Archiv für September, 2009



Neu gewonnenes Verständnis für die anderen

Veröffentlicht am Wednesday, 30. September 2009, 08:25

Durch einen sehr guten Kommentar von Josef Bordat, den er in Phils Blog macht, habe ich erstmal den Vorwurf des “völkischen Verständnisses” verstanden, den Abtreibungsbefürworter den -gegnern machen.

Da ist wirklich etwas dran, zumindest bei einigen. Da ich folgendem 100% zustimme, erlaube ich mir, Josefs Kommentar einfach zu zitieren:

Als Lebensschützer sieht man sich oft mit dem Vorwurf konfrontiert, ein „Nazi“ zu sein (Frauenfeind ja sowieso – das ergibt sich schon aus der Kirchenmitgliedschaft). Das ist mir sehr unverständlich, weil ja die NS-Ideologie geradezu das Gegenteil von Lebensschutz bedeutet und Lebensschutz das Gegenteil von NS-Ideologie. Ich will diesen unvernünftigen Vorwurf auch nicht gestelzt zu rationalisieren versuchen. Ich könnte mir aber vorstellen, wie es zu diesem Missverständnis kommt: Menschen, die meinen mit NS-Ideologie könne man Probleme des 21. Jahrhunderts lösen, argumentieren oft aus der Perspektive der Bevölkerungsentwicklung gegen Abtreibung. Sie teilen damit das Anliegen des christlichen Lebensschutzes, nicht aber das Argument für dieses Anliegen. Denn die Bevölkerungsentwicklung hat uns als christliche Lebensschützer nicht zu interessieren.

Sehr fragwürdig finde ich deshalb die Argumentation von „EuroProLife“, die auf einem Flugblatt darauf hinwiesen, dass „Europa mit einer Geburtenrate von nur 1,5 weit unter dem für den Selbsterhalt eines Volkes nötigen Mindestwert von 2,1“ liege. Mit Verlaub: Das interessiert mich nicht! Mein Grund, mich für Lebensschutz einzusetzen, ist ein anderer: Der Mensch ist als Geschöpf Gottes von der Zeugung bis zum natürlichen Tod ein Ausdruck der göttlichen Liebe, mit welcher der Schöpfer seinem Werk die Krone aufsetzt. Es geht mir nicht um den Fortbestand europäischer Völker. Mir ist das koreanische Kind ebenso wichtig wie ein Kind aus Cottbus. Hier besteht Klärungsbedarf. Wir müssen uns abgrenzen von denen, die aus ganz anderen Gründen dasselbe Thema ansprechen, sonst aber mit uns nicht, aber auch gar nichts zu tun haben! Domkapitular Msgr. Przytarski erwähnte ähnliches in der Begrüßung zum Gottesdienst.


Mitarbeit

Veröffentlicht am Tuesday, 29. September 2009, 09:31

Da Elsa hier schon den ersten Schritt unternommen hat, habe ich mich andernorts gemeldet. Folgenden Kommentar habe ich gerade eben auf dem Portal “Mut gegen rechte Gewalt” bzgl. des Aufrufes zur Gegendemo gegen den Schweigemarsch geschrieben:

Hmmm.

Sie scheinen eine doch recht eingeschränkte Vorstellung der Demokratie in einer pluralistischen Gesellschaft zu haben. Wer gegen Abtreibungen ist, ist in Ihren Augen also per definitionem “fundamentalistisch”? Wer friedlich demonstriert, ist “schlimmer” als die,die sich wünschen, eine Jüdin hätte abgetrieben?

(Und haben Sie ein Problem mit dem Wort “Volk”? Haben Sie ein besseres? Bevölkerung? Stammt ja auch von Volk. Sollten wir uns von Rassisten vorschreiben lassen, welche Worte wir benutzen dürfen?)

Daß man für ein “Recht” auf Abtreibung eintritt, ist legitim im gesellschaftlichen Diskurs - auch wenn ich diesen Anspruch ablehne (in Indien werden Abtreibungen durchgeführt, bloß weil es Mädchen sind - ist das das Ziel, Ihr Ziel?).

Doch die “hätt Maria (=Jüdin) abgetrieben”-Sprüche, das “heul doch!”, wenn jemand von seinem Post Abortion Syndrome berichtet, das gewaltsame Entreißen von Kreuzen, ist schon einige Schritte zu weit, um im Dialog zu bleiben.

