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Archiv für September, 2011



Biblische Strategie gegen die Sünde

Veröffentlicht am Friday, 30. September 2011, 11:07

Wenn es darum geht, selber nicht so viel zu sündigen und einen Weg zu suchen, der Verführung Herr zu werden, möchte ich mal einen Weg wieder in Erinnerung rufen, der mir “über den Weg lief” und ins Auge sprang, als ich mal wieder den Jakobusbrief las.

Dort heißt es in Kapitel 3 (Hervorhebung von mir):

2b Wer sich in seinen Worten nicht verfehlt, ist ein vollkommener Mann und kann auch seinen Körper völlig im Zaum halten.
3 Wenn wir den Pferden den Zaum anlegen, damit sie uns gehorchen, lenken wir damit das ganze Tier.
4 Oder denkt an die Schiffe: Sie sind groß und werden von starken Winden getrieben und doch lenkt sie der Steuermann mit einem ganz kleinen Steuer, wohin er will.
5 So ist auch die Zunge nur ein kleines Körperglied und rühmt sich doch großer Dinge. Und wie klein kann ein Feuer sein, das einen großen Wald in Brand steckt.
6 Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Die Zunge ist der Teil, der den ganzen Menschen verdirbt und das Rad des Lebens in Brand setzt; sie selbst aber ist von der Hölle in Brand gesetzt.
7 Denn jede Art von Tieren, auf dem Land und in der Luft, was am Boden kriecht und was im Meer schwimmt, lässt sich zähmen und ist vom Menschen auch gezähmt worden;
8 doch die Zunge kann kein Mensch zähmen, dieses ruhelose Übel, voll von tödlichem Gift.
9 Mit ihr preisen wir den Herrn und Vater und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die als Abbild Gottes erschaffen sind.
10 Aus ein und demselben Mund kommen Segen und Fluch. Meine Brüder, so darf es nicht sein.
11 Läßt etwa eine Quelle aus derselben Öffnung süßes und bitteres Wasser hervorsprudeln?
12 Kann denn, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven tragen oder ein Weinstock Feigen? So kann auch eine salzige Quelle kein Süßwasser hervorbringen.

Auch wenn das zum Teil recht pessimistisch ist, ich denke auch, daß man seinen Körper nur im Zaum hält, wenn man es mit seiner Zunge schafft. Vielmehr beginnnt es sogar schon davor mit den Gedanken, auch wenn das das härteste ist. Doch ohne “züchtige” Worte geht es sicher nicht - das kann ich zumindest aus meiner Erfahrung sagen.
Und ich denke, daß man die Aussagen des Jakobus auch auf das Schreiben im Internet anwenden darf.


Bischof

Veröffentlicht am Wednesday, 28. September 2011, 19:06

I disagree with the church on some issues.

We’ll go to hell if we don’t care for the poor.

Das sagt ein zeitgenössischer Bischof der Römisch-Katholischen Kirche öffentlich.

Und?

Der erste Reflex: Apostat! Abweichler! Spalter! Sozialreformer-Bischof! Sozialistenbischof! Oder nicht?

Nun, es ist ein Bischof, der mir, auch wenn es nicht meiner ist, sehr gefällt.

Es ist der recht neue Erzbischof von Philadelphia (vormals von Denver), Charles Chaput OFMcap, hat als Kapuziner also den gleichen Stallgeruch wie der Betreiber dieses Blogs.

Es scheint in der großen amerikanischen Debattenkultur (ja, die gibt es da!) noch möglich zu sein, daß man einen Bischof ausreden läßt, daß er die Lehre der Kirche hervorragend darlegen kann.

Hier lesen (damals war er noch in Denver)!

Und noch ein Schmankerl aus diesem Gespräch, passend zu den den letzten Tagen bei uns:

Where the media see Catholic politicians, Catholic bishops see a soul.


Von den Freikirchen lernen

Veröffentlicht am Wednesday, 28. September 2011, 15:06

Papst Benedikt XVI. sagte mal, daß die aufstrebenden Freiirchen und Pfingstgemeinden weltweit bei weitem nicht so das theologisch feste Gerüst bieten wie die “etablierten” Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften.
Doch offensichtlich hindert das diese überhaupt nicht daran, sehr zu expndieren, auch auf Kosten der etablierten.

Ich wohne in unmittelbarer Umgebung einer international ausgerichteten Freikirche, die bezeichnenderweise eine ehemalige katholische Pfarrkirche nutzt.

Mich hat schon immer beeindruckt, mit welcher Selbstverständlichkeit und mit wie wenig Angst sie Taufkurse für interessierte (Noch-)Muslime anbietet (vor allem Iraner). Dabei sind diese Kurse selbst nicht ohne Anforderungen - ich erinnere mich, wie ich am Schaukasten vorbeiging und den Hinweis fand, daß Anwesenheit bei den Kurstagen unbedingte Pflicht ist, um getauft zu werden.

Nein, ich sehe das nicht als Eins-zu-eins Modell für unsere Pfarreien (auch wenn ich als Glied einer “armer Stadtteil”-Pfarrei auch viele Nationalitäten Sonntag morgens antreffe in der Kirche), aber ein wenig mehr Unbedartheit und Vetrauen in den Hl. Geist könnten wir gebrauchen. Daß es klappen kann, zeigt u.a. eben die freikirchliche Gemeinde nebenan.
Daß es mir natürlich angesichts der Wahrheitsfrage nicht egal ist, wo jemand zur Kirche geht, ist ein anderes Thema, aber für Jesus sind sie auf jeden Fall begeistert.


Protestantische Tradition oder Reinigung des Gedächtnisses

Veröffentlicht am Tuesday, 27. September 2011, 15:43

Als Joseph Ratzinger Papst wurde, saß ich mit meinem damaligen Oberarzt, stramm lutherisch, vor dem Radio und wir harrten auf die Durchsage, wer es denn nun geworden sei.
Als B16 noch Erzbischof von München war, hatte ihn dieser spätere Oberarzt mal persönlich kurz kennenlernen dürfen und ihn gefragt, wann denn Fortschritte in der Ökumene Richtung gemeinsamer Eucharistie zu erwarten seien.

Die Antwort würde wohl bis heute die meisten Lutheraner überraschen, weil viele es ja nicht so mit der Kirchengeschichte haben, wohl auch nicht mit der eigenen.

Joseph Kardinal Ratzinger antwortete, daß daraus nichts werden kann, solange die Schmalkaldischen Artikel noch nicht offiziell von den Lutheranern widerrufen worden wären.

Die was?

Ja, die Schmalkaldischen Artikel, die offizieller Teil der Bekenntnisschrift der Lutheraner sind.

Ein kleiner Ausschnitt daraus:

Zuletzt ist es nichts als eitel Teufel, da er [der Papst] seine Lügen von Messen, Fegefeuer, Klosterei, eigenen Werken und Gottesdienst, welches denn das rechte Papsttum ist, treibt über und gegen Gott, verdammt, tötet und plagt alle Christen, die solche seine Greuel nicht über alles heben und ehren. Darum, so wenig wir den Teufel selbst als einen Herrn oder Gott anbeten können, so wenig können wir auch seinen Apostel, den Papst oder Endchrist, in seinem Regiment als Haupt oder Herrn leiden. Denn Lüge und Mord, um Leib und Seele ewig zu verderben, das ist sein päpstliches Regiment eigentlich, wie ich dasselbe in vielen Büchern bewiesen habe.

Einen Kommentar dazu verkneife ich mir …


Was andere besser können …

Veröffentlicht am Tuesday, 27. September 2011, 12:54

sollte ich nicht versuchen.

Hier ein kleines Schmankerl aus dem Resumé der Papstrede im Dt. Bundestag von dem einzig wahren Josef Bordat:

„Auch Päpste können vernünftig sein.“, stellt Evelyn Finger (Zeit Online) überrascht fest. Das ist geradezu eine publizistische Verneigung (oder vielmehr ein Knicks). Dabei sagt dieses Lob im Grunde mehr über die Vorurteile gegenüber Benedikt, das Papsttum, die Kirche und den christlichen Glauben aus als über Benedikt, das Papsttum, die Kirche und den christlichen Glauben. Ich bin jedenfalls meinerseits immer wieder überrascht, wenn Menschen überrascht sind, dass Katholiken wider Erwarten doch vernünftig denken können, nachdem vor einem dreiviertel Jahrtausend Kirchenlehrer Thomas von Aquin die Vernunft zum Prädikat der menschlichen Antwort auf die Gottesfrage erhob und damit dem Katholizismus die Vernunft als Glaubensprinzip implantierte. Aber gut. Ein halbes Jahrtausend antikatholische Propaganda haben da auch einiges verdunkelt, das muss man ohne Zweifel in Ansatz bringen. Dass aber bei einem ehemaligen Universitätsprofessor und einem der weltweit führenden Intellektuellen immer wieder mit Erstaunen auf Dinge hingewiesen wird, die man sonst jedem Automechaniker zubilligt, verblüfft dann doch. Ich meine, bei Usain Bolt wundert sich doch auch keiner, dass er schon laufen kann.


Ökumenische Frage VI

Veröffentlicht am Monday, 26. September 2011, 13:03

(Hier der letzte Teil, liegt schon eine Weile zurück)

In den Beitrag “Mysterium der Kirche I” schrieb ich ja am Schluß, daß die protestantischen Übersetzungen das griech. Wort “ekklesia” mit “Gemeinde” übersetzen.

Das wirft, basierend auf dem urprotestantischen Prinzip sola scriptura, meiner Meinung nach ein Problem auf, das ich noch nicht lösen konnte. Ich vertrete zwar dieses “sola”-Prinzip nicht, aber vielleicht kann mir ja jemand helfen.

Hier das betreffende Bibelzitat aus dem Mt-Ev. (katholisch wird “Gemeinde” durch “Kirche” ersetzt):

15 Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.
16 Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde.
17 Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner.

Ein Heide ist kein Teil des Volkes Isrel, so viel sollte klar sein. Somit wäre jemand, der partout keine Besserung zeigen will, für diese “Gemeinde” (nach prot. Lesart) kein Teil des neuen Volkes Israel mehr, eben der Herausgerufenen, der Kirche.

Oder etwa doch?

Denn es gibt ja die protestantische Vorstellung von der eigentlichen Kirche als unsichtbare Kirche, “ecclesia invisibilis” (ja, hier wird das Wort tatsächlich mit Kirche übersetzt, warum wohl …), dagegen ist die sichtbare Kirche als “ecclesia visibilis” durchaus wandelbar und ganz unterschiedlich ausgeprägt.

Wenn jetzt so jemand, der aus der lutherischen Gemeinde X rausfliegt und in die baptistische Gemeinde Y wechselt, ist er dann noch in der “unsichtbaren Kirche”?

Und wenn ja, warum hat Jesus das dann überhaupt gesagt? Bringt ja offensichtlich nichts …

Oder ist mit ecclesia/ekklesia vielleicht wirklich die Kirche gemeint…?


Die Größe der Schöpfung

Veröffentlicht am Monday, 26. September 2011, 10:47

Jedes Mal, wenn ich wie gestern nachmittag durch den Düsseldorfer Wildpark mit Kind und Kegel spazieren gehe, beeindruckt mich eine kleine Hinweistafel. Sie erklärt, wie die hohen Bäume, die hinter ihr stehen, durch natürlichen Samenflug in den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts entstanden sind.

In den 1720ern!

Weit vor der amerikanischen Unabhängigkeit, vor der französischen Revolution, zu Zeiten des dt. Flickenteppiches.

Und sie stehen einfach da.

Und wir sorgen uns ums Kleinklein des Alltags.

Mir helfen diese und andere Bäume sehr, die Größe Gottes mehr zu erahnen und gleichzeitig von mir selbst und meinen Alltagssorgen Abstand zu gewinnen.


Interessant

Veröffentlicht am Monday, 26. September 2011, 09:49

Das Coolste vom Papstbesuch war neben dessen Reden - allesamt der Hammer und hoffentlich ohne “Kultur der Folgenlosigkeit” innerhalb der Kirche! - die zu beobachtende Reaktionsbreite der Ablehner dieses Besuches.

Wie ein alter weißer Mann, der keine nennenswerte politische Macht hat (also keinerlei Gewaltmonopol oder so) durch seine bloße Anwesenheit und Worte Menschen zur Weißglut treiben kann, ist mehrere soziologisch-psychologische Dissertationen wert.
Die allermeisten medial verbreiteten Proteste (der Filter der säkularen Presse ist ja extrem selektiv im Umgang mit der Wahrheit) waren doch ziemlich grotesk infantil; aber nun gut, jeder wie er mag.

Intellekt ist ja eine Gabe des Hl. Geistes - und ich bin sicher, daß auch die beschenkt wurden, die Ihn als Geber nicht anerkennen. Jetzt gilt es nur noch, dieses Geschenk auch einzusetzen.


Gregorianik

Veröffentlicht am Friday, 23. September 2011, 10:19

Es schadet nie, wenn ein gläubiger Katholik ein gewisses Maß an gregorianischen Gesängen “draufhat”, dafür muß man nicht zwingend der außerordentlichen Form (der sog. “tridentinischen Form”) des römischen Ritus zugeneigt sein.

Die Zeitschrift “30 Tage” (hier schon lange auf der rechten Seite verlinkt) hat jetzt ein kleines Heftchen zum Dowmload bereitsgestellt, welches die wichtigsten gregorianischen Gesänge beinhaltet. Da ich nicht weiß, wie lange das Heft da zu finden sein wird, ist es dauerhaft unter “Katholisches” auf der rechten Seite zu finden und hier direkt als pdf abrufbar.


Das Mysterium der Kirche I

Veröffentlicht am Thursday, 22. September 2011, 22:54

Schon seit einiger Zeit gehe ich mit dem Gedanken schwanger hier mal einiges über die Kirche zu schreiben. Nicht über die Kirche als soziologische faßbare Organisation von fehlbaren Menschen, sondern über die Kirche in Gänze, ohne sie je ganz umfassen zu können.

Es soll um die Kirche als Kirche gehen, auch wenn das blöd klingt. Erst einmal ein paar Vorbemerkungen:
Was heißt Kirche? Kirche kommt vom griechischen “kyriake”, was soviel heißt wie “dem Herrn (zu)gehörig” (sagt ja auch schon mal etwas über ihren Auftrag aus, nicht wahr?).

In der Hl. Schrift wird aber das, was wir als “Kirche” übersetzen, “ekklesia” (latinisiert ecclesia) genannt. “kalein” ist das Verb “rufen”, “ek” steht für “ex”, also”raus, heraus” (eben ekklesia statt exklesia). Die Ekklesia (Ursprung für “église” und “iglesia”) ist also die Versammlung der Herausgerufenen. Im Alten Testament (AT) steht für diese Bedeutung das hebr. Wort qáhál, die jüdische Übersetzung des AT ins Griechische (die sog. Septuaginta) übersetzt diesen Begriff eben mit ekklesia.

Und was war jetzt qáhál bzw. ekklesia im AT? Es war eine Bezeichnung für Israel, für das Volk Gottes.

Schon immer sah sich die Kirche daher als das Neue Volk Gottes (was das letzte 21. Ökumenische Konzil in dem Dokument “Lumen Gentium” noch mal bestätigt hat) - nur sind einige Konsequenzen dieser Sichtweise im modernen Verständnis vollkommen verschütt gegangen.

Eine davon möchte ich nun behandeln.

Es geht um den Begriff des “Volkes”. Im Alten Testament war es immer klar, nie wurde anders gebetet: der Herr wendet sich dem ganzen Volk zu als seinem Bundespartner. Es gibt bspw. keinen Psalm, bei dem jemand nur für sich betet (auch wenn dies König David für sich tut, macht er das im Interesse seines Volkes). Das ganze Volk sitzt im gleichen Boot - das ganze Volk erfährt Gottes Nähe oder eben (nur zeitweise) nicht. Die Identifikation mit dem Volk als unaufgebbare Bindung ist bis heute im Judentum groß.

Die Kirche als Neues Volk hat das natürlich übernommen, wie hätte sie es anders machen können?

Es geht also nicht so sehr um meine Erlösung als individuelles Heilsereignis, nicht so sehr um die Frage, ob ich jetzt Jesus ins Herz aufnehme oder dem Glauben intellektuell zustimme, sondern um die Frage: gehöre ich zum Volk Gottes? Dieses Volk Gottes wird als ganzes erlöst, so viel ist durch die Zusage Jesu sicher. Die Frage ist also: gehöre ich dazu?

