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Vergleich

Monday, 06. January 2020

Falls jemand mal ein anschauliches Beispiel fürs Fegefeuer sucht (Purgatorium als Reinigungsort ist der viel bessere Begriff), der soll mal mit demjenigen, der anfragt, zu einem solchen Reinigungsort gehen: ein türkisches Hamam.
Man kommt echt sauber raus, aber der Reinigungsvorgang macht nicht wirklich immer Spaß. Man wird hart geschrubbt mit einem Schwamm - oder selbst in Marokko auch erfahren: einer Tonscherbe - solange, bis die Haut stark gerötet ist. Das ist nicht immer schön. Doch um wirklich tief sauber zu werden notwendig. Und die Sache hat neben dem guten Zweck ein absehbares Ende, das ist auch schön.

(Das Bild fiel mir gerade ein)


Schlag ins Gesicht

Wednesday, 18. December 2019

Bislang fehlte im deutschen Sprachraum eine unabhängige Institution, die gezielt in die Ausbildung katholischer Nachwuchsjournalisten investiert, bioethisch relevante Rechercheprojekte finanziert und katholischen Medien zu mehr Reichweite und Gehör verhilft. Diese Aufgaben hat der emeritierte Papst Benedikt XVI. nun der „Tagespost Stiftung für katholische Publizistik“ übertragen.

So begründet Die Tagespost - ein Medium, das jedem Katholiken am Herzen liegen und bestenfalls durch ein Abo unterstützt werden muß - die Errichtung der “Die Tagespost Stiftung für katholische Publizistik”. Soweit so unscheinbar.

Wer sich allerdings ein wenig schon mal mit Journalismus und der Kirche hierzulande beschäftigt hat, weiß vielleicht, daß es seit über 50 Jahren eine katholische Journalistenschule gibt, die ifp. Diese verfügt allerdings offenbar über eigene Wörterbücher:

„Katholisch“ verstehen wir im ursprünglichen Sinn: weltoffen, solidarisch und dem Menschen verpflichtet.

Der ursprüngliche Sinn im Griechischen ist “allumfassend” und bezog sich ebenso ursprünglich auf die Verbreitung des Christentums im gesamten Römischen Reich. Aber nun gut. Wenig wird kirchlicherseits so erfolgreich betrieben wie mit dem Wort “katholisch” ja nicht anzuecken …

Und bezahlt wird die ifp von …..?

Finanziert wird das ifp wesentlich aus Mitteln der Deutschen Bischofskonferenz.

Das bedeutet nun nichts anderes, als das Papst em. Benedikt XVI. der Meinung ist, eine von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) wesentlich bezahlte Schule sei nicht geeignet, die katholische Stimme hörbar zu machen. Und weil diese Schule am Tropf der DBK hänge, sei sie auch nicht unabhängig katholisch. Offenbar läßt sich katholischer Journalismus nicht mit Kirchensteuergeldern vereinbaren.

Recht hat er ja. Doch krasser läßt sich kaum darlegen, welche Meinung Papst Benedikt XVI. über den deutschen Episkopat hat.


Begründung

Tuesday, 17. December 2019

Falls jemand wissen will, warum die FFF-Protestler nicht die Herzen der meisten Menschen gewonnen haben (insbesondere nicht derer, die außerhalb von Großstädten leben), der lese diesen Artikel (auf Englisch). Thomas Merton wußte eben Bescheid und sagt alles, was dazu zu sagen ist.


Die Antwort

Tuesday, 17. December 2019

Das teuerste Wasser? Na, das Taufwasser natürlich…


Das teuerste

Friday, 13. December 2019

Welches Wasser ist das teuerste Wasser in Deutschland? Na? Eine Idee? Auflösung erfolgt bald.


Immer noch nicht begriffen

Wednesday, 11. December 2019

Wenn ich solche Interviews lese (warum tue ich mir das überhaupt an), dann wundert mich der Niedergang der Kirche überhapt nicht. Vor allem wundert mich nicht, daß der Papstbrief an die Kirche in Deutshcland (der erste seit 81 Jahren!) vollkommen konsequenzlos bleibt.

So eine Aussage, die ich der Befragten komplett abnehme (Hervorhebung von mir):

Ich habe viele Bischöfe kennengelernt, die mutig sind. Sie sagen, wenn wir wollen, dass die Kirche Bestand hat, müssen wir vorangehen.

zeigt mir, daß bis zu den höchsten Kirchenstellen hierzulande die Leute wenig begriffen haben (ganz anders als der Papst, der den Bischöfen schon einmal die Leviten gelesen hatte, auch ohne Konsequenz).

Noch einmal rausgebrüllt zum Mitschreien: ES GEHT NICHT UM DIE KIRCHE, ES GEHT UM CHRISTUS!!!!!

Die Kirche ist zu mindestens 100% verzichtbar, wenn nicht Jesus Christus im Zentrum steht, wenn nicht alles, wirklich alles, um Seinetwillen getan wird. Wenn wir Ihn nicht zu den Menschen bringen, kann die Kirche hierzulande gerne verschwinden, wie sie es auch schon in anderen Ländern tat.

Nichts anderes, nur ein wenig länger und diplomatischer, hat Papst Franziskus den Bischöfen der darbenden Kirche hierzulande geschrieben.

Doch sie wollen nicht hören und drehen sich weiter fröhlich um sich selbst.

Bevor der letzte das Licht ausmacht, kommt hoffentlich noch jemand zu den bischöflichen Klerikern und nimmt ihnen die Spiegel weg, mit denen sie sich immer noch umgeben. Dann können sie für eine kurze Zeit sehen, wie es wirklich ist, bevor es dunkel wird.


“Noch”

Monday, 02. December 2019

Ich bitte mal die werte Leserschaft darauf zu achten, wie oft deutsche Theologen, seien sie mit priesterlichem oder gar bischöflichem Amt oder ohne, in Bezug auf den Widerstand anderer Regionen der Welt gegenüber den eigenen theologischen Positionen das Wörtchen “noch” benutzen.

“Noch” seien Priesterinnen nicht durchsetzbar.
“Noch” sei die Sexuallehre der Kirche so, wie sie eben ist.
“Noch” bestünde der Zölibat in Europa für die lateinische Kirche
etc.

Ich kann es nicht mehr hören.

Es gibt für mich keine subtilere Art und Weise, die eigene Arroganz auszustrahlen. Wir sind schlau, ihr seid doof, nur merkt ihr es “noch” nicht. Wir sind schon weiter als ihr, ihr seid “noch” im alten Denken - doch irgendwann kommt ihr auch dahin, wo wir schon längst sind. Denn wir haben die Ahnung, ihr “noch” nicht.

Schlimm.


Erschreckend logisch

Monday, 25. November 2019

Neulich, nachdem ich die tolle App iPieta für iOS gefunden hatte und sie auch gleich dafür nutzte, habe ich das erste Mal die berühmt-berüchtigte Enzyklika “Humanae Vitae” von Papst Paul VI. gelesen.

Wer’s nachmachen will: bitte schön. Schnell zu lesen, einfach geschrieben.

Was mir dabei auffiel: ja, es ist keine leichte Lehre. Zwar leicht zu verstehen, aber nicht so leicht zu befolgen. Doch das war nicht das Auffällige, sondern vielmehr so ein Satz (Hervorhebung von mir):

Ja, seine Befolgung [gemeint: des kirchlich verkündeten Gebotes Gottes über die Geburtenregelung] ist nicht möglich ohne die helfende Gnade Gottes, die den guten Willen des Menschen stützt und stärkt.

Das bedeutet ganz einfach, falls man sich ein wenig in der Lehre der Kirche auskennt, wenn’s um Gnade geht: wer einfach nicht will, der kann das auch nicht befolgen, der schafft das nicht.

Nun soll es ja andere Aufrufe der Vollkommenheit geben (der bekannteste stammt von Jesus selbst), die alle genauso die Gnade Gottes verlangen, auf unkirchisch: die Hilfe Gottes brauchen. Und darunter geht es nicht. Die Kirche wird - mit Ausnahmen zuletzt, doch das wird nur eine Episode sein - immer die Vollkommenheit verlangen, um im Einzelfall den Menschen in seiner Schwachheit anzunehmen. Denn nicht anders hat es der Herr selbst auch getan.

Diese Enzyklika war mal wieder erschreckend logisch.


Nicht Geld, sondern Wissen umverteilen

Friday, 22. November 2019

Alle paar Monate, bevorzugt vor Wahlen und sozial aufgeladenen Festen wie Weihnachten (wobei das Soziale ja eine Folge des Eigentlichen ist, aber darüber wird weniger gesprochen) wird über die zunehmend(?) ungleiche Verteilung von Vermögen in unserem Land gesprochen. Soweit so richtig.

Das Problem sind die verschiedenen vorgeschlagenen Therapien dieser Diagnose. Es gibt nach Jahrzehnten des Sozialstaates mit immer größeren Ausgaben (der Anteil am Gesamthaushalt des Bundes wächst auch jedes Jahr) nicht den geringsten Beleg, daß diese Transferleistungen was am Grunddilemma ändern.

Können sie auch nicht - und eigentlich müßte das aus Erfahrung klar sein.

Wie gelang vielen ab den 70ern der soziale Aufstieg? Durch Bildung, nicht durch Transferleistungen (die haben die Bildung evtl. ermöglicht, das schon, aber sie waren zweckgebunden). Das sage ich als promoviertes Kind von Nichtakademikern. Dieser Transfers waren und sind wichtig, weil sie in das Hirn der Menschen investieren.

Nur seltsamerweise macht man das beim Thema Armut nicht so.

Denn was die Vielhabenden von den Wenighabenden fundamental unterscheidet ist genau das: Wissen.

Damit meine ich nicht Spezialwissen für irgendein Fachgebiet, sondern vor allem und zuallererst das Wissen über Geld. Wie entsteht es, wer macht es, wo kommt es her, wo geht es hin, was sind gute und schlechte Schulden, was unterscheidet Investment von Konsum, wie unterstützt der Staat das eine und bestraft das andere steuerlich, wie denken und operieren Banken etc.

Alles das ist absolutes Basiswissen für Unternehmer, egal auf welchem Feld, und für Investoren.

Es gibt eine (leider!!) relativ unbekannte Richtung der Katholischen Soziallehre, die eben zwischen dem klassischen Kapitalismus als Macht der Wenigen und dem Sozialismus als Elend für alle steht: der Distributismus.

Distribuiert, also verteilt werden, soll dabei nicht das Geld anderer in meine Tasche, sondern Wissen - und Teilhabe. Teilhabe an Unternehmen, wie bspw. bei der klassischen Genossenschaft. Die ersten Distributoren betonten die Teilhabe an den Investitionsgütern, also daß es faktisch mehr Kapitalisten geben soll als zu wenige, damit möglichst alle mehr vom System profitieren - in meinen Augen sollte es allerdings primär um Wissen gehen. Es geht um die Investition ins Hirn. Es geht um Verstehen, wie das wichtige Tauschmittel Geld tickt. Wer es nicht kennt, dem zerrinnt es sicher in den Fingern oder verstaubt auf Konten.

DAS sollten sich sozial Bewegte auf die Agenda schreiben. Nicht Fische verteilen, sondern Angeln beibringen.

Nur höre ich davon leider nichts, weder von rechts noch links. Ich frage mich warum.


Ach nee …

Saturday, 16. November 2019

Natürlich ist es bloßer Zufall, daß außer der katholischen Zeitung “Die Tagespost” selbst Google kein deutsches journalistisches Medium auftreiben kann, das diese Nachricht bringt:

ein kanadischer Genderforscher der ersten Stunde gibt zu, daß die allermeisten Thesen der Gendertheorie bloß erfunden waren und (bis heute) keinerlei Substanz an Belegbarkeit hätten.


Einfacher woanders?

Tuesday, 12. November 2019

Womöglich fiel es ihm zunehmend schwerer, den apostolischen Glauben dort leben zu können, wo er es einst gelobte: in der Katholischen Kirche. Eine Kirchenführung, die Götzen in den Petersdom tragen läßt, macht es auch für manche zunehmend schwerer.
Und gerade jetzt hat die Bitte an den Herrn in jeder Hl. Messe, doch nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben Seiner Kirche zu schauen, eine besondere Brisanz. Ich hoffe, Er findet genug Glauben zum Anschauen.

Dr. Johannes J. Kreier, ein Priester, der durch sehr gute Vorträge im Netz eine kleine “Fangemeinde” hatte und, wenn man das ganze über Jahre verfolgte, der offensichtlich immer mehr auch an einer bürokratisierten und entgeistigten Kirche litt, ist im April dieses Jahres als Priester Mitglied der russisch-orthodoxen Kirche geworden und direkt Priestermönch geworden. Das habe ich heute erst zufällig im Netz gefunden. Wirklich überraschend kommt es nicht, es deutete sich mir schon an.

Ich respektiere diesen Schritt natürlich, finde ihn aber traurig. Glücklicherweise habe ich persönlich genug Weltkirche erfahren, daß mich kein Bischof (und auch kein Papst) aus der Kirche bekommt. Und ich habe auch genug Weltkirche erfahren um zu wissen, daß die in Deutschland nur eine Erscheinungsweise von vielen ist (und sicher nicht die beste).

Ich wünsche P. Kreier, daß er das in der Orthodoxie finde, was er sucht. Auch wenn er es - davon bin ich überzeugt - in sakramentaler Einheit mit Rom ebenso hätte finden können.


Entlarvend

Saturday, 02. November 2019

So, jetzt ist sie schon ein paar Tage her, die sogenannte Amazonas-Synode, die nicht am Amazonas, sondern in Rom stattfand.

Einige Bischöfe der Amazonasregion haben sich dort schriftlich einer armen Lebensweise verschrieben. Fliegen sie dann zurück? Okay, das nur nebenbei ….

Wahrscheinlich wird es nun dazu kommen, daß in bestimmten Regionen verheiratete Diakone zu Priestern geweiht werden dürfen.

Und was interessiert die säkularen und katholischen Medien und Reformwortführer hierzulande? Der Amazonas und ihre Menschen? Ach was, mitnichten! Sie interessieren sich einen Dreck für sie.

Es geht um Wir, wir wir, wir. Beispiele gefällig: eines hier und eines dort.

Die Interessen der Menschen des Amazonas sind nur ein Steigbügel für die eigene Agenda. Besser läßt sich kolonialistisches Denken kaum zeigen.

Wer bspw. meint, in Deutschland sei der Priestermangel so hoch wie im Regenwald Lateinamerikas, demonstriert nur seine Ignoranz. Zahlen alleine sagen gar nichts. Wir haben so etwas wie: Straßen, Autos, Infrastruktur. Wir könnten - wenn es die Gemeinde denn wollte - Fahrdienste organisieren.
Dort kommt man faktisch an manchem Ort nur mit dem Hubschrauber rechtzeitig zur Hl. Messe, der Weg durch den Regenwald zu Fuß dauert 8h oder mehr (selbst in Guatemala erlebt).

Deswegen ist sowohl die Reaktion übertrieben, die diese mögliche Änderung der Kirchendisziplin als Untergang der sakramentalen Struktur der Kirche bezeichnen, als auch der Ruf anderer nach “auch hier, auch hier”.


Treffer, versenkt

Saturday, 12. October 2019

Aus der aktuellen Tagespost. Der große Hans Urs von Balthasar über den nicht minder großen Erich Przywara SJ, einen seiner Lehrer:

Wohl als einziger besaß er die Sprache, in der das Wort “Gott” ohne die leichte Übelkeit anzuhören ist, die das laute Gerede unserer Durchschnittstheologen verursacht.


Mal ‘ne ketzerische Frage

Wednesday, 11. September 2019

Wenn, wie dt. katholische und evangelische Theologen jetzt behaupten (für sich? die Weltkirche? alle Protestanten auch?), die Unterschiede der “evangelischen” (lutherisch? reformiert? anglikanisch? methodistisch?) und katholischen Verständnisse zur Eucharistie nicht mehr kirchentrennend seien - warum werden dann nicht alle katholisch?

Wenn es nichts elementar Kirchentrennendes mehr gibt - dann wäre die Trennung von der Kirche ja ein Widerspruch in sich. Oder gibt es diese eminent wichtigen Unterschiede vielleicht doch …. ?

(Genaugenommen interessiert es das Weltepiskopat einen Sack Reis, was Theologen der dahinsiechenden dt. Kirche so von sich geben)


Achtung Aufklärung

Thursday, 29. August 2019

Religionen sind Schuld am Wachstum der Weltbevölkerung, so oft gehört. Die Katholische ist dabei eine der übelsten, ebenso oft gehört.

Von einem der besten Lehrer der letzten Jahrzehnte, den die Welt hatte und der immer noch vermißt wird (Hans Rosling), diese hervorragende statistische Darbietung (von 2012):


Erste Quellen

Friday, 05. July 2019

Ende März schrieb ich davon, wie eine AG Christliche Sozialethik sich gegen einen der ihren positionierte (bzw. die Gemeinschaft aufkündigte). Détails können da nachgelesen werden.

Jetzt hat sich diese AG nach über drei Monaten zu einer erweiterten Stellungnahme durchgerungen, explizit wegen erfolgter Kritik, und erste Quellennachweise für ihre Behauptungen erbracht. Na, geht doch.

Allerdings scheint sie sich immer noch bemüßigt zu fühlen, universitären Bibliotheken ungebetene Ratschläge für den Schriftapparat zu geben. Warum auch immer.


Außensicht

Thursday, 13. June 2019

Ein sehr guter Artikel zu der zunehmenden Unfreiheit an deutschen Hochschulen findet sich bei der schweizerischen NZZ.

Ob die, um die es geht, ihn sich zu Herzen nehmen oder schon zu verblendet sind?


Die Uni Bonn fällt als erste

Wednesday, 22. May 2019

Universitäten waren mal der Hort der Freien Rede, Oasen des offenen Meinungsaustausches. Ein gemeinsames Suchen und oftmals Ringen um die Wahrheit oder das Gemeinwohl.

Dies scheint, wenn mein Eindruck mich nicht trügt, in den USA schon länger mehr als bloß gefährdet zu sein, sondern vielmehr Vergangenheit.

Bei uns hinken wir oft einige Jahre nach, doch auch dieses Phänomen hat jetzt schon Universitäten erfaßt. Vor nicht einmal zwei Monaten erwähnte ich den Fall des Dr. Ockenfels, jetzt haben Studenten der Uni Bonn einen Vortrag torpediert.

Die Reaktionen sind zwar da, aber nicht gerade zahlreich. Hier rühmen sich manche Studenten dieses Unterfangens. Das Schubladendenken frei von jeglichen Belegen ist schon beeindruckend. Und da das die zukünftige akademische Elite sein wird (bei sehr links orientierten meistens in später sicheren staatsalimentierten Jobs im Öffentlichen Dienst und Kultur - zu viel Verantwortung ist da nicht gewollt), muß man sich ernsthafte Sorgen machen.
Wenn diese schon nicht denken können, wie sollen das andere erst tun?

Die Uni Bonn selbst schweigt sich aus. Ich bin kein Journalist - vielleicht mag jemand anderes mal die Pressestelle kontaktieren, was sie so dazu meinen.


Ansichten

Saturday, 18. May 2019

Beim heutigen Monatskapitel des OFS hier in Düsseldorf, dem monatlichen Treffen, kam das Thema auf die Marienfrömmigkeit. Passend zum Marienmonat Mai. Dabei zeigte sich, daß nicht wenige Probleme haben mit einer in manchen Fällen überschwenglichen Marienverehrung und sich daher ganz davon distanzieren. Es wurden auch manch krasse Beispiele genannt.
Die einfachste Möglichkeit - sich einfach an das zu halten, was die Kirche lehrt - schien nicht so offensichtlich zu sein wie ich vorab dachte.

Jesus kann schlecht mein Bruder sein, wenn Maria nicht meine Mutter ist, das ist klar. Und Franziskus als gemeinsames Vorbild im OFS war ein wirklich sehr großer Marienverehrer. Dennoch wird von niemandem, auch nicht im OFS, eine ausgeprägte Marienfrömmigkeit erwartet.

Allerdings verstehe ich wirklich nicht manchen antimarianischen Reflex: was macht man falsch, wenn man sich einfach an Maria hält? Sie ist doch ein echt super Vorbild!


Passend

Thursday, 02. May 2019

Seit wenigen Tagen lese ich das Buch von Rod Dreher, die “Benedikt Option” .

Es geht dort vor allem um die Frage, welche Überlebensstrategien Christen entwickeln sollten, damit der Glaube in der eigene Region weiter existiert und irgendwann einmal wieder kulturell prägend wird (das ja derzeit massiv nachläßt). Ich finde es sehr gut, daß sich Dreher überhaupt keinen Illusionen bzgl. der Kraft der kulturellen Säkularisierung hingibt - sie wird vieles umstürzen, was auch uns heute immer noch normal erscheint.

Kurz: gesagt: die empfohlene Strategie ist das authentische Christsein in der 2000jährigen Tradition der Christenheit. Nicht Anpassung oder Neuerfindung, sondern Rückbesinnung, sozusagen echte Re-Form (=”Wiederformung”) kann die kulturelle Prägung entwickeln, die notwendig ist. Dabei geht es ihm (und ich kann nur zustimmen) gar nicht primär um die Welt oder deren Veränderung, sondern um Gott und das Suchen seines Reiches und Erkennen und Befolgen Seines Willens. Alles andere folgt gleichsam zwangsläufig.

Dazu passend lese ich heute von der Studie, die den beiden großen Kirchen in Deutschland bis 2060 eine Halbierung der Mitgliederzahl voraussagt (da es die letzten Jahrzehnte jährlich 1-1,5% weniger werden, hätte es dazu keiner teuren Studie gebraucht). Während der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Marx, immerhin noch vom Aufruf zur Mission spricht, erinnert sein evangelischer Counterpart Bedford-Strohm bloß an den gesellschaftlichen Segen der Arbeit der Kirche. Segensreich arbeiten tun auch viele kleine und große NGO. Was das mit der von ihm zitierten Frömmigkeit zu tun haben soll, ist mir schleierhaft. Nachtrag: er hat ein Interview dazu gegeben. Allerdings bleibt das alles sehr schleierhaft. Frömmigkeit als Zuckerguß eines ansonsten ununterscheidbaren Lebens wird nicht gehen, das zieht nicht an.


Ungewollt richtig

Tuesday, 30. April 2019

Organspende.

Eigentlich ein Unwort. Denn Tote spenden nicht, sie vererben. Dann hieße es Organerbe.

Oder aber es werden Organe von jemandem entnommen, der gar nicht tot ist.

Was übrigens ungewollt stimmt. Der Spender ist nicht tot, da u.a. die entnommenen Organe noch lebend sein müssen. Und es gab Fälle, bei denen “hirntote” Frauen Kinder entbunden haben. Können Tote Kinder bekommen?

Jetzt möchte ein Politiker einer Partei mit angeblich christlichen Menschenbild alle Menschen dazu zwingen, lebende Organe zu spenden (vererben heißt’s ja nicht), solange sie nicht explizit widersprechen. Und sie dabei in dem Glauben lassen, sie seien da schon tot.

Wie geht man mit sprachlicher Dummheit und Irreführung um?


Hilfestellung

Thursday, 18. April 2019

Der Hl. Philipp Neri, der zusammen mit dem Hl. Ignatius von Loyola heiliggesprochen wurde und gleichzeitig mit ihm in Rom lebte, soll über letzteren mal folgendes gesagt haben, wenn er sich bei einer Entscheidung, was er tun solle, nicht sicher sei:

Ich stelle mir vor, was jetzt Ignatius täte. Und dann tue ich das Gegenteil.

Diesen Eindruck habe ich mittlerweile, wenn ich lese, von welcher Feder Kommentare bspw. über die letze Äußerung von Benedikt XVI. stammen. Da reicht mir mittlerweile schon die Autorenangabe und der Inhalt erübrigt sich.

Die Kirche dagegen hat Humor bewiesen, daß sie Neri wie Loyola heiligsprach.

Humor wünsche ich allen Lesern auch in dieser Zeit und ein gesegnetes und segensreiches Triduum.


Gesinnungstest - durchgefallen

Friday, 29. March 2019

Im angelsächsischen Raum scheint es sich auszubreiten - und womöglich geht es hier auch schon los: Gesinnungstests in akademischen Kreisen. Nicht als Examina, die man bestehen kann, nein, sondern die Mehrheit entscheidet gegen Dich. Du bist raus, Outcast, Aussätziger - und wer sich mit Dir blicken läßt, hat ebenso verloren und seine Karriere verwirkt.

Nur so und nicht anders kann ich dieses Schreiben der “AG Christliche Sozialethik” gegen den bekannten - und umstrittenen Sozialethiker Wolfgang Ockenfels OP und seine Zeitschrift “Die neue Ordnung” werten.

Ich lese diese Zeitschrift nicht und bin auch nicht irgendwie da aktiv, daher betrifft nicht das nicht selbst. Ich weiß auch nicht, ob das stimmt, was da behauptet wird. Doch darum geht es mir gar nicht. Denn: es finden sich interessante Merkmale in dieser Erklärung, die in meinen Augen zu einem Gesinnungstest der untersten Schiene passen. Und das ist das Alarmierende:

1. Es werden Behauptungen aufgestellt, die allgemein negativ besetzt sind - und die nicht durch irgendeine noch so kleine Quelle belegt werden. So etwas ist ein klassisches Merkmal von Denunziantentum.

Die neueren Editorials des hauptverantwortlichen Redakteurs sind gespickt mit den für Rechtspopulisten typischen Ressentiments, u.a. mit Pauschalkritik an den Printmedien und am öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Leugnung des Klimawandels und islamophoben Äußerungen. Auch viele Artikel der „Neuen Ordnung“ nehmen wir mangels wissenschaftlicher Substanz nur noch als zugespitzte Meinungsäußerungen wahr.

Belege? Fehlanzeige.

2. Wer es noch wagt, als Student bei dem geschassten Kollegen etwas zu veröffentlichen, hat keine Chance mehr auf eine Karriere.

Wir gehen davon aus, dass in Zukunft keine wissenschaftlichen Sozialethikerinnen und Sozialethiker in der „Neuen Ordnung“ mehr publizieren werden.

3. Auch die Verantwortlichen der Uni-Bibliotheken sollen sich fügen:

Aus unserer Sicht gibt es keinen Grund, die Zeitschrift weiterhin in wissenschaftlichen Bibliotheken zu führen.

3. Es wird angeregt, den ungeliebten Geist komplett mundtot zu machen.

Wir empfehlen der Provinz Teutonia des Dominikanerordens, Wege zu suchen, den Schaden für den Orden wie auch für die Sozialethik zu begrenzen.

Mehr geht nicht.


Gegen Selbstgeißelung

Wednesday, 27. March 2019

Gestern hatte ich ein langes Telefonat mit einem guten Freund. Arzt wie ich, im Studium im Ausland kennengelernt, noch recht frisch verheiratet (kirchlich!) mit seiner zweiten Frau, einer als Erwachsene zum katholischen Glauben Gekommene aus Weißrußland, er selbst Protestant (mit sehr großer Sympathie für die Kirche und zunehmend katholisiert …).

Und er hat zunehmend den Kaffee auf. Aber nicht so, wie man es sich vielleicht denken könