Identitätskrise
Darf man als bekennender Rheinländer am Karneval nicht teilnehmen? Ich finde schön, dass die Leute feiern, mag auch den Straßenkarneval, aber meine Rolle ist nicht unbedingt dabei zu sein…
Darf man als bekennender Rheinländer am Karneval nicht teilnehmen? Ich finde schön, dass die Leute feiern, mag auch den Straßenkarneval, aber meine Rolle ist nicht unbedingt dabei zu sein…
Dass eine Satire mal meine Meinung ändern würde, hatte ich vorher auch nicht gedacht. Als Kind dieser Zeit war ich natürlich auch dagegen. Ist ja klar. Gehört sich so.
Doch nach der Lektüre sah ich einiges anders, den Wert davon. Den Wert, den eine sich angeblich “selbst” verwirklichende Gesellschaft (und die dieses “Selbst” doch sowieso nicht gefunden hat) nicht verstehen will und vielleicht auch nicht kann.
Doch bei der Lektüre Vorsicht: die Spießer sind immer in der Mehrheit, auch in der Kirche. Vielleicht gehörst Du dazu, vielleicht auch ich.
Von der Missionszentrale der Franziskaner wurde ein Grundkurs zum franziskanisch-missionarischen Charisma (CCFMC) konzipiert und veröffentlicht. Zusammengefasst gibt es ihn auch als Buch “Mit Gott im Heute” von Anton Rotzetter, einem der Hauptmitarbeiter am Kurs. Sehr lesenswert, wenn man warum auch immer wissen will, was en gros das Franziskanische ausmacht (natürlich ist das Franziskanische nicht in ein Buch zu packen und die Strömungen sehr unterschiedlich):
Wer sich genauer mit der Lebensregel des Ordens beschäftigen will, kommt als hervorragende Interpretation derselben an einem Buch wie dem folgenden nicht vorbei (hat auch Schwächen, klar, aber füllt vieles im Text mit Leben). Franz selbst wollte ja gar keine Interpretation, er meinte, der Text spreche für sich selbst, weil er einfach “nur” das wollte (das ist eine Menge), was drin steht. Dem Anspruch wird wohl kaum ein Franziskaner weltweit gerecht. Dennoch:
Dies Domini.
Wie zwei der exponiertesten Menschen der Kirche in Frankreich sehen sie ja wahrlich nicht aus, sind es aber. Zwei Priesterpersönlichkeiten, die ihre Unverwechselbarkeit behalten haben:
Guy Gilbert und Abbé Pierre.
(Dies Domini)
der Gelassenheit,
von Papst Johannes XXIII.
1. Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.
2. Nur für heute werde ich die größte Sorge für mein Auftreten pflegen: vornehm in meinem Verhalten; ich werde niemand kritisieren; ja, ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern, … nur mich selbst.
3. Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin … nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.
4. Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.
5. Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen; wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist die gute Lektüre für das Leben der Seele notwendig.
6. Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen, und ich werde es niemandem erzählen.
7. Nur für heute werde ich etwas tun, das ich keine Lust habe zu tun; sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass es niemand merkt.
8. Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: die Hetze und die Unentschlossenheit.
9. Nur für heute werde ich fest glauben - selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten -, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.
10. Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist, und an die Güte zu glauben. Mir ist es gegeben, das Gute während zwölf Stunden zu wirken.
Zuerst hatte ich mir die zusammenfassende Version gekauft, dieses Buch:
Die Aussage, dass Gott in seinem innersten Wesen dreifaltig, also Vater, Sohn und Hl. Geist ist, ist ja eigentlich die Kernaussage der christlichen Offenbarung. Leider spielt dies im normalen publiken christlichen Sprachgebrauch kaum ein Rolle. Ob man das den Menschen nicht zutraut, vor einem unergründbaren, nur mit natürlich nicht erschöpfend stammelnden Worten beschreibbaren Geheimnis anbetend zu verharren? Hmmm. Ich hab das Buch jemandem gegeben, der sich für das Christentum interessierte. Ich hielt es für besser, als mit frommen Allgemeinplätzen anzufangen. Um das Unterscheidende geht es!