Da meines Erachtens und meiner Hoffnung nach die organisierten Lebensschützer gewaltlos bleiben werden, ihr größter Trumpf, muß sich “die andere Seite” was anderes einfallen lassen.

Es ist alles in Bild und Ton dokumentiert, was in Berlin passiert ist, das gehört auch zur Demokratie.

Es gewinnt nicht der, der am lautesten schreit.

Es geht überhaupt nicht ums Gewinnen.

Als Arzt und Vater eines ungeborenen Kindes macht mich das Töten von Kindern einfach nur traurig.

Schade, daß sie das kalt läßt.

Mich interessiert prinzipiell erst einmal, ob dieser Kommentar (mit Tippfehlern) überhaupt freigeschaltet wird. Mit Zustimmung rechne ich natürlich nicht.

Da der Schirmherr der Amadeu-Antonio-Stiftung, Dr. Wolfgang Thierse (SPD), Katholik und Mitglied im ZdK, leider keine Anfragen über das Portal abgeordnetenwatch.de beantwortet, kann man ihn nach Konstitutierung des Parlamentes immer noch über seine Email-Adresse (bislang lautet die wolfgang.thierse@wk.bundestag.de) fragen, wie er dazu steht. Diese Stiftung hat den Aufruf zur Gegendemonstration unterstützt (siehe Elsas Beitrag).

Eines ist generell enorm wichtig: will man auch nur irgendetwas erreichen, und sei es nur ein Ernstgenommenwerden als erster Schritt, so ist die Form der Höflichkeit, des Anstandes und Respektes niemals zu verlassen. Wer sich auf ein niedriges Niveau begibt, hat sicher niedrigen Erfolg.


Provokante Nachfrage

Veröffentlicht am Monday, 28. September 2009, 22:39

Wahrscheinlich frage ich hier an der falschen Stelle, da die, die diese Frage kompetent beantworten könnten, diesen Blog eh nicht lesen (vermute ich mal), was ich schade finde.

Also es geht um zwei Themen, die im Meinungsurteil häufig von derselben Person gleich beurteilt werden: gelebte Homosexualität und ihre gesellschaftlichen Rechte sowie den Lebensschutz Ungeborener bzw. das Recht auf Abtreibung. Ich gehe davon aus, daß mein Eindruck nicht falsch ist, daß größtenteils die Menschen, die für ersteres sind (mehr liberale Gesetzgebung da) auch für zweites sind (liberale Gesetzgebung hier). Und da sie für Homosexuelle eintreten, treten sie natürlich auch gegen Diskriminierung ein.

Und genau das verstehe ich nicht.

Auch wenn es bis zum heutigen Zeitpunkt keine Sicherheit über die Ursache von homosexueller Identität gibt, so scheint es doch zumindest eine genetisch bedingte Neigung zu geben - dies zumindest gibt die Zwillingsforschung wohl her. Eine genetisch eindeutige Sache ist noch nicht ausgemacht, vielleicht gibt es sie nicht, vielleicht wird man sie nie finden, vielleicht doch. Offenes Spiel.

Aber gesetzt dem Fall, das homosexuelle Axiom des “man wird so geboren” sei nachweisbar richtig, man fände eine genetische Kombination, die zu sagen wir mal 80% eine spätere homosexuelle Identität vorhersagen läßt - dann wäre dieser Test natürlich im Rahmen der vorgeburtlichen Diagnostik anwendbar (bspw. Fruchtwasseruntersuchung).

Wie wäre dann die Reaktion der Homosexuellen, wenn eben eine Mutter nicht abtreiben würde wegen eines genetischen Defektes Richtung Down-Syndrom, sondern wegen der wahrscheinlichen Aussicht auf fehlende Enkelkinder bei einem zu erwartenden Jungen selbigen töten ließe?

Natürlich ist schon heute die Abtreibung aufgrund von Behinderung verboten - der offizielle Grund ist dann immer die psychische Belastung der werdenden Mutter. Und diese doch recht subjektive “Indikation” ist extrem weit anwendbar (wie man an den kaum noch lebend geborenen Down-Kindern sieht).

Wahrscheinlich ist vielen Lebensrechtlern gar nicht klar, daß sie da mehr gegen Diskriminierung sind als Homosexuellenverbände …


Zuwachs und zu lesen

Veröffentlicht am Monday, 28. September 2009, 09:10

Noch ein neuer Blog:

Auf dem Weg

Und ein extrem lesenswerter Beitrag vom Gotteslob.


Für die Regierenden

Veröffentlicht am Sunday, 27. September 2009, 16:59

Dies Domini.

Noch rund eine Stunde lang sind die Wahllokale hierzulande geöffnet.

Wer immer die verantwortungsvolle Aufgabe erhält, dieses große und plurale Land mit seinen so unterschiedlichen Menschen zu regieren:

möge der Hl. Geist allen geschenkt werden und sie erkennen lassen, was Sein Wille ist und sie danach handeln lassen, denn Er ist die Quelle alles Guten.

möge jeder Minister erkennen, daß dieser Titel “Diener” bedeutet und sein Amt als Dienst am Volk ausüben.

mögen alle Beteiligten im Parlament im anderen immer das Gute suchen und erkennen und trotz gegenteiliger Meinung ein aufrechtes Bemühen um das Wohl des Landes anerkennen.


Simpel

Veröffentlicht am Friday, 25. September 2009, 18:10

Father Z hat sogar mittlerweile einen Shop dafür (eben sehr amerikanisch), aber das Anliegen ist klar. Es geht um gute Liturgie, wo nicht der Gläubige und schon gar nicht der Priester im Mittelpunkt stehen, sondern ER allein.

Deswegen ist dieser Spruch so eingängig und für jeden verständlich, der schon mal in ein Meßbuch geschaut hat:


Die Übersicht geht flöten

Veröffentlicht am Thursday, 24. September 2009, 18:29

Und das ist gut so.

Mittlerweile gibt es so viele deutschsprachige katholische Seiten und Blogs im Netz, daß die Übersicht flöten geht. Anders als noch Mitte 2003, als es gerade mal mit diesem hier 3-4 Blogs waren (einer ist schon lange nicht mehr dabei …). Die Kirche ist bunt, und jetzt gibt es auch ein immer bunteres Bild des Katholischen, vor allem ein Bild des Fröhlich-Katholischen, des Gerne-Katholischen.

Es nehme mir daher bitte keiner übel, wenn er oder sie nicht in der Linkliste erscheint, ich schaffe es jetzt auch nicht, das alles zu lesen. Ich versuche aber, zumindest mal was stabil Neues in einem Beitrag zu verlinken, so wie jetzt auch:

Zeit zu beten

Stefan Schweizers Weblog (das Apostroph habe ich extra übersehen)

Dann ist noch Robert Gollwitzer mit einer extrem umfangreichen (aber auch aktuell leider auch überladenen) Hompage im Namen des Herrn unterwegs, er will einfach nur

Katholisch leben.

Ich finde bei ihm viele Parallelen zum Gebrauch amerikanischer katholischer Quellen (insbesondere viel von EWTN), das war sehr aufschlußreich.

Die Weite der Kirche zeigt sich zunehmend im Netz.

Dabei alles ohne expliziten kirchlichen Lehrauftrag, einfach aus Taufe und Firmung heraus, immer unter dem Vorbehalt der kirchlichen Korrektur.

Gefällt mir sehr gut (immer allem zustimmen muß ich ja nicht).


Auch einfach nur katholisch

Veröffentlicht am Tuesday, 22. September 2009, 10:18

Ein seit ein paar Monaten bestehender und extrem zu empfehlender Blog von Br. Lukas aus Rom, von einem, der einfach nur katholisch ist:

Gotteslob

(Ich hoffe, daß ich auch einfach nur als katholisch erscheine und in keine Schublade passe, höchstens noch in eine franziskanische, die gebe ich gerne zu)


Grundsätzliches

Veröffentlicht am Monday, 21. September 2009, 10:25

Viele der katholischen Blogger haben an der einen oder anderen Stelle schon mal von ihren Erfahrungen in der real existierenden Pfarrgemeinde berichtet, zum Teil Erbauliches, zum größeren Teil jedoch Gräusliches, weil das, was römisch-katholisch zu römisch-katholisch macht, mancherorts immer mehr zu Verschwinden droht und aktiv von Verantwortlichen zum Verschwinden gebracht wird.

Wie soll man sich da verhalten?

Als sicherlich (schon damals) provokanten Diskussionsbeitrag möchte ich das wiederholen, was ich schon mal vor zwei Jahren schrieb (bin halt schon eine Weile bloggend dabei):

Ich weiß nicht, wie weit verbreitet es ist, das Wechseln von Pfarreien, weil die eigene Pfarrei einem aus irgendeinem Grund nicht (mehr) gefällt oder paßt.
Seien es Gründe einer miserabel-laschen oder für das eigene Empfinden zu buchstabentreuen Liturgie, sei es der mißliebige Priester, Kaplan, Diakon, Küster(in) oder wer auch immer, sei es das Mißachten der eigenen Anstrengung oder das fehlende Lob. Sei es der Umzug, der die geistliche Heimat an anderem Ort ließ. Seien es die Gemeindemitglieder, die Christentum eher als kulturelle Verwertungshalde als als Begegnung mit dem lebendigen Gott ansehen.

Es gibt viele gute Gründe, von der territorialen Heimatpfarrei in andere Gefilde abzuwandern.

Doch sie überzeugen mich alle nicht.

Die eigene Pfarrei ist das konkrete Volk Gottes vor Ort, die konkreten Schwestern und Brüder, und die Familie sucht man sich bekanntlich nicht aus. Natürlich kann man zu Familienangehörigen den Kontakt abbrechen, doch dann kaum noch von einer gesunden Familienstruktur sprechen.
Vielleicht ist die eigene Pfarrei auch das Kreuz, das es zu tragen gilt, auch wenn ich keinesfalls wage, dies in einem konkreten Fall so zu benennen, Sinn kann man nicht von außen deklarieren.

Für mich war (und ist) es nach einen phantastischen und freudenreichen glaubensvollem Jahr in Spanien (weit vor Beginn dieses Blogs) immer noch schwierig, in meiner deutschen und verkopft-bedenkentragenden Heimat Bruchstücke dieses Enthusiasmus zu bewahren.

Doch hier bin ich hingestellt, ob es mir paßt oder nicht. Dazu gehört eben auch der real existierende Katholizismus in meiner Pfarrei.

Ich vermute mal, daß ich auch hier wieder Widerspruch ernten werde. Doch von einem Menschen wie dem überzeugten Nicht-Christ Mohandas “Mahatma” Gandhi stammt der Satz

Be the change you want to see.

den sicher auch Mutter Teresa, Franz von Assisi sogar ganzganz sicher und viele andere Heilige unterschreiben würden.

Denn keiner ist besser und allemal “nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach”.


Ungewollte Akribie

Veröffentlicht am Monday, 21. September 2009, 09:40

Sarah schreibt, daß sich ein Mitarbeiter ihres Bistums gewundert hat, daß sie als eine römisch-katholische Gläubige römisch-katholische Liturgie erwartet (ist ja auch unverschämt!):

“..Erstaunt bin ich jedoch, mit welcher Akribie Sie überprüfen, wie römische Instruktionen in den Eucharistiefeiern, die Sie in Ihrer GdG besuchen, Anwendung finden…. “

Sie fragt sich, was er ihr wohl damit sagen wolle.

Mein Vorschlag hier (da ich ihr mangels Blogger-Konto da nicht direkt antworten kann):

1. ihn schriftlich fragen, was er damit meine (einfach mal auf naiv stellen: findet er das gut oder schlecht?, hilft sie damit dem Bistum, das diese Fehler durch Hauptamtliche nicht selbst beheben kann? etc.)
2. wenn die Antwort unzufriedenstellend ist oder ausbleibt, mal den Bischof fragen, was sein Mitarbeiter meinen könne
3. wenn das ausbleibt, mal beim zuständigen Metropoliten/Erzbischof nachfragen, was damit gemeint sein könne (sprich: Köln)
4. wenn das ausbleibt, mal bei der Gottesdienstkongregation nachfragen, was das Bistum (für das der Mitarbeiter ja spricht) denn damit meinen könne

Dabei immer der Vorinstanz nachrichtlich mitteilen, wenn man an die nächsthöhere geht. Gebietet die Höflichkeit. Und natürlich alle Schriftstücke aufbewahren.

