Archiv für die 'Pax et bonum' Kategorie



Mangel

Veröffentlicht am Monday, 25. October 2004, 22:05

Warum gibt es eigentlich so wenig Philosophen von anerkanntem Rang (in Deutschland fällt mir nur Robert Spaemann ein), die eine göttliche Offenbarung nicht von vorneherein ausschließen?
Es mag daran liegen, daß solche eben aufgrund ihrer Minderheitenposition erst gar keine Anerkennung bekommen. Und es mag ebenso daran liegen, daß man meint, mit solch einer Möglichkeit schon von vorneherein die Reichweite der Meinung sehr einschränkt und daher auf die Integration einer Offenbarungsmöglichkeit in das eigene philosophische Arbeiten verzichtet.

Es mag aber auch sein, daß ich mir hier vollkommen irre. Kennt denn noch jemand bedeutende nicht-kirchliche zeitgenössische (internationale?) Philosophen, auf die das obige zutreffen würde?


Noch einmal

Veröffentlicht am Monday, 25. October 2004, 19:49

Je länger ich darüber nachdenke, desto absurder erscheint mir das anscheinend nicht hinterfragte Axiom der Bio-Ethiker, wonach nur rein rational begründbare Aussagen für eine Auffassung als akzeptabel gelten.

Ich kann zwar verstehen, daß nur solche als möglich für den Diskurs gelten können, denn zu Kommunikation gehört nun einmal das gegenseitige Verstehenkönnen, aber dem Menschen eine Grundkonstitution abzusprechen, wenn es um Entschediungen über Leben und Tod geht, ist doch arg überzogen.


Stirnrunzeln

Veröffentlicht am Sunday, 17. October 2004, 13:07

Dies Domini.

Ähhm, eine Frage: wer hat eigentlich die Lüge/Illusion vom “mündigen Patienten” in die Welt gesetzt?

95% der Patienten in der Aufnahme meines Arbeitsplatzes, ein ganz normales Krankenhaus, sind nicht in der Lage Name, Dosierung, Zeitpunkt der Einnahme und Zweck(!) ihrer gesamten Medikation zu nennen, obwohl sie diese zum Teil jahrelang nehmen. Das geht durch alle Schichten.


San Lucas

Veröffentlicht am Friday, 15. October 2004, 20:54

Ein Jahr durfte ich an der Medizinischen Fakultät der Universidad de Granada in Spanien studieren (naja, ich war eingeschrieben und ging auch immer hin, aber fleißig ist anders…). Eines der ersten Eindrücke dieser Erfahrung war dies: Feiern können sie gut. Und zwar besonders zu Beginn des Studienjahres. Da jede Fakultät in diesem Landstrich einen eigenen Schutzheiligen hat, dürfen die Mediziner natürlich nicht leer ausgehen - und wer könnte es besser sein als der Evangelist Lukas, der der Überlieferung zufolge auch Arzt war?
Nun, rund um den 18.10, dem Fest des Hl. Lukas, wird dick gefeiert. Es gibt einen offiziellen Festakt, der wirklich kaum jemanden interessiert, und die Straßenparty (meistens an einem anderen Tag), die die gesamte Innenstadt lahmlegt. Denn dann gehen alle Medizinstudenten als irgendetwas verkleidet (’99 waren wir Kapuziner, dieses Jahr gehen sie als Neanderthaler) durch die Innenstadt, klappern die einzelnen Fakultäten ab, verursachen Verkehrschaos, alles wohlgeregelt von der Polizei, trinken gut einen und haben jede Menge Spaß.

Falls sich jemand mal fragen sollte, wozu Schutzheilige auch noch gut sein können: wieder ein Grund zu feiern.


