Archiv für die 'Pax et bonum' Kategorie



Ärztemangel in der Großstadt

Veröffentlicht am Wednesday, 13. January 2010, 22:07

Hier ist mal wieder ein aktueller Bericht aus meiner Stadt und der Nachbarschaft.

So sieht die Lage aus.

Wenn man jetzt mal von der Grundannahme ausgeht, daß der normale Arzt kein besserer oder schlechterer Mensch als jeder andere auch ist, sozusagen von seinen menschlichen und altruistischen wie egoistischen Qualitäten her ein Durchschnittstyp, dann wird sich die Lage noch weiter verschlimmern.

Ich habe in den letzten Tagen selbst einige Ärzte kennengelernt, die nach zum Teil über 10 Jahren in eigener hausärztlicher Praxis, in der Stadt und auf dem Land, diese dicht gemacht haben - zuviel Frust über die Unmöglichkeit der guten Medizin- und jetzt gutbezahlte industrielle Jobs in der Arbeitsmedizin haben (auch da gibt’s übrigens Ärztemangel, den gibt es überall!)

Mal sehen wann die Politik aufwacht

- und den Krankenkassen Beine macht für angemessene Verträge mit den Hausärzten (wie bspw. in Bayern und Baden-Württemberg)

oder

-die Kommunen Geld in die Hand nehmen und bspw. die Mieten oder Personalkosten übernehmen (irgendwie ist ja die medizinische Versorgung schon ein öffentliches Anliegen, daß die ärztliche Selbstverwaltung nicht mehr in den Griff bekommt)

oder

- die Kommunen Ärzte anstellen, die dann eine Praxis betreiben, das Minus deckt dann die Stadt (Rest siehe oben)

Möglichkeiten gibt es viele. Nur: so weiter wie bisher wird es nicht gehen.


Geschwätz vs. kurz und knackig

Veröffentlicht am Sunday, 10. January 2010, 23:24

Dies Domini.

Ich liebe liturgische Gebete, ich liebe die Gebete der Kirche. Einer der Hauptgründe ist einfach der, daß da nicht so viel gelabert wird.

Ich nehme an, das Phänomen kennt jedeR: da wird ein “erdachtes” Gebet präsentiert, sei es von einem selbst oder von einem anderen - kann auch vielleicht manch ein Heiliger sein, auch manche Gebete im Gotteslob sind mir zu voll davon (Heilige haben ja auch schon mal Quatsch fabriziert). Da wird dann nicht mit Gott gesprochen, sondern über ihn, am Schluß dann eine kleine Ansage im Sinne einer Fürbitte. Litaneien von Sachen wie:

“Du bist Derjenige, der…”
“Durch Dich wurde alles …”

(Besonders beliebt ist da auch die Muttergottes als Ansprechpartnerin):

“Du hast den Ewigen Sohn getragen ….”
“Aus Deinem Schoß ….”
“Du hast Sein Wort …”

bevor dann endlich mal eine Bitte oder Danksagung kommt.

DAS ALLES IST KEIN GEBET!

Dagegen ist das Vaterunser herrlich geschwätzfrei (übrigens direkt nach der Warnung vor zuviel Geschwätz), da geht’s kurz und knackig zur Sache. Und jede Bitte ist einfach nur eine Ausdehnung des ersten. Keine Zustandsbeschreibung, keine Attributenbeigabe, kein Geschichtsunterricht oder eschatologische Nachhilfestunde, einfach nur: Gebet.

Herr Jesus Chrisus, erbarme Dich unser und unserer hilflosen Art zu beten.


Eine Sportart bei Ultra-Orthodoxen Juden in Jerusalem

Veröffentlicht am Thursday, 07. January 2010, 23:32

Mir war dieser Sport unbekannt, der wegen der vielen Franziskaner dort diese besonders trifft:

Ordensleute und Priester bespucken!


Sprechweise

Veröffentlicht am Thursday, 07. January 2010, 08:49

Du rufst Deinen Vater an.

Noch ehe er etwas sagen kann, redest Du ihn an, sprichst zu ihm. Du legst ihm Deine Sorgen dar und bedankst Dich für dieses und jenes. Vielleicht sagst Du aber auch etwas, was Du abliest oder gut auswendig kannst. Manchmal hast Du das Gefühl, Dein Vater ist Dir dabei ganz nah.

Vielleicht machst du das ganze mehrmals täglich.

Doch eigentlich legst Du sofort auf, nachdem Du fertiggesprochen hast und findest das ganz normal.

War das jetzt ein Gespräch?


Andere werden stärker?

Veröffentlicht am Saturday, 02. January 2010, 21:32

Es gibt in diesem Land bei vielen Christen Befürchtungen, der Islam könne “stark” werden, könne gar zu stark werden, er sei doch eigentlich stärker als das Christentum, da er mit offensichtlich mehr Identifizierung von den Gläubigen gelebt werde.

