Archiv für die 'Pax et bonum' Kategorie



Weigerung

Veröffentlicht am Monday, 14. March 2005, 18:55

Auch wenn es flaechenmaessig die drittgroesste Kirche der Welt sein soll (nach dem Petersdom und St. Pauls in London):

Es faellt mir sehr schwer, fuer eine Kirche Eintritt zu bezahlen. Nicht einmal beten kann man dort umsonst. Und sieben Euro fuer die Kathedrale von Sevilla, da bin ich gerade, finde ich echt krass. Es ist ein Gotteshaus! Ich glaube das lasse ich aus Protest…


Subjektiv mangelhaft

Veröffentlicht am Thursday, 10. March 2005, 19:22

Es ist nur mein persönlicher Eindruck, aber angesichts der Tatsache, daß der christliche Glaube weltweit der bei am meisten verfolgte ist, erscheint mir die Menschenrechtsarbeit von Amnesty International zu diesem Thema ein wenig dürftig. Ich hatte es schon anklingen lassen, dies war ein Grund für meine Entfremdung von ai. Auf der internationalen Seite findet man Religionsfreiheit nicht einmal als wichtiges Einzelthema (allerdings so manches andere, was zahlenmäßig nur einen kleinen Bruchteil der Verfolgung von Gläubigen ausmacht), und in der deutschen Suchantwort geht es auch nur selten um Christen.

Hmm, es mag an der westl. säkularen Ausrichtung von ai liegen, an dem latenten Laizismus, der eben auch immer mehr oder weniger subtil antichristlich ist. Dabei betont ein dt. Dokument von ai selbst die immanente Wichtigkeit der Religionsfreiheit als Parameter für die Gewährung der Allgemeinen Menschenrechte…

Andere Organisationen tun da weitaus mehr, und ich spreche hiermit einmal Empfehlungen für die IGFM, einen Teil von Freedom House (engl.), Offene Grenzen oder auch Christian Solidarity Worldwide (engl.) aus (bei letzterer findet man auch links zu anderen Gruppierungen).

Gut, ich hatte schon einmal auf diese Organisationen hingewiesen, so nach und nach, aber Gutes kann man ja wiederholt erwähnen.


Angewandt?

Veröffentlicht am Tuesday, 08. March 2005, 15:07

Ich schrieb ja schon Ende letzten Jahres über Peter Singer, den Ethiker. Da war mir noch gar nicht bekannt, daß er auch nur einer ist, der Wasser predigt und Wein trinkt, oder andersherum, denn er fordert das Tötungsrecht oder gar -gebot an Alzheimerkranken und sorgt sich dann aber selbst um seine erkrankte Mutter. Sowas aber auch! Tja, da kommt Liebe ins Spiel, so’n Mist für alle Theoretiker, nicht wahr? Paßt nicht ins Konzept (spielt im ethischen Diskurs auch keine wirkliche Rolle, nebenbei bemerkt).

(Godspy erweist sich mal wieder als sehr lesenswert)


Nur einer

Veröffentlicht am Thursday, 03. March 2005, 00:30

Unscheinbar. Normal. Mehr oder weniger Durchschnitt eben, wie die meisten (per definitionem). So sieht dieser Mann aus, und wahrscheinlich war er das auch. Wer würde ihn beachten? Nur hatte er es sich in den Kopf gesetzt, eine Veränderung zu versuchen, ein bißchen bloß, für eine überschaubare Zeit.

Aus diesem Versuch wurde Amnesty International (ai oder AI). Und vor wenigen Tagen ist Peter Benenson gestorben.

Interessant sind die Détails seiner Konversion zum katholischen Glauben (was der Artikel von Amnesty selbst nicht erwähnt, die Jahresangaben dazu sind unterschiedlich) und die Trennung von ai für viele Jahre (ebenfalls dort unerwähnt). Er gründete mit anderen nach der Trennung von ai die immer noch existierende Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - kannte ich bis eben selbst noch nicht. Die absolute Basis für letztere ist das Gebet, und ich kenne ai selbst aus mehrjähriger enger Anschauung, war dort ziemlich engagiert - für die meisten zählt nur das Aktivsein und Gebet gilt nicht als aktiv. Ich kann mir gut vorstellen, daß auch dies für ihn bei der inneren Entfremdung ein Grund gewesen sein könnte, bei mir war es jedenfalls so.

Herr, gib ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm. Laß ihn ruhen in Frieden.