Warum dann beichten (da fällt mir ein, ich müßte mal wieder …)? Die Beichte ist da, damit man wieder zur Kirche dazugehört - denn mit einer schweren Sünde stellt man sich außerhalb der Kirche, auch wenn man als gläubiger Mensch noch Glied der sichtbaren Kirche bleibt. Um zur Reihe der Erlösten, zur Kirche zu gehören, bedarf es also der Hinwendung zu Gott. Es können Leute draußen sein (außerhalb der Kirche), die drin sind (also formell Mitglieder) und umgekehrt, wie schon Augustinus feststellte.

Nur aufgrund dieses Verständnisses kann die Kirche von sich sagen, rein und makellos zu sein - weil die Sünde vom Volk Gottes ausschließt, nicht weil die Kleriker bessere Menschen wären.

Im Judentum gibt es nun die Individualbeichte nicht, sondern es gibt - eben für das ganze Volk der Erlösten - den Tag “Jom Kippur“.
Warum haben wir den nicht, würde doch manches vereinfachen?

Wir haben so einen Tag nicht, weil jemand gekommen ist, der alle Jom-Kippur-Hohepriester in den Schatten gestellt hat, der selbst nicht wie im Judentum stellvertretend die Vergebung der Sünden durch ein Opfer empfing, sondern der selbst als Opfer die Vergebung der Sünden schenkte, weil er diese Sünden auf sich nahm und für sie litt. Es dürfte klar sein von wem die Rede ist (nicht zuletzt der Hebräerbrief ist voll davon) …

Deswegen vergibt der Empfang der Eucharistie Sünden, weil Er die Vergebung schenkt (wie es im Credo bekannt wird und wie es doch viele kaum glauben).

Deswegen ist die Hl.Messe eine wahre Opfergabe, weil sie immer wieder aufs Neue durch den Einen Hohepriester diese Vergebung schenkt und somit jeder Tag Jom Kippur sein kann.

Deswegen wird in jeder Hl. Messe gebetet, daß diese Eucharistiefeier für die ganze Kirche gefeiert wird.

Deswegen spricht Paulus von dem Einen Leib, der Kirche, mit seinen vielen Gliedern, die alle untereinander verbunden sind und eines Sinnes sein sollen.

Und leider deswegen findet man in den protestantischen Übersetzungen die ekklesia mit “Gemeinde” übersetzt, damit man der ganzen Schwere (und leider auch Schönheit, Tiefe und Fülle) der Kirche aus dem Weg gehen kann …


Der Papst

Veröffentlicht am Thursday, 22. September 2011, 21:45

ist einfach cool.


Böse, aber irgendwie … wahr

Veröffentlicht am Thursday, 22. September 2011, 13:56

Die katholische Kirche ist nur für Sünder und Heilige. Für normale Leute genügt die anglikanische.

Oscar Wilde

(Auf den Hern Wilde einfach mal klicken - cum grano salis sehr lesenswert)


Blick von außen

Veröffentlicht am Wednesday, 21. September 2011, 12:49

Sandro Magister, einer der meistgelesensten Vatican-Journalisten, wirft einen sehr interessanten Blick auf den morgen beginnenden Papstbesuch. Und er läßt die zu Wort kommen, die alles aufgeben, um mit Sack und Pack (sprich: Großfamilie) in ein unbekanntes Land aufbrechen zur Verkündigung der Frohen Botschaft durch Leben und Wort.
Sie beeindrucken mich tief.


Nachträglich verbündet

Veröffentlicht am Wednesday, 21. September 2011, 11:59

Letztes Jahr im Juni sprach ich mal die Frage an, warum die zeitgenössische Theologie mehrheitlich meint, der Verfasser des Matthäus-Evangeliums sei nicht der Apostel Matthäus.

Heute habe ich entdeckt (im Email-Service von evangeliumtagfuertag.org), daß B16 schon 2006 in einer Audienz die Tradition der Zuschreibung des Evangeliums zu Matthäus aufnahm:

Abschließend soll daran erinnert werden, daß die Tradition der Alten Kirche Matthäus einmütig die Urheberschaft des ersten Evangeliums zuschreibt. Das geschieht bereits von Papias an, der um das Jahr 130 Bischof von Hierapolis in Phrygien war. Er schreibt: »Matthäus hat in hebräischer Sprache die Reden zusammengestellt; ein jeder aber übersetzte dieselben so gut er konnte« (in: Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, III,39). Der Historiker Eusebius fügt hinzu: »Matthäus, der zunächst unter den Hebräern gepredigt hatte, schrieb, als er auch noch zu anderen Völkern gehen wollte, das von ihm verkündete Evangelium in seiner Muttersprache; denn er suchte denen, von welchen er schied, durch die Schrift das zu ersetzen, was sie durch sein Fortgehen verloren« (ebd., III,24). Wir besitzen das von Matthäus in Hebräisch oder Aramäisch geschriebene Evangelium nicht mehr, aber im griechischen Evangelium, das wir haben, hören wir gewissermaßen auch weiterhin die überzeugende Stimme des Zöllners Matthäus, der, zum Apostel geworden, damit fortfährt, uns das rettende Erbarmen Gottes zu verkünden. Hören wir auf diese Botschaft des hl. Matthäus, denken wir immer wieder darüber nach, damit auch wir lernen, aufzustehen und Jesus entschlossen nachzufolgen.

Da er als hervorragender Theologe bekannt ist, interessiert mich noch einmal die Frage, warum die Exegeten heutzutage die Tradition nicht positiver beurteilen. Eine überzeugende Antwort erwarte ich leider aber nicht …


Die Zukunft der Kirche

Veröffentlicht am Wednesday, 21. September 2011, 08:32

Die Zukunft der Kirche wird sich in demokratisch und somit plural verfaßten Staaten daran entscheiden, wie sie mit Mißgunst, Verleumdung und ggf. Verfolgung umgeht. Wird sie (also die Glieder der Kirche, egal wer) an staatl. Autoritäten appellieren, wird sie verlieren. Wird sie sich wie Petrus und die anderen Apostel “freuen, daß sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden” (Apg 5,41), dann erfüllt sie den Willen des Herrn.


Hingabe zum Nutzen der Frau

Veröffentlicht am Friday, 16. September 2011, 23:12

Ich möchte noch einmal auf die berühmte Stelle des 5. Kapitels des Paulusbriefes an die Gemeinde in Ephesus eingehen. Dort steht u.a., für Ehemänner wie mich sehr wichtig:

25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat,
26 um sie im Wasser und durch das Wort rein und heilig zu machen.
27 So will er die Kirche herrlich vor sich erscheinen lassen, ohne Flecken, Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos.
28 Darum sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen so zu lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst.

Es gibt hier zwei interessante grammatikalische Punkte: das finale “um zu” in Vers 26 und das einleitende kausale “darum” in Vers 28. Was heißt das konkret?

Es bedeutet meiner Meinung nach, daß der Ehemann seine Frau nicht hingebungsvoll lieben soll, weil das ihm irgendwie in den Augen Christi nützen könnte oder ihn eher heilig machen würde, sondern um die Ehefrau “rein und heilig zu machen”! Die Hingabe an die Frau nach Christi Vorbild (also mit großen Chancen auf ein knackiges schmerzhaftes Kreuz) erfolgt ausschließlich für die Frau!

Krass, oder?

Nachtrag: ein Kommentator, der aus formalen Gründen nicht veröffentlicht wird, meinte, das griech. Original wäre da gewinnbringender (anders?). Ich kann das nicht beurteilen, da ich kein Koiné-Griechisch kann - aber Luther, Hieronymus in seiner Vulgata und die Autoren der Elberfelder (um mal ein weites Spektrum zu nennen), übersetzen alle final bzw. kausal. Ebenso tun das die anderen Übersetzungen in Spanisch, Englisch, Französisch und Rumänisch (die kann ich zumindest alle sehr gut bis mäßig verstehen), die ich auf bibleserver.com mal überflogen habe.


Kein Mißmut

Veröffentlicht am Friday, 16. September 2011, 23:02

Ich freue mich natürlich, daß der Nachfolger Petri nach Deutschland kommt und uns besucht. Auch wenn ich selber bei keinem seiner Besuchstage dabei sein kann und das ganze wohl auch nicht viel im Internet oder Fernsehen verfolgen werde, bin ich mir sicher, daß er die richtigen Worte finden wird, wie er es auch schon gegenüber den Kritikern in den USA und in Großbritannien getan hat.

Ich muß aber gestehen, daß ich die Besuchskritiker auch verstehen kann. Es ist in meiner Erinnerung noch frisch, wie ich als alles andere als gläubiger Teenager kopfschüttelnd vor dem Fernseher saß, als da ein alter Mann in weißen Klamottenaus dem Flieger stieg und meinte uns was vom Leben erklären zu müssen. Von damals bis heute ist ein langer Weg, der niemals auf Erden zuende sein wird.

Natürlich erhoffe auch ich mir ein respektvolles Miteinander auch bei starken Meinungsdifferenzen. Doch auch wenn es vielleicht zum Teil eher “spanisch” zugehen wird, sollten wir nicht diejenigen sein, die versuchen, daraus verbal Kapital zu schlagen.


Goldmund

Veröffentlicht am Tuesday, 13. September 2011, 07:58

Da die Kirche heute Johannes Chrysostomus feiert, erlaube ich mir als Ehemann und Vater einen Verweis auf meinen Beitrag vom Juni diesen Jahres.


Ein Segen

Veröffentlicht am Friday, 09. September 2011, 07:11

Wahrscheinlich wird es noch eine Weile dauern, aber ich hoffe, daß auch die Verantwortlichen in der Kirche merken, daß dieses Urteil für die Glaubwürdigkeit der Kirche nur Vorteile bietet (die Klinik ist hier “umme Ecke”).
Das kirchliche Arbeitsrecht gehört in meinen Augen einfach abgeschafft - für die Freiheit des Menschen hat es keine Vorteile gegenüber dem normalen Arbeitsrecht und die Wahlfreiheit des Jobs (à la “mußt ja nicht für die Kirche arbeiten”) ist für sehr viele eh nicht gegeben.
Wenn das Reden von der Hinwendung zu den Armen wahrhaftig sein soll, dann muß das eigene Arbeitsrecht weg.


20 000 000 000 kg

Veröffentlicht am Thursday, 08. September 2011, 13:00

20 Millionen Tonnen Lebensmittel essen wir hierzulande pro Jahr.

Und 20 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr werfen wir jedes Jahr in den Müll, obwohl der überwiegende Teil noch genießbar wäre.

Es wird doppelt so viel produziert wie gegessen - was die Somalis dazu sagen würden?

Dabei wird am meisten schon direkt bei der Produktion vernichtet, da eine zu große oder zu kleine Kartoffel nicht vom Handel akzeptiert wird oder einer EU-Norm nicht entspricht. Und der Handel wirft viel weg, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum bedrohlich nahe rückt (beide werden von der zuständigen Bundesministerin hier nicht thematisiert). Schließlich sind auch wir Endverbraucher mit dabei, rund 10% des Hausmülles besteht aus vollkommen genießbaren Lebensmitteln.

Mehr zu diesem sehr leckeren Thema kann man sich ab heute in den Kinos anschauen, wenn wir zum Müllprobieren aufgefordert werden:

Taste the Waste


Streitunlust

Veröffentlicht am Thursday, 08. September 2011, 09:15

Man nennt das Zeitalter des Internets das Informationszeitalter. Es ist allerdings, und mit dem Web 2.0 noch deutlich potenziert, weniger eines der Information als vielmehr der Meinung. Und da jeder jetzt Meinungen aus aller Welt nicht nur lesen, sondern auch jeder selbst seine Meinung veröffentlichen kann, geht es natürlich mit der Qualität der Absicherung dieser Meinung bergab.

Viel Meinung, wenig Argument.

Wie Hans Conrad Zander in seinem herrlichen Buch über den Zölibat schrieb (ich greife hier den verlinkten Vortrag auf), neigt die Mehrheit zur Verdummung, da sie sich nicht mehr in einem Argumentationszwang befindet. Aber auch die Minderheit kann dieser Verdummung erliegen, wenn sie sich nur mit ihresgleichen abgibt und sich somit in einer relativen Mehrheit bewegt (eine große Gefahr von Internetforen oder auch der Blogwelt).

Wie kann man nun als Christ so einer Mehrheit begegnen, die jenseits von Plattitüden nichts mehr aufnehmen kann?

Ich denke Franziskus ist da den richtigen Weg gegangen. Als jemand, der gerne diskutiert, fiel es mir schwer, diesen Gedanken aufzunehmen, aber jetzt nach der Lektüre von den Timotheusbriefen und dem Titusbrief des Paulus wurde mir klar, daß Franz eigentlich nur das will, was Paulus schon einforderte: Abstand nehmen von Streitereien um Worte. Den Glauben verkünden und so stehen lassen, nicht versuchen durch Weisheit zu glänzen.

Franz schreibt in seiner Nicht Bullierten Regel über die Lebensform der Brüder, die zu Sarazenen (=Muslimen) oder anderen Ungläubigen gehen wollen (dieser Passus findet sich hier mehrfach im Blog):

5 Die Brüder aber, die hinausziehen, können in zweifacher Weise unter ihnen geistlich wandeln.
6 Eine Art besteht darin, daß sie weder Zank noch Streit beginnen, sondern “um Gottes willen jeder menschlichen Kreatur” (1 Petr 2,13) untertan sind und bekennen, daß sie Christen sind.
7 Die andere Art ist die, daß sie, wenn sie sehen, daß es dem Herrn gefällt, das Wort Gottes verkünden: sie sollen glauben an den allmächtigen Gott, den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, den Schöpfer aller Dinge, an den Sohn, den Erlöser und Retter, und sie sollen sich taufen lassen und Christen werden; denn “wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen” (vgl. Joh 3,4).
8 Dieses und anderes, was dem Herrn wohlgefällig ist, können sie ihnen und anderen sagen, denn der Herr sagt im Evangelium: “Jeder, der mich vor den Menschen bekennen wird, den werde auch ich vor meinem Vater bekennen, der im Himmel ist” (Mt 19,32).
9 Und: “Wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er in seiner und des Vaters und der Engel Herrlichkeit kommen wird” (vgl. (Lk 9,26).

Nur mit Worten verkündigen “wenn sie sehen, daß es dem Herrn gefällt” - dessen sich sicher zu sein ist nicht so einfach. Und von streiten ist auch hier nicht die Rede, denn die Rede soll dem Herrn wohlgefällig sein (auch sehr paulinisch).

Deswegen werde ich mich nicht äußern zu irgendwelchen geplanten Anti-Papst-Demos, Chrismon-Artikeln oder Parlamentarier-Boykotten. Empören können sich andere, ich sehe keinen Sinn darin.

Ich sage nur, daß ich bei allen schmerzhaften Verfehlungen meinerseits unglaublich dankbar bin, Jesus als Sinngeber meines Lebens und Seine Kirche zu kennen.


Aus dem WJT-Land

Veröffentlicht am Monday, 05. September 2011, 10:55

Da wir uns als Familie ja eher die spanische Sonne auf den Bauch brutzeln ließen, habe ich den diesjährigen WJT nur aus der dortigen nationalen Presse verfolgt (und von hier nichts mitbekommen). Die anfänglichen Gegendemos wurden im allgemeinen (von der links-orientierten EL PAIS natürlich weniger als von der rechts-orientierten EL MUNDO) als eher peinlich angesehen, sowohl inhaltlich als auch insbesondere in ihrem praktischen gewalttätigen Vollzug.
Auffallend waren für mich zwei Punkte: viele Journalisten sahen sich bemüßigt, und zwar in vielen Zeitungen, plötzlich eine Stellungnahme abzugeben, ob sie denn dezidiert gläubig, dezidiert nicht-gläubig oder eher unentschlossen seien. Fand ich etwas positiv überraschend. Die Gretchen-Frage wurde leitartikelsfähig.
Dann fand ich es noch interessant zu lesen, daß manche Kolumnisten von der Kirche immer noch Entschuldigungen nach Entschuldigungen forderten, sozusagen für alles, was jemals schief lief (und da waren ja auch Grausamkeiten dabei). Das ist aus der spanischen Historie zwar besser zu verstehen als hierzulande, auch wenn es das auch hier reichlich gibt, ist aber doch irgendwann langweilig.
Wer einmal sich ein Richteramt anmaßt, läßt es nämlich sowieso nicht mehr los. Und natürlich müssen sich imer nur die anderen entschuldigen.


Angeblogged

Veröffentlicht am Sunday, 04. September 2011, 17:50

Wieder da.

Schön war’s, im Land des diesjährigen WJT, wenn auch an dessen Südküste.

Habe ich was verpaßt außer dem Üblichen?