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Archiv für January, 2011



Vernachlässigtes Kleinod

Veröffentlicht am Wednesday, 26. January 2011, 09:06

Es gibt ja so ein paar Briefe im Neuen Testament, die werden meinem Eindruck nach - der komplett falsch sein kann - innerkirchlich sträflich vernachlässigt. Die Paulusbriefe sind es nicht, die sind immer en vogue. Doch die anderen? Die Johannesbriefe bspw., man kennt ja aus dem ersten maximal noch den berühmten Satz “Gott ist Liebe”, den zweiten und, ja, auch den gibt es, dritten Brief des Johannes liest ja wohl eher kaum jemand. Gleiches gilt für den Brief des Judas, der Jakobusbrief dagegen ist schon eher auf dem Schirm.

Einer von den Vernachlässigten ist mir besonders lieb: der Brief an die Hebräer. Mir scheint es, daß er (nur in der dtsprachigen?) Theologie nicht so eine Rolle spielt, weil das eindeutige Opferverständnis der Hingabe Jesu da im Mittelpunkt steht, dazu noch sein Hohepriesterliches Amt und Wirken als fehlerloser Mensch. Kein Mainstream-Thema, warum auch immer (okay, Gründe kann ich mir vorstellen …)

Der Hebräerbrief wurde ja zu Beginn des Jahreskreises werktags gelesen, da fiel mir wieder auf, wie sehr ich ihn mag. Und wie wichtig er für das Gesamtbild ist, wie wichtig jede einzelne Schrift der Einen Heiligen Schrift für das Gesamtbild ist. Es tut daher gut, auch mal die vernachlässigten Schriften wieder zu lesen. Auch sie sind Bibel, nicht weniger als andere.


Eine wirklich katholische Pfarrei

Veröffentlicht am Monday, 24. January 2011, 12:01

(Vorneweg: der Sachverhalt ist anders als hier dargestellt, ein Fehler meinerseits, wie man an den Kommentaren sehen kann - aufgrund derselben wollte ich den Beitrag aber nicht komplett löschen)

Es ist schon witzig:

sowohl Peter Bürger als auch Michael Hesemann leben hier in Düsseldorf auf dem gleichen Pfarrgebiet. Konträrer könnten ihre Ansichten in Sachen Kirche kaum sein.

Woher ich das weiß? Nun, es ist auch meine Pfarrei!


Trügerische Sicherheit

Veröffentlicht am Saturday, 22. January 2011, 22:31

Der Mann, der hauptverantwortlich prüfen soll, ob verschiedene medizinische “Innovationen” überhaupt das bringen, was sie versprechen, hat heute was gesagt, was erst einmal viele erschreckt hat und was es in der Rheinischen Post sogar auf die Titelseite gebracht hat:

Früherkennungsuntersuchungen haben in unserer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Ihr Ansehen ist tatsächlich aber viel höher als das, was sie wirklich leisten.

Das kommt nicht gut an, wie man in den Kommentaren nicht nur dort lesen kann. Manche Wahrheit tut eben weh.

Anscheinend ist es meinem Berufsstand gut gelungen, den Menschen eine Sicherheit vorzugaukeln mit Vorsorgeuntersuchungen, die es gar nicht gibt. Ich erlebe es selbst oft: Menschen sagen mir: “ich war beim Check, bin komplett gesund, sagt mein Arzt”. So ist das natürlich Unsinn, denn die blöde und von fast jedem Studenten gehaßte Statistik zeigt eben, daß Vorsorgeuntersuchungen viel zu ungenau sind. Es gibt keinen Test, der immer das richtige Ergebnis zeigt, viele sind sogar extrem ungeeignet für die Vorsorge (wie bspw. das Screening im Blut auf Prostatakrebs, ein finanzieller Goldesel).

Doch mit nichts läßt sich so gut Geld machen wie mit der Angst.

War es früher die Angst vor der Hölle oder (wer kannte damals schon genau den Unterschied) einem langen Fegefeuer (”brennt” ja schließlich auch), was den Beutel des Ablaßhandels klingeln ließ, ist es heute die Angst vor dem Tod als solchen. Man gibt eine Menge Geld aus, um sich vor ihm sicher zu fühlen, man findet auch eine Menge Leute, die einem das versichern, man hat es ja schließlich “getestet”!