Nun, das reine Vorkommen oder die Verbreitung eines Glaubens bzw. einer Religion sagt noch lange nichts über die Stärke aus. Ich bin der Meinung, daß das Christentum zu Zeiten der Inquisition schwach war, ebenso der Islam jetzt. Ebenso wie es damals in manchen Regionen Europas (insbesondere Spanien unter den “Katholichen Königen” und ihren Nachfolgern) ohne Strafandrohung nicht möglich war, eine andere Sicht Gottes und der Welt als die dominant auftretende katholische Sichtweise zu haben, ist es jetzt in islamisch dominierten Ländern ncihtmöglich, seine Religion ohne Strafandrohung zu wechseln. Es gibt Ausnahmen in Schwarzafrika, GottseiDank, aber die arabischen und (in geringerem Umfang) asiatischen Länder sind da sehr rigide. Offensichtlich geht es da entspannter zu, wo sich der Islam nicht mit dem Schwert verbreitet hat - also außerhalb Nordafrikas und der arabischen Halbinsel bis Zentralasien.

Erst wenn man eine andere Meinung gelassen aushalten kann, ist das ein Zeichen für Stärke, erst wenn man sogar Schmähungen, die man natürlich nicht provozieren soll (was sollen die auch bringen?), gelassen erträgt.

Franziskus sagt in seiner Nicht-bullierten Regel (NbR), Kapitel 16 (das Missionskapitel, wenn Brüder zu Sarazenen und anderen Ungläubigen gehen wollen):

5 Die Brüder aber, die hinausziehen, können in zweifacher Weise unter ihnen geistlich wandeln.
6 Eine Art besteht darin, daß sie weder Zank noch Streit beginnen, sondern “um Gottes willen jeder menschlichen Kreatur” (1 Petr 2,13) untertan sind und bekennen, daß sie Christen sind.
7 Die andere Art ist die, daß sie, wenn sie sehen, daß es dem Herrn gefällt, das Wort Gottes verkünden: sie sollen glauben an den allmächtigen Gott, den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, den Schöpfer aller Dinge, an den Sohn, den Erlöser und Retter, und sie sollen sich taufen lassen und Christen werden; denn “wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen” (vgl. Joh 3,4).
8 Dieses und anderes, was dem Herrn wohlgefällig ist, können sie ihnen und anderen sagen, denn der Herr sagt im Evangelium: “Jeder, der mich vor den Menschen bekennen wird, den werde auch ich vor meinem Vater bekennen, der im Himmel ist” (Mt 19,32).
9 Und: “Wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er in seiner und des Vaters und der Engel Herrlichkeit kommen wird” (vgl. (Lk 9,26).

Vor allem spricht daraus eine für die damalige Zeit unglaublich große Gelassenheit, denn der erste Weg ist einfach nur der Weg des Bekenntnisses. Sagen, daß man Christ sei, mehr nicht. Kein Zank oder Streit anfangen, ihnen untertan(!) sein. Letztlich ist der Herr für das Heil der anderen verantwortlich, man selbst ist höchstens Werkzeug und wird eingesetzt von Ihm - oder eben auch nicht, denn es gefällt Gott bestimmt nicht immer.

Diese ruhige Gelassenheit ist dem Islam heute in den Regionen, in denen er vorherrscht, ebenso fremd wie manchen katholischen Regionen Europas zu Zeiten der Inquisition.

Deswegen muß man sich vor eine Erstarken des Islam keine Sorgen machen, denn weltweit gesehen ist er nicht stark, sondern schwach.

Mich würde ein Erstarken freuen. Von muslimischen Freunden kenne ich diese Stärke, diese Gelassenheit der eigenen Glaubensüberzeugung.

Fehlen tut sie mir in vielen Sparten des kirchlichen Raumes (”links” wie “rechts”) und bei dezidiert Gläubigen jeder Couleur ebenso wie bei dezidiert Ungläubigen. Da werden schnell Verbalkeulen gebraucht, politische Einflußnahme wird gesucht.

Gelassen sein. Überzeugt sein. Überzeugungen sein lassen, auch wenn man sie nicht teilt.


Gedenken

Veröffentlicht am Monday, 28. December 2009, 14:58

Heute, am Fest der Unschuldigen Kinder: Gebete für die Zehntausenden Unschuldigen Kinder, die problemlos getötet werden können jedes Jahr, weil sie noch nicht geboren wurden.

Als Handreichung empfehle ich die Broschüre von Human-Life-International, Schweizer Sektion. Hier als html-Version, dort als pdf-Datei.

Möge der Herr durch unsere Gebete das Herz einer oder vieler Frauen und Männer erweichen, auf daß sie ihre Kinder annehmen können.

Nicht zu vergessen sind all die unschuldigen Kinder, insbesondere auf der Südhalbkugel dieser Erde, die an Unterernährung sterben, die durch Kriege sterben, die durch Traumata jeglicher Art sterben. Sie dürfen wir nie vergessen.


Bauchgefühl

Veröffentlicht am Wednesday, 23. December 2009, 09:34

Eine Interpretation Mariens des Hl. Franziskus hat mir die Muttergottes näher gebracht als viele andere kirlichen Verlautbarungen:

Aus dem Brief an die Gläubigen:

Mütter sind wir, wenn wir ihn [Jesus Christus] durch die göttliche Liebe und ein reines und lauteres Gewissen in unserem Herzen und Leibe tragen (vgl. 1 Kor 6,20); wir gebären ihn durch ein heiliges Wirken, das anderen als Vorbild leuchten soll (vgl. Mt 5,16).

Jeder, Mann wie Frau, kann wie die Mutter des Herrn werden, dessen Geburt wir ab morgen abend wieder feiern. Maria ist nicht die ferne andere, mit der vielleicht bloß die Mütter heutzutage was anfangen können, sondern sie ist eine Beschenkte, die das par excellence war, was wir sein können: sie brachte in ihrem Leben den Herrn hervor.

Gerade zu Weihnachten lohnt es sich, die schwangeren Frauen Ende 2009 anzusehen. In jeder von ihr steckt eine Maria, jede von ihnen bringt (hoffentlich) das Leben eines Menschen hervor, der nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde.

Möge jede von ihnen eine Herberge finden, einen Mann haben, der für die Familie sorgt, und Menschen, die sich mit ihr freuen und sie unterstützen.


Schön zu hören

Veröffentlicht am Thursday, 17. December 2009, 21:44

Gut, daß es ein wahrscheinlich baldiger Kardinal sagt:

In einer zivilisierten Gesellschaft muss soziale Gerechtigkeit mehr bedeuten als nur dafür zu sorgen, dass alle zu essen haben.

Dies und mehr steht in diesem sehr lesenwerten Interview mit Erzbischof Reinhard Marx.


Bezüglich meiner Seele

Veröffentlicht am Sunday, 13. December 2009, 16:24

Dies Domini.

So Gott will, werde ich nächstes Jahr in den OFS aufgenommen (der Antrag wurde angenommen).
Meine Freude ist groß, groß aber auch das Wissen um den Anspruch, dem man sich damit stellt und groß das Wissen um meine eigene Schwäche und Kleinheit.

Aus den Konstitutionen:

“Der arme und gekreuzigte Christus” - der Sieger über den Tod, der Auferstandene, die deutlichste Offenbarung der Liebe Gottes zur Menschheit - ist das “Buch”, aus dem die Schwestern und Brüder in Nachahmung des hl. Franziskus lernen, warum und wie man lebt, liebt und leidet.

Ich bitte um Euer Gebet.


Wer christliches sät,

Veröffentlicht am Saturday, 05. December 2009, 16:22

wird Lacher ernten.

So ging es mir zumindest, als ich neulich auf die Frage von Arzthelferinnen, ob ich denn als Notdienst habender Arzt (in einer Zentralen Notfallpraxis) auch die sog. Pille-danach verschreiben würde, da sonst die Gynäkologin extra von zuhause kommen müßte, folgendes antwortete: “Nein, dazu bin ich zu katholisch.” (Ich hatte auch schon mal vor Monaten ein konsterniertes Paar ohne Rezept wieder weggeschickt.)

Als ich dann klar machte, daß das kein Witz war, kam betretenes Schweigen.

Es wurde dann noch eingeworfen, daß das Rezept ja dann eben jemand anderes ausstellen würde. Mit meinem Verweis auf die Gewissensfreiheit des Einzelnen war das Thema dann beendet.


Hilfestellung

Veröffentlicht am Sunday, 29. November 2009, 01:20

Dies Domini.

(Erst einmal ein Frohes Neues allerseits, auf ins Lesejahr C sozusagen.)

Die Konstitutionen des OFS (Art. 9,2) sagen:

Jedes Mitglied des OFS, das versprochen hat, dem Beispiel und den Weisungen Christi zu folgen, muss persönlich und ständig die Hl. Schrift, besonders das Evangelium, studieren. Die Gemeinschaft und ihre Verantwortlichen fördern die Liebe zur Frohen Botschaft und helfen den Schwestern und Brüdern, die Bibel so kennen- und verstehen zu lernen, wie sie unter dem Beistand des Heiligen Geistes von der Kirche verkündet wird.

Eine mögliche Hilfe bei diesem Studium der Schrift ist die Päpstliche Bibelkommission. Aus einem mir noch unverständlichem Grund werden ihre Dokumente nicht häufig thematisiert im Netz, vielleicht auch einfach zu wenig gelesen.

Letztes Jahr, dieses Jahr auch auf Deutsch, wurde von ihr ein lesenswertes Dokument mit dem Titel “Bibel und Moral - Biblische Wurzeln des christlichen Handelns” veröffentlicht. Es ist anfangs theorielastig, da die generelle Sichtwiese (Hermeneutik) erst einmal klar gemacht wird. Detaillierte Handlungsanweisungen gibt es weiter hinten auch nicht, das kann auch nicht sein, aber es wird doch in manchem konkreter. Ein längeres Beispiel, das hängen blieb, möchte ich hier mal kommentarlos zitieren:

118. Theologische Überlegungen zum Verhältnis Kirche/Staat beriefen sich traditionellerweise fast nur auf Röm 13,1-7 (vgl. 1 Tim 2,1-2; Tit 3,1; 1 Petr 2,13-17), und sogar autokratische Regierungen verlangten Gehorsam mit Berufung auf diesen Text. Paulus macht eine allgemeine Feststellung über die legitime Autorität und stützt sich auf die Überzeugung, daß Gott in einer Gesellschaft Ordnung will und nicht Anarchie und Chaos. Auch die Christen hängen vom Schutz durch den Staat ab und von einer langen Reihe von Dienstleistungen; sie teilen mit ihm viele Werte und können sich ihrer zivilen Verantwortung und der Teilnahme am sozialen Leben nicht entziehen.

