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Archiv für May, 2010



Ökumenische Frage VI

Veröffentlicht am Monday, 31. May 2010, 08:07

Hier die Teile I, II, III, IV und V

In der aktuellen Ausgabe des sich im Untertitel “evangelisch” nennenden Magazins CHRISMON schreibt der Ratsvorsitzende der EKD einen Beitrag zum Thema Kirchenaustritt ja/nein (womöglich ist der Link nur zeitlich begrenzt erreichbar, daher hier ein besserer).

Darin heißt es:

Müssen wir eigentlich in einer Kirche sein, um unseren christlichen Glauben zu leben? Hier gilt mein klares Ja, denn wir können unseren Glauben nicht ohne Kirche leben.

Früher hätte ich das genauso auch gesagt.

Doch gerade angesichts der protestantischen Lehre, daß nur die Schrift alleine zähle und diese sich selbst auslege, mithin kein Lehrer im Glauben für den einzelnen zwingend notwendig sei und der einzelne Christ mit ausreichend Heiligen Geist gesegnet werde, um die Bibel richtig auszulegen, kann ich das von einem evangelischen Kirchenmann nicht nachvollziehen (vielleicht kann mir da jemand helfen).

Wenn zwei oder drei aus der evangelischen Kirche ausgetretenen Menschen in Jesu Namen versammelt sind, sind sie doch laut evangelischem Verständnis wieder Kirche, oder?

Aber warum würde ich das heute nicht mehr so sagen?

Der Punkt ist für mich ein entscheidener. Alle Heiligen, mögen sie noch so avantgardistisch sein (wie Meister Eckhart für die einen oder wiederentdeckt Thomas von Aquin für die anderen) oder noch so gelehrt (hier nenne ich mal den nahen Zeitgenossen Dietrich von Hildebrandt), sie alle unterwarfen ihre gesamte Lehre bereitwillig dem Urteil der Kirche.

Ohne die Kirche wollten sie nichts lehren, gegen sie schon mal gar nicht.

Sie versuchten zwar immer, den kirchlichen Glauben neu auszuloten, aber letztlich war das Entscheidende nicht ihr persönlicher Glaube, sondern der der Kirche - er war und ist das Maß.

Gerade deswegen kann ich ohne die Kirche meinen Glauben nicht leben - weil ich den Glauben der Kirche haben will.

Wenn es nur um einen ominösen “christlichen” Glauben ginge, um “meinen” Glauben, dann könnte ich gut auf jegliche Gemeinschaft verzichten.


Verkantet

Veröffentlicht am Friday, 28. May 2010, 11:26

Einige Blogger hatten darüber berichtet, daß der suspendierte Priester und ehemalige Dogmatik-Professor Gotthold Hasenhüttl in einem Artikel für die ZEIT (hier zu lesen) ein Zitat von Hannah Arendt brachte, das genau so häufig auch im Netz zu finden ist:

Keiner hat das Recht zu gehorchen.

Der gesamte Artikel heißt ja schon “Bloß nicht gehorchen”.

Alipius hat das ganze schon versucht irgendwie schönzuinterpretieren, Frau Arendt ist ja auch eine moralische Autorität.

Nur, sie hat es so nie gesagt.

Ich werfe Hrn. Hasenhüttl nicht vor, das Zitat bewußt falsch benutzt zu haben, es kursiert wie erwähnt sehr oft falsch im Netz. Doch im Gespräch mit Joachim Fest, wo dieses Wort des Nichtgehorchens fiel, heißt es:

Kants ganze Moral läuft doch darauf hinaus, dass jeder Mensch bei jeder Handlung sich selbst überlegen muss, ob die Maxime seines Handelns zum allgemeinen Gesetz werden kann. Das heißt … Es ist ja gerade sozusagen das extrem Umgekehrte des Gehorsams! Jeder ist Gesetzgeber. Kein Mensch hat bei Kant das Recht zu gehorchen.

Das ganze hat sie in Bezug auf den Eichmann-Prozeß gesagt, der sich während der Verteidigung auf das Kant’sche Pflichtgefühl berief.

So, und nun darf jeder beurteilen, ob hier die Relationen in Bezug auf kirchlichen Ungehorsam bzgl. der Feier einer Hl. Messe gut getroffen wurden …


Morgens auf der Straße

Veröffentlicht am Tuesday, 25. May 2010, 07:44

Auf dem Weg zur Arbeit, so ca. 30 Min. mit viel Autobahn, höre ich regelmäßig Podcasts, mittlerweile fast nur deutschsprachige, dazu nahezu alle mit katholischen Themen.

Es gibt eine Reihe, deren Abo ich schon mal beendet hatte, weil sie mich manchmal dermaßen aufregt, auch wenn ich sie mittlerweile wieder höre, die häufig eine wirklich geistliche Übung für mich darstellt.

Es handelt sich um “Katholische Welten” auf Bayern-2-Radio.

Ich weiß ja nicht, ob es die Redakteure nicht besser wissen (und hoffe es für ihren journalistischen Berufsstand, daß sie es nicht besser wissen), aber was da für theologischer “Sachverstand” manchmal abgeliefert wird, ist - nicht während der Fahrt und bei sehr wenig Haupthaar eh unmöglich - zum Haareraufen.
Dies trifft insbesondere dann zu, wenn es gegen Rom geht, mit Vorliebe gegen den Heiligen Vater, der stammt ja aus bayrischem Kernland.

Heute durfte ich direkt rund 30 Minuten meine Seele und Gedanken auf die Probe stellen, da ich diesen Beitrag gehört habe, der einen Rückblick auf die ersten 5 Jahre des Pontifikats des Heiligen Vaters Benedikt XVI. wirft.

Das Sprachniveau bewegt sich dabei zum Teil auf dem Niveau von einer sich katholisch nennenden Internet-Denunziantenseite, die fast ausschließlich anonym publiziert. Echt übel.

Dummerweise läßt mich das Gefühl nicht los, die Redakteure wissen es doch besser und wollen mit absichtlicher Falschdarstellung der katholischen Theologie Stimmung gegen die Kirchenleitung machen. Aber ich hoffe mich zu irren.

Nur zwei kurze Beispiele:

- Küng sei aus Sicht des Papstes ein Häretiker. Das ist Unsinn, er ist ja immer noch katholischer Priester, in ihrem Irrtum verharrende Häretiker exkommunizieren sich selbst und verlieren ggf. natürlich auch das Priesteramt. Er hat die Lehrerlaubnis verloren, weil seine Lehre nicht katholisch ist. Eigentlich verständlich, aber wohl nicht für Bayern2.

- nur wenige Sätze danach wird ihm vorgehalten, den “Gnadenakt” der Rücknahme der Exkommunikation der Pius-Bischöfe durchgeführt zu haben (gnädig sein ist laut Bayern2 wohl böse), obwohl diese nicht das Zweite Vatikanum voll anerkennen würden. Herrn Küng soll dagegen die Lehrerlaubnis wieder erteilt werden, der das ja auch nicht tut (denn die mögliche päpstliche Unfehlbarkeit wird da noch einmal zementiert). Das soll mal einer verstehen …

(Und wenn ich “Mahl halten” höre, zucke ich angesichts des Theologensprechs eh immer zusammen. Sowas sagt kein Mensch, man nennt das “zusammen essen” - und das tue ich gerne, mit vielen Freunden und der Familie, sind alle allerlei Glaubens. Ist kein Problem. Am liebsten Spanisch)

Warum ich die Podcasts dieser Reihe immer noch höre? Nun, manchmal sind richtige Perlen dabei - und wenn’s nicht theologisch wird, ist’s ganz nett.


Ein gesegnetes Pfingstfest

Veröffentlicht am Sunday, 23. May 2010, 20:13

Dies Domini.

Ich wünsche der gesamten Kirche eine spürbare Herabsendung des Hl. Geistes, besonders an die Glieder in ihr, die meinen, die anderen hätten Ihn nötiger als sie selbst.


Selbstbild

Veröffentlicht am Friday, 21. May 2010, 10:27

Ich möchte noch einmal kurz auf den Kommentar von Alexander Kissler eingehen, auf den ich hier schon mal verlinkt hatte. Dabei besonders auf diese Passage, dich auch in zahlreichen anderen Blogs zitiert wurde:

Die Kirchenkrise ist eine Vertrauens- und Moralkrise. Sie trifft im Kern das Bild von der Kirche als moralischer Anstalt. Sie beschädigt die eher säkulare Sicht auf die Kirche als Verein der Tugendbolde. Nichts müsste eigentlich denen, die Kirche sind, fremder sein. Sie müssten wissen, dass die apostolische Gemeinschaft die Versammlung jener ist, die sich hoffend unterwegs wissen zu ihrem Richter und Erlöser und die dessen Sakramente auf dieser unbekannten Strecke weitertragen.

Bischöfe, Theologen, Laien könnten wissen, dass nicht der erhobene Zeigefinger die Welt rettet, sondern das Opfer. Sie wissen es aber nicht, oder sie verschweigen es. Sie reden von der Kirche, der sie angehören, wie auch Kirchenferne und Kirchenhasser von ihr sprechen: Moralisch, politisch, subjektiv. Und deshalb und nur deshalb ist die säkulare Vertrauens- und Moralkrise zugleich ein theologisches Drama. Die Kirche, die so laut auf allen Marktplätzen sich den Puls fühlt, nimmt sich selbst als Kirche nicht mehr wahr.

Diese Kleruskrise ist meines Erachtens ein großes Geschenk. Erst mal ist sie ein Geschenk an all die Opfer, die sich jetzt endlich trauen sich öffentlich zu äußern, weil sie wissen, daß sie aufgrund der bekannten Zahl der Fälle ernstgenommen werden und nicht im Alleingang unterzugehen drohen (was sie vielleicht früher erfuhren).
Sie ist ein Geschenk an die säkulare Gesellschaft, weil die Kirche endlich nicht mehr als das wahrgenommen wird, was sie von ihrem Gründer her nie sein sollte, auch wenn manche Apostelnachfolger das ganz toll fanden oder finden: eine Moralanstalt des öffentlichen Rechts. Wer jetzt aus der Kirche austritt, weil er das Vertrauen in diese Moralanstalt verloren hat, dem ist leider zu sagen, daß er deswegen nie in ihr hätte verharren sollen. So etwas kann nur schief gehen. Angesichts der empirischen Erfahrung, daß sich der Mensch als solcher über die Jahrhunderte nicht allzu viel ändert, gilt eben immer noch das Psalmenwort (Psalm 118 nach lateinischer Zählung, 117 nach griechischer):

Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Menschen zu bauen.
Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Fürsten zu bauen.

(Und ja, das können auch Kirchenfürsten sein)

Nur dieser Grund konnte und kann tragen. Und nur wenn ich glaube, daß die Kirche gleichzeitig ausschließlich erlösungsbedürftige Menschen umfaßt und vom Herrn die Mittel für diese Erlösung geschenkt bekam, macht das Verbleiben, das bewußte Glied-sein am mystischen Leib Christi, Sinn.

Es hat auch iubita mea überrascht, ihres Zeichens orthodox, daß mich die ganze Geschichte relativ unberührt läßt - bis eben auf den Umstand, daß Opfer wie Täter meine Geschwister sind. Doch mich wie die gesamte Welt rettet kein Papst, Bischof oder Priester. Sie können mir den Retter so nahe bringen wie niemand sonst, das ja, aber genausowenig wie eine (Achtung: hinkender Vergleich, bloß Versuch des Veranschaulichens) Tankstelle mit supernetten oder abstoßenden Angestellten das Auto zum Fahren bringt, sondern eben vielmehr das, was es nur da gibt, ist die Kirche - innerweltlich gesehen - kein Selbstzweck, sondern die Nahebringerin des Herrn. Ja, sie ist mehr als eine Tankstelle für ein Auto, aber ich hoffe, etwas konnte ich ansatzweise rüberbringen. Auf den Klerus paßt der Vergleich schon eher.

Deswegen spricht der Papst auch vorrangig über Jesus, während die Welt von ihm erwartet, über die Situation der Kirche zu sprechen.

Und Alexander Kissler bedauert zu Recht, daß diese Prioritäten hierzulande sich leider verschoben haben.

Um es mit den Worten des Marketing auszudrücken: der Papst bewirbt das Produkt, weil er überzeugt ist, daß es das Wichtigste ist und alle glücklich seien, die es bekommen haben, hierzulande geht es um die Marke, die um sich selbst zu kreisen scheint und das Produktangebot aus den Augen verliert.
“Branding” geht aber in der Kirche immer genau dann schief, wenn alle unter anderem Namen dasselbe verkaufen.
Und deswegen, nicht überraschend, ist diese Kleruskrise auch ein Geschenk an die Kirche.


Für alle,

Veröffentlicht am Thursday, 20. May 2010, 08:56

die sich und ihre Meinung wichtig nehmen. Natürlich wieder von Pithless Thoughts.


Mindestlohn aus katholischer Sicht

Veröffentlicht am Wednesday, 19. May 2010, 09:56

In die Reihe der “Sozialromantiker” und “sozialistischen Tagträumer” wurde nicht nur ich einst von einem Kommentator gestellt, da ich für einen gesetzlichen Mindestlohn bin, sondern ich finde da - erstaunen kann’s nur den, der die ganze katholische Lehre nicht kennt - auch alle Päpste seit Leo XIII.

