Archiv für die 'Eselsohr - Bücherrezensionen' Kategorie
Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Mai 2005, 21:48

Aber falsche Therapie. Dieses Buch, in dem anscheinend schon sehr viele geblättert haben (von Kollegen über Turnlehrerinnen erzählten mir viele, vor Jahren oder Jahrzehnten - erstmals 1976 erschienen - es gelesen zu haben), beschreibt anschaulich und bis heute gültig die kommerziellen Umtriebe des Menschen im sog. Haben-Modus als Gegensatz zu dem dem Menschen viel eher erfüllenden und angemessenen Seins-Modus. Das bedeutet nicht nur, daß man sich nicht über Materielles definiert, auch ein Armer kann vom Habenwollen getrieben sein, sondern daß man vielmehr Zwecklosigkeit (nicht Sinnlosigkeit!) zu ihrem Recht im eigenen Leben verhilft. Dies betrifft besonders das innere Leben.
Gut, wenn man Meister Eckhardt gelesen hat, so behaupte ich einmal, findet man bei Fromm nicht wirklich revolutionär Neues - er bezieht sich ja auch auch ausdrücklich auf ihn. Fromm ist allerdings kein Christ, und ich kann leider nicht meine Identität verleugnen, er entzieht damit auch Meister Eckhardt dessen ureigensten geistigen Grund.
Störend ist vor allem die Therapie, die Fromm als bekennendem Marxisten vorschwebt. Ganz im Gegensatz zu Eckhardt und natürlich zum christlichen Glauben generell setzt er bei der Umwandlung der Gesellschaft an, weil erst dann eine Unwandlung des Herzens zum neuen Menschen möglich sei. Wie der Vorbesitzer meines auf einem Trödel in Ffurt/M. erworbenen Exemplars treffend am Seitenrand anmerkt, kann dies aber faktisch nur über eine Diktatur laufen und ist insofern indiskutabel.
Die Motivation für dieses Buch ist ebenfalls zweifelhaft: Fromm meint, nur ein umgewandelter Mensch kann die Erde vor der Zerstörung durch den Menschen selbst bewahren - d.h. die Motivation ist Furcht und der Wunsch nach Erziehung, platt gesagt ein Morallaposteltum. Davon haben wir aber längst genug, vor ‘76 wie nachher. Freude am Schenken der eigenen Erkenntnisse wäre ein besserer Grund gewesen.
Letztendlich bleibt mein Eindruck ambivalent, eine gute, treffende und recht tiefgehende Analyse aus allerdings fragwürdiger Motivation führt zu einer noch zweifelhafteren Therapie.
Veröffentlicht am Freitag, 15. April 2005, 19:18

Dieses einfach gute Buch liefert eine Sammlung von Essays und Reden, die Kardinal Ratzinger (ich denke, daß er das auch nach dem Konklave sein wird) während der letzten Jahre zu den Titelthemen verfaßte oder hielt. Es geht eigentlich immer um die Wahrheitsfrage, und, dies war kürzlich meine eigene Erfahrung, dies ist der Knackpunkt schlechthin. Ich muß nicht auch noch was zu der eigentlichen Bedeutung des Wortes “Toleranz” sagen und daß dieses Wort heute zu oft vollkommen anders verstanden wird.
Wie erwartet besticht die Brillanz des Autors. Es gibt aber auch den Schwachpunkt, eher auf Seiten des Verlages, daß die Frage nach der Wahrheit des Christentums nicht grundsätzlich behandelt wird. Muß aber auch nicht sein, und ist mit einigen Essays auch nicht zu machen. Ratzinger behandelt eher die Wahrheitsfrage generell. Und das macht er gut (eben auch, nicht nur, in bezug auf andere Religionen).
Veröffentlicht am Sonntag, 27. März 2005, 22:28
Dies Domini
Mangels eines Bildes des Buches stelle ich hier eines des Autors rein, des Dominikaners Jacques Loew. 1972 wurden erstmals die Fastenexerzitien, die P. Loew zwei Jahre zuvor Papst Paul VI. und der Kurie gehalten hatte, auf deutsch unter dem Titel “Christusmeditationen” veröffentlicht.
Wie so oft und so gut schöpft auch P. Loew aus seinen eigenen Erfahrungen, in seinem Fall besonders die seiner Bekehrung im Studentenalter und seine Zeit als Arbeiterpriester in Marseille (d.h. er arbeitete Vollzeit als einfacher Arbeiter und versuchte, den Menschen um sich herum ein Zeugnis Christi zu geben und zu sein). Letzteres hatte bei ihm glücklicherweise nichts marxistisches an sich, kein Parteiprogramm, sondern es war die Arbeit des Fischers, wie die der ersten Jünger, die eben dahin gehen müssen, wo die Fische sind.
Es wird oft gesagt, daß die Kirche die Arbeiterschaft im 19. Jahrhundert verloren habe, und das ist alles andere als falsch. Es wurde zu spät auf die soziale Dimension des Evangeliums verwiesen.
Die revolutionäre Kraft (damit meine ich keine gewalttätige, sondern eine nicht-systemerhaltende) der Botschaft Jesu wäre auch heute in Europa mehr als nötig zu vernehmen. Doch hierzulande, in diesem unserem Lande, scheint es keine Zeit für Aufbruch, sondern für Mangelverwaltung zu sein.
Wer dieses Buch liest (gibt es noch gebraucht), wird feststellen, was die Welt von heute mit dem Evangelium zu tun hat und vor allem, daß es Jacques Loew nie um ein vermeintliches Paradies auf Erden ging, sondern um den einzelnen und seine Erlösung in Christus Jesus. Es ging ihm immer um Ihn, um Jesus von Nazareth, den einzigen Retter aller Menschen.
Veröffentlicht am Mittwoch, 02. Februar 2005, 22:29