Aber nach einem Jahrhundert, in dem totalitäre Regime Kontinente verwüstet und Millionen von Menschen hingemordet haben, muß diese Auffassung des Verhältnisses zum Staat ergänzt werden durch die Sicht der Offenbarung, die den dämonischen Einfluß eines Staates beschreibt, der sich an die Stelle Gottes setzt und alle Macht für sich beansprucht. Ein solcher Staat orientiert sich an Werten und Haltungen, die dem Evangelium widersprechen. Er setzt seine Bürger unter Druck und verlangt völlige Gleichschaltung; er grenzt die aus, die sich weigern, oder tötet sie. Die Christen sind gerufen, “weise” zu sein, um die Zeichen der Zeit lesen zu können und die wahre Wirklichkeit eines Staates kritisieren und demaskieren zu können, der zum Sklaven des Dämonischen wird, auch eines luxuriösen Lebensstiles auf Kosten anderer. Sie sind gerufen, Politik, Wirtschaft, Handel ins Licht des Evangeliums zu stellen und in diesem Licht die konkreten Projekte für das Funktionieren der Gesellschaft zu prüfen. Weil die Christen aus der Zeit, in der sie leben, nicht ausziehen können, müssen sie eine eigene Identität erwerben, die sie fähig macht, ihren Glauben in geduldiger Ausdauer und prophetischem Zeugnis zu leben. Sie sind auch eingeladen, Weisen des Widerstandes zu entwickeln, die sie fähig machen, in Opposition zu gehen und das Evangelium zu verkünden und sich den dämonischen Mächten zu stellen, die durch die zivilen Institutionen handeln (vgl. Eph 6,10–20) und die heutige Welt beeinflussen.


Noch eins

Veröffentlicht am Friday, 27. November 2009, 22:53

Franziskus.


Es geht, man kann das Evangelium wörtlich nehmen. Wirklich.


Hübsch

Veröffentlicht am Friday, 27. November 2009, 22:27

Mag sein, daß es nicht jedermanns Geschmack ist, vielleicht auch zu amerikanisch, für manche gar kitschig - aber mir gefällt’s:



Franziskus und der Neid

Veröffentlicht am Thursday, 26. November 2009, 19:22

Bei niemandem habe ich je eine bessere Erklärung gegen den Neid gefunden als bei Franziskus. Aus den Ermahnungen:

1 Der Apostel sagt: “Niemand kann sagen: Herr Jesus, außer im Heiligen Geiste” (1 Kor 12,3);
2 und: “Keiner ist, der Gutes tut, auch nicht einer” (Röm 3,12).
3 Wer immer also seinen Bruder um des Guten willen beneidet, das der Herr in ihm redet und wirkt, der zielt ab auf die Sünde der Gotteslästerung, weil er den Allerhöchsten selbst beneidet (vgl. Mt 20,15), der jegliches Gute redet und wirkt.

Neid ist eine erst einmal normale menschliche Regung, der eine hat damit mehr zu kämpfen als der andere. Aber wenn man den Blickpunkt weg von dem bewegt, auf den man neidisch ist, hin zu Dem, der dem Beneideten erst die Fähigkeiten geschenkt hat, sieht das ganze doch - hoffentlich - schnell anders aus. Gut, man kann auch auf Gnade neidisch sein, doch das ist - vermute ich mal - eher selten.


Weltkirche zuhause

Veröffentlicht am Thursday, 26. November 2009, 18:54

Vor einigen Wochen wurden in meiner Pfarrei die Kinder der Gemeinde vorgestellt, die sich jetzt rund ein halbes Jahr auf die Erstkommunion vorbereiten werden. Es waren, wie in Goßstädten nicht verwunderlich, nicht allzu viele, aber eines war doch sehr interessant:

der Anteil der Kinder ohne eindeutigen “Migrationshintergrund” (den meine Kinder auch haben werden) lag gerade mal bei rund 10%.

(Wieso gibt es zu “Migrationshintergrund” kein Adjektiv?)

Meine Pfarrei ist somit nichts anderes als ein Spiegel der Weltkirche (u.a. deswegen mag ich sie so): immer weniger abendländisch-europäischer, dafür mehr südlicher und asiatischer Einfluß. Diese Weltkirche im Kleinen wie im Großen ist ein sehr wichtiger Schatz, den es zu bewahren lohnt.

Doch gerade die Kirchengeldgeberregionen, allen voran die kirchensteuergesättigten deutschsprachigen Länder, müssen sich deswegen auf einen schwindenden Einfluß gefaßt machen - ich finde das gut so.

Ein Leib, viele Glieder, keines wichtiger als das andere.