Dies wiederum ist die umfassende Ausgabe der Arbeit von Greshake über den Versuch, die Trinitätsaussage für Leute von heute zu erläutern. Ist ohne theologische Vorkenntnisse, ein wenig Altgriechisch schadet auch nicht, nur schwierig zu verstehen, deswegen auch nur eingeschränkt zu empfehlen, ganz im Gegensatz zum ersten ungleich schmaleren Büchlein.
Als ich dann in Spanien weilt, konnte ich mit folgendem Buch für damals etwas über 4000 ptas. (unter 30 Euro) das kaufen, wofür ich heute in diesem Land bestimmt über 100 Euro ausgeben müsste. Es ist alles drin, die Schriften, alle Biographien, Legenden und fast alle Fremdzeugnisse.
Es ist der riesen Vorzug der Biblioteca de Autores Cristianos, von den großen Menschen der Kirche erschwingliche Komplettbänder zu veröffentlichen. Oft im Dünndruck, aber bei über 1000 Seiten ist das auch okay. Warum das hier nicht geht, weiß ich nicht.
Als ich mir Gedanken darüber machte, ob vielleicht das Ordensleben eine Option für mich sein könnte, so total bescheuert mir dieser Gedanke auch erschien, gab mir mein damaliger Nachbar dieses Buch:
Genau das war es! Genauso wie in der Regel beschrieben wollte ich leben! Das war’s.
Als ich dann auch noch dieses hier fand:
war die Sache ziemlich klar. Der Untertitel “ein Anfang und was davon bleibt” zeigt zwar auch die Schwäche dieser großen franziskanischen Bewegung, sich allzu sehr anzupassen und zu schwächeln, doch die Glut ist da.
Ein Dialog auf höchstem intellektuellen Niveau und voller Respekt, den die ebenfalls aufgezeichneten Kritiker aller Couleur leider nicht erreichen, stellt das “Buch” von Umberto Eco und dem ehemaligen Erzbischof von Mailand Carlo Maria Cardinal Martini dar. Auch wenn es nicht das klärt, was der Titel verspricht, so ist doch dieser Briefwechsel, denn das war das Buch ursprünglich und wurde in einer italienischen Kulturzeitung als solcher in mehreren Monaten abgedruckt, ein Höhepunkt derzeigen Austausches zwischen Gläubigen und Ungläubigen. Angesichts des enzyklopädischen Wissens von Umberto Eco als Mediävist (er zitiert Thomas von Aquin quasi freihand) und seines katholischen Erziehungshintergrundes ist er zwar nicht das Paradebeispiel des Ungläubigen, nichtsdestoweniger ist dieses Buch ein Glücksfall und lädt hoffentlich zur Nachahmung ein.
Als noch recht frisch überzeugter Christ hat man es ja gerade hierzulande durch die Alleinherrschaft der Ratio(?) und der Gegenwart der protestantischen Ablehnung von Heiligenverehrung schwer, sich mit diesem Thema zu befassen. Man ist ja auch Kind seiner Zeit, ich bin da wahrlich keine Ausnahme. Walter Nigg hatte ich da als Hilfe ja schon erwähnt - auch wenn er von Verehrung nichts schreibt.
Mit der Mutter Jesu, der Muttergottes, mit Maria ist es wirklich nicht einfacher. So viele Überzeichnungen erweckten in mir zuerst den Eindruck, es nicht mit einer jungen jüdischen Frau aus dem damaligen Israel, sondern einer religiösen Barbiepuppe zu tun zu haben.
Das Buch “Fleisch geworden aus Maria” vom Bonner Dogmatiker Karl-Heinz Menke ist mehr ein fach-theologisches Werk als bspw. die von Nigg. Ich ging einfach in “meine” christliche Buchhandlung und wollte mir irgendwas zusammenfassendes über die Mariologie (die Lehre der Kirche über die Stellung Marias im Heilsplan Gottes) kaufen. Das, was das Buch verspricht zu sein, nämlich ein Kurzlehrbuch der Mariologie, ist es auch. Dabei zutiefst biblisch fundiert und hat als Hauptanliegen, die jungfräuliche Empfängnis Jesu in Maria aus der hebräischen Bibel (dem AT) allein(!) zu belegen.
Bis auf die fehlende Übersetzung von griechischen Begriffen ist das Buch erste Sahne, kann ich nur empfehlen.
Es ist zwar nahezu alles auf Spanisch, aber nichtsdestotrotz (und ein Grund mehr, diese wunderschöne Sprache zu erlernen) kann man auf Servicios Koinonia ein sehr großes Angebot an praktisch-theologischen Beiträgen und Kommentaren rund um die Situation der Welt nutzen. Diese werden aus der Sicht der lateinamerikanischen Kirche betrachtet, mit der Befreiungstheologie und der sogenannten “Option für die Armen” als Hauptauftrag für Kirche als stets präsenten geistigen Hintergrund.
Habe ich schon erwähnt, dass ich die Befreiungstheologie für phantastisch halte (wenn, und das ist wichtig, sie nicht mit Schwarz-Weiß-Denken - arm gut, reich böse etc. - verbunden ist)?
Seit einiger Zeit höre ich fast täglich ein Album von diesem Mann. Es ist eines seiner neuesten (sicher nicht das Neueste, da er mehrere hundert fertig aufgenommene Songs archiviert hat, die er einfach so veröffentlichen kann und eben zu 100% sein eigener Boss ist).
Musikalisch ist es mal wieder hervorragend, das überrsacht nicht unbedingt so. Interessanterweise ist aber dieses Album trotz seiner 20 Songtitel eher wie ein Stück zu betrachten. Der Hinweis auf die “Rainbow Children” taucht immer wieder auf, alles dreht sich um die Kinder Gottes (dass sie so zu verstehen sind, zeigen die sehr christlich geprägten Texte). Stimmenverfremdungen, wahnsinnig expressive Instrumentalteile, schöne Melodien, eben ein Werk aus Soul, Rhythm&Blues, Rock und P-Funk machen es immer wieder zu einem Hörgenuss; die Texte natürlich auch, die aber manches Mal eher kryptisch daherkommen (ob das alles so christlich ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht, und ich meine jetzt nicht die sexuellen Anspielungen).
So sieht’s aus:

Und das ist der Mann (trotz des Fotos schon in die Jahre gekommen):
In Haiti droht nicht nur ein Bürgerkrieg, er ist im Grunde genommen schon da. Städte werden von Rebellen eingenommen und wieder zurückerobert. Da ich die Familie eines Regierungsmitgliedes kenne, interessiert es mich mehr was da passiert als anderswo. Außerdem ist (war?) der Präsident Aristide einer der wenigen, die auch ohne riesige Hilfe und damit Abhängigkeit von den USA in der Karibik zu überleben versuchten - und dabei vieles falsch macht(e). Mal sehen, wie’s weiter geht…
Mindestens zweimal habe ich versucht, das Taschenbuch von Hans Küng ganz durchzulesen. Es wurde mir ganz am Anfang meines Weges zum erwachsenen christlichen Glauben (vor etwa 7-8 Jahren) von einem meiner besten Freunde geschenkt (einem Aleviten). Auch wenn er sich selber nicht sicher war, ob die Wahl so gut war, ihm erschien auch schon das Vorwort der Neuauflage nicht ganz geheuer (der Autor hält eine Laudatio auf sich selbst; ich hatte zuerst gar nicht gemerkt, dass er das selbst schreibt), gab er es mir.
Aber es ging nicht.
Zuviele Ungereimtheiten, schwammige Restaussagen und zwanghaftes Bemühen, den christlichen Glauben für alle zurechtzuklopfen waren mein erster Eindruck. Dafür sollen Menschen ihr Leben geopfert haben, friedvoll und ohne Kampf? Für ein “kann man so, so, so, oder auch so sehen”? Die persönliche Umkehr kam bei Küng kaum vor. Weh tat da gar nichts. Nachfolge im Weichspülgang, politisch korrekt und dem allgemeinen Gutsein angepasst.
Wohlgemerkt, damals kannte ich weder den Autor noch die ganze Geschichte seines Verhältnisses zur Kirche. Jahre später versuchte ich noch einmal, das dicke Werk “Christsein” zu lesen. Doch wieder musste ich nach etwa 2/3 aufgeben. Es ging nicht. Doch auch diese Erfahrung war wichtig.
So sieht’s heute aus:
Wem das Video von Fr. Benedikt Groeschel CFR weiter unten gefallen hat, kann sich hier ein neues ansehen.

Von Walter Nigg kann ich eigentlich jedes Buch empfehlen, auch wenn ich diese zwei ganz und andere nur kurz angelesen habe. Nigg war Theologieprofessor in der “reformierten Kirche” und verlor sogar mal einen Lehrstuhl, weil es sich zu sehr mit der Hagiographie (Lebenbeschreibung von Heiligen) beschäftigte, bei den Reformierten sind die kath. Heiligen ein rotes Tuch. Konvertiert ist Nigg nie, aber heimisch war er zum Schluss in seiner kirchlichen Gemeinschaft schon lange nicht mehr.
Was Nigg als Hagiographen besonders auszeichnet, dass er diese Menschen von all den schwülstigen Überzeichnungen der Jahrhunderte befreit und sie mit allen Ecken und Kanten, mit allem Guten und nicht selten Schlechten präsentiert.
Nigg schreibt eben für Leute von heute über Leute von gestern.
Dies domini.
Ich bin gerade von einem interessanten aber auch anstrengen Wochenende zur Firmvorbereitung wiedergekommen, wo ich als Katechet/Betreuer/Aufpasser wirken durfte. Es war alles dabei, was so ein Wochenende mit pubertären Jugendlichen lebenswert macht, inklusive einem 14jährigen Typ-I Diabetiker, der es beim Stichwort “Komasaufen” fast tatsächlich so weit gebracht hatte - der Blutzucker lag jenseits der 600. Tja, schon war das gewünschte Durchschlafen dahin.
Das religiöse Wissen und vor allem auch Interesse war bei den meisten nahe Null, aber das war bei mir ja damals nicht anders. Das entsprechende Benehmen bei manchen ebenso, was mich aber nicht erstaunte (andere Katecheten überraschenderweise schon). Naja, war okay, mal was anderes.
Ich habe das kurze Video von Fr. Benedikt Groeschel CFR ja vor ein paar
Tagen empfohlen, ich finde es aber so gut, dass man es auch hier sehen
sollte:
Über die Kartäuser hatte ich ja schon einmal kurz was geschrieben. Wer sich für mehr interessiert, findet hier (erstaunlicherweise - oder nicht? - von einer Seite eines Buddhisten) eine gute Einführung in ihr Leben, ihr Warum und Wie, geschrieben von dem Prior der Kartause in Slowenien.
Der nicht mehr ganz neue Artikel von Jan Ross in der ZEIT fasst ganz gut das Erbe des Karol Wojtyla zusammen. Dem allermeisten kann ich unumwunden zustimmen, zumal ich vom Jahrgang ‘76 ein eindeutiges JPII-Kind bin. Ross irrt sich in bezug auf die persönlichen Vorlieben, aber damals war das schöne Schreiben über die Eucharistie noch nicht raus.
Der geistige Weg Mutter Teresas war wirklich ein (theoretisch) ganz einfacher. Doch gerade das Einfache erweist sich oft als schwierig, so dass wir dazu neigen, es zu verkomplizieren - vor allem, um ihm auszuweichen.
Luise Rinser war das, was man eine Links-Katholikin nannte (ich kenne einige Personen ihres Alters, die von ihr gar nicht angetan sind), und bekannt wurde sie vor allem auch durch die Bekanntgabe des zölibatär-amorösen Verhaltnisses mit Karl Rahner (nach dessen Tod wurden die Briefe veröffentlicht). Auch wenn ich sicher nicht immer mit ihr konform gegangen wäre, die Kirche braucht solche Leute. Vor allem, wenn es jemand wie sie in diesem Buch “Bruder Feuer” vermag, das Phänomen des Franz von Assisi in damals aktuelle Zeit (70er) zu übersetzen. Vieles wurde mir klarer - und zeigt sein Leben eben aufgrund der Nähe in noch krasserem Licht.
Für viele Menschen ist es eine wichtige Erinnerung dagewesen zu sein, ein Quell tiefer geistiger Erfahrung. Auch in mir hat die Wüste Spuren hinterlassen, als ich im Jahr 2000 mit einigen Freunden im privaten Pkw durch Marokko fuhr. Man wird unweigerlich aufs Wesentliche zurückgeworfen (z.B. haben wir genug Wasser?), zumal wenn man nicht in einer geführten Touristengruppe umherfährt, sondern sich der Spontaneität überlässt.
Beeindruckend war auch die Fülle an Zeit und Gelassenheit der Menschen der Wüste. Alles war langsamer, im wahrsten Sinne des Wortes bedächtiger. Und was bei mir und den Freunden wohl schnell in Langeweile resultiert hätte, war bei den Menschen dort eben bloß Ruhe.
Die großen monotheistischen Religionen haben daher sicher nicht zufällig Wüstenerfahrungen als essentielle Elemente, das Christentum macht da keine Ausnahme. Das Mönchtum entstand dort, am Anfang stehen Paulus von Theben und Antonius der Große, bis heute zieht es Menschen dorthin, es gibt nicht nur aus der ägyptischen koptischen Kirche Einsiedler dort.
Ein paar christliche Wüsteneindrücke kann jetzt der postmoderne Computernutzer auch von zuhause aus sammeln, wenn er sich in den Kleinen Seelengarten begibt, wo neben dem der Wüste auch noch ein irischer und japanischer sowie jeweils ein Natur- und Klostergarten warten (funktioniert aber nicht gut mit dem Netscape Navigator).
Den Ritter- und Hospitalsorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem kennt man eher unter dem Namen Malteser.
Dabei ist dieser Orden nicht nur ein Orden wie andere Ritterorden auch (solche Orden, meist wie der Malteserorden nach kirchlichem Recht ein Laienorden, sind ja schon an sich eher selten), sondern dieser Orden ist ein Staat! Nein, nicht auf Malta.
Nun, Staat ist vielleicht das völkerrechtlich falsche Wort, aber der Orden ist diplomatisch gesehen mit ähnlichen Rechten ausgestattet wie andere Nationen auch, gleichsam ein Staat ohne Territorium. Der Ordensobere, der Großmeister, ist darüber hinaus qua Amt im Kardinalsrang.
Die diplomatischen Beziehungen ermöglichen es dem Orden, unkompliziert und überpolitisch humanitäre Hilfe zu leisten. Zu diesem unserem Land hat er übrigens keine diplomatsichen, sondern nur offizielle Beziehungen.
Der Johanniterorden, die Nähe zeigt sich ja schon durch das Kreuz, ist übrigens das evangelische Pendant und entstand während/nach der Reformation.