Herr Windeler steht eben einem unabhängigen Institut vor, welches sich wenig um Ängste kümmern soll, sondern Täuschungen aufzudecken hat. Da muß man eben die einen oder anderen ent-täuschen. Die Sicherheit ist eben trügerisch.


Schon wieder umkehren!

Veröffentlicht am Thursday, 20. January 2011, 15:17

Es ist schon seltsam: je mehr ich mich am richtigen Platz wähne, desto mehr stelle ich fest, wie lang der Weg ist um anzukommen.

Es wäre doch so einfach: Bin ich in Seiner Kirche? Abgehakt(?). Habe ich meinen Weg der Nachfolge gefunden? Abgehakt(?).

Doch dann wird plötzlich klar, daß Nachfolge natürlich Bewegung ist, das der Weg vor mir länger ist als der hinter mir.

Es gibt noch so unendlich viele Anlässe der Umkehr zu Ihm, noch so unendlich viele Schwächen und Fehler.

Vielleicht ist es ja der Fortschritt im Glauben, daß man selbst keinen sieht.


Ein Schritt weiter - zur Unmenschlichkeit

Veröffentlicht am Thursday, 20. January 2011, 13:20

Daß verschiedene Wissenschaftsakademien sich jetzt für die PID ausgesprochen haben, dürfte nur den verwundern, der die langsame Erosion der “Werte des Wehrlosen” in der Gesellschaft nicht wahrnimmt. Es ist nur ein Schritt mehr, andere sind schon gefolgt, auch kürzlich der Ärztekammerpräsident (der sonst ein Verteidiger des Lebens war, aber nun, viele knicken ein). Und: es kommt noch deutlich schlimmer, mit Sicherheit.

Man kann reichlich argumentieren, doch ich habe nie bessere Argumente gefunden als in dem Gespräch, daß ich schon vor fast sechs Jahren hier auszugsweise veröffentlichte und was sich immer noch im ZEIT-Archiv finden läßt.

Man sollte es einfach denen vorlegen, die für die PID sind.


Katechetendasein V oder Das kann doch gar nicht sein!

Veröffentlicht am Thursday, 20. January 2011, 08:02

Hier die letzte Folge.

Nach einem adventlichen Plätzchenback-Treffen im letzten Jahr und einem eher müden Treffen Anfang diesen Jahres war das letzte ausgesprochen gut. Es ging um - für eine Firmung nicht erstaunlich - den Hl. Geist bzw. um die Aussage des Paulus, daß dieser Heilige Geist “uns zu Kindern Gottes macht” und daß wir erst aufgrund dieses Hl. Geistes ernsthaft und bedeutsam zu Gott “Abba, Vater” sagen können und daß dieser Geist “für uns” betet, wenn wir nicht wissen, worum wir beten sollen (Römerbrief, 8. Kapitel, soweit ich mich erinnere).
Um das ganze nicht zu abstrakt werden zu lassen, sprachen wir über den Vater. Da einige der Gruppe die generelle Wahrheit des gesamten Glaubens (angefangen bei der Existenz Gottes) für sehr unwahrscheinlich halten, ging es erst einmal darum, daß sie mal sagen sollen, welche Vorstellungen von der “Aufgabe” eines Vaters generell sie denn so haben. Beschützen, helfen und lieben - darum ging es einstimmig.
Nun ist Er aber der Vater aller, insofern ist es mit dem Beschützen zumindest vor dem anderen gar nicht so einfach, zudem er alle gleich liebt - das war auch allen schnell klar.
Und mit dem Helfen und auch “Wünsche erfüllen” war auch allen klar, daß es keinesfalls gut ist, immer alle erfüllbaren Wünsche auch wahr werden zu lassen. Denn der Vater weiß nicht selten besser als das Kind, was letztlich gut für das Kind ist, auch wenn dieses das ganz anders sieht. Beim leiblichen Vater wachsen wir in dessen Alter hoffentlich rein und können das rückblickend verstehen, beim Himmlischen Vater wird das bedeutend schwieriger…

Und Kind sein? Was bedeutet das? Es war auch hier den Jugendlichen klar, was Jesus meint, wenn wir wie die Kinder sein sollen. Nicht weil unsere Wunschzettel dann immer groß sein werden, sondern weil kleine Kinder hoffentlich ein stabiles Urvertrauen haben, ein Vertrauen, daß es zu essen gibt, daß die Eltern da sind, daß es ein Dach über dem Kopf gibt (übrigens entsteht genau hier zu Recht die Befreiungstheologie, weil es in einigen Regionen der Welt nicht so aussieht und das Urvertrauen fehlt) - das für das Leben gesorgt wird. Das ist hoffentlich für Kinder hierzulande selbstverständlich (ich weiß, ist es manches Mal nicht, aber dennoch der Normalfall).
Jesus fordert uns also auf, genau dieses Urvertrauen zu haben - jeden von uns, alle sind die gleichen Kinder Gottes, der große Chefarzt wie das kleine Baby im Brutkasten - kein Unterschied.

Und um zu üben, wie es sein könnte, mit diesem Vater zu reden, schrieb jeder (wir Katecheten auch) ein freies Gebet, welches dann persönlich blieb und nicht vorgelesen wurde. Fing zögerlich an (auch bei mir), war dann aber gut.

Und Jesus? Was hat der damit zu tun, fragte ich dann noch, und erzählte, was er selbst von sich sagte: wer mich sieht, sieht den Vater - Er und der Vater sind “identisch”. Da wurde es plötzlich klar, welchen Anspruch Jesus hatte und aus einer kam es heraus:

Das kann doch gar nicht sein!

Doch, genau so krass ist das.


“Wo es keinen Arzt gibt”

Veröffentlicht am Tuesday, 18. January 2011, 12:05

So heißt ein Buch, daß es schon seit Jahren für solche Menschen gibt, die als Entwicklungshelfer unterwegs sind, in über 60 Sprachen übersetzt, eben medizinische Hilfe für Laien (und mit guten Tipps auch für Ärzte).

Bald wird es wohl auch Zeit für eine Ausgabe für die dt. Provinz, denn es kommen keine Ärzte mehr nach.

Die Gründe sind für mich alle sehr gut nachvollziehbar.

Nachdem nun von denen, die die Ärztehonorare verteilen (die Kassenärztlichen Vereinigungen), festgestellt wird, daß es am Honorar nicht liege (welche Überraschung!), wird nun an der sogenannten Bedarfsplanung gewerkelt, also an der ungleichen Verteilung von niedergelassenen Ärzten in der Stadt versus auf dem Land.

Was mich wundert, ist, daß wirklich geglaubt wird, daß man das Problem des Hausarztmangels so lösen könne. Es wundert mich einfach ein wenig, daß man glaubt, junge Menschen würden ein sehr anspruchsvolles Studium auf sich nehmen, um anschließend zu erfahren, wo sie denn arbeiten dürfen zu einem unklaren Einkommen mit aber dann doch selbstverantwortlichen unternehmerischen Risiko.

Wenn die Kommunen wirklich einen Arzt wollen, dann müssen sie ihnen ganz anders entgegenkommen: ihn fest anstellen zu einem festen Gehalt, Personal bezahlen, Bürokratie abnehmen, Urlaubsanspruch festlegen. Die Ärzte Ärzte sein lassen, das haben sie gelernt.

Keine Vorschrift der Medizin schreibt vor, daß eine Kommune keinen Allgemeinarzt anstellen dürfe. Natürlich nicht offiziell, so weit sind die KVen noch nicht und erlauben das nicht - warum die Kassenarztsitze immer an Ärzte gebunden sind und nicht an die Kommunen oder Stadtteile, verstehe ich auch nicht. Ich hätte dann überhaupt kein Problem mich quasi “niederzulassen”. Selbständig arbeiten ist für mich wichtiger als selbständig sein, Hauptsache die Menschen werden versorgt und ich mache mich dabei nicht kaputt und habe genug von meiner Familie und sie von mir. Das berufliche haftungsrechtliche Risiko verbleibt bei dem Arzt (ist ja auch klar, er ist ja der Experte, nicht die Kommune), die Abrechnung samt Personal und Räume übernimmt die Kommune. Und die Kommunen tun sich zusammen für ein anständiges Notdienstmanagement, damit der eine Arzt nicht 250 Tage/Jahr oder mehr rund um die Uhr verfügbar sein muß. Das wäre auch für viele trotz Provinz (die nun einmal nicht so attraktiv für die meisten ist) ein einladendes Modell.

Doch bis es soweit ist, wird es noch lange dauern. Noch ist der Leidensdruck zu klein in der Masse.


Still werden

Veröffentlicht am Saturday, 15. January 2011, 22:40

Wenn ich es erlebe, wie ein junge Frau, durchaus überzeugten katholischen Glaubens, nicht nur mit 7 Jahren Halbwaise wird und anschließend in der neuen Familie nicht alles so prickelnd war, sondern auch noch mit 30 Jahren ihren fast gleichalten Mann nach sehr kurzer Ehe an mehreren(!) Hirntumoren zu verlieren droht nach aller Hoffnung - dann kann man meines Erachtens aus Respekt erst einmal nur still sein und keinen billigen Trost spenden. Der Trost Jesu Christi ist zwar alles andere als billig, aber ich befürchte, daß es meine Worte zu schnell sind. Seinen Trost in diesem Tal des Elends auf eine Art und Wiese zu vermitteln, daß er eben nicht einfach und nach auswendig gelernt klingt, ist eine große Gabe. Solange ich mir nicht sicher bin sie zu haben, steht das Gebet ganz oben. Bitte betet mit für N. und ihren Mann!


Antrag auf Methodenwechsel

Veröffentlicht am Tuesday, 11. January 2011, 13:22

Wer zum Arzt geht möchte, daß er ggf. eine Therapie erhält, von der man auch glaubt, daß sie hilft.

Das ist nachvollziehbar, alles andere wäre es weniger.

Die Wirksamkeit wurde früher einfach postuliert, indem eine wichtige Person (”Koryphäe”) auf einem bestimmten Gebiet dies behauptete (Galen z.B.). Jahrhundertelang wurde dann so therapiert, Autoritäten wurden nicht hinterfragt, bei Galen dauerte es rund 1400 Jahre!

Irgendwann wurden Zweifel laut und man experimentierte. Einzelne Befunde wurden dann verallgemeinert.

In der Laien-Volksmedizin ist man heute in etwa auf diesem Stand. “Hat mir/einem Freund/meiner Oma/etc. geholfen” ist die wichtigste Quelle für Therapiehinweise.

Die sogenannte Schulmedizin legt da strengere Maßstäbe an. Es werden mindestens zwei genau vorbestimmte Gruppen von Menschen herangezogen, die sich in Bezug auf den zu untersuchenden Effekt möglichst wenig unterscheiden. Dann werden diese zwei Gruppen unterschiedlich behandelt, zum Beispiel das Medikament X gegen Placebo oder Medikament Y gegen bisherige Standardtherapie Z. Der Unterschied muß “signifikant” sein, d.h. statistisch relevant, damit eine Therapie als innovativ gelten kann. Zudem dürfen die UAW (unerwünschte Arzneimittelwirkungen) nicht zu groß sein.

Und genau aufgrund dieser (hier nur bruchstückhaft dargestellten) Methodik werden viele nicht schulmedizinische Therapieformen nicht allgemein akzeptiert, weil sie keine signifikant unterschiedliche Ergebnisse in größeren Gruppen liefern.

Wie sieht es dagegen in der Pastoral aus?

In den östlichen Kirchen läuft es m.E. nach dem System Galen, man ändert nichts, alles wie zu Zeiten von Johannes Goldmund (+404).
Ergebnisorientierung (als Ergebnis könnte man ja das weitherzige Bekennen des Glaubens ansehen) gibt es da prinzipiell nicht, aber es scheint zumindest in manchen Ländern mehr Ergebnis zu geben als bei uns.

Im Westen, also bei uns, sieht es in meinen Augen dagegen eher nach Stadium 2 aus. Selbst wenn das gleiche Ergebnis als Ziel ausgegeben wäre (was ich nicht allerorts sehe, ich bin aber auch nicht allerorts), gibt es keine Art von stringentem Konzept. Jemand, hier der Pastoralverantwortliche, behauptet etwas, das wird dann so gemacht. Ergebnisüberprüfung findet nicht statt.