Ganz anders

Veröffentlicht am Thursday, 14. October 2004, 23:45

Wenn man diesen Text liest, viel besser noch das Lied hört, ist es zwar traurig, aber nicht unbedingt mitreißend. Doch seitdem ich im Job bin und an meine “Leute” (mehr als bloß Patienten) auf Station denke, wie unfair das Leben manchmal wirklich ist, kann ich es nicht mehr mit ganz trockenen Augen hören…


Einfache Widerlegung

Veröffentlicht am Tuesday, 12. October 2004, 19:56

Es gibt ein auf den ersten Blick sehr einleuchtendes Argument der Befürworter, wenn es um Embryonenforschung und frühe Abtreibung geht: ein großer Prozentsatz an Embryonen wird kurz vor oder nach der Einnistung in die Gebärmutter sowieso unbemerkt abgestoßen (und fällt während der Regelblutung nicht auf), also kann es nicht flasch sein, etwas zu tun, was sowieso massenhaft passiert.

Nun, neben dem wichtigen Einwand, daß ich bisher immer nur (und zwar immer wieder) diese Behauptung, jedoch noch nie einen Quellenbeleg der entsprechenden Studie gelesen habe und ich mich ständig frage, wie das festgestellt wurde, wenn es doch unbemerkt sei (hat man etwa das Blut vieler Frauen über einen langen Zeitraum gesammelt?), gibt es auch noch einen logischen Kurzschluß hier:

Es geht ja gar nicht um das Kollektiv, es geht um den Einzelfall - man darf daher nicht sagen “wie kann etwas falsch sein, was sowieso auf natürlichem Weg ständig passiert?”, sondern einzig folgende Behauptung ist erlaubt: “wie kann etwas falsch sein, was in diesem Fall sonst auf natürlichem Weg passiert wäre?”. Es gilt also nachzuweisen - und letztendlich in jedem einzelnen Fall -, daß dieser Embryo sonst auch gestorben wäre. Denn um den geht es in seinem Fall, keinesfalls um irgendein Kollektiv!

Für den anderen Fall wäre dann eben auch folgendes Szenarium möglich: man stelle sich einen Bergtour mit 12 Mitgliedern vor. Wenn man nun wüßte, daß 6 Menschen von dieser Bergtour aufgrund eines Lawinenabganges (natürliche Ursache) nicht lebend wiederkommen würden - ist es dann erlaubt, einfach schon vorher einige zu töten? Schließlich ist die Hälfte nachher eh tot.

Ja, aber wir wissen nicht genau wer. Es geht eben immer um den Einzelnen.


Subjektiver Eindruck?

Veröffentlicht am Wednesday, 06. October 2004, 22:53

Ich bin natürlich alles andere als ein Experte auf dem Gebiet der Medizinischen Ethik, lese mich gerade bruchstückhaft ein, aber ein erster Eindruck drängt sich auf:

Es scheint mir so, als würde das Gros der ethischen Debatte von den Vertretern eines sehr freizügigen Umganges mit dem Leben anderer (halte man sie nun für Menschen oder nicht) dominiert. Das mag verschiedene Gründe haben: Vertreter konservativerer Ansichten haben zum Teil religiöse Grundlagen in ihrer Entscheidungsfindung, die als nicht vermittelbar abgelehnt werden; manche haben einfach nur ein schlechtes Gefühl bei allzuviel “ist kein Mensch!”, können das aber nicht in Worte fassen und sehen daher subjektiv hilflos zu, wie alles in eine falsche Richtung läuft.

Bei den ganzen ethischen Debatten, zum Teil ja auch in den Medien debattiert, fiel mir bisher auf, daß es anscheinend zwei nicht hinterfragte Axiome gibt:

1. Für eine ethische Entscheidungsfindung dürfen ausschließlich rationale Gründe gelten.
2. Religiöse Gründe sind in einer pluralistischen Gesellschaft nicht mehrheitsfähig und daher a priori auszuschließen.

Zu 1: dies scheint die wenigsten wirklich zu stören, vielleicht aus intellektuellem Hochmut, aber die Frage sollte doch durchaus erlaubt sein, ob solche im wahrsten Sinne des Wortes existentiell wichtigen Fragen nur einen Aspekt des Menschseins, nämlich seine Fähigkeit zum rationalen Denken und Äußern, berühren dürfen. Ist der mindestens ebenso starke Aspekt des Gefühllebens so nebensächlich, als daß er hier als “Argument” nicht auftauchen darf?