Die Kirche lehrt seit über 100 Jahren, daß der Lohn eines(!) Erwachsenen, zumeist des Vaters, ausreichen muß, um einen angemessenen Lebensstandard für die gesamte Familie zu sichern. Dabei wird dieses “angemessen” zwar nicht genauer definiert, es wird aber von einer normalen Arbeitszeit/Woche ausgegangen einschließlich ausreichender Ruhezeiten.

Die Lehre der Kirche dazu habe ich hier schon mal angerissen, umfänglicher findet sich dort etwas (überhaupt eine gute Seite für die Katholische Soziallehre, natürlich schon lange in der Linkliste).

Ich weiß, es scheint wenige Katholiken zu geben - zumindest weniger lautstarke - die sowohl für ein Durchsetzen der Soziallehre in der Politik einstehen und nicht minder zum Rest der Lehre stehen. Ich habe nie verstanden, warum das so ist.

Jetzt gibt es ja seit einigen Monaten ein dezidiert katholischen Arbeitskreis in der Partei, die sich auf ein christliches Menschenbild beruft, das sie sicherheitshalber nicht genauer beschreibt. Auf deren Seite fand ich nichts zu dem aus katholischer Sicht skandalösen Umstand der vielen “Aufstocker”.
Auch im Archiv des Kongresses, der von sich behauptet, sich voll am Katechismus der Kirche zu orientieren, fand ich nichts zu diesem Thema, das Millionen bei uns angeht und wohl näher ist als manche innerkirchliche Debatte.

Vielleicht findet da jemand etwas oder weiß mehr, als die Seiten kund tun.

Oder bedeutet Katholischsein hierzulande und heutzutage auf allen Seiten selektive Wahrnehmung?


Hinter die Ohren schreiben

Veröffentlicht am Wednesday, 19. May 2010, 07:55

Es ist der erste wirklich witzige orthodoxe Blog, den ich kenne und den ich durch scipio gerade gefunden habe: Pithless Thoughts.

Der Autor haut häufig einfache und tolle Grafiken raus, die einfach nur wahr sind.

Im Moment gefällt mir diese am besten, denn sie trifft wahrscheinlich nicht nur bei den Orthodoxen zu:


Himmlische Vorstellung

Veröffentlicht am Monday, 17. May 2010, 11:06

Ich weiß ja nicht, wie weit das in westkirchlichen Kreisen bekannt ist, aber die Ostkirche geht davon aus, daß eine hier auf Erden geschlossene Ehe auch im Himmel als geschlossen gilt und diese den Tod überdauert! Eine etwaige zweite Heirat nach Tod des Ehepartners erfolgt daher nach dem gleichen Prinzip wie eine Wiederheirat nach Scheidung, der Oikonomia (sozusagen eine Art festgelegte pastorale Milde).

Wie kann man sich das dann im Himmelreich vorstellen, wenn die ersten Ehepartner katholisch und orthodox sind?

Hier sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt …


Ökumenische Frage V oder wie der Elefant Allgemeingut wurde

Veröffentlicht am Sunday, 16. May 2010, 06:42

Dies Domini.

Heute geht der 2. Ökumenische Kirchentag zuende. Ich war nicht da, war überhaupt erst zufällig mal auf einem Ökumenischen Stadtkirchentag (war ganz nett), habe aber den jetzigen mal zum Anlaß genommen, hier im Archiv zu stöbern.

Und möchte jetzt eine Reihe fortsetzen, die in diesem alternden Blog seit Jahren brach lag: die “Ökumenische Frage”, das ist die kurze Version von “Ralf versteht die protestantische Theologie nicht”, was wirklich ernst gemeint ist. Es gibt bereits die Teile I, II, III und IV, wo auch zum Teil heftig debattiert wurde und deren inhaltliche Fragen sich mir immer noch stellen (sprich: ich hab’s immer noch nicht begriffen).

Meine jetzige Frage hat mit aktuellen Geschehnissen des ÖKT, die auf anderen Blogs thematisiert werden, nichts zu tun, dafür interessieren mich diese Skandälchen zu wenig (sorry!).

Ich möchte gerne wissen, wie der protestantische Zugang zur Wahrheitserkenntnis ist. Mir fällt nämlich auf - der ökumenische Mainstream-Dialog ist da bestes Beispiel für - daß dem Menschen nahezu alles zugetraut wird, nur keine Erkenntnis der absoluten Wahrheit. Oder ist die Thema? Da in der evangelischen Landeskirchentheologie ein zunehmendes “anything goes” vorherrscht, wurde sie wohl still und heimlich entsorgt. Ist der “wahre Glaube” noch relevant?
Dabei verstehe ich das dahinterstehende Gottesbild nicht. Was soll das für ein Gott sein, der uns zwar angeblich liebt, aber für so unzulänglich hält, daß er uns die Wahrheit nicht zumuten will? Geheimniskrämerei aus Liebe? Da in der Hl. Schrift ja oft das Bild Bräutigam (Gott/Messias) und Braut (Volk Gottes/Israel) verwendet wird, frage ich mich, wie dieses Vorgehen in einer Ehe so ankäme …

Als Ausweichbild wird von heftig Dialogi- bis Monologisierenden ja das Bild vom Elefanten benutzt, der Inhalt scheint zum Kanon der Ökumenischen Basis zu gehören. Das habe ich aber schon früher mal besprochen (und hier sind die anderen Teile I, II, III, IV und V dieser zweiten losen Reihe).


Steter Tropfen

Veröffentlicht am Friday, 14. May 2010, 13:59

Mal was ganz anderes.

Die Christenverfolgung (aus dem hohlen Bauch heraus würde ich sagen, daß sie beim ÖKT keine Rolle spielt, aber ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung und würde mich gerne irren) ist ein weltweit extrem gravierendes Problem für die Kirche.
Die islamisch dominierten Länder Nordafrikas spielen dabei alles andere als eine Nebenrolle, Konversionen zum Christentum sind grundsätzlich unter Gefängnis- bis Todesstrafe verboten.

Kürzlich gab es aber erstmals ein staatl. organisiertes Symposium in Algerien über diese Frage der Religionsfreiheit. Dabei konnten auch Kirchenvertreter und Vertreter demokrat. Länder abendländischer Kultur sprechen.

Das Ergebnis ist nicht so doll (also die Endmeinung der alger. staatl. Institutionen), aber auch nicht überraschend. Dennoch: jeder Schritt ist wichtig.

Weiter so. Auf den Herrn hoffen.


Die anderen

Veröffentlicht am Friday, 14. May 2010, 13:28

haben es bei irgendwelchen Skandalen schon leichter.

Die Evangelikalen können sagen: “ist nicht meine Gemeinde”,
die Evangelischen können sagen: “ist nicht meine (Landes)Kirche”,
die Orthodoxen können sagen: “ist nicht meine Nationalkirche”,

nur wir, wir hängen immer mit. Wenn irgendein Bischof irgendwo auf der Welt was - nun ja - nicht ganz so Kluges sagt, dann ist es immer die ganze Katholische Kirche, die natürlich ein Ausbund an Blödsinn ist.

Das ist der Nachteil, wenn man ein sichtbarer Leib ist, wenn Staatsgrenzen nur Nebensächlichkeiten sind, wenn der Eine Mystische Leib Christi in allen Winkeln der Erde präsent ist.

Den Preis zu zahlen ist es wert.


Es ist keine Kirchenkrise!

Veröffentlicht am Friday, 14. May 2010, 06:26

Paul meint das zwar auch, wenn auch ganz anders als ich. Aber auch hier soll der Hinweis auf den Kommentar von Alexander Kissler nicht fehlen, der mal wieder in Erinnerung ruft, daß die Kirche keine heile Gemeinschaft, sondern eine Heilsgemeinschaft ist. Und warum sie sich noch “heilig” schimpfen darf, hat ein gewisser J. Ratzinger schon vor Jahrzehnten erklärt - sicher nicht wegen des Klerus.

Womit ich beim eigentlichen Punkt wäre: ja, es gibt eine aktuelle Krise in der Kirche, die aber nur einen sehr kleinen Teil derselben befällt (locker über 99% der Kirche zählen nicht dazu): den Klerus.

Es gibt keine Kirchenkrise, es gibt eine Kleruskrise. Wenn Bischöfe jetzt noch behaupten, “die Kirche sei in einer schweren Krise”, dann haben die nicht nur nicht begriffen, was Alexander Kissler schreibt, sondern vor allem haben sie nicht begriffen, daß sie nicht so wichtig sind, wie sie sich selbst nehmen. Der Klerus ist so sehr Kirche wie alle Linkshänder in der Kirche - und von letzteren wird’s wahrscheinlich mehr geben.

Ich lasse mir die Kirche nicht auf die Amtsträger reduzieren, weder von den Medien noch von ihnen selbst, die es doch besser wissen müßten. War da nicht etwas von “Volk Gottes”? War das nicht was von einer “heiligen Priesterschaft” aller Getauften? Werden wir bei der Taufe nicht gesalbt als Priester, Könige und Propheten?

Also bitte: Kleruskirse, nicht Kirchenkrise.

Natürlich ist das schlimm, auch für mich, denn Opfer wie Täter sind meine Geschwister (und jeder Täter hat seinen eigenen Bruder, seine eigene Schwester mißbraucht!). Daß das ganze gerade im Priesterjahr hochkocht, sollte allen Verantwortlichen zu Denken geben, wie wichtig es ist, heiligmäßige Priester haben zu wollen. Wie jeder Christ sind auch sie zur Heiligkeit berufen - und von ihnen erwartet man es (Gott sei’s geklagt!) leider am meisten.


Warum eigentlich?

Veröffentlicht am Tuesday, 11. May 2010, 11:59

Die Frage nach dem “Warum eigentlich?” gehört für mich zu den wichtigsten Fragen eines geistlichen Lebens, eigentlich des Lebens überhaupt (bspw. für berufliche Wünsche auch gut geeignet). Insbesondere wenn andere diese Frage stellen und anscheinende Selbstverständlichkeiten hinterfragen.

Dummerweise sind diese Art von Fragen aber viel leichter gestellt als beantwortet. Es kann auch sein, daß auch nach längerem Nachdenken eine ausreichend verständliche Antwort nicht gelingt.

Nur ein paar Beispiele:

“Warum eigentlich willst Du, daß die Kirche dieses und jenes ändert?”
“Warum eigentlich willst Du in eine Gemeinschaft, in einen Orden etc.?”
“Warum eigentlich willst Du so oder so arbeiten?”
“Warum eigentlich glaubst Du dieses oder jenes?”

Dich gefolgt erscheint dann bestenfalls die Frage “Was dann?”

“Wenn die Kirche alle deine Wünsche erfüllt, was dann?”
“Wenn Du in der Gemeinschaft bist, was dann?”
“Wenn Du selbständig arbeitest, was dann?”
“Wenn Du dieses oder jenes glaubst, was dann?”

Es muß nicht sein, daß man hier immer gute und für jedermann nachvollziehbare Antworten findet - doch ein Nachdenken über die tiefere Motivation ist unabdingbar.

Und kann dauern.


Systemwandel

Veröffentlicht am Monday, 10. May 2010, 09:08

Auch wenn der emeritierte Kirchenrechtler Prof. Zapp mit seinem Versuch, vor einem weltlichen Gericht die NichtDeckung “Kirche = Körperschaft des Öffentlichen Rechts” bestätigt zu bekommen, gescheitert ist und daher nachwievor als Kirchenmitglied gilt (und ggf. Kirchensteuern nachzahlen muß, oder?), zeigt sich in den Kommentaren der Medien doch ein erstaunliches Unwissen darüber, wie das ganze eigentlich funktioniert. Prof. Zapp ist in Baden-Württemberg gemeldet, dort verbietet das Gesetz eines Zusatz zur Erklärung des Kirchenaustritts (damit argumentierte auch das Erzbistum). In Bundesländern wie dem hiesigen NRW ist davon keine Rede - d.h. ein solcher Zusatz wäre nicht verboten. Ich habe zwar schon früher mal und mehrfach darauf hingewiesen, daß es eine föderale Angelegenheit ist (ein einfacher Blick in das entsprechende Gesetz genügt), aber der Journalismus ist vielleicht auch nicht mehr das, was er hoffentlich mal war. Wenn der ZdK-Präsident ähnliches verlautbaren läßt, nun ja, dann spricht das nicht gerade für ihn.

Im Grunde genommen kann man diesen Gerichtsentscheid nur begrüßen, schließlich wäre es ja noch schöner, wenn weltliche Gerichte darüber entscheiden, ob jemand in der Kirche ist oder nicht.

So entscheidet der, dem die Entscheidung zusteht: die Weltkirche selbst.

Übrigens verzichtet die Orthodoxe Kirche hierzulande auf diesen Körperschaftsstatus, obwohl sie ihn haben könnte. Sie werden wissen warum.


Minderheit als Minderbruder

Veröffentlicht am Friday, 07. May 2010, 16:50

Wer auf dem Weg ist, womöglich weltlicher Minderbruder zu werden (die Franziskaner nennen sich seit jeher Minderbrüder), ist nicht nur dadurch in der Minderheit. Ich habe auch festgestellt, daß ich mit manchen Meinungen selbst dort in der Minderheit bin.

Bspw. gab es vor einigen Monaten einen Disput, ob in dem neuen Landes- und Amtsgericht hier in Düsseldorf (ca. 300m Luftlinie von hier) Kreuze als Symbole für christliche Kultur in den Gerichtsälen aufgehängt werden sollen.

Während das ganze hier regional ein großes Pressethema war und auch kirchliche Laienräte gegen den Entscheid, diese Kreuze nicht aufzuhängen, Protest liefen - fand und finde ich das Nichtaufhängen gut (auch wenn Kreuze jetzt in Büros hängen werden).

Warum?

Ganz einfach: Mir ist der Satz des Vaterunser “Geheiligt werde Dein Name” heilig, ebenso wie das Erste Gebot des Dekalogs. Gott - und Jesus Christus ist genau dies - darf unter keinen Umständen für weltliche Zwecke gebraucht werden. Der Dreifaltige Gott ist kein kulturelles Identifikationsmerkmal, Er ist Gott.

Er gehört in keine Verfassung, besonders nicht, wenn es unter ihr erlaubt ist, geborenes und ungeborenes Leben straffrei zu beenden.

Er - der von Richtern ans Kreuz genagelt wurde - gehört an keine Wand von Räumen, die genau dieses Töten ermöglichen.

Weil Er heilig ist, das Höchste Sein, die Höchste Heiligkeit, ist das Kreuz eben kein kulturelles Symbol.


Christen für heute III

Veröffentlicht am Friday, 07. May 2010, 14:54

Teil I und II

Nach langen Jahren kommt mal wieder eine Episode von Menschen, die ich in ihrem Christenleben für vorbildhaft erachte und die in ihren Lebensumständen aktuell sind. Teile I und II berichteten etwas über Madelene Delbrêl und Charles de Foucauld.

Heute möchte ich eine Frau erwähnen, die mir erst gestern im Netz über den Weg lief, und die Herausragendes geleistet hat bei der Aufgabe, die Welt friedlicher zu gestalten. Sie lebt heute noch und am besten liest man selbst, was sie vor rund drei Jahren über ihr Leben zu berichten wußte.

So sieht sie aus:

Hildegard Goss-Mayr

Eine starke Frau, eine überzeugende Christin.


Neuer Blickwinkel

Veröffentlicht am Thursday, 06. May 2010, 20:08

Janko, ein franziskanisch gesinnter Kommentator meines Blogs, hat aufgrund einer Debatte zwischen uns beiden einen eigenen Blog aufgemacht. Ich freue mich, daß es damit einen zweiten deutschsprachigen Blog gibt, dessen Betreiber Franziskus explizit zum Vorbild hat. Neue Sichtweisen auf diesen großen Heiligen, der immer neu zu entdecken ist, sind wichtig, und ich habe natürlich keine Deutungshoheit, versuche aber, seinen Schriften treu zu bleiben.

Also:

der andere franz


Keine rosarote Brille bitte

Veröffentlicht am Monday, 03. May 2010, 17:35

Mich wundert es immer, wenn katholische Bischöfe meinen, uns würde ja “bloß das Amt des Papstes” von der Einheit mit den nicht-katholischen Ostkirchen, den Orthodoxen, trennen. Es wird dabei suggeriert, beide Seiten seien gleich an der Einheit interessiert, beide Seiten würden gleich an der Spaltung leiden, beide würden sich gleich eifrig zusammensetzen und an dem “Problem päpstlicher Primat” arbeiten.

Das ist mitnichten der Fall. Zahlreiche orthodoxe Landeskirchen - die Theologie ist da nicht einheitlich - erkennen bspw. noch nicht einmal regelhaft die katholische Taufe an, u.a. auch die Serben nicht.

Und in Serbien wurde gestern ein Mann heiliggesprochen, der sich vor allem aus westlicher Sicht dadurch auszeichnete, daß er die Kirche von Rom verabscheute (er sah das Papsttum als drittze große Sünde der Menschheit neben der von Adam und Judas Ischariot). Gut, es gibt auch genug katholische Heilige, die keine hohe Meinung von den Orthodoxen hatten, das ist nicht der Punkt.

Das könnte man ja übergehen, wie es auch in der katholischen Kirche geschieht.

Die Serbisch-orthodoxe Kirche sieht das aber anders (in einem einstimmigen Beschluß der Bischofssynode). In den zugelassenen Gebeten zur Feier des neuen Hl. Justin Popovic heißt es (ich habe nur die engl. Übersetzung finden können):

Apolytikion mode 1
Let us honor with splendor the divinely inspired theologian, the wise Serb Justin, who by the scythe of the Holy Spirit hath thrashed the error of atheism and the insolence of the Latins, being a mystic of the God-man and lover of piety, crying out: Glory to Christ Who hath glorified thee, glory to Him Who hath crowned thee, glory to Him Who hath rendered thee a luminary to those who are in a state of darkness.

Kontakion mode 1
We proclaim to the faithful the inexhaustible fount conveying the Orthodox doctrines, and an angel-like man full of divine zeal, the divine Justin, the offspring of the Serbs, who by his sound teachings and writings hath strengthened the faith of all in the Lord.

Wenn der Kampf gegen die “Impertinenz der Lateiner” (damit sind wir gemeint, und insolence kann man auch mit Frechheit überstzen) auch heutzutage noch ein lobenswertes Merkmal eines Heiligen ist, dann sollte man dies katholischerseits zumindest mal zur Kenntnis nehmen, aller Bekenntnisse des neuen serbischen Patriarchen zum Trotz, der ja einem Papstbesuch nicht abgeneigt scheint. Ein anderer Kandidat und sogar Favorit bei der Patriarchenwahl (wenn man in Serbien von Favorit sprechen kann, da am Schluß - wohl einzigartig auch in der Orthodoxie - das Los entscheidet) war einst eifriger Schüler von Archimandrit Popovic: Erzbischof Amfilohije (zusammen mit dem abgesetzten Bischof Artemije).

Daß das Gebet auch zeigt, wie weit es in Serbien mit der Trennung Nation-Kirche ist, sei auch nur noch mal erwähnt.

Natürlich darf die Serbisch-Orthodoxe Kirche das tun, ist auch verständlich irgendwie.

Nur sollten wir uns keinerlei Illusionen hingeben. Sonst gibt es nur Ent-Täuschungen.


Wie überm Teich

Veröffentlicht am Monday, 03. May 2010, 17:09

Elsa Laska verweist auf die Homepage von Andreas Kaiser, der die Szene der katholischen Blogs kommentierte. Auf seiner Seite finden sich wirklich gute und interessante Artikel, u.a. halte ich diesen für sehr lesenswert, der das Leid der Neugetauften Erwachsenen im Real Existierenden Deutschen Katholizismus skizziert. Allein die ersten Sätze sind Gold wert - und, da bin ich mir sicher, sie werden sich zunehmend Gehör verschaffen.
Ich denke, langfristig wird sich die Situation in der Kirche hierzulande in Bezug auf die Laien so verändern wie in Nordamerika, wo es zunehmend die Konvertiten und die als Erwachsene Getauften sind, die eine treue und lautstarke Stimme der Kirche sind und dies auch von den Bischöfen fordern. Das wird zwar noch dauern, aber es wird kommen. Sicher.


In eigener Sache

Veröffentlicht am Sunday, 02. May 2010, 09:16

Dies Domini.

Neulich haben dt. kirchliche Printmedien mal wieder die katholischen Blogs unter die Lupe genommen, wie Elsa auf ihrem Nacht(b)revier et al. berichten. Mit schöner Regelmäßigkeit wird mein Blog vollkommen übergangen, was mich zwar - der Eitelkeit nicht ganz fremd - etwas wundert, aber auch gleichzeitig erleichtert. Für mehrere hundert Leser täglich zu schreiben (auch wenn es keinen offiziellen Auftrag gibt), dazu hätte ich gar keine Zeit (und das ganze ist trotz des für Blogs hohen Alters von fast sieben Jahren doch nur ein belangloses Hobby).

Vielleicht sind die hiesigen Zugriffszahlen auch im entspannt überschaubaren Bereich, weil ich mich nicht so stark wie andere der Kirchenapologetik (außer bei gefühlter Notwendigkeit aufgrund eines Kommentars …) und der Kirchenpolitik widme.

Ich versuche das ganze in einem franziskanischen Ton zu halten, was mir immer dann nicht gelingt, wenn ich andere persönlich und offen kritisiere, denn dies war Franz vollkommen fremd. Die Soziallehre der Kirche, das bestversteckte Geheimnis in den Breiten der Mittelstandsreligion Christentum, liegt mir ebenfalls am Herzen, erwächst aber auch aus der franziskanischen Sicht. Aus schon frühem Interesse heraus interessiert mich auch der Islam und der Dialog mit den nicht-Katholischen Ostkirchen.

Sind wohl alles keine Mainstream-Themen. Aber es sind meine.

So, jetzt habe ich mich genug öffentlich gerechtfertigt und gelobt.

Narrenrede.