Ich beantrage hiermit - natürlich völlig albern, weiß ich - daß in die Pastoral eine Kultur der Ergebnisorientierung eingeführt wird, also Stadium 3. Es entspricht seit rund hundert Jahren nicht mehr dem Stand der Wissenschaft, einfach so Sachen zu behaupten oder vor sich hinzuwurschteln, auch sicher nicht dem Stand der Pastoraltheologie. Nach erfolgter Zielsetzung muß dieses überprüft werden, ggf. müssen die Pläne und Methoden verworfen werden, mit denen man dieses Ziel erreichen wollte. Natürlich ist alles Gnade, keine Frage, aber auch eine körperliche Heilung als etwas prinzipiell Gutes wird gegen den Willen des Herrn wohl kaum stattfinden.
Daher sollte man jetzt nach rund 40 Jahren Experimentierphase mal in die Phase der Reflexion und Evaluation übergehen.
Besser wäre das.


“Ich glaube keiner Statistik, …

Veröffentlicht am Tuesday, 11. January 2011, 08:19

die ich nicht selbst gefälscht habe”, soll Winston Churchill mal gesagt haben (was wiederum auch niemand bisher nachweisen konnte, by the way).

Aber mit Statistiken ist das so eine Sache: sie können auch ohne Fälschung sehr manipulativ eingesetzt werden, insbesondere in der Medizin.

In einem sehr interessanten Artikel stellen die Autoren eine “Collective statistical illiteracy” fest, ein “Allgemeines Analphabetentum bezüglich Statistiken”. Und sie zeigen bspw. auf, wie eine manipulative Darstellung statistischer Daten tödliche Effekte haben kann.
So stieg die Abtreibungsrate in England und Wales nach 1995 stark, während sie die Jahre zuvor stetig gefallen war. Auch wenn die Autoren den Zusammenhang behaupten (und nicht beweisen), so kann doch die damalige journalistische Story, daß “die Pille” das Risiko für eine Thrombose oder Lungenembolie um 100% erhöht(!), aus wichtiger Faktor angesehen werden.

Diese 100% bezogen sich aber auf die absolute Zahl (statt 1 Frau von 7000 mit der Pille jetzt 2 Frauen von 7000 mit der Pille), nicht auf die relative Zahl (wo die 7000 die Basis gewesen wären), die im Promillebereich gelegen hätte.
Das ganze führte aufgrund der Verbreitung in der Laienpresse zu einem Anstieg der Abtreibungen um mehrere Tausend/Jahr (auf die Pille wurde verzichtet, daß gleiche Verhalten führte aber zu ungewollten Schwangerschaften und so weiter).

Es werden noch andere krasse Beispiele gebracht, die auch mich zuerst wunderten und dann klar erschienen (wer weiß schon, daß rund 90% der Frauen mit einem auffälligen(!) Befund im Mammographiescreening keinen Brustkrebs haben?)

Also: man muß extrem aufpassen, wenn man nicht Manipulationen zum Opfer fallen will. Und Abtreibungen werden manchmal durch schlechte Darstellungen von Statistiken beeinflußt…


Unverständnis

Veröffentlicht am Friday, 07. January 2011, 23:43

Angeregt durch diesen kurzen Beitrag wollte ich nur mal kundtun, daß ich die Frage nach dem “warum gibt es das Leid?” als existentielle oder gar einen Unglauben begründende Frage nie verstanden habe (man nennt sie die Theodizee-Frage).

Denn eine erklärende Antwort würde uns ja nicht nützen! Dadurch ändert sich ja nichts!

Aber: Christus bezeichnet sich selbst als Arzt.

Und bringt es einem Patienten etwas, wenn er weiß, warum er unheilbaren Krebs hat, bringt es ihm etwas zu wissen, warum er ständig grippale Infekte hat, warum er Krankheit XY hat?

Geht man zu einem Arzt, damit man eine Erklärung nach dem Warum bekommt?

Ich hab immer erfahren, daß meine Patienten Hilfe haben wollten und wollen, keine bloßen Erklärungen. Das kann auch bedeuten, eine Hilfe zu bekommen, das Leid besser/einfacher/leichter zu (er)tragen. Erklärungen helfen einem verstehen, lindern aber keinen Schmerz.