Über den Autor hatte ich schon mal ein wenig geschrieben. Dieses Buch ist sicherlich ein guter Einstieg, wenn man einen Einstieg in die christliche Selbstreflexion sucht - die Basis einer jeden Mystik, da Gott uns näher ist als wir selbst.
Es gibt auch ein paar Gedanken, die nur zu unterstützen sind und die man woanders nicht findet - wie bspw. den Hinweis, daß das ständig geforderte “auch bei der Arbeit beten”, “betend arbeiten” etc. zumeist Humbug ist - lieber gut arbeiten und sich nicht vormachen, man würde dabei ständig an Gott denken.
Im großen und ganzen schöpft der Autor aber aus bekannten Quellen, und bei den Wüstenvätern oder Meister Eckhart findet man nicht weniges pointierter und prägnanter. Aber dies ist ein Buch des 20. Jahrhunderts, insofern bestimmt für viele lesbarer als etwas aus dem 13. Jh. oder noch älter.
Veröffentlicht am Sonntag, 26. Dezember 2004, 22:02

Eher zufällig entdeckte ich das Büchlein, in dem zeitgenössische Philosophen über die Rückkehr des Phänomens Religion bzw. des Religiösen nachdachten (schwadronierten?). Sie trafen sich 1998 auf Capri, dieser Band ist eine Dokumentation der Essays der dort vertretenen Denker.
Aus einfachem Interesse, was denn die Herren (leider keine Damen dabei, wird auch von den Herren bemerkt) Philosophen so über die Religion als solche denken, wurde richtige Lesarbeit.
Es gab sehr viele interessante Denkanstöße, aber das Bändchen ist für den Einstieg sicher nicht zu empfehlen. Wenn manche Autoren, besonders Derrida und Vattimo, sich selbst aus früheren Arbeiten zitieren, daneben mit Heidegger, Kant, Hegel, Platon etc. leichtfüßig hantieren, dann steht man vor einem schier uneinnehmbar hohem Verstehenshindernis (was übrigens der Grand Seigneur der dt. Philosophie und der einzige Deutsche hier, Hans Georg Gadamer, selbst unmwunden zugab - er gab zu, vieles von Vattimo nur bruchstückhaft verstanden zu haben).
Grundsätzlich auffallend ist, vielleicht ein Axiom der Philosophie von heute, ich hatte das ja schon einmal, die Ablehnung einer Offenbarung. Es wird alles nur vom Menschen her gedacht - daher merkt man auch schnell: “nee, sie kriegen’s nicht so richtig hin.” Aber auch dieser Ansatz bringt viele interessante Gedanken, hier nur einige ohne Zuordnung zu den Autoren:
- “Religion” ist als Wort so lateinisch-abendländisch durchtränkt, daß die Verwendung bzgl. des allgemeinen Phänomenes eigentlich fehl am Platz ist (kann es also “Religionen” geben?)
- Religion ist philosphisch nicht zu beurteilen, da der Grund ein jeweils ganz anderer ist
- das Judentum (im angeblichen Gegensatz zum angeblich paulinischen Christentum, - als Abgrenzung zur Botschaft Jesu) betont immer und sehr die ständige Andersheit und Fremdheit Gottes und ständige Messiaserwartung. Der Ruf Jesu am Kreuz des Verlassenseins ist somit keine Ausnahmesituation, sondern ein Kulmination jüdischen Glaubensverständnisses (Stichwort Wüstenerfahrung). (Hat mir persönlich sehr gefallen, auch wenn der Gegensatz Paulus - Jesus doch arg kontruiert und wirklich nicht neu ist, außerem wird die Erwartung der Wiederkehr Christi bei Paulus als mehr oder weniger belanglos abgetan).
- die seit Heidegger geforderte Abkehr von der Metaphysik wird mit Aufkommen der Religion wieder wichtig
Nur ein paar Punkte. Ich bin kein Philosoph und gebe vielleicht manches verzerrt wieder, aber Spaß gemacht hat es allemal (nur Derrida war echt zu langatmig) - wird sicher noch einmal gelesen, wenn ich mehr von den alten Philosophen weiß.
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. November 2004, 23:00
Wenn man sich der Philosophie irgendwie annähern will, das am besten auch noch mit ein wenig Nähe zum Heute, ist man ja schon recht arg aufgeschmissen und weiß nicht (zumindest mir ging es so), wo man anfangen soll. Da kann ich folgendes Buch von Karl Jaspers, dem bedeutenden Existenzphilosophen des 20. Jahrhunderts, durchaus empfehlen.

Das versprochene “Philosophische Denken für alle” ist zwar nicht gerade die leichteste Kost (für mich als aus dem Studium gelernter Schnelleser manchmal richtig anstrengend), aber sicher gewinnbringend. Auch nur Ansätze von Jaspers’ Denken hier zu bringen wäre nicht nur fachlich
vermessen, sondern auch bildschirmsprengend. Nur so viel: ich fand es beruhigend zu lesen, daß dieser Philosoph (gelernter Arzt) die Grenzen der philosophischen und naturwissenschaftliche Erkenntnis kennt. Er lehnt zwar eine Offenbarung aus prinzipiellen Erwägungen ab, fordert diese Ablehnung nicht als zwingend und tut dies mit erfreulichem Respekt für den Glauben. Vielleicht sollten sich ein paar militante Atheisten mal damit beschäftigen *augenzwinkern*….
Kern seiner Philosophie sind jedoch die Unterschiede zwischen Dasein und Existenz (letztere ist mehr eine Potenz, eine Möglichkeit, denn eine festzuhaltende Seinsform, und realisiert sich im bewußten(!) Erleben von, wie er es nennt, Grenzsituationen) und das Denken und Sprechen in Chiffren (die er Chiffern nennt), eine für ihn unabdingbar zum menschlichen Ausdrucksbereich zählende Kommunikationsweise. Nur zwei Punkte, es gibt mehr zu entdecken.
Einziger deutlicher Schwachpunkt ist die Tatsache, daß der Begriff der “Chiffer” erst recht spät in ganz anderen Zusammenhang erklärt, aber schon weit vorher im Buch verwendet wird. Der Herausgeber und Zusammenstaller der Textauszüge aus Jaspers’ Gesamtwerk hat das vielleicht übersehen.
Veröffentlicht am Montag, 25. Oktober 2004, 20:00
Es gibt ja eigentlich keinen Grund, hier nur theologische Bücher vorzustellen (ja, ich lese auch und sogar mehrheitlich anderes). Und es muß auch nicht immer etwas inhaltlich Gutes sein:

Dieses kleine Büchlein zum Reclam-üblichen Supergünstig-Preis gibt einen guten Überblick über die gängigen Themen der Medizinethik und auch der üblichen Argumentationslinien. Besonders fielen mir zwei Sachen auf, ein davon habe ich schon nebenan erwähnt:
1. es gilt nur das rein rational begründbare Argument - Gefühle zählen nicht, als dürfe man sie bei diesem wirklich existentiellen Thema außen vor lassen!
2. Es gibt anscheinend nur sehr wenige Mediziner, die sich auf diesen Diskurs spezialisiert haben. In diesem Buch schriebt nur ein emeritierter Medizin-Professor und das erste Mal hatte ich das Gefühl, da schreibt jemand, der von der Praxis her weiß, wie die Realität aussieht. Ansonsten sind es Philosophen, die meisten davon glaubensfeindlich und ethisch mehrheitlich auf der Seite, die das Leben nicht so hoch einschätzt, und sie schreiben über aus ihrer Warte oft graue Theorie (obwohl sie sich als Kenner ausgeben…). Doch genau das ist das Gefährliche: diese Nicht-Praktiker haben den größten Einfluß in der politischen Debatte!
Also das Lesen lohnt sich durchaus, zumal man dann merkt, in welche Abgründe die säkulare Ratio allein führen kann - außerdem sind die meisten Beiträge schon über 15 Jahre alt, aber thematisch immer noch aktuell.
Veröffentlicht am Samstag, 24. April 2004, 15:04
Gerade habe ich die Lektüre dieses Buches abgeschlossen, es wirkt noch nach, und ich hoffe, dass dies so bleiben wird. Ich halte es geradezu für einen Glücksfall, dass der Autor Hans-Peter Hauschild die üblichen links-rechts Schemata innerhalb der Kirche durchbricht. Einfach so, ohne das auch nur ansatzweise zu erwähnen. Doch bevor ich das erkläre, erst etwas über das Buch.
Schon die Dreiteilung des Werkes in “Im Namen des Vaters”, “Im Namen des Sohnes” und “Im Namen des Heiligen Geistes” deutet auf die geistliche Struktur hin. Überraschend, aber vor allem wohltuend, ist dabei die Insistenz des Autors auf so “unmoderne” Glaubenssätze wie die Auferstehung des Fleisches(!) - also unseres konkreten Leibes des hier und jetzt - die Existenz des Reinigungsortes, auch Fegefeuer genannt, die Stellung Marias etc.
Warum besteht der Mann darauf? Weil es seine Erfahrung als jahrelanger Vorstand der AIDS-Hilfe (zu einer Zeit, als es noch nicht so eine ausgeklügelte Medikamentenkombination gab) war - er starb ein Jahr nach Erscheinen des Buches - dass es eben diese Aussagen sind, die den Sterbenden wirklich helfen, dass ein modernes Gesäusel von rein poliertem Christentum ohne seine anstößigen Aussagen (er plädiert bspw. für eine Verwendung des mittelalterlichen Dies Irae in der Totenmesse, extrem unmodern sowas) kein wirklicher Dienst an den Kranken und Sterbenden ist. Die existentielle Einsamkeit und Nacht des Glaubens, trotz vielleicht vorhandener Freunde, die Schmerzen und psychischen Leiden, all dies könne laut Hauschild nur dadurch lebbar (nicht überwunden!) werden, indem man sich damit konfrontiert und sich dieser Realität nackt aussetzt.
Klingt jetzt alles sehr nach einem typisch konservativem Kirchenmann, nicht wahr? Nun, Hans-Peter Hausschild war ein bekennender Homosexueller und linker Katholik und starb 2003 an den Folgen der Immunschwäche AIDS.
Auf dass die Denk-Schubladen brechen!!
Veröffentlicht am Freitag, 19. März 2004, 22:21