Zu 2: eine pluralistische Gesellschaft hat ja nichtsdestotrotz in den meisten Fällen ein Mindestmaß an Wertekonsens, in unseren Land besonders den des Grundgesetzes. Dieser Mindestkonsens kann und darf durchaus auf religiösen Überzeugungen basieren - entscheidend ist nicht, wie der Konsens entstand sondern vielmehr, daß er demokratischen Bedingungen standhält. Ist die überwiegende Mehrheit von einer moralischen Aussage überzeugt, so darf sie durchaus aus religiösen Gründen erfolgt sein und ist dennoch zu respektieren und als ethisch ausreichend anzusehen (auch wenn man selbst die Begründung für falsch hält).
Aber trotz diesen Einwandes ist es dennoch gut möglich, und ich sehe da nur wenig gute Ansätze bisher (aber ich bin ja auch noch ganz am Anfang), auf rein rationellem Weg dem Lebensrelativismus argumentativ die Stirn zu bieten. Beispiele werden folgen.


Variante

Veröffentlicht am Monday, 04. October 2004, 22:09

Mein Franziskus-Fest bestand heute in einer vollen Ambulanz/Notaufnahme, wegen der Warterei genervten Patienten, abgebrochener Visite, kaum Zeit etwas zu essen (geschweige denn etwas warmes), liegengebliebenen Krankenakten mit Diktaten und Überstunden. Okay, ein Stück Kuchen zur Feier des Tages war dabei (schließlich arbeite ich in einem Haus der Franziskanerinnen).

Hl. Franziskus, ich verdanke Dir so viel, bitte für uns!


Zuzug

Veröffentlicht am Sunday, 03. October 2004, 13:06

Dies Domini.

Oh, wie ich gerade hier gelesen habe, bekomme ich evtl. bald prominente Nachbarn.


Jenseits des Grenzwertigen

Veröffentlicht am Saturday, 02. October 2004, 19:57

Ein Jahr meines Lebens, und ein sehr schönes dazu, verbrachte ich in St. Louis, Missouri, in den USA. Daher habe ich zu dieser Stadt noch gewisse emotionale Bindungen. Ein Jahr, das “senior year” der High School, war ich auf dem “Christian Brothers College” und bekam dort eine sehr gute Ausbildung (auch wenn das Interesse für den Glauben da nicht wirklich geweckt wurde - der Reliunterricht war aber cool).

Normalerweise interessiert es mich auch nicht, wenn irgendein Bischof irgendwo in der Welt etwas von sich läßt, was mich kopfschütteln läßt. Doch das hier geht auf keine Kuhhaut mehr. Erzbischof Burke von St. Louis bringt nicht nur eine Wahlempfehlung für seine Gläubigen, sondern stellt auch eindeutig klar, daß die homosexuelle Liebe zwischen zwei Menschen immer und ohne Ausnahme schlimmer (eben “intrinsically” böse) ist als das Töten eines Kindes Gottes (Volltext), denn als solches betrachte ich auch Schwerstverbrecher (ein gewisser Jesus tat das auch):

Some Catholics have suggested that a candidate’s position on the death penalty and war are as important as his or her position on procured abortion and same-sex “marriage.” This, however, is not true. Procured abortion and homosexual acts are intrinsically evil, and, as such, can never be justified in any circumstance. Although war and capital punishment can rarely be justified, they are not intrinsically evil; neither practice includes the direct intention of killing innocent human beings.


Begegnung

Veröffentlicht am Saturday, 02. October 2004, 01:34

Ende Januar findet alljährlich von der Katholischen Ärztearbeit (die Mitgliedschaft und/oder Teilnahme an Veranstaltungen steht auch Nichtmitgliedern offen!) die Jahreskonferenz statt, 2003 war das Thema “Was hat moderne Medizin mit Mystik zu tun?”.

Nicht nur ich denke: alles. Denn Mystik ist alles andere als eine elitäre Gnadengabe, sondern ein sehr verwurzelte alltäglich Glaubenserfahrung. Der Begriff steht zwar auf einem Sockel, doch da gehörte er noch nie hin, die angebliche Feindlichkeit gegenüber Glaubenssätzen und ausschließliche Basiertheit auf persönlichen Erfahrungen ist ebenfalls Unsinn und ihm fremd.