Lesen!

Veröffentlicht am Monday, 28. February 2005, 17:59

Es ist immer wieder erstaunlich, daß manche öffentliche Stimmen das Wort von der abendländischen Kultur im Mund führen und sogar das jüdisch-christliche Erbe betonen. Dies geschieht zumeist nur zur Abgrenzung gegenüber anderen, besonders islamischen, Einflüssen. Christus und den Glauben an Ihn haben sie dabei selten im Blick (was man daran erkennt, wenn mal Themen wie Lebensrecht für alle oder auch die Kritik am Neoliberalismus angeschnitten werden). Es geht um ein rein kulturell-zivilisatorisches Konstrukt: das Kind verleugnet seine Eltern.

In diesem hervorragenden Interview legt Rémi Brague dar, wie wenig diese, wie er sie nennt, “Christianisten” mit Christus zu tun haben. Sie glauben an das Christentum, nicht an Christus. Auszüge daraus:

Das Christentum hat nichts Westliches. Es ist aus dem Osten gekommen. Unsere Vorfahren sind Christen geworden.
Sie haben eine Religion angenommen, die ihnen zu Anfang fremd war. Die Wurzeln? Was für ein merkwürdiges Bild… Warum sollte man sich mit einer Pflanze vergleichen wollen? Wenn wir auf französisch „se planter“ sagen meinen wir: sich irren, einen Fehler machen… Wenn wir also schon unbedingt Wurzeln brauchen, sagen wir es doch mit den Worten Platons: wir sind in umgekehrter Richtung gepflanzte Bäume, unsere Wurzeln sind nicht auf der Erde, sondern im Himmel. Wir sind in dem verwurzelt, was, wie der Himmel, nicht erfaßt, nicht in Besitz genommen werden kann. Auf einer Wolke kann man keine Fahnen hissen. Und wir sind auch bewegliche Tiere. Das Christentum ist nicht auf die Europäer beschränkt. Es ist missionarisch. Glaubt, daß jeder Mensch das Recht hat, die christliche Botschaft zu kennen, daß es jeder Mensch verdient, Christ zu werden. […]

Die Zivilisation des christlichen Europa wurde von Menschen erbaut, die keineswegs den Zweck verfolgten, eine „christliche Zivilisation“ zu erbauen. Wir verdanken sie Menschen, die an Christus glaubten, nicht Menschen, die an das Christentum glaubten. […]

Christus ist nicht gekommen, um eine Zivilisation zu erbauen, sondern, um die Menschen aller Zivilisationen zu retten. Das, was man „christliche Zivilisation“ nennt, ist nichts anderes als die Gesamtheit der „Nebenwirkungen“, die der Glaube an Christus auf die Zivilisationen hatte, die seinen Weg gekreuzt haben. Wenn man an Seine Auferstehung glaubt, und an die Auferstehung eines jeden Menschen in Ihm, sieht man alles in einem anderen Licht und handelt auch demzufolge, und zwar in jedem Bereich. […]

Ich frage mich auch, ob es immer richtig ist, von Christentum zu sprechen. Der Suffix könnte, zu unrecht, als eine Theorie bezeichnend verstanden werden, gleichbedeutend mit den „ismen“ wie bei: Liberalismus, Marxismus, usw. Augustinus hat einmal gesagt: das, was es bei den Christen Christliches gibt, ist Christus. Christ sein bedeutet in Kontakt stehen mit einer Person. Und eine Person kann man ja nicht zu einem Werkzeug machen. […]


Vorletzter Akt

Veröffentlicht am Monday, 28. February 2005, 15:42

Wenn es sowohl in der WELT als auch in der taz steht, dann wird es wohl stimmen: “die Anglikaner” wird es wohl bald nicht mehr geben, die Spaltung wird für den Moment eher aufgeschoben als aufgehoben. Der Umstand, daß die liberale Ausrichtung (kurz: der Westen) auch gar nicht mehr theologisch, sondern mit den Menschenrechten argumentiert (siehe Artikel der WELT), ist kein Hoffnungsschimmer für eine geschwisterliche Einigung.

Man kann hier sehen, wie es bei kulturübergreifenden christlichen Gemeinschaften enden wird, wenn das einheitsstiftende Fundament - in personam Petri - fehlt. Niemand möge sich der Illusion hingeben, daß es in der Kirche Jesu Christi anders wäre.


