern obliegt nur dem Einzelnen), sondern es geht um die Frage der absoluten Ganzhingabe an Gott und an das Durchscheinen Gottes in diesem Menschen.
Dabei ist der Narr in Christo von der Frühzeit an ein Paradebeispiel gewesen.
Ich empfehle allen, sich mal den Film OSTROV anzusehen, den es in 12 Teilen auf Youtube zu sehen gibt. Er macht klar, was gemeint ist.
Hier ist Teil 1:
Dies Domini. Gaudete!
Nach vielen Jahren ein kleiner neuer Beitrag (hier der letzte Teil), allerdings mehr für die Kirche selbst, die hierzulande offensichtlich selbst Probleme mit der Kirchenlehre hat, nicht nur in den altbekannten Themen Liturgie und “unverkürzte Lehre”, sondern auch in der Katholischen Soziallehre.
Ich weiß nicht, wie weit es allgemein bekannt ist, aber das vom hiesigen Bunderverfassungsgericht genehmigte kirchliche Arbeitsrecht (in katholischer und evangelischer Ausprägung) verbietet den Streik als Mittel des Arbeitskampfes.
Die Kirche selbst sagt dazu:
Wo der Gegensatz wirtschaftlicher oder sozialer Interessen zu kämpferischen Auseinandersetzungen zu führen droht, müssen alle Bemühungen dahin zielen, eine friedliche Lösung zu finden. An erster Stelle muß immer die ehrliche Aussprache der Beteiligten stehen. Nichtsdestoweniger wird auch unter den heutigen Verhältnissen der Streik, wenn auch nur als letzter Behelf, unentbehrlich bleiben, um Rechte der Arbeiter zu verteidigen oder berechtigte Forderungen durchzusetzen. So schnell als möglich muß dann aber versucht werden, den Weg zur Wiederaufnahme von Verhandlungen und gemeinsamen Überlegungen über eine Verständigung zu finden.
(Gaudium et Spes, Nr. 68)Streik ist sittlich berechtigt, wenn er ein unvermeidliches, ja notwendiges Mittel zu einem angemessenen Nutzen darstellt. Er wird sittlich unannehmbar, wenn er von Gewalttätigkeiten begleitet ist oder wenn man mit ihm Ziele verfolgt, die nicht direkt mit den Arbeitsbedingungen zusammenhängen oder die dem Gemeinwohl widersprechen.
(KKK, Nr. 2435)
In Deutschland untersagt die Kirche ihren Mitarbeitern ein Recht, das sie offiziell den Menschen zuspricht!
Wie säge ich an meiner eigenen Glaubwürdigkeit…
In den letzten Tagen hatte ich nichts Substantielles zu schreiben, aber aufhören ist nicht, das zu Beginn.
Advent soll ja eine Zeit der Besinnung sein, doch mal wieder geht es bei uns eher besinnungslos zu. Es passiert so einiges im real existierenden Leben (aber nix Bösesbislang, keine Sorge).
Ach ja, und dann noch diese Media-Markt-Werbung.
Die Christenheit in Deutschland zeichnet sich ökumenisch vereint mal wieder dadurch aus, daß sie sich beleidigt fühlt. So stelle ich mir gelungene Werbung für den Glauben vor.
Leute, lacht doch mal über Euch!
Angesehen davon ist diese Werbung nichts anderes als mehreitlich korrekt, denn den allermeisten Menschen hierzulande fehlt der Glauben (also als objektiv nicht da seiend, subjektiv vermissen ihn bei weitem nicht alle), daß der Eine Gott zu 100% Mensch geworden ist, ohne Sein Gottsein aufzugeben.
Auch darübersollte man nicht meckern, sondern es erst einmal zur Kenntnis nehmen, und zwar mit Respekt. Und sich dann überlegen, wie man von der Motzhaltung zu einer konstruktiven kommt.
Ich habe mal eine Frage an Euch:
was bedeutet für Euch franziskanische Spiritualität?
Heilige Elisabeth, bitte für uns, heute, an Deinem Tag.
Uns Laienfranziskaner, deren Patronin Du bist.
Uns Gliedern meiner Pfarrei, die in die Kirche gehen, die Dich als Patronin hat und die eine Reliquie von Dir verehrt.
Uns Katholiken, die Deinen Gehorsam in Seinen unfehlbaren Willen, oftmals dargebracht durch fehlbare Menschen, versuchen nachzuahmen.