Zur Zeit lese ich gerade dieses Buch in einer Ausgabe aus den 30er Jahren. Es ist ein absolutes Meisterwerk und stellt vieles von dem in den Schatten, was ich bisher hier vorgestellt habe! So eine Tiefe des Verständnisses des Evangeliums hatte ich bisher noch nie irgendwo angetroffen, sei es in Buchform oder wie auch immer. Der Klassiker-Status, den dieses Werk erreicht hat, ist absolut nachzuvollziehen. Ein Muss! Dabei stellt sich der Autor selbst wirklich ganz in den Hintergrund und hat es nur verfasst, damit man - und das gelingt vortrefflich - einen besseren Zugang zur Schrift hat.
Nicht nur dass es unglaublich schriftzentriert ist, sondern in den Schlussfolgerungen entlarvt Guardini so manche Verkürzung der Frohen Botschaft auf Ethik, Vordergründigkeit und Altruismus. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass ich in vielen dieser Denkschemata auch noch gefangen bin.
Veröffentlicht am Sonntag, 14. März 2004, 14:33
Dies Domini.
Eines der wenigen literarischen Werke, die ich aus meiner Schulzeit noch in sehr positiver Erinnerung habe, ist - damals auf Französisch - “die Nashörner” von Eugène Ionesco. Das Buch ist einfach zeitlos. (Fast) alle Menschen werden nach und nach zu Nashörnern, was zuerst als skandalös und abartig, ja geradezu als schreckenserregend betrachtet wird, setzt innerhalb kurzer Zeit die Norm. Wer nicht mitmacht, vielmehr wer sein Sein nicht ändert und anpasst, gehört zu den Geächteten.
Gerade weil dieses Werk in ihrer auf den ersten Blick skurril erscheinenden Vorgehensweise (gerade Nashörner hätte wohl nicht jeder Autor gewählt) so über thematisch ist, ist es zeitlos. Anfänglich politisch gedacht, wehrte sich der Autor später gegen die Politisierung (wer nicht politisiert war, gehörte nicht dazu). Er erzählte auch einmal in einem Interview, Jugendliche hätten nach einer Theateraufführung das Thema auf den Modezwang bezogen.
Auch im religiösen Umfeld kann man viele Parallelen entdecken. Sehr lesenswert.