Noch’n Fest

Veröffentlicht am Thursday, 24. February 2005, 22:35

Schon wieder ist ein Apostel heute dran, diesmal der Matthias. Man wird ihn in den Evangelien unter der Original-Zwölferschar vergeblich suchen, er wurde nämlich, wie die Apostelgeschichte berichtet, für den unrühmlichen Judas Iskariot dazu gelost (und die Jünger sahen in so etwas wie einem schnöden Losglück den Willen Gottes, das nur mal nebenbei…).
Und warum ist der Matthes für uns interessant: immerhin ist sein Grab das einzige eines Apostels nördlich der Alpen, liegt in der Benediktinerabtei, die seinen Namen trägt, in Trier. War neulich mal dort, wenn man nicht weiß, daß das Beil ein Zeichen für diesen Heiligen ist, würde man achtlos dran vorbeigehen. Kein Name steht da, nichts, im Kirchenschiff vor dem Chorgestühl.
Ach ja, ein weiterer Heiliger ist in der Krypta der gleichen Abtei recht schmucklos in einem verstaubten Steinsarkophag beherbergt: Eucharius, der erste Bischof von Trier.
So, die beiden findet man also hier.


Dermatologisch getestet

Veröffentlicht am Tuesday, 22. February 2005, 21:21

Wahrscheinlich haben es nicht viele Priester in ihrer Werktagsmesse (falls überhaupt gefeiert) erwähnt, und vielen Katholen geht es wahrscheinlich sonst wo vorbei (leider!) oder verursacht gar Ekel-Pickel, aber heute war und ist das Fest “Kathedra Petri”. Was das heißt wird kurz und knapp hier und gewohnt exzellent, ausführlich und auf Englisch dort erläutert.
Gerade für die Katholiken ist das Petrusamt sine qua non. Ohne Petrus keine katholische Kirche. Mir wird es zunehmend wichtiger, nicht weil der Alte Herr in Rom bestimmt früher oder später einen Nachfolger findet und ich doch so ein JPII-Kind bin (ich war ja erst 3, als er gewählt wurde…). Nein, die Tatsache, einen menschlichen Hirten hier und heute der gesamten Kirche zu haben, war für mich anfänglich immer eine extreme Hybris und Anmaßung, doch es zeigt sich mir mehr und mehr die Bedeutung (ich kann es noch nicht erklären, bin noch nicht so weit). Im übrigens meine ich damit nicht die praktische Seite, wie Garant der Einheit etc., sondern es hat eine zutiefst anthropologische Dimension, die Aussagen über das Petrusamt sagen viel über Gottes Meinung über den Menschen aus. Darauf kommt es letztendlich an.


Langer Weg

Veröffentlicht am Sunday, 20. February 2005, 16:36

Dies Domini.

Von Zeit zu Zeit kommt irgendein Besucher hier vorbei, der diese Seite durch einen Verweis in der Ehemaligen-Liste meiner alten Schule gefunden hat. Vielleicht war auch ein ehemaliger Mitschüler dabei. Er oder sie wird
sehr überrascht gewesen sein ob der hier dargebotenen Themen, da ich damals noch so interessiert an dem christlichen Glauben war wie an dem berühmten Sack Reis in China.

Da es in meinem Fall alles andere als ein “Damaskus-Erlebnis” wie bei Paulus gab, sondern das ganze auch ein intellektueller Kampf war, jeden Tag neu ausgefochten, und da gerade deswegen der katholische Glaube für mich der in sich kohärenteste ist, möchte ich in einer neuen link-Rubrik anspruchsvolle christliche und auch dezidiert katholische online-Magazine vorstellen. Es können rein theologische sein, allgemein gehaltene, deutsch- oder englischsprachige. Ausschließen will ich bewußt die, die mit einer “die bösen anderen”-Attitüde publiziert werden. Dadurch findet sich hier einiges nicht wieder, was man in “progressiven” oder “konservativen” Kreisen zur Hauptlektüre zählt. Es soll ein Liste von Magazinen werden, die ein gutes Layout haben, ansprechend gestaltet, die zwar eine Meinung haben, aber nicht vor allem gegen, sondern für etwas sind. Ich bitte alle um Tips und Hinweise!


Lästig?

Veröffentlicht am Thursday, 17. February 2005, 12:56

88jährige Patientin, herzkrank, lebt allein, die Kinder weit weg, sehr melancholisch, schon immer gewesen. Äußert den Wunsch doch sterben zu können, sie falle doch sowieso anderen zur Last (den Ärzten, Schwestern und nicht zuletzt den Kindern).