Uns Christen, die Dein Vertrauen in Jesus für sich suchen.
Bitte für uns.
Ich weiß nicht, wie meine Leser damals, als der Film “Die Passion Christi” von Mel Gibson in die Kinos kam, das ganze erlebten. Ich erlebte es, daß eine katholische Gemeinde, der ich damals sehr verbunden war, auf ihrer Homepage von dem Besuch des Films abriet und dafür Gründe anführte, die dem Film eine falsche Theologie vorwarfen. Vielleicht gab es andernorts ähnliche Reaktionen. Von missionarischen Aktionen à la “wir stellen uns vor die Kinos und erklären den Leuten mal die ganzen Zusammenhänge” ist mir hier in Düsseldorf, wo doch u.a.Franziskaner und Dominikaner anwesend sind, nichts bekannt gewesen.
Diese negative Beurteilung hat mich damals weitaus mehr aufgeregt als es heute tun würde, für grundfalsch halte ich so etwas trotzdem.
Was ähnliches scheint sich jetzt abzuspielen, allerdings auf diözesaner Ebene: verschiedene Bistümer haben (ich weiß nicht wie offiziell) von einer wohltätigen Aktion zu Weihnachten abgeraten, bei der man Geschenke in Schuhkartons packen soll, diese würden dann an hilfsbedürftige Kinder in ärmeren Ländern verschenkt.
Zu dieser Beurteilung kann ich nur das gleiche sagen, was mich an der ersten Beurteilung vor Jahren schon gestört hat:
Wer hat Euch überhaupt nach Eurer Meinung gefragt?
Wenn es jemand konkret war, dann antwortet doch konkret diesem Menschen.
Und laßt alle anderen in Ruhe.
Denn einen kirchlichen Auftrag, den Geschwistern im Herrn vorzuwerfen, ihr Eigentum (oder eben ihr Geld für einen Kinobesuch) falsch zu verschenken, den hätte ich mal gerne schriftlich gesehen.
Nur an den Orten, an denen die Occupy-Bewegung weiterhin gewaltlos bleibt, kann das zutreffen, was ich hier las:
First they ignore you, then they ridicule you, then they fight you, then you win.
Stufe drei hat in New York gerade begonnen.
Sometimes I hear the complaint that the Church is more likely to canonize priests and religious than lay people, and that this somehow displays a discriminatory tendency.
But I think it’s an important counterpoint to keep in mind that there is also probably a greater proportion of priests and religious in hell. So it goes both ways.
Daß auf die Fürsprache des Hl. Martin all die Paare, die sich heute öffentlich und offiziell entschlossen haben, ihr zukünftiges Leben zu teilen, sie in ihrer Liebe und Rücksicht wachsen.
Daß sie sich öffnen für die Not anderer, ohne viel Aufhebens teilen mit den Armen, teilen miteinander und untereinander.
Daß sie sich einander immer angstlos mitteilen können.
Daß sie merken, da alles, was man teilt, größer und schöner wird. Besonders das Leben.
Ich muß sagen, es scheint mir eine neue Dimension des Laienselbstbewußtseins zu erwachsen. Plötzlich bekommen die Bischöfe ihr Fehlverhalten (durch Unterlassung) nicht so sehr von weltlichen Interessenträgern, sondern von engagierten gläubigen Katholiken “vor den Latz geknallt”.
Einerseits finde ich das gut, niemand ist unantastbar, andererseits vermisse ich ein wenig den respektvollen Umgang.
Und zwar von beiden Seiten, da sich a) die gläubigen Laien in ihren Anliegen nicht ernst genommen fühlen, es werden Floskeln präsentiert und dann wird geschwiegen und da b) manche Laien jetzt zu einer Hetzjagd gerufen haben, insbesondere im Netz (aber bei weitem nicht alle!). Man kann aber nun einmal nicht alles über Nacht korrigieren und richtige Schritte bedürfen eben der vorherigen Überlegung, wenn sie nachhaltig sein sollen.
Deswegen empfehle ich einerseits Gelassenheit und gleichzeitig respektvolle Beharrlichkeit.
Was Josef Bordat hier schreibt, ist großartig!
Insbesondere
Kopf hoch, Bettler! Du schaffst das!
Er hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Leider.
Heute vor 1550 Jahren starb einer der wichtigsten Päpste der Kirchengeschichte, für mich sogar der wichtigste, Papst Leo der Große. In seine Amtszeit fiel das Konzil von Chalcedon 451, welches ich ebenso für das wichtigste der Kirchengeschichte halte.
Die letzten großen christologischen Fragen wurden geklärt (was eine bis heute anhaltende Spaltung der Christenheit zur Folge hatte), der Streit um die hierarchische Rangfolge der Bischofssitze (insbesondere Rom und Konstantinopel) wurde stärker, das Abendland erlebte das Untergehen des Weströmischen Reiches mit der Kirche als einziger verbliebener stabiler Institution.
Und dabei hat er neben Kirchen- und Weltpolitik und existentiell großen theologischen Themen auch noch hervorragende Predigten gehalten, von dene ich gerade einige lese.
Papst Leo der Große trägt seinen Ehrentitel vollkommen zu Recht.
Der arabische Frühling ist etwas, was sicher bei vielen nicht auf dem Schirm war, vor zwei Jahren hätte das noch kaum einer für möglich gehalten. Es gibt zwar auchviele Zeitgenossen, die halten das alles in Tunesien, Ägypten und Syrien (in Arbeit) für von langer Hand von äusländischen Kräften geplant, aber unabhängig davon haben diese Länder eines gemeinsam:
der Widerstand war gewaltlos.
Und zwar von Muslimen!
Ob das Absicht ist, daß das nicht erwähnt wird?
(Libyen lasse ich außen vor, weil da die exzessive Gewalt definitiv von außen kam - von christlich geprägten Ländern übrigens …)
Besonders in Syrien beeindrucken mich die Menschen, die immer noch auf die Straße gehen und friedlich demonstrieren und sich dabei wie die Fliegen einfach abknallen lassen. Doch es werden nicht weniger!
Paßt das alles zum bösen Islam, während es den guten eigentlich nicht gibt und anscheinend die meisten Muslime in diesen Ländern ihre eigene Religion nicht kennen?
Daß aber die Strategie der Gewaltlosigkeit gefährdet ist in Syrien, kann man u.a. hier nachlesen. Hoffentlich halten sie durch.
feiert die Kirche den Weihetag der ursprünglich ältesten Kirche der Christenheit, der Lateranbasilika in Rom. Daher stammt auch das Bild. Das Schild neben dem unbedeutenden Menschen auf dem Foto (der genauso aussieht wie der Blogbetreiber) besagt, daß diese Kirche eben u.a. ECCLESIA MATER ET CAPUT, Mutterkirche und Haupt des ganzen Erdkreises ist.
Er schreibt, daß er aufhört zu bloggen.
Scipio, der Betreiber von Credo ut intelligam.
Der älteste noch unverändert lebende katholisch orientierte Blog.
Und immer einer der besten gewesen.
(Was man von dem zweitältesten sicher nicht behaupten kann).
Ich hoffe, er kommt irgendwann zurück bzw. macht weiter, denn seine Seiten waren immer Besuche wert.
Dieser etwas seltsam klingende Titel wird sogleich erklärt.
Ich hatte ja schon mal etwas zur historischen Bezügen des Papsttums aufgezeigt (1, 2, 3).
Einen wichtigen Punkt dagegen hatte ich bislang vollkommen unerwähnt gelassen. Im Gegensatz zur Ostkirche, wo schon zahlreiche Patriarchen und Bischöfe durch Synoden abgesetzt wurden, auch der Patriarch von Konstantinopel, geht das mit dem Papst bei uns nicht. Das Kirchenrecht gibt das nicht her.
Canon 333, §3, römisches Kirchenrecht:
Gegen ein Urteil oder ein Dekret des Papstes gibt es weder Berufung noch Beschwerde.
Wie sieht es dann bei Gefahren wie Demenz des Papstes oder anderen Geisteskrankheiten aus (akute Psychosen jeder Art wie bspw. manische Erkrankungen etc.)
Keine menschliche Macht kann den Papst absetzen. Daher klingt es immer so vollkommen übergeschnappt und irrsinnig, wenn man als aufgeklärter katholischer Mensch der Neuzeit auf die Frage , wer denn den Papst letztinstanzlich kontrolliere, bloß folgendes antwortet:
Gott.
Mehr Gottvertrauen geht nicht.