Fundamente

Veröffentlicht am Tuesday, 17. November 2009, 23:39

Franziskus hörte als Bekehrungserlebnis die Stimme des Herrn von dem anschließend so bekannt gewordenen Kreuz von San Damiano. Diese Stimme rief ihn auf: “Baue meine Kirche wieder auf!”, denn er würde ja sehen, wie sie zerfällt.

Franziskus nahm - wie so oft - die Aufforderung wörtlich und restaurierte die Kapelle von San Damiano. Daß damit mehr gemeint sein könnte als nur ein Kirchengebäude, war ihm damals nicht klar (vielleicht auch besser so, bei der Aufgabe).

Doch wenn wir jetzt auch mal diesen Auftrag wörtlich nehmen und das Volk Gottes, die Kirche, als Kirchengebäude ansehen, dann fällt doch eines auf:

das, was eine Kirche wirklich schön macht, ist nicht das, was die Kirche erhält. Die Stabilität erhält sie von den versteckten Steinen in den Fundamenten, in den Wänden, in den Säulen. Die Stabilität machen die, die niemand sieht, die nicht schön sind, sondern belastbar. Es sind nicht die Verzierungen, nicht die Ästhetik, nicht der Schmuck, die kirchenerhaltend sind.

Es sind also nicht die Teile der Kirche, die nach außen ausstrahlen, die sie erhalten.

Was das heißt, mag jeder selbst entscheiden …


Bruder Tod

Veröffentlicht am Tuesday, 17. November 2009, 00:20

Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in deinem heiligsten Willen finden,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

So schreibt Franz von Assisi in seinem berühmten Sonnengesang (hier ist der Tod weiblich wegen des italienischen Originals). Der Tod als Grund für Lobgesang!

Angesichts der Trauerfeiern und Betroffenheiten für den Herrn Robert Enke, stellt sich natürlich auch allerorten mal wieder die Frage nach dem Umgang mit dem Tod.

Dem Tod, der unser letzter neuer Bekannter sein wird, der, den wir als Bruder annehmen können.

Auch Gläubige sterben nicht automatisch einen leichten Tod, auch franziskanisch Gesinnte nicht. Franz, den Überlieferungen zufolge, dagegen schon. Er begrüßte den Bruder und freute sich auf ihn.

Das alles sind natürlich keine Aussagen über das Thema Freitod, sondern über das Thema Tod im allgemeinen, denn Franz nahm den Tod als gegeben hin, suchte ihn aber nicht.

Der Tod ist eines der größten Mysterien der Schöpfung. Als Christ glaube ich nicht nur, daß die Begrenztheit jeglichen Lebens nicht nur “besser” für die Schöpfung insgesamt ist, sondern auch für jeden einzelnen (wobei man über die Frage nach dem Sinn bspw. bei sehr frühem Tod nur hoffen kann - nämlich daß es darauf mal eine Antwort geben wird - nicht aber herumschlaumeiern).

Gott zu verstehen kann nicht klappen. Erst durch die Sünde kam der Tod in die Welt, und erst der Tod gibt unserem Leben die Möglichkeit, mit Freiheit wirklich Ernst zu machen und wahre Verantwortung zu übernehmen. Denn irgendwann ist Schluß.

Der leibliche Tod wird jedem begegnen. Vielleicht wird die Angst weniger, wenn wir ihn als unseren Bruder annehmen können.

Franz zeigt mit dem Brudersein des Todes auch an, daß er (also der Tod), als Bruder personalisiert wie wir alle auch, genauso zum Heilsplan Gottes gehört wie Du und ich. Den Plan kennen wir bloß nicht genau. Ärgerlich, aber ist so.

Wenn mal ein wichtiges Treffen haben wird, was Konsequenzen für die Zukunft haben kann (bspw. ein Bewerbungsgespräch), dann lohnt es sich, das schon mal zu üben, auch Antworten auf mögliche Fragen einzuüben.
Die Kirche empfiehlt das gleiche mit dem Tod. Üben, ihm gelassen entgegenzutreten. Wie?

1. sich Verstärkung holen bei der Gottesmutter (”…, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes.”)
2. jeden Abend das Schluß-Gebet der Komplet mitvollziehen: “Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende gewähre uns der allmächtige Herr”. Schon immer sah die Kirche die einbrechende Nacht und den kommenden Schlaf als beste Einübungsplätze für den Tod.
3. rechtzeitig dafür sorgen, die Sakramente des Heils (Krankensalbung und Kommunion) möglichst zu empfangen (und genauso bei Angehörigen daran denken!).

Vielleicht gelingt es dann, irgendwann im Tod einen Bruder zu sehen.


Zuhause beginnen

Veröffentlicht am Wednesday, 11. November 2009, 16:24

Nachdem ich schon etwas über die “Erneuerung der Kirche” im Sinne des franziskanischen Lebens geschrieben habe, kommt jetzt das nächste hehre Ziel dran: die “Verantwortung für den Frieden”.