Eine der besten Texte von ihm:
Billige Gnade heißt Gnade als Schleuderware, verschleuderte Vergebung, verschleuderter Trost, verschleudertes Sakrament; Gnade als unerschöpfliche Vorratskammer der Kirche, aus der mit leichtfertigen Händen bedenkenlos und grenzenlos ausgeschüttet wird; Gnade ohne Preis, ohne Kosten. Das sei ja gerade das Wesen der Gnade, dass die Rechnung im Voraus für alle Zeit beglichen ist. Auf die gezahlte Rechnung hin ist alles umsonst zu haben. Unendlich groß sind die aufgebrachten Kosten, unendlich groß daher auch die Möglichkeiten des Gebrauchs und der Verschwendung. Was wäre auch Gnade, die nicht billige Gnade ist?[…]
Billige Gnade heißt Rechtfertigung der Sünde und nicht des Sünders. Weil Gnade doch alles allein tut, darum kann alles beim alten bleiben…Billige Gnade ist Predigt der Vergebung ohne Buße, ist Taufe ohne Gemeindezucht, ist Abendmahl ohne Bekenntnis der Sünden, ist Absolution ohne persönliche Beichte. Billige Gnade ist Gnade ohne Nachfolge, Gnade ohne Kreuz, Gnade ohne den lebendigen, menschgewordenen Jesus Christus.
Teure Gnade ist der verborgene Schatz im Acker, um dessentwillen der Mensch hingeht und mit Freuden alles verkauft, was er hatte; die köstliche Perle, für deren Preis der Kaufmann alle seine Güter hergibt; die Königsherrschaft Christi, um derentwillen sich der Mensch das Auge ausreißt, das ihn ärgert, der Ruf Jesu Christi, auf den hin der Jünger seine Netze verlässt und nachfolgt.
Teure Gnade ist das Evangelium, das immer wieder gesucht, die Gnade, um die gebeten, die Tür, an die angeklopft werden muss.
Teuer ist sie, weil sie in die Nachfolge ruft, Gnade ist sie, weil sie in die Nachfolge Christi ruft; teuer ist sie, weil sie dem Menschen das Leben kostet, Gnade ist sie, weil sie ihm so das Leben erst schenkt; teuer ist sie, weil sie die Sünde verdammt , Gnade, weil sie den Sünder rechtfertigt. Teuer ist die Gnade vorallem darum, weil sie Gott teuer gewesen ist, weil sie Gott das Leben seines Sohnes gekostet hat - “ihr seid teuer erkauft” -, und weil uns nicht billig sein kann, was Gott teuer ist. Gnade ist sie vorallem darum, weil Gott sein Sohn nicht zu teuer war für unser Leben, sondern ihn für uns hingab.Teure Gnade ist Menschwerdung Gottes. Teure Gnade ist Gnade als das Evangelium Gottes, das vor der Welt behütet werden muss, das nicht vor die Hunde geworfen werden darf, sie ist darum Gnade als lebendiges Wort, Wort Gottes, dass er selbst spricht, wie es ihm gefällt. Es trifft uns als gnädiger Ruf in die Nachfolge Jesu, es kommt als vergebendes Wort zu dem geängsteten Geist und dem zerschlagenen Herzen. Teuer ist die Gnade, weil sie den Menschen unter das Joch der Nachfolge Christi zwingt, Gnade ist es, dass Jesus sagt: “Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
In der anderen Rubrik habe ich sie gerade erwähnt. Das Breviloquium steht (zur Zeit) bei mir immer noch griffbereit im Schrank und wird auch ab und an gelesen. Wer mal wissen will, was Scholastik überhaupt ist und sich nicht durch Thomas von Aquins dicke Wälzer lesen will, dennoch hervorragende Theologie haben will, ist da gut bedient. Das andere Buch
geht darüber hinaus und zeigt auch Bonventuras enorm wichtige Bedeutung für den franzisk. Orden und die Lebensweise des jungen Orden.