Ich behaupte einmal, daß die vor kurzem von mir gemachte Erfahrung, bei der eine 85jährige im Sterben liegende Patientin voller Angst geradezu reflektorisch nach ihrer “Mama” ruft, eine durchaus mystische war…


Überstunden

Veröffentlicht am Saturday, 02. October 2004, 00:45

(So, nach langer Zeit mal wieder.)

Heute begeht die Kirche das Gedenkfest der Schutzengel. Wahrscheinlich ist das eine der wenigen Lehren, mit der sich die meisten Menschen anfreunden können: daß jeder einen Schutzengel hat.

Ich habe nicht selten das Gefühl, bei mir müssen gleich mehrere im Akkord ran und kloppen Überstunden ohne Ende. Ich hoffe, sie können sich auch mal eine Pause gönnen…

Wann hast Du das letzte Mal Deinem Engel gedankt? Ich bis jetzt so gut wie nie, vielleicht vor Jahren einmal…


Will ich nicht

Veröffentlicht am Wednesday, 08. September 2004, 21:19

Eine “Volkskirche”, in der viele, wenn nicht gar die Mehrheit, das Priestertum als Sakrament ablehnen und es auch nicht verstehen und annehmen wollen, will ich nicht. (Man kann dort auch die Ehe, Eucharistie oder die Beichte einsetzen, eigentlich jedes Sakrament bzw. das Sakrament an sich)

Eine “Volkskirche”, in der viele, wenn nicht gar die Mehrheit, selber egozentrisch und egoistisch bestimmen wollen, was katholisch ist was nicht, will ich nicht.

Eine “Volkskirche”, in der viele, wenn nicht gar die Mehrheit, sich unglaublich darüber aufregen, wenn ein Bischof mal seine Leitunspflicht(!), nicht bloß - kompetenz, in Sachen Lehre des Glaubens wahrnimmt, will ich nicht.

Eine “Volkskirche”, in der viele, wenn nicht gar die Mehrheit, meinen, dass christliches Leben sich in Gutmenschentum erschöpft, will ich nicht.

Eine “Volkskirche”, in der viele, wenn nicht gar die Mehrheit, glauben, dass Jesus nicht für jeden einzelnen von uns gestorben ist (eben nicht weil wir so supertoll wären oder sein müssten, sondern weil jede und jeder von uns etwas auf dem Kerbholz hat und Er das alles durch jeden
einzelnen erlittenen Geißelschlag und Blutstropfen von uns genommen hat), will ich nicht.

Eine “Volkskirche”, in der viele, wenn nicht gar die Mehrheit, derer, die sich in der Kirche engagieren, ein tiefes Ur-Misstrauen gegenüber dem eigenen Ortsbischof (bzw. allen klerikalen Leitern) hegen, besonders wenn dieser mal nicht nur alles brav abnickt, will ich nicht.

Eine “Volkskirche”, in der viele, wenn nicht gar die Mehrheit, alles aus Rom ablehnen, bevor sie es überhaupt kennen und sich auch standhaft weigern, es aus erster Hand selbst zur Kenntnis zu nehmen sondern ihre natürlich fundierte Meinung lediglich aus Presse und Theologenkommentaren basteln, will ich nicht.

Tschüss, “Volkskirche”. Ich weine Euch keine dicken Tränen nach.


Kirchenbild

Veröffentlicht am Thursday, 02. September 2004, 23:06

Die Kirche ist, wie die Sonne, für alle da. Für Gerechte und Ungerechte, Sympathen und Unsympathen, Dumme und Gescheite, für Sentimentale ebenso wie Unterkühlte, für Neurotiker, Psychopathen, Sonderlinge, Heuchler und für solche wie Nathanael, ‘an denen kein Falsch ist’, für Feiglinge und Helden, Großherzige und Kleinliche. Auch für kopf- und herzlose Bürokraten, für Fanatiker und für eine Minderheit von gesunden, ausgeglichenen, reifen, seelisch und geistig begabten, liebesfähigen Naturen. Diese lange Liste ist nötig, um klarzumachen, was man eigentlich von einer Kirche erwarten kann, die aus allen Menschensorten zusammengerufen ist und deren Führungspersonal auch aus diesem bunten Vorrat stammt.