Was sagen Lebensregel und Konstitutionen des OFS dazu? Wo soll der franziskanisch Begeisterte beginnen? Die Konstitution schreibt, bezugnehmend auf die Regel, folgendes (Art. 24):

Die Mitglieder sehen die eigene Familie als den ersten Bereich an, in dem sie ihre christliche Sendung und die franziskanische Berufung leben.

Das bedeutet natürlich nicht, daß dieser Bereich auch der letzte ist, daß man sich bequem häuslich einrichten kann mit seiner franziskanischen christlichen Existenz.
Aber es bedeutet eben auch, daß die franziskanische Berufung verfehlt wird, wenn dieser Friede zuhause nicht immer wieder versucht wird. Andere Menschen lieben und die eigenen Angehörigen ständig nervend finden und möglichs meiden - das geht eben nicht. Konflikte treten natürlich in der Familie auf, und es liegt ja auch nicht immer an einem selbst, aber oft eben auch ein wenig. Das gute Wort zur rechten Zeit, die Wertschätzung einer vielleicht von einem selbst abgelehnten Meinung, auch das Ausweichen eines Streites, wenn es eh nur ums Streiten geht - Frieden in der Familie bedeutet manchmal auch Rückzug, und der Weg zu diesem Frieden ist häufig eine gute Schule der Demut.

Der Frieden in der eigenen Familie wurde auch von vielen Menschen nicht erreicht, die von nahezu allen anderen hoch verehrt werden. Franziskus selbst ist so ein Beispiel, sein Vater hat ihn bis zuletzt nicht verstanden und sein Leben abgelehnt. Mohandas “Mahatma” Gandhi ist ein anderes Beispiel, sein ältester Sohn Harilal vermißte sehr einen fürsorgenden Vater, der Mahatma Gandhi nie war (so zumindest das mittlerweile recht ehrliche Geschichtsbild), wurde von diesem enterbt, wurde obdachloser Alkoholiker und starb an den Folgen dieser Sucht kurz nach seinem Vater (iubita mea sagte nach dem berühmten Film Gandhi, der diese Historie komplett ausblendet, daß sie ihn (Mahatma Gandhi) zwar toll finde, aber keinesfalls mit ihm verheiratet sein wolle).

Frieden in der Familie ist eine lebenslange Aufgabe, denn keiner kennt uns so gut wie unsere Angehörigen, keiner weiß so gut, wo er pieksen muß um uns zur Weißglut zu bringen, keiner kennt unsere Launen und Schwächen so gut wie unsere Familie.

Mutter Teresa hatte es schon vor Jahren auf den Punkt gebracht (aus der engl. wikipedia):

When Mother Teresa received the [Nobelpeace-]prize, she was asked, “What can we do to promote world peace?” She answered “Go home and love your family.”


Wir müssen katholisch sein

Veröffentlicht am Wednesday, 04. November 2009, 23:37

Franziskus fühlte sich sehr denen verbunden, die, wie er selbst anfangs, Teil der Laien-Büßerbewegung waren und seinem Vorbild folgen wollten - also die Männer und Frauen, die den späteren Dritten Orden bilden.

Um ihnen mitteilen zu können, wie er dachte, besuchte er sie wenn möglich. Da das - rückwirkend gesehen glücklicherweise - nicht immer ging, schrieb er auch Briefe “an die Gläubigen”.

Während er die Ordensregel des Ersten Ordens (klassischer Orden mit Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam) als etwas schrieb, das an andere gerichtet war - er schreibt hier von “den Brüdern” - so findet sich insbesondere im 2. Brief an die Gläubigen eine viel engere Beziehung zu den Adressaten.

Da Franziskus sich wie alle Christen zu “den Gläubigen” zählte, ist dieser Brief voll von “wir müssen”. Beide Worte sind wichtig: das “wir” drückt aus, daß er einer von den Gläubigen war, daß er an sich den gleichen Anspruch wie an alle Christen stellte (an Ordensleuten setzt er aber explizit ein höheres Maß an, weil sie der Welt entsagt hätten - also mehr Zeit und Kraft für die Hingabe an Gott hätten). Das “müssen” deutet an, daß diese Aufforderungen für ihn keine mögliche Option darstellen, sondern aus der Entscheidung für Christus geradezu logisch erscheinen.

Ein Beispiel aus dem 6. Kapitel des 2. Briefes an die Gläubigen:

32 Wir müssen auch fasten und uns enthalten von Lastern und Sünden (vgl. Sir 3,32) sowie vom Überfluß an Speisen und Trank, und wir müssen katholisch sein.
33 Wir müssen auch häufig die Kirchen aufsuchen und den KIerikern Hochachtung und Ehrfurcht erweisen, nicht allein um ihrer selbst willen - wenn sie Sünder wären - sondern wegen des Amtes und der Verwaltung des heiligsten Leibes und Blutes Christi, den sie auf dem Altare opfern und den sie empfangen und austeilen.
34 Und wir alle sollen fest wissen, daß niemand gerettet werden kann als nur durch die heiligen Worte und das Blut unseres Herrn Jesus Christus, welche die Kleriker sprechen, verkünden und darreichen.
35 Und nur sie allein dürfen diesen Dienst ausüben und niemand sonst.
36 Besonders aber sind die Ordensleute, die der Welt entsagt haben, verpflichtet, noch mehr und Größeres zu tun, aber jenes nicht zu unterlassen (vgl. Lk 11,42).