Und in der ambulanten Primär-Medizin (Hausarzt) ist es sogar so, daß in sehr vielen Fällen die Frage nach dem Warum gar nicht beantwortet werden kann, sondern nur die nach dem Was hilft.
Soll man aber eine Therapie ablehnen, von der man weiß, daß sie aller Voraussicht nach gegen die unbekannte Ursache hilft, nur weil diese unbekannt ist? Wer das tut, dessen Leidensdruck kann nicht so hoch sein …


Nachtrag

Veröffentlicht am Friday, 07. January 2011, 23:36

Aus der gleichen Quelle wir das vorherige Zitat:

The conversations that take place in the sacrament of reconciliation are the most important conversations on the face of the planet.


Anwendbar

Veröffentlicht am Friday, 07. January 2011, 23:31

Ich denke bei uns sieht es bei der neuen Bischofsgeneration tendenziell ähnlich aus, und das paßt natürlich nicht allen:

Part of Catholic identity is the role of the bishop, meaning the ministry of bishops and the leadership of bishops, which has been contested for many reasons. We need a lot more conversation around that topic.

Are you encouraged by how that conversation is shaping up?

It depends on where you start. Am I encouraged by divisions in Catholic communion? No. Am I encouraged by the fact that it’s now necessary to talk about differences in self-understanding? Yes. Am I hopeful about the bishops taking possession of their own vocation in the church? Yes.

By the bishops’ vocation, what do you mean?

The teaching dimension, I think, has been very well carried for many decades, both individually in many dioceses and collectively by the conference. The part of the definition that hasn’t been attended to is governing. The sexual abuse crisis is evidence of that. If bishops had governed more clearly between 1973 and 1986, when statistics tell us most of the abuse took place, it might have been contained more quickly, and we would not be subject to the terrible crisis it has caused us.

Your reading is that bishops today are more ready to exercise their powers of governance?

Yes, and to do so responsibly.

(Quelle)


Etymologie heute

Veröffentlicht am Friday, 07. January 2011, 23:19

And to think that it was precisely from Iraq that the word “genocide” came. It was coined in 1943 by a Jewish lawyer from Poland, Raphael Lemkin, a great supporter of humanitarian causes, after studying the systematic extermination of Assyrian Christians carried out ten years before by the Muslim governors of the new Iraqi nation that had emerged from the dissolution of the Ottoman empire.

(Quelle)


Empfehlung

Veröffentlicht am Thursday, 06. January 2011, 09:19

Nachdem ich den Überblick über die katholische Bloggerlandschaft schon vollkommen verloren habe, möchte ich aber auf einen neuen hinweisen, der von einer Bekannten stammt und den ich - aus dem Wissen um die Autorin heraus - vollumfänglich empfehlen kann. Der Autorin wünsche ich Ausdauer und Beharrlichkeit, denn zu viele Blogs schlafen zu schnell wieder ein.

Hier ist er:

5brote2fische


Trauer

Veröffentlicht am Sunday, 02. January 2011, 00:21

Trauer verspüre ich über wieder mehr als 20 Märtyrer für den Glauben an Jesus Christus, diesmal in Ägypten. Trauer.

Ich kann die Wut der Kopten gut verstehen, die tägliche Demütigung, das tägliche Behandeltwerden als Mensch und Bürger Zweiter Klasse mit weniger Rechten als die Muslime in der gleichen gemeinsamen Heimat. Denn auch wenn die körperliche Gewalt offiziell von allen relevanten Stellen in Ägypten mal wieder verurteilt wird, die tägliche Demütigung - auch Gewalt - wird von den gleichen Stellen mitgetragen oder gar forciert.

Doch darf auch hier Verständnis für die Wut nicht Gutheißen bedeuten. Gegengewalt löst nichts.

Ich hoffe und bete, daß es den Kopten gelingen möge, die Liebe, die der Vater durch Seinen Sohn ihnen entgegenbringt, auch jetzt durch ihr Leben aufscheinen zu lassen.

Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, hoffe aber, daß auch dann mich mein Glauben nicht verläßt.


Na dann…

Veröffentlicht am Saturday, 01. January 2011, 01:01

…mal Frohes Neues!