In Holland oder Belgien wäre sie näher am Tod.


Ökonomisch?

Veröffentlicht am Saturday, 12. February 2005, 00:04

Wie gestern in den Nachrichten von Radio Vatikan zu lesen war, verbietet UN-Generalsekretär Kofi Annan seinen Blauhelmen im Kongo Sex mit Einheimischen, da es wiederholt zu Vergewaltigungen, Kindesmißbrauch und anderen Übergriffen gekommen sei.

Ob Herr Annan auch in Bosnien den blühendsten Wirtschaftszweig von allen auslöschen will? Ach nein, es ginge ja nur um Einheimische! Na gut, dann können die versklavten Weißrussinen, Ukrainerinnen, Rumäninnen etc. ja weiter ausgebeutet, mißbraucht, geschlagen, vergewaltigt etc. werden.

Unsere Friedenstruppen.

Schön, daß sie sich so um das Bruttosozialprodukt ihrer Einsatzländer mühen.

Wie friedlich.

(Oder hat blauhelmig was mit blauäugig zu tun oder verpassen die Blauhelme ein solches den Frauen, wenn die nicht wollen wie die Friedensbringer oder…)


Langer Schatten

Veröffentlicht am Tuesday, 08. February 2005, 22:14

Heute vor 800 Jahren sitzt ein junger Mann, so in meinem Alter, vielleicht ein paar Jahre jünger, nach jahrelangem inneren Ringen in einer Höhle außerhalb des Städtchens, das er liebte, in dem er aufgewachsen war und in dem seine Familie nach ihm fahndet.

Keiner versteht ihn.
Sie halten ihn alle für komplett durchgeknallt.
“Er schmeißt sein Leben weg!”

Er versteckt sich.

Angst hat er wohl nicht so viel, glaubt gar, von Gott selbst zu diesem Leben bestimmt worden zu sein (wie arrogant, wie fundamentalistisch!).

Geht er in seine Heimatstadt um zu betteln, er, der doch selbst aus reichem Hause stammt, so wird er von seinem ehemaligen “Freunden” verlacht und verspottet; Kinder werfen Steine und verjagen ihn.

“Warum tut er sich das an?”

Heute, 800 Jahre später, ist er ein Vorbild für Millionen.


An die Grenzen gelangt

Veröffentlicht am Friday, 04. February 2005, 20:56

Mal wieder “Dienst” gehabt, sprich diesmal von Donnerstag morgen bis Freitag morgen durchgehend. Nicht eine einzige Minute geschlafen, 26h durchgearbeitet. Grenzen erreicht.


Ohne

Veröffentlicht am Monday, 31. January 2005, 23:39

Dieses Bild zeigt(e beim ersten Mal) die Netzabdeckung dieser Mobilfunkfirma im Bereich des nordöstlichen Rheinland-Pfalz mit dem Benediktiner-Kloster Maria Laach.

Stimmt nicht - da gibt’s keinen Empfang. Letztes Wochenende wieder festgestellt.


Psalm?

Veröffentlicht am Sunday, 30. January 2005, 19:37

Dies Domini.

Aus einem Buch, das ich gerade fertig gelesen habe und im “Eselsohr”
noch besprechen möchte, verfaßt von einem Mann, der sich von den Drogen
befreite, zum Glauben kam und dann nach einem Rückfall an der Nadel
zugrunde ging, nach Psalm 23:

Das Heroin ist mein Hirte.
Ich brauche es immer.
In den Gossen läßt es mich lagern.
Es geleitet mich in süßen Wahnsinn,
es zerstört meine Seele.
Es führt mich auf den Pfad zur Hölle,
getreu seinem Namen.
Und muß ich auch wandern im Tale
des Todesschattens,
ich fürchte kein Unheil,
denn die Droge ist bei mir.
Meine Spritze und meine Nadel,
die bringen mir Trost.
Du bereitest imr Schande
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbtest mein Haupt mit Wahnsinn,
mein Becher läuft über vor Leid.
Der Haß und das Böse begleiten mich sicher
durch alle Tage meines Lebens,
und wohnen werde ich für immer
im Hause des Unglücks und der Schande.


Ans Eingemachte

Veröffentlicht am Thursday, 27. January 2005, 21:40

Spätestens seit der vatikanischen Erklärung “Dominus Iesus” aus dem Jahr 2000, die ja inhaltlich nichts Neues brachte, wird auch in der allgemeinen Öffentlichkeit (das sind die, die vom Thema in der übergroßen Mehrheit keinen blassen Schimmer haben) wahrgenommen, daß es neben dem Ringen ums Gemeinsame zwischen den apostolischen Kirchen und den aus der Reformation hervorgegangenen christl. Gemeinschaften auch um das geht, was zum ureigenen Selbstverständnis einer jeden Gruppe gehört. DI führte zu dem altbekannten Abschießen medialer Aufgeregtheit gegen die römische Kirche.

Grundsätzlich sind ja Ent-Täuschungen nicht unbedingt etwas schlechtes, da sie einen auf den Boden der Tatsachen bringen. Eine solche gibt es auch mit dem Papier der VELKD (Vereinigten Lutherischen Kirche Deutschlands) über die Frage der Ordination und Allgemeines Priestertum. Der Rheinische Merkur widmet dem einigen Platz in seiner aktuellen Ausgabe.

Man weiß wieder mehr, woran man ist und wie groß der Graben ist - wer die Tradition “wegläßt”, der kann das 2000-jährige Prinzip der Kirche des Westens und Ostens nur ablehnen. Es überzeugt mich immer mehr, was ein Franziskaner mal zu mir diesbezüglich sagte: einer muß seine Meinung komplett aufgeben, sonst wird es keine Übereinkunft geben können - ergo: Eucharistiegemeinschaft und Einheit sehr unwahrscheinlich.


Falsch?

Veröffentlicht am Tuesday, 25. January 2005, 22:47

Liege ich so daneben mit der Behauptung, es gab noch nie so viele theologische Fachliteratur, so viele wiss. Kommentare zu allen möglichen Fragen, so viele Bücher, von spiritueller Erbauungsliteratur bis zu schwierigsten Werken, und trotzdem so wenig christlichen Glauben wie seit langem nicht?
Liege ich so daneben mit der Behauptung, daß es eben nur das Leben macht?


Kritikwürdig

Veröffentlicht am Tuesday, 25. January 2005, 21:47

Wenn man sich ein wenig mit Ordenskorrespondenzen beschäftigt, also was die Orden und Ordensgemeinschaften so umtreibt und wie sie sich selber sehen, dann wird häufig angesichts schrumpfender Zahlen besonders in der westl. Welt die eigene Existenzfrage gestellt.

Nicht selten taucht als Antwort auf die heutige Aufgabe von Orden das Adjektiv “prophetisch” auf - Ordensleute sollen eine “prophetische” Lebensform zeigen etc.

Abgesehen davon, daß man sich nicht selber zum Propheten macht (und auch nicht “prophetisch”), ist das auch keine Antwort. Eigentlich ist die ganz einfach: lebt so, wie es die jeweiligen Gründer wollten, denn nicht selten tragt ihr ihre Namen. Ganz schnörkellos, nicht intellektuell verkompliziert. Dann werden Menschen kommen und der “prophetische” Stempel in der Kirche markiert sich von selbst.


Fragezeichen

Veröffentlicht am Monday, 24. January 2005, 23:09

Der Gott Abrahams, Issaks und Jakobs, der Dreifaltige Gott, der Gott Jesu Christi und der Kirche, ist ja bekanntlich Einer, der sich nicht in irgendwelchen theologischen Spitzfindigkeiten, sondern in der Geschichte der Menschen zeigt. Er ist der Gott der Geschichte. Und im nachhinein - viel eher als währenddessen - können manche Menschen Seine Spuren und ein Warum erkennen.

In meinem Leben gibt es derzeit so viele Umwälzungen und Enttäuschungen, daß ich mich sehr frage, ob ich da mal Seine Spur entdecken werde. Ich bin sicher Er geht meinen Weg mit.

Und ich komme immer mehr dazu mich zu fragen, ob meine eigene Interpretationen dieser Ereignisse nicht vollkommen falsch sind. Ich interpretiere Seinen Willen für mich neu und bin vielleicht doch nur bei meinem eigenen. Es ist wohl der schwerste Satz Jesu, der am schwierigsten für uns nachzusprechende:

Nicht wie ich will, sondern wie Du willst.


Zu

Veröffentlicht am Monday, 24. January 2005, 22:39

Der Kreuzgang, das (siehe linkleiste rechts) Kath. Forum für Austausch und Diskussion, macht zu. Und zwar morgen mittag. Zu hat es eigentlich jetzt schon, man kann keine Beiträge mehr schreiben, abgeschaltet wird es morgen mittag.
Dazu gekommen ist es durch einen recht deutlichen Dissens zwischen Gründern und derzeitigem Betreiber, dazwischen teils teils die Moderatoren (unter ihnen gibt es eine unterschiedliche Bewertung der Situation).

Ich war selbst mal ein paar Monate Inhaber des Forums, kann den jetzigen Schritt gut nachvollziehen. Allen stillen und aktiven Mitlesern dort kann ich aber versichern, daß ein neues Forum mit evtl. neuem Namen entstehen wird, das sicherlich auch regelmäßige Besuche und Mitgliedschaft lohnt. Das wird noch ausklamüsert, alle werden auf dem laufenden gehalten. Also immer mal wieder reinschauen.


Stille Freude

Veröffentlicht am Friday, 21. January 2005, 13:00

Ich habe bisher nur wenige Bücher gelesen, die wirklich geistlichen Gewinn bedeuteten, wo ich merkte, daß es sich um eine Anschaffung fürs Leben (in vielleicht doppeltem Sinn) handelte. Die “Weisung der Väter”, die Apophthegmata Patrum, in denen ich heute erstmal blättern durfte, gehören sicher dazu. In solchen Worten bloß zu blättern ist eigentlich ein Sakrileg. Auf daß es Leben bekomme!


Nicht mehr ganz neu und doch neu

Veröffentlicht am Sunday, 16. January 2005, 21:55

Dies domini.

Der Vaticarsten-blog gehört nun wirklich verlinkt. Manchmal bin ich etwas langsam.


Alles

Veröffentlicht am Tuesday, 11. January 2005, 21:15

Wahrscheinlich hat sich so manch Meßbesucher kurz nach dem Tsunami gefragt, warum die Predigt in der heimischen Pfarre so schlecht war, die von vielen Bischöfen war ja auch nicht gerade der Hit, warum man überhaupt noch zur Kirche gehen soll, warum man noch glauben soll, was überhaupt eine Hl. Messe mit dem Tod von Hunderttausenden bereits Geborener (die besitzen ja im allg. Bewußtsein einen besseren Status) zu tun haben soll.

Nun….

Alles.

Hatte der Tod so vieler einen Sinn? Keine Ahnung.

Wo war Gott? Er war da, wo er zum Zeitpunkt der Kreuzigung Jesu war (super Antwort, ne?).

“Deinen Tod, O Herr, verkünden wir, und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit.”

Ohne die Hoffnung auf die Auferstehung ist alles für’n Ar…

In jeder Messe feiern wir die Hoffnung der Auferstehung, auch für die der Toten von Asien. Auch für sie hoffen wir. Denn es ist schon mal passiert, daß jemand von den Toten erstanden ist, der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. In jeder Messe wird dies gefeiert, es ist der Kern allen christlichen Feierns.

Wenn wir glauben, daß dies auch für die Toten von Asien gilt, daß es eben nicht Ende-Schluß-Aus ist, dann kann man sinn-voll und hoffnungs-voll weiterleben.

Die Frage nach dem Sinn? Ich weiß es nicht. Meine Antwort ist Hoffnung, nicht Gelehrsamkeit.


Geständnis

Veröffentlicht am Monday, 10. January 2005, 22:20

Habe ich schon einmal erwähnt, daß ich die Kirche liebe, so wie sie ist?


Fremd bleiben

Veröffentlicht am Saturday, 08. January 2005, 15:29

Der Erzbischof von Köln, Kardinal Meisner, hat ja mal wieder für Aufregung gesorgt, weil er die Verbrechen des Holocaust und die gegen die ungeborenen Kinder, sprich die Abtreibung, als Beispiele von absoluter Unmenschlichkeit in einem Atemzug nannte. Offensichtlich sehen das viele anders, offensichtlich ist ersteres in der Meinung der Bevölkerungsmehrheit viel schlimmer.

Mir dagegen wird immer, vermute ich, fremd bleiben, wieso die Wahl des Todes zuungunsten des Lebens (sprich: einer Adoptionsfreigabe, wenn die Mutter das Kind nicht erziehen/ernähren will oder kann) nicht ein moralisches Verbrechen ist. Ich habe noch nie verstanden, warum es nicht egoistisch sein soll, Adoption abzulehnen.

Man muß ja nicht alles verstehen.