Es gibt noch deutlich mehr “wir müssen” Sätze, doch ein jeder, der sich mit Franziskus beschäftigt und von seiner Art der Christus-Nachfolge angezogen ist, weiß, daß diese Maßgaben schwierig sind, daß wir oft scheitern, daß auch er selbst, wie er zugibt, nicht immer seinem Ideal treu blieb.

Was bedeutet hier in diesem Zusammenhang das lapidare “und wir müssen katholisch sein”?

Natürlich bedeutet das zuerst einmal, historisch aufgrund der verschiedenen außerkirchlichen Armutsbewegungen zu der damaligen Zeit, daß der Gläubige an sich in der Kirche zu verweilen habe, da nur sie die sicheren Quellen des Heiles, die Sakramente, verwalten könne.

Es bedeutet aber noch weitaus mehr. Es heißt, daß auch der noch so Franziskus-Begeisterte nicht auf die Idee kommen darf, daß sein Verständnis von Christ-Sein mit allem Franziskanischen dazu das Nonplusultra wäre, daß dieser Weg der einzig wahre christliche wäre. Das ist nicht leicht, doch letztlich ist es eine Frage der persönlichen Berufung.

Wozu “die Kirche” berufen ist, vermag der Einzelne nicht so einfach zu beantworten, da sie dem menschlichen Zugriff eigentlich entzogen ist.

Wie “die Kirche” zu sein habe, kann kein Nachfolger Christi in den Fußspuren von Franziskus wirklich sagen. Er kann nur sagen, wie er selbst zu sein hat.

(Auch ich gebe zu, Wünsche habe ich natürlich an die Kirche, diese hier auch mehrfach geäußert).

Doch kein Franziskaner wird ernsthaft behaupten können, daß es für das Ausleben der franziskanischen Berufung in der Kirche nicht ausreichend Raum gäbe. Die Leitplanken der jeweiligen Ordensregel (Erster bis Dritter Orden) sind so weit, daß man es wirklich absichtlich darauf ankommen lassen muß, will man da ständig anstoßen.


Kein christlicher Kommerz

Veröffentlicht am Wednesday, 04. November 2009, 23:08

Gerade habe ich gelesen, daß Städte wie Krefeld jetzt auf christliche Elemente bei der vorweihnachtlichen Beleuchtung ihrer Innenstädte verzichten wollen. Grund sei es vor allem, daß viele Menschen keinen echten Bezug mehr zum religiösen Fest Weihnachten hätten.

Natürlich kann man trefflich fragen, was Kommerz überhaupt mit Weihnachten zu tun habe, aber grundsätzlich finde ich diese Entscheidung richtig und die Begründung zweitrangig. Sie wird wohl zutreffend sein, aber daß sich der christliche Glaube aus dem vorweihnachtlichen Geschäftstreiben zurückzieht, ist generell erst einmal ein Gewinn.


Dem Namen treuer sein

Veröffentlicht am Wednesday, 28. October 2009, 23:14

Der Name dieses Blogs ist die lateinische Form des bekannten franziskanischen Grußes “Frieden und Heil” oder “Frieden und alles Gute”.

Da ich mich zuletzt wieder vermehrt mit Franziskus und seiner Form der Christusnachfolge beschäftige, werde ich versuchen, auch die Beiträge mehr in diese Richtung zu lenken. Mittlerweile gibt es so viele Blogs, daß mein Senf bezüglich kirchenpolitischer Ereignisse nicht auch noch dazugegegeben werden muß. Es tut außerdem meiner Seele nicht immer gut, und die gilt es zu retten (letztlich!).

Der Dritte Orden der Franziskaner (ein kirchenrechtlich gesehen richtiger Orden, der mit Abstand größte der Kirche übrigens) hat sich im deutschsprachigen Raum drei Kernaufgaben gestellt:

1. Evangelium leben

2. Verantwortung für den Frieden

3. Erneuerung der Kirche

Das ganze soll auf den Spuren von Franziskus und Klara geschehen, und deswegen sind die Punkte auch mit ihren Augen zu betrachten.
Insbesondere der letzte Punkt scheint ja eine rege Stellungnahme zu kirchenpolitischen Entscheidungen, Kritik an der Kirchenleitung, vom Bischof entfernt autonomes Handeln etc. geradezu herauszufordern.

Doch wie sieht Franziskus die Erneuerung der Kirche? Er, der die Stimme des Herrn mit dem Satz hörte “Franziskus, baue meine Kirche wieder auf”, verläßt die üblichen Schemata von gut und böse und richtig und falsch. Er verlangt von seinen Brüdern was ganz anderes (aus dem 3. Kapitel der offiziellen Ordensregel des Männerordens, der sog. Bullierten Regel):

10 Ich rate aber meinen Brüdern, warne und ermahne sie im Herrn Jesus Christus, sie sollen, wenn sie durch die Welt gehen, nicht streiten, noch sich in Wortgezänk einlassen (vgl. 2 Tim 2, 14), noch andere richten.
11 Vielmehr sollen sie milde, friedfertig und bescheiden, sanftmütig und demütig sein und anständig reden mit allen, wie es sich gehört.