Gelesen hier.


Die haben’s drauf

Veröffentlicht am Friday, 27. August 2004, 21:01

Wer mal das Vergnügen hatte, in englischsprachiger Fachliteratur zu blättern und diese dann mit der zugegebenrmaßen schon guten dt. vergleicht (also für Medizin behaupte ich das mal so), wird vor allem eins feststellen: die Amis und Briten können einfach gut erklären. Sie haben es irgendwie drauf, kompliziertes einfach (aber nicht zu einfach!) und eingängig zu erklären.

Seit einiger Zeit (ich wurde mal wieder von scipio dran erinnnert) gibt es auch im Netz ein amerikanisches Magazin (mit dementsprechenden Themen aus amerik. Perspektive), daß sich der Vermittlung dessen bedient, was für viele “Normalos” vollkommen lebensfern erscheint: katholische Glaubensgrundlagen und Theologie und die ganze (versuchte!) Umsetzung im Leben.
Als Begründung für die Gründung liefern sie folgendes:

Catholic scholars have taken the dynamite of the Church, have wrapped it up in nice phraseology (geil, ne?),
placed it in an hermetic container
and sat on the lid.

It is about time to blow the lid off.

Und so heißt das ganze: Godspy


Auf den Punkt gebracht

Veröffentlicht am Thursday, 26. August 2004, 22:52

Neben vielen anderen Sachen mag ich vor allem eines an den Bischöfen der orthodoxen Kirchen: sie labern nicht “politisch korrekt” rum, sondern legen den Finger eben in die Wunden, um die es wirklich geht.

Daher ein Auszug aus einen Beitrag des orthodoxen Bischofs Hilarion, Bischof von Wien und Österreich, hier komplett nachzulesen. Ach was, es lohnt sich den gesamten Kommentar zu bringen:

Intervention at the meting of the Plenary Commission on ‘Faith and Order’, Kuala Lumpur (Malaysia), 30 July 2004

The ‘Faith and Order’ paper No 181, ‘The Nature and Mission of the Church’, includes a section on ‘communion real but not fully realised’. This section contains the following statement:
One blessing of the ecumenical movement has been the gradual and increasing discovery of the many aspects of life in Christ, which our still divided churches share; we already enjoy a real, if imperfect communion.”
I would like to challenge the very notion of ‘a real if imperfect communion’, which appears also in other ‘Faith and Order’ documents in various modifications. This notion seems to me to be questionable, misleading and deceitful. The only ‘real’ communion that could exist between Christians is Eucharistic communion, and if we do not have a common Eucharist, it means that there is no ‘real’ communion among us. We may – and indeed should – lament about this fact, but we should not deny it and pretend that we have already reached, or almost reached, the koinonia which is to be the crown of our ecumenical endeavour.
Our inability to share the Eucharist, in turn, reflects the most profound division in dogma, spirituality, ethics, in the very experience of faith that exist among various bodies calling themselves ‘Christian churches’. Metropolitan Gennadios of Sassima in his response to the paper in question has rightly pointed out that ‘there is little ontological unity and little agreement among those… who confess Christ as God and Saviour’. And let us be honest to one another and not pretend that the question is about a ‘unity in diversity’: we are deeply disunited, in spite of almost a century of the ecumenical movement.
The tragedy of contemporary Christianity, I believe, consists in the fact that, while we are all engaged in a laudable struggle for unity, processes are underway within some Christian communities which alienate us from one another ever more profoundly. And I think it is no longer the divisions between the Catholics and the Protestants, or the Orthodox and the Reformed, or one confessional family and another that should be an object of our primary attention. We must address very seriously the fundamental discrepancy between the traditional and the liberal versions of Christianity.
I believe that the recent liberalization of ‘faith and order’, of dogma and morality within a number of Western churches of the Reformation has alienated them from the traditional churches – notably from the Roman Catholic and Orthodox Churches – more than several preceding centuries of Protestant history. As a result of this liberalization and in spite of many decades of ecumenical quest for unity, we are now more profoundly divided among ourselves than ever before.
I would like to conclude my intervention by a plea to take more seriously the tragedy of division existing among Christians of different confessions, and to look more honestly at the sources of our disunity instead of pretending that the ‘real’ – even if ‘imperfect’ – communion which we are all seeking is already achieved.