Und auf jeden Fall: langen Atem haben.


Amtskirchenbild

Veröffentlicht am Sunday, 20. September 2009, 15:02

Dies Domini.

Der Kirchenblog der FAZ schreibt neulich:

Anders als vor dem gedruckten Wort stehen stehen beide Konfessionen, Protestanten wie Katholiken, vor dem Internet bislang in Ratlosigkeit vereint. Zwar verfügen die Kirchen trotz etlicher Sparrunden in den vergangenen Jahren noch immer über einen beachtlichen publizistischen Apparat, doch im Internet kam davon bislang nur wenig, zu wenig an.

Dabei sind Daniel Deckers, scipio und ich doch auch Kirche …


Für ein katholisches akademisches Fernstudium!

Veröffentlicht am Friday, 18. September 2009, 15:15

Es regt mich schon seit einigen Jahren auf - es gibt im gesamten deutschsprachigen Raum keine Möglichkeit, ein (natürlich nicht kostenloses) akademisches Fernstudium der Katholischen Theologie durchzuführen.

Die Gründe dafür sind mir absolut schleierhaft.

Der Würzburger Fernkurs ist kein akademischer Kurs, auch explizit nicht als solcher konzipiert (kein Bachelor-, Master- oder Magisterabschluß, keine Möglichkeit der Promotion etc.).

In den USA gibt es Dutzende Schulen, die so etwas anbieten, in Großbritannien geht das, in Frankreich auch - nur in Deutschland, Österreich (und der Schweiz?) nicht.

Wieso wird es akademisch vorgebildeten Menschen, die aus beruflichen und/oder familiären Gründen kein Präsenzstudium mehr machen können, verwehrt, ein anspruchsvolles Studium der Katholischen Theologie durchzuführen?

Warum sieht die Kirche hierzulande nicht die Notwendigkeit, den interessierten Laien - auch ganz ohne Anspruch oder Wunsch auf spätere Dienste bei der Kirche - eine bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen?

Wohin kann man sich wenden, damit sich da was tut?

Ich bin überzeugt, daß sich so ein Angebot finanziell tragen würde, bin überzegt, daß genug Interesse vorhanden ist.

Daß die Bischöfe hier sich schon einmal Gedanken gemacht haben, davon bin ich aber nicht überzeugt.


Hungerstreik für das Leben

Veröffentlicht am Friday, 18. September 2009, 10:31

Ein gewisser Mohandas “Mahatma” Gandhi ging in den Hungerstreik, weil er das Töten von Menschen durch Menschen nicht mehr mitansehen wollte.

Hier will einer durch das gleiche Mittel versuchen, daß Teile der Kirche in Österreich das Töten nicht unterstützen:




Anbetung muß bequem sein

Veröffentlicht am Friday, 18. September 2009, 10:01

Bis Anfang dieser Woche waren wir einige Tage an der Nordseeküste von Belgien, u.a. auch in dem nahe gelegenenen und sehr schönen Brügge (immer Besuche wert, auch aus katholischer Sicht!). Schon beim ersten Kirchbesuch in dem hauptsächlich katholischen Belgien (ob das auch in Flandern so ist, weiß ich aber nicht genau, und da waren wir ja) fiel mir auf, daß es zumindest in den Kirchen, in denen wir waren, keine Kirchenbänke gab.

Die Kirchen waren natürlich nicht leer oder ohne Bestuhlung.

Nein, es gab überall diesen Typ:

Nirgendwo sah ich Kirchenbänke wie diese:

oder zumindest Stühle mit Kniebank wie solche:

Wozu führt das im liturgischen Leben? Auch wenn meine orthodoxe Frau meinte, solche Unterschiede gäbe es auch in verschiedenen Traditionen der orthodoxen Nationalkirchen, eines hat mich sehr gewundert:

niemand hat gekniet.

Alle saßen fast immer: während der meisten Gebete, während des Evangeliums, während des Großteiles des Eucharistischen Hochgebetes, beim Agnus Dei etc.

Aufgestanden wurde nur dann, wenn man hierzulande kniet: während der Einsetzungs-/Wandlungsworte des Priesters.

Möbel machen nicht nur äußeren Eindruck, sondern formen Liturgie, wenn Unbequemlichkeit droht.

Der Einfluß auf den Glauben wird wohl nicht ausbleiben.

Das erinnert mich an eine Geschichte, die ich mal hörte: in den USA kam ein neuer Ortsbischof ins Priesterseminar zur Hl. Messe. Auch dort gab es nur einfache Stühle.
Nach der Messe fragte er den Direktor des Seminars:
“Warum haben die Seminaristen nicht gekniet?”
“Nun, wir haben keine Kniebänke.”
“Okay, die Frage danach wäre meine zweite gewesen - aber das ist nicht die Antwort. Also, warum haben sie nicht gekniet?”


Langeweile ausgeschlossen

Veröffentlicht am Thursday, 10. September 2009, 22:15

Für all die, die meinen, die Kirche böte ihnen keine Möglichkeit, ihr Christsein zu leben, hat vor einiger Zeit Elsa einen kleinen Markt der Möglichkeiten präsentiert. Eigentlich hat sie diesen kleinen Ausschnitt an Möglichkeiten nur mal für sich so gesammelt …

Mensch, sage ich mir, Elsa, jetzt bist du endlich in der richtigen Kirche, du könntest endlich in die Vollen gehen, Brevier beten fünf oder sieben Mal am Tag, jeden Tag fünf Heiligenviten auswendig lernen, jeden Tag Messbesuch, jeden Tag Herzensgebet, jeden Tag drei Mal Angelus und ein Mal Rosenkranz, du kannst lectio divina halten, die Hl. Messe frühs besuchen, die Hl. Messe spät besuchen, donnerstags Stille Anbetung machen, Herz-Jesu-Freitag und Mariä-Sühnesamstag abhalten, Barmherzigkeitsrosenkranz beten, alle zwei Tage eine Novene zu irgendwem anfangen, jeden Tag für die Priester beten, für Priesterberufungen, für den Hl. Vater, für Kirche in Not spenden, weiß der Geier noch alles, was man tun kann, um den katholischen Tag vollzubringen - Kranke besuchen, ins Hospiz gehen, den Pfarrer zum Mittagessen einladen, einen Lektürekreis bilden, jeden Tag irgendwas bloggen, für den Lebensschutz auf die Straße gehen, Protestbriefe nach Belgien schicken, Protestbriefe an Obama schicken, Protestbriefe an Merkel schicken, Protestbriefe an den WDR schicken, die Seite von Kardinal VLK ehrenamtlich ins Deutsche übersetzen, Mittwochs die Generalaudienz verfolgen, Sonntags den Angelus, die Hirtenbriefe der Bischöfe lesen, Deutschkurse für Ausländer geben, zur Beichte gehen, Karl Rahner lesen, dich für Ignatianische Exerzitien anmelden, Telefonate mit protestantischen Holländern führen, die Madonna unten an der Straße mit frischen Blumen und Kerzen ausstatten, eine Wallfahrt machen, die Kirche ehrenamtlich putzen, den alten verwitweten Opa ehrenamtlich besuchen und die Bude putzen, die Evangelien auslegen, Thomas von Aquin in Hindi übersetzen, das Vater Unser auf Aramäisch sprechen lernen, nach Kalkutta fliegen und ein Praktikum bei den Missionarinnen der Nächstenliebe machen, den jüdisch-christlichen Dialog befördern, den jüdisch-christlich-islamischen Dialog befördern, den christlich-hinduistischen Dialog befördern, meinetwegen sogar ein Projekt Weltethos auf die Beine stellen, meine Taufe erneuern, gegen atheistische Buswerbung rumnerven, Zeugnis ablegen, Gott preisen, Jesus lieben und zu Mutter Maria um Fürbitte flehen, die Pflanzen, Tiere, Menschen in meiner nächsten Umgebung mit Aufmerksamkeit und Liebe bedenken, frisches Weihwasser holen gehen, Weihrauch anzünden, Kerzen anzünden, auf den Seiten von chabad.org nachlesen, was gerade in der Thora gelesen wird und wie das ausgelegt wird, einen Briefwechsel mit einem lebenslänglich Inhaftieren beginnen, meinen Monatszyklus beobachten, den Vögeln im Vogelhäuschen frisches Wasser und frisches Futter hinstellen, meine innere Burg erkunden, die kunstgeschichtliche Darstellung des Psalmsonntag recherchieren, Mel Gibsons Film über die Passion Christi angucken, in eine Alte Messe gehen, in eine FSSPX-Messe gehen, danach zur Beichte gehen und fragen, ob das eigentlich in Ordnung war, die Psalmen singen, die Kirchenväter lesen, Christen im Hl. Land unterstützen … und … und … und … und …


Beobachten

Veröffentlicht am Thursday, 10. September 2009, 19:17

Letztes Jahrhundert wurden drei Patriarchen von Venedig Papst (Pius X., Johannes XXIII. und Johannes Paul I.). Es empfiehlt sich daher für diejenigen, die an Kirchenämterbesetzungen sehr interessiert sind, so einen Patriarchen mal näher im Auge zu behalten. Der aktuelle läßt es gerne zu, dies sogar in mehreren Sprachen:

Angelo Scola

(auch, obwohl da nicht direkt verlinkt, auf Spanisch zu lesen)


Politisches Spektrum I

Veröffentlicht am Thursday, 10. September 2009, 14:09

Ich möchte diesen Blog nicht zu sehr politisieren, aber angesichts der anstehenden Bundestagswahl hierzulande (am 27.09., nur für alle aus der Ferne Lesenden) möchte ich doch die eine oder andere mehr als nur skurrile Wortmeinung mal zum besten geben - denn viele schlimme Gedanken waren anfangs nur wenig verbreitet. Das Netz ist daher ein schönes Informationsorgan.

Auch wenn es seit kurzem von der Homepage der LINKEN genommen wurde, es gibt in Lübeck eine Frau Asja Huberty in dieser Partei, die ein Menschenbild vertritt, was sehr an Peter Singer erinnert (dessen Mutter ja an Alzheimer erkrankte, wodurch dieses komische Element namens “Liebe” seine Prinzipien in der Praxis ziemlich ins Wanken brachte) (Quelle):

Um den philosophisch-emotionalen Part der leidenschaftlich und meist heuchlerisch geführten ‚Abtreibungsdebatte‘ vorweg zu nehmen: Das Selbstbewußtsein, also das Sichselbsterkennen-können eines Menschen bildet sich zwischen dem 2. und dem 3. Lebensjahr. Die Menschwerdung findet statt, indem sich das Kind aus den rein auf räumlich-zeitliche Explikationen begrenzten Wahrnehmungsmöglichkeiten des Tieres befreit. Ein Embryo/Fötus befindet sich in einem Zustand der Dämmerung, etwa vergleichbar mit dem unbewußten Gefühlsleben einer Pflanze. Er verfügt also weder über einen Charakter, über nichts, was man mit nachhaltiger Emotion oder gar Intelligenz auch nur entfernt vergleichen könnte, über keine wie auch immer geartete Persönlichkeitsstruktur oder irgend eine andere spezifische Disposition, die ihn einmalig machen würde. Er ist kein Individuum und befindet sich im besten Falle auf der evolutionären Stufe mit einer Kaulquappe, aber ganz sicher nicht mit einem Menschen, auch wenn er – rein ontologisch betrachtet – aufgrund seines potentiellen Menschseins der Kategorie ‚Mensch‘ zugeordnet werden muß.
Ein Schwangerschaftsabbruch kann demnach niemals als ‚Mord‘ bezeichnet werden, da schlicht niemand ermordet wird. Punkt.

Ich muß aber legitimerweise auch darauf hinweisen, daß sich sogar die “Kommunistische Plattform” des Landesverbandes, bei dem Frau Huberty in den Vorstand will (Schleswig-Holstein), von diesen Äußerungen deutlich distanziert.

Weitere gefährliche Gedanken von politisch Tätigen werden gerne veröffentlicht - gemäß der Aufforderung der Kirche an die Laien, in der Welt aktiv zu werden - unabhängig von der politischen Couleur.


Noch eine ehrliche Frage

Veröffentlicht am Wednesday, 09. September 2009, 10:48

Ab wann gilt man eigentlich als “streng katholisch”? Oder ist es “streng-katholisch”?

Ach ja: wat iss’n dat?


Ehrliche Frage

Veröffentlicht am Monday, 07. September 2009, 13:17

Kann mir jemand erklären, warum die Katholische Soziallehre so wenig Thema ist im kirchlichen Alltag? Und warum ist sie zudem so unbekannt?