Und im Brief an einen Minister (zu Deutsch Diener, so nannte er die Oberenämter, bis heute nennt sich der Leiter des Ordens Generalminister) schreibt er u.a.:

7 Und darin liebe sie; und du sollst nicht verlangen, sie möchten bessere Christen sein.

Hier sieht man den franziskanischen Weg der Erneuerung der Kirche - anders sein. So sein, wie man die anderen gerne hätte, dabei sich selbst gering achten, seiner Sündhaftigkeit bewußt sein und die Andersheit nicht von anderen Christen fordern.

Anders wird die Kirche auch nie erneuert.


Kleine Impfposse am Rande

Veröffentlicht am Wednesday, 28. October 2009, 18:46

Die Impfung gegen die Schweinegrippe ist ja in aller Munde. Neulich, als impfender Arzt (und auch schon selbst geimpft), traf ich auf einen interessanten Umstand: die Landesregierung verstößt gegen eigene Richtlinien (in dem Fall des Bundes).

Nach der sog. TRBA 250 sind seit einigen Monaten nur noch Injektionsnadeln erlaubt, die direkt nach dem injizieren mit einem Schutzdeckel versehen werden könne, z.B. solche:

Das Paket für die Schweinegrippen-Impfung in NRW enthielt aber nur Nadeln ohne Deckel, das Risiko für eine Nadelstichverletzung ist somit wie zuvor erhöht:

Wenn Gesetzesbefolgung Geld kostet, sollen es wohl nur andere machen …


Genervt

Veröffentlicht am Monday, 26. October 2009, 15:37

Ich schöner periodischer Wiederkehr nerven mich gerade mal wieder die innerkirchlichen Debatten tierisch.

Die Debatte um die Interpretationshoheit des letzten Konzils wird sich eh bald erledigen, die Befürworter einer “neuen Kirche” sind dann größtenteils tot und es kommen kaum solche Meinungsvertreter nach (wozu auch?).

Die Streitfragen bzgl. der Zulassung zum Priesteramt und allen anderen “heißen Eisen” werden genauso gelöst, denn in wenigen Jahrzehnten ist - wenn die ersehnte Parusie (Wiederkunft Christi) nicht vorher eintritt - die Kirche so sehr geschrumpft, daß neben den Dauerfrustrierten, die aus mir vollkommen unverständlichen Motiven nicht austreten und nicht ihre Meinung ändern und weiterhin alles römische böse finden, nun, daß neben diesen eben größtenteils nur noch die Überzeugungskatholiken da sind.
Die Kirchensteuer wird es dann nicht mehr geben, der Verwaltungsapparat ist massiv geschrumpft, das Kerngebiet der Verkündigung der Wahrheit Gottes steht dann ganz im Vordergrund.

Es gibt so viel anderes zu tun als Nabelschau…


Riesenschritte

Veröffentlicht am Friday, 23. October 2009, 11:34

Kommt mir das nur so vor, oder ist es wirklich so, daß sich im katholisch-orthodoxen Dialog wirklich einiges tut Richtung einer wirklichen Kommunionsgemeinschaft (natürlich mit aller Zurückhaltung, insbesondere bzgl. der innerorthodoxen Konfliktlinien)?

Allein so eine Erkenntnis eines bulgarischen orthodoxen Bischofs ist schon Gold wert (Quelle):

„Ein Katholik wird nicht zur Orthodoxen Kirche konvertieren, und umgekehrt, aber wir müssen gemeinsam zum Altar kommen dürfen”, sagte Bischof Tichon gegenüber dem Papst.

Dabei gilt es anzumerken, daß bspw. von russischer Seite aus erst ab der Mitte des 18. Jh. der Kommunionempfang für Katholiken ausgeschlossen wurde (als Reaktion(!) auf eine gleiche Maßnahme der Katholischen Kirche! - soviel Fairness gebietet die Geschichte!) - daß also jahrhundertelang Gemeinschaft der Kommunion ohne Gemeinschaft der Kirchenleitung möglich war.


Leider nicht geirrt

Veröffentlicht am Friday, 23. October 2009, 09:44

Daß das, was Josef Bordat in dem von mir zitierten Kommentar schrieb, Folgen für die Lebensschützer haben könnte, hatte ich ja schon angedeutet. Deswegen hatte ich EuroProLife auch eine E-mail geschrieben und darauf hingewiesen.
Leider gab es weder ein Anrtwort noch eine Änderung der Strategie, das Argument des notwendigen Lebensschutzes wegen der niedrigen Geburtenrate steht immer noch auf ihrer Hompage.

Ausgerechnet bei dem eigentlich Verbündeten der offiziellen Vertreter der Katholischen Kirche stößt man deswegen auf eine Abwehrhaltung (siehe hier).

Das war zu erwarten, denn die Geburtenrate hat einem Christen vollkommen egal zu sein.