Veröffentlicht am Donnerstag, 11. März 2004, 19:07
Leider gibt es so ein Buch nicht auf Deutsch. Leider, echt.
Deutsche Einführungen in den christlichen Glauben sind entweder eine Weichspülversion oder aber theologisch so überhöht und kompliziert, dass sie nicht unter 500 Seiten zu haben sind. Ganz anders dagegen dieses Exemplar, dass mit dem Untertitel “Teología para universitarios” auch einen gewissen Anspruch verrät, diesen aber auch einhält. Es werden jede Menge Denker wie Nietzsche und Camus, aber auch Kirchenväter wie Augustinus oder Chrysostomus zitiert. Das ganze ist sprachlich auf angenehm verständlichem Niveau, sogar schwierige Themen wie die Erbsünde, die ja eigentlich richtig übersetzt Ursünde heißt, werden super verständlich erklärt.
Deswegen ist es in Spanien auch ein Renner in der mittlerweile 17. Auflage. Der Autor wurde zu diesem Werk veranlasst, nachdem er als Physiklehrer (er war damals noch kein Theologe oder Priester) in der Pause mitbekam, wie eine Schülerin sich über diese komische “Dreifaltigkeit Vater, Maria und Jesus” wunderte. Seine prompte Aufklärung, dass das etwas anders sei, hat aber damals keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, man sagte “ach so” und war beim Thema “was mache im am Wochenende”.
Tja, dieses Buch hat mehr Eindruck hinterlassen. Nicht nur bei mir offensichtlich. Für eine Jugendkatechese wäre es ideal, auch hier.
Veröffentlicht am Montag, 08. März 2004, 18:17
Wahre Freundschaft zeigt sich erst in den Momenten, wo es einem wirklich dreckig geht. Nicht anders ist es im Glauben. Erst in den schwierigen bis existentiell verzweifelten Situationen merkt man, ob man noch beten, ob man noch glauben kann an die Zuwendung Gottes.
Wie sehr man da durchs tiefe Elend ziehen kann, zeigt auf einfühlsame Weise dieses Buch von einem vietnamesischen Kardinal (leider vor kurzem zu früh verstorben), der als Bischof mehrere Jahre wegen seines Glaubens im Gefängnis und jahrelang davon in Isolierhaft saß (im kommunistischen Vietnam wahrlich kein Vergnügen). Aber gleichzeitig ist es auch ein beeindruckendes Zeugnis für den Buchtitel, das beste zeitgenössische, das ich kenne.

Veröffentlicht am Sonntag, 07. März 2004, 10:45
Dies domini.

Schon zu Beginn meiner religiösen Suche habe ich mich auch sehr für den Islam interessiert, spätestens seit dem 11.09.01 ist das ja im Westen ein allgemeines Thema, und neben viel Polemik gibt es auch vorurteilsfreies ernsthaftes Interesse.
Das soll nicht heißen, dass man dann alles durch die rosarote Brille sieht, ganz im Gegenteil. Bloß nervt mich das schon ein wenig, wenn irgendein Christ den Muslimen erklären will, was denn so alles im Koran stünde. Naja, wie dem auch sei.
Das obige englischsprachige Buch, das mir mal von einer Freundin geschenkt wurde, ist ein Muss für wirklich jeden, der sich für den christlich-islamischen Dialog auch nur annähernd interessiert. Denn es hat eine geradezu enorm wichtige Vorgehensweise, bisher einzigartig: die Autorin (Islamwissenschaftlerin in London) stellt nahezu stets urteilsfrei vor - eine wohltuende Ausnahme bei dem Thema - wie Muslime über Christen denken, welche Schriften da so in der islamischen Welt kursieren, und ebenso, was Christen über den Islam so in die Hände bekommen. Das ganze wird noch unterteilt in eher populär-pamphletisches und sich um Verständnis bemühendes Schrifttum (”scholary”).
Nach der Lektüre war und bin ich mehr als skeptisch über die Frucht des Dialogs. Nicht nur, dass es kaum ernsthafte muslimische Abhandlungen über das Christentum gibt, es eigentlich nicht einen einzigen islamisch-akademischen Gelehrten des Christentums gibt, nicht einen weltweit, keine Christentums-wissenschaft in isl. Ländern, das ganze wird von christlicher Seite (die Autorin zitiert zu einem Großteil protestantische Autoren) auch nicht gerade immer gefördert.
Man muss wissen, wo der Startpunkt ist. Und bei den Pamphleten, die besonders in Entwicklungs- und Vielvölkerstaaten herumgereicht werden (man denke nur an Nigeria und den eventuellen Einfluss der Hassschriften auf den Religionsunfrieden), wird das einfach nichts. Ein “trickle-down” des Verständnisses von oben nach unten ist bei der Ausgangsbasis Illusion.
Lesen!
Veröffentlicht am Mittwoch, 03. März 2004, 22:07
Ich muss zugeben, mir persönlich liegt der Rosenkranz nicht so - finde ich auch nicht wirklich schlimm, aber für manch einen Katholiken ist so was ja schon übelste Apostasie (Glaubensabfall). Ab und an bete ich ihn, aber nicht wirklich häufig.
Die Kirche des Ostens kennt ja den Rosenkranz als meditatives Gebet so eigentlich gar nicht, zumindest nicht in der Verbreitung, sondern eher das sogenannte Jesusgebet, das aus einer einfachen ständigen Widerholung der Anrufung des Namens Jesu besteht. Das kann in der Kurzversion “Jesus” oder auch durch die häufige Form “Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner” (auch “erbarnme Dich unser”) stattfinden, es gibt auch noch längere. Das erste Buch ist quasi ein Klassiker dazu, das zweite eine sehr kurze (sehr preisgünstig sind beide), aber äußerst dichte Einleitung, Anleitung und Meditation über diese für mich sehr hilfreiche Gebetsform.
Ich verstehe nicht, warum fernöstliche Meditationsformen auch innerhalb der Kirche häufig praktiziert werden, wenn wir das Jesusgebet haben. Denn ein Gegenüber im Gebet und der Meditation - das berühmte DU - haben wir immer, den Herrn.



Veröffentlicht am Mittwoch, 03. März 2004, 21:57
Wer wissen will, was die katholische Lehre ist, kommt an diesem Buch nicht wirklich vorbei, auch wenn es sicher nicht für Nichtgläubige geeignet ist (wie ich selber früh erfahren musste). Dazu ist es zu stichwortartig, manchmal geradezu tabellarisch, wirklich tiefgehende Erklärungen fehlen oft. Dafür gibt es manchmal hervorragende und beeindruckende Zitate von diversen Kirchenvätern. Nun, es gibt ja auch noch andere Katechismen.
Ach ja, wenn schon diesen, dann bitet doch mal geduldig in Ruhe vorne anfangen, und nicht gleich zu den “Skandalthemen” springen. Sonst kommt so ein Schräglage des Christentums raus, dass es sich nicht nur um ein riesen Missverständnis, sondern um eine Karikatur handelt.

Veröffentlicht am Sonntag, 29. Februar 2004, 19:46
Dies Domini.
Viele geistliche Schriftsteller, wahrscheinlich irgendwie alle, zogen und ziehen die Kraft aus der Stille und Kontemplation. Genauso wenig wie ein Auto während der Fahrt betankt wird, können wir im Vorbeigehen mal eben so Gottes Kraft schöpfen. Aber im Gegensatz zu den Millionen Autos ist unser aller Ziel das gleiche und als ein Leib kann, darf und soll es durchaus Glieder dieses Leibes geben, die durch ihre betende Existenz anderen als Tankstelle dienen, wenn auch im Hintergrund.
Bereits in der 19. Auflage ist dieser Klassiker erschienen:


Sieben Monate als Gast aber genauso Mönch wie alle anderen in einem Trappistenkloster. Henri Nouwen, Priester, Theologieprofessor und geistiger Schriftsteller, also eigentlich ein “Experte” (würde man vermuten) wird sich seiner oft so gottfernen Ängste und Beschäftigungen bewusst. Ein Buch für alle, die nicht zuletzt im ganz normalen Alltag Gott suchen. Hab’s gerade ausgelesen, echt gut.

Maria Anna Leenen (ihre Homepage) zeigt in diesem sehr lesenswerten Buch, dass das Eremiten-Dasein auch in Deutschland “stattfindet” und vor allem wie. Während das Buch von Derwahl, über das ich ja schon einmal geschrieben habe, eher die Extreme und die Wege hin zu so einem Leben zeigt, wird bei Leenen geschildert, was den Alltag gerade hierzulande ausmacht, welchen Stelle die Einsiedler selbst ihrem Dasein geben, in und für die Welt und der Kirche. Wie Thomas Merton mal sagte: Man kann der Welt nicht entfliehen, man kann nur seinen Blickpunkt auf sie ändern.
Der Vollständigkeit halber noch einmal ein kleines Bildchen des Buches von Freddy Derwahl “Eremiten“:

Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Februar 2004, 21:04
Wohl über kaum einen Mann der Kirche wird hierzulande so hergezogen wie über Joseph Cardinal Ratzinger, den Präfekten, also so was wie ein Vorsteher, der Kongregation für die Glaubenslehre, dem ehemaligen Sacrum Officium, von dem einst die Inquisition (wörtlich ja: Befragung) ausging. Die Aufgabe dieser vatikanischen Behörde ist es bekanntlich darüber zu entscheiden, was noch den Rahmen der katholischen Glaubenslehre umfasst und was diesen verlässt. Kein leichter Job, ich möchte ihn nicht haben.
Nun, dieser Mann tut sich ja des öfteren auch als Autor hervor. Er war als junger Theologe beim Zweiten Vatikanischen Konzil dabei und war mit unter 40 schon Professor für Dogmatik. Promoviert (oder habilitiert) wurde er übrigens einst über den Hl. Bonaventura, der Mann kennt sich also mit alter franziskanischer Theologie aus.
Wie dem auch sei: die Bücher, die er heutzutage verfasst, sind glücklicherweise nicht nur keine fachtheologischen (und damit oft schwer verständlichen) Wälzer, sondern gut dargestellte Überlegungen zu kirchlichen und anderen Themen dieser Welt.
Man muss nicht immer seiner Meinung sein, aber bei der ganzen Kritik, die ihm so widerfährt, wäre es ehrlich und anständig, wenn man ihn nicht nur in seiner Position als Präfekt in schultheologischen Ausführungen, sondern als Priester und Theologe zu Wort kommen lässt.
Empfehlen kann ich dazu die ersten zwei Bücher, in Interviewform geschrieben. Ich hatte zuerst das chronologisch letztere gelesen (das zweite), es war meine erste “Begegnung” mit ihm, ich war positiv überrascht.