Hmmm…

Veröffentlicht am Thursday, 26. August 2004, 22:31

Es ist interessant, was die Counter so alles an Informationen liefern. Schon seit einiger Zeit fällt mir auf, dass manche diese Seite hier aufgrund der Suchmaschineneingabe “Straßenstrich” und eine hier erwähnte Stadt (bspw. Düsseldorf oder Prag) finden, teilweise gar noch nach einem Verzeichnis fragen…

Weniger ernüchternd war die heutige Frage nach “Ärztemangel Heuchelei”, die hierhin führte. Aber auch aufschlussreich.


Rumpöltern

Veröffentlicht am Tuesday, 24. August 2004, 00:11

Ist es verwunderlich, daß mich die Sache mit dem Pöltener Priesterseminar und der offensichtlichen und schon gefährlichen Betriebsblindheit des dortigen Bischofs nicht wundert?
Natürlich wird es ausgeschlachtet und hey, wer hat denn was anderes erwartet und nochmal hey, das hat die Kirche doch auch verdient. Es gilt nunmal einer für alle und alle für einen - deswegen dürfen sich andere Bistümer nicht wundern, wenn der Auszug der Mitglieder da auch losgeht.

Wer davon überzeugt ist, dass uns Christus erlöst hat und nicht irgendein Bischof, der kann diesen Sauhaufen wegstecken - die Bischöfe sind ja nichts anderes als unwürdige Sachwalter der Sakramente und der Lehre. Herr Krenn wird, das kann jedermann bei Ezechiel nachlesen, wegen seiner Hirtenfunktion auch sicher härter ins Gericht genommen werden, dies gilt für jeden Leitenden in der Kirche.

Aber deswegen können wir uns nicht zurücklehnen. Natürlich, es wurde mal wieder aufs heftigste Wasser gepredigt und Wein gesoffen. Doch haben wir unser Verhalten selbst zu rechtfertigen, ein “die tun’s doch auch!” wird später einmal nicht so viel zählen, denke ich…


Gott ein DJ?

Veröffentlicht am Sunday, 22. August 2004, 16:52

Dies Domini.

This Is My Church
This Is Where I Heal My Hurt.

So schrieb vor ein paar Jahren (’98) die Band Faithless (passender Name dazu, was?) in dem Song “God is a DJ”.

Und vor vielen Jahren erklang schon “Last night a DJ saved my life”.

Bin ich der einzige, der meint, die Kirche unterschätzt total die therapeutische Kraft von aktueller(!) Musik - und damit auch ihre Möglichkeit, die Menschen zu Christus zu bringen? Für mich selbst ist es immer noch sehr heilsam, bei irgendwelchen seelischen Problemen einfach das Saxophon zu schnappen, eine CD einzulegen und dazu zu spielen. Und für meinen Bruder war sein Klavier seit jeher der beste Therapeut.

Da liegt eine Menge Potential brach.


Beten nur gegen cash

Veröffentlicht am Saturday, 21. August 2004, 21:54

Als ich unlängst in Prag - einer wunderschönen Stadt - war, fiel mir ein Sache negativ auf:

In die meisten Kirchen kommt man, auch zum Beten, nur gegen Eintritt rein. Manchmal konnte man nur für eine halbe oder ganze Stunde spät abends eine Kirche kostenlos als Gotteshaus nutzen.
Das passt zwar zu dem von einer dort lebenen Freundin geäußerten Umstand, dass man jetzt sogar für die Goldene Gasse Eintritt bezahlen muss (Eintritt für eine Straße!!), aber Eintritt für ein Gotteshaus halte ich für ein besonderes Unding.
Die schon erwähnte Kirche mit dem Jesuskind gehörte glücklicherweise nicht dazu, auch wenn selbst bei einer Hl. Messe die Besucher überall herunstreunerten, sich mal an mir vorbei in die Bank quetschten (Was passiert denn da? Warum stehen alle so ehrfürchtig und gucken nach vorne?), während des Eucharistischen Hochgebetes, dem Höhepunkt der Messe, sich wieder herausquetschten und vorher immer wieder laut flüsternd ihre Verwandten auf noch leere Plätze dirigierten.

Sehr andächtig…

Aber auch da wird der Herr gegenwärtig.


Heilkraft der Religion?

Veröffentlicht am Thursday, 19. August 2004, 16:21

Der Rheinische Merkur bringt in seiner neuesten Ausgabe ein Special zum Verhältnis von moderner Medizin und evtl. Heilkräften des Glaubens. Zu lesen hier.

Für Leute, die mehr wissen wollen, aus Sicht der studienorientierten Medizin, ist folgendes Buch zu empfehlen (der Autor arbeitet u.a. am renommierten NIH, dem National Institute of Health):


Gehirnschmalztreibend

Veröffentlicht am Wednesday, 18. August 2004, 09:38

Der Artikel von dem vielgeschmähten Onkel Ratzinger, der ehrlich gesagt die meisten Kritiker intellektuell leicht in den Schatten stellt, ist zwar schon einige Jährchen alt, aber immer noch extrem lesenswert. Wer hätte bspw. gedacht, dass der Kardinal so freimütig (und vollkommen unbemerkt anscheinend) einräumt, die Katholische Soziallehre hätte viele Berührungspunkte mit dem demokratischen Sozialismus?

Da isser.


Aufgetaucht

Veröffentlicht am Tuesday, 17. August 2004, 22:00

Nachdem hier schon seit einiger Zeit nichts Neues zu lesen war - ich war mal wieder ein paar Tage unterwegs - hoffe ich, demnächst wieder mehr schreiben zu können. Am 01.09. beginne ich allerdings meine Stelle als Arzt, so dass es sicher nicht zu einem täglichen Update kommen wird.


Entwicklung III

Veröffentlicht am Saturday, 07. August 2004, 20:18

Aktuelle Verpflichtungsformel für deutsche Ärzte (verabschiedet am Ärztetag 1979):

Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.
Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben.

Die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit meiner Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein.
Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren.
Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten und bei der Ausübung meiner ärztlichen Pflichten keinen Unterschied machen weder nach Religion, Nationalität, Rasse noch nach Parteizugehörigkeit oder sozialer Stellung.
Ich werde jedem Menschenleben von der Empfängnis an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden.
Ich werde meinen Lehrern und Kollegen die schuldige Achtung erweisen.

Dies alles verspreche ich feierlich auf meine Ehre.

Ich finde die Entwicklung sehr interessant. Während bspw. bei der hippokrat. Schule noch ein tugendhafte Einheit von Beruf und Leben gefordert und gelobt wurde, gilt dies heutzutage nicht mehr. Ach ja, entgegen häufiger Meinung wird von Ärzten überhaupt kein Schwur mehr gefordert, das obige Gelöbnis steht auch “nur” da und wird nie öffentlich oder privat gesprochen.


Entwicklung II

Veröffentlicht am Saturday, 07. August 2004, 20:04

Das Genfer Ärztegelöbnis, verabschiedet vom Weltärztebund im Jahr 1948:

Im Zeitpunkt meines Eintritts in den ärztlichen Beruf verpflichte ich mich feierlich, mein Leben dem Dienste der Menschheit zu weihen.
Ich werde meinen Lehrern die schuldige Achtung und Dankbarkeit wahren.
Ich werde meinen Beruf gewissenhaft und würdig ausüben.
Die Gesundheit meines Patienten wird meine erste Sorge sein.
Ich werde das Geheimnis dessen, der sich mir anvertraut, wahren.
Mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln werde ich die Ehre und die stolzen Überlieferungen des Ärzteberufes aufrechterhalten.
Meine Kollegen sollen meine Brüder sein.
Ich werde es nicht zulassen, daß sich religiöse, nationale, rassische Partei- oder Klassengesichtspunkte zwischen meine Pflicht und meine Patienten drängen.
Ich werde das menschliche Leben von der Empfängnis an bedingungslos achten.
Selbst Drohungen werden mich nicht dazu bringen, meine ärztlichen Kenntnisse entgegen den Pflichten der Menschheit anzuwenden.

Ich gelobe dies feierlich, frei und auf meine Ehre.