Meine unbedeutende Meinung

Veröffentlicht am Monday, 07. September 2009, 12:19

Da ja gerade in ein paar Blogs (hier und da und dort) über den Zustand der Kirche in Deutschland gesprochen wird, kann ich nur auf meinen Beitrag von Oktober 2008 verweisen. Sehe ich immer noch so, sah es immer so.


Zustimmung

Veröffentlicht am Sunday, 06. September 2009, 21:24

Dies Domini.



Wieder da!

Veröffentlicht am Thursday, 03. September 2009, 11:57

Ein Blog, der zwischenzeitlich abgeschaltet war, ist umgezogen, hat einen neuen Namen und natürlich immer noch den gleichen Autor. Paul Miller (Müller?) lebt in Australien, ist gerne zur Kirche zurückgekommen (hier der spannende Eintrag dazu) und schreibt auf Deutsch unter:

Breviarium Pauli

(und hey, ich war schneller als scipio! *miraufdieschulterklopf*)


Frohes Neues nachträglich!

Veröffentlicht am Thursday, 03. September 2009, 11:45

Die Kirchen des Ostens - und somit auch die katholischen Kirche des Ostens in Einheit mit dem Apostelfürsten Petrus - feiern den Beginn des neuen Kirchenjahres immer am 01. September.

Ich weiß zwar nicht, ob sich irgendein byzantinischer Katholik auf diese Seite verläuft, aber ihm und natürlich allen Orthodoxen sei noch nachträglich ein Frohes Neues (Kirchen-)Jahr gewünscht!


Ich könnte …

Veröffentlicht am Thursday, 03. September 2009, 11:14

wenn ich lese, wie diese ach so armen ärztlichen Kollegen auch noch Geld von Krankenhäusern angenommen haben, damit sie dorthin und nicht in ein anderes die Patienten schicken. Die Selbstsucht, das Geltungsbedürfnis und die Raffgier mancher Kollegen ist einfach nur noch ekelerregend.


Super Beschreibung

Veröffentlicht am Wednesday, 02. September 2009, 09:31

An einem anderen Ort las ich von einem zur Zeit bastelnden Blogger folgende super Erklärung des “Fegefeuers”, des - richtig übersetzt - Reinigungsortes:

Ich stelle mir aber einen Typen vor, der eine Bank ausraubt. Er schleppt das Diebsgut an ein sicheres Versteck und hat vor, sich seines Lebens zu freuen. Es will ihm aber nicht gelingen: Reue kommt auf. Da hört er, daß die Regierung eine Generalamnestie über reuige Bankräuber erlassen hat. Er geht hin, sein Schuldschein wird ohne Gegenleistung durchgestrichen. Er freut sich und lebt den Rest seines Lebens zufrieden vor sich her.

Das wäre (ein wenig zu platt) eine evangelikale Version.

Ich drücke dieselbe Geschichte auf Katholisch aus: Reue kommt auf und er geht zur Sammelstelle für Schuldscheine. Und da stellt er fest, daß der König längst wie ein Vater auf seine Heimkehr gewartet hat. Vorbehaltlos streicht er ihm den Schuldschein und nimmt den Räuber an Sohnes statt an. In seiner Freude trennt sich der Bankräuber von dem Diebsgut. Mehr als das: In der Güte des Vaters erkennt er sehnsüchtig, wie wenig Königliches an ihm ist. Er sehnt sich schmerzlich danach, das Räuberische an seinem Wesen abzulegen.

Damit haben wir das ganze »Konzept« der Läuterung: Ich wachse in der Liebe, und ich erlebe in einer Art heilsamem Schmerz meinen eigenen Mangel an Liebe.

Wenn ich – aus welchen Gründen auch immer – in meinem Leben damit nicht zu Ende komme, sagt das Neue Testament, werde ich gerettet »wie durch Feuer hindurch«. Das bedeutet nicht, daß ich Brandflecken am Popo habe, sondern daß mich Gott erst in die Lage versetzt, die Ewigkeit mit Ihm genießen zu können.

Das ist das sogenannte »Fegefeuer«: Ich weiß, daß ich bereits gerettet bin und danke Gott dafür, daß er mir hilft, »dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden«.