Sehr gut gefallen, besonders die erste theoretische Hälfte (bei der praktischen Kritik sehe ich einiges anders) hat mir auch sein Buch über die Liturgie. Wer sich mal wirklich ernsthaft und ohne Vorbehalt dafür interessiert, warum es der apostolischen Kirche mit 2000 Jahren Geschichte eben so wichtig ist, den Gottesdienst auf eine ganz bestimmte Art und Weise zu feiern und warum das eben nicht jeder Gemeinde, Gruppe etc. anheimgestellt ist, der lese dieses Buch.

Veröffentlicht am Dienstag, 17. Februar 2004, 20:21
Dass eine Satire mal meine Meinung ändern würde, hatte ich vorher auch nicht gedacht. Als Kind dieser Zeit war ich natürlich auch dagegen. Ist ja klar. Gehört sich so.
Doch nach der Lektüre sah ich einiges anders, den Wert davon. Den Wert, den eine sich angeblich “selbst” verwirklichende Gesellschaft (und die dieses “Selbst” doch sowieso nicht gefunden hat) nicht verstehen will und vielleicht auch nicht kann.
Doch bei der Lektüre Vorsicht: die Spießer sind immer in der Mehrheit, auch in der Kirche. Vielleicht gehörst Du dazu, vielleicht auch ich.

Veröffentlicht am Montag, 16. Februar 2004, 20:41
Von der Missionszentrale der Franziskaner wurde ein Grundkurs zum franziskanisch-missionarischen Charisma (CCFMC) konzipiert und veröffentlicht. Zusammengefasst gibt es ihn auch als Buch “Mit Gott im Heute” von Anton Rotzetter, einem der Hauptmitarbeiter am Kurs. Sehr lesenswert, wenn man warum auch immer wissen will, was en gros das Franziskanische ausmacht (natürlich ist das Franziskanische nicht in ein Buch zu packen und die Strömungen sehr unterschiedlich):


Wer sich genauer mit der Lebensregel des Ordens beschäftigen will, kommt als hervorragende Interpretation derselben an einem Buch wie dem folgenden nicht vorbei (hat auch Schwächen, klar, aber füllt vieles im Text mit Leben). Franz selbst wollte ja gar keine Interpretation, er meinte, der Text spreche für sich selbst, weil er einfach “nur” das wollte (das ist eine Menge), was drin steht. Dem Anspruch wird wohl kaum ein Franziskaner weltweit gerecht. Dennoch:

Veröffentlicht am Samstag, 14. Februar 2004, 22:13
Zuerst hatte ich mir die zusammenfassende Version gekauft, dieses Buch:


Die Aussage, dass Gott in seinem innersten Wesen dreifaltig, also Vater, Sohn und Hl. Geist ist, ist ja eigentlich die Kernaussage der christlichen Offenbarung. Leider spielt dies im normalen publiken christlichen Sprachgebrauch kaum ein Rolle. Ob man das den Menschen nicht zutraut, vor einem unergründbaren, nur mit natürlich nicht erschöpfend stammelnden Worten beschreibbaren Geheimnis anbetend zu verharren? Hmmm. Ich hab das Buch jemandem gegeben, der sich für das Christentum interessierte. Ich hielt es für besser, als mit frommen Allgemeinplätzen anzufangen. Um das Unterscheidende geht es!


Dies wiederum ist die umfassende Ausgabe der Arbeit von Greshake über den Versuch, die Trinitätsaussage für Leute von heute zu erläutern. Ist ohne theologische Vorkenntnisse, ein wenig Altgriechisch schadet auch nicht, nur schwierig zu verstehen, deswegen auch nur eingeschränkt zu empfehlen, ganz im Gegensatz zum ersten ungleich schmaleren Büchlein.
Veröffentlicht am Samstag, 14. Februar 2004, 18:16
Als ich dann in Spanien weilt, konnte ich mit folgendem Buch für damals etwas über 4000 ptas. (unter 30 Euro) das kaufen, wofür ich heute in diesem Land bestimmt über 100 Euro ausgeben müsste. Es ist alles drin, die Schriften, alle Biographien, Legenden und fast alle Fremdzeugnisse.

Es ist der riesen Vorzug der Biblioteca de Autores Cristianos, von den großen Menschen der Kirche erschwingliche Komplettbänder zu veröffentlichen. Oft im Dünndruck, aber bei über 1000 Seiten ist das auch okay. Warum das hier nicht geht, weiß ich nicht.
Veröffentlicht am Samstag, 14. Februar 2004, 18:09
Als ich mir Gedanken darüber machte, ob vielleicht das Ordensleben eine Option für mich sein könnte, so total bescheuert mir dieser Gedanke auch erschien, gab mir mein damaliger Nachbar dieses Buch:


Genau das war es! Genauso wie in der Regel beschrieben wollte ich leben! Das war’s.
Als ich dann auch noch dieses hier fand:


war die Sache ziemlich klar. Der Untertitel “ein Anfang und was davon bleibt” zeigt zwar auch die Schwäche dieser großen franziskanischen Bewegung, sich allzu sehr anzupassen und zu schwächeln, doch die Glut ist da.
Veröffentlicht am Freitag, 13. Februar 2004, 23:07
Ein Dialog auf höchstem intellektuellen Niveau und voller Respekt, den die ebenfalls aufgezeichneten Kritiker aller Couleur leider nicht erreichen, stellt das “Buch” von Umberto Eco und dem ehemaligen Erzbischof von Mailand Carlo Maria Cardinal Martini dar. Auch wenn es nicht das klärt, was der Titel verspricht, so ist doch dieser Briefwechsel, denn das war das Buch ursprünglich und wurde in einer italienischen Kulturzeitung als solcher in mehreren Monaten abgedruckt, ein Höhepunkt derzeigen Austausches zwischen Gläubigen und Ungläubigen. Angesichts des enzyklopädischen Wissens von Umberto Eco als Mediävist (er zitiert Thomas von Aquin quasi freihand) und seines katholischen Erziehungshintergrundes ist er zwar nicht das Paradebeispiel des Ungläubigen, nichtsdestoweniger ist dieses Buch ein Glücksfall und lädt hoffentlich zur Nachahmung ein.

Veröffentlicht am Freitag, 13. Februar 2004, 20:48
Als noch recht frisch überzeugter Christ hat man es ja gerade hierzulande durch die Alleinherrschaft der Ratio(?) und der Gegenwart der protestantischen Ablehnung von Heiligenverehrung schwer, sich mit diesem Thema zu befassen. Man ist ja auch Kind seiner Zeit, ich bin da wahrlich keine Ausnahme. Walter Nigg hatte ich da als Hilfe ja schon erwähnt - auch wenn er von Verehrung nichts schreibt.
Mit der Mutter Jesu, der Muttergottes, mit Maria ist es wirklich nicht einfacher. So viele Überzeichnungen erweckten in mir zuerst den Eindruck, es nicht mit einer jungen jüdischen Frau aus dem damaligen Israel, sondern einer religiösen Barbiepuppe zu tun zu haben.
Das Buch “Fleisch geworden aus Maria” vom Bonner Dogmatiker Karl-Heinz Menke ist mehr ein fach-theologisches Werk als bspw. die von Nigg. Ich ging einfach in “meine” christliche Buchhandlung und wollte mir irgendwas zusammenfassendes über die Mariologie (die Lehre der Kirche über die Stellung Marias im Heilsplan Gottes) kaufen. Das, was das Buch verspricht zu sein, nämlich ein Kurzlehrbuch der Mariologie, ist es auch. Dabei zutiefst biblisch fundiert und hat als Hauptanliegen, die jungfräuliche Empfängnis Jesu in Maria aus der hebräischen Bibel (dem AT) allein(!) zu belegen.
Bis auf die fehlende Übersetzung von griechischen Begriffen ist das Buch erste Sahne, kann ich nur empfehlen.


Veröffentlicht am Mittwoch, 11. Februar 2004, 22:22
Mindestens zweimal habe ich versucht, das Taschenbuch von Hans Küng ganz durchzulesen. Es wurde mir ganz am Anfang meines Weges zum erwachsenen christlichen Glauben (vor etwa 7-8 Jahren) von einem meiner besten Freunde geschenkt (einem Aleviten). Auch wenn er sich selber nicht sicher war, ob die Wahl so gut war, ihm erschien auch schon das Vorwort der Neuauflage nicht ganz geheuer (der Autor hält eine Laudatio auf sich selbst; ich hatte zuerst gar nicht gemerkt, dass er das selbst schreibt), gab er es mir.
Aber es ging nicht.
Zuviele Ungereimtheiten, schwammige Restaussagen und zwanghaftes Bemühen, den christlichen Glauben für alle zurechtzuklopfen waren mein erster Eindruck. Dafür sollen Menschen ihr Leben geopfert haben, friedvoll und ohne Kampf? Für ein “kann man so, so, so, oder auch so sehen”? Die persönliche Umkehr kam bei Küng kaum vor. Weh tat da gar nichts. Nachfolge im Weichspülgang, politisch korrekt und dem allgemeinen Gutsein angepasst.
Wohlgemerkt, damals kannte ich weder den Autor noch die ganze Geschichte seines Verhältnisses zur Kirche. Jahre später versuchte ich noch einmal, das dicke Werk “Christsein” zu lesen. Doch wieder musste ich nach etwa 2/3 aufgeben. Es ging nicht. Doch auch diese Erfahrung war wichtig.
So sieht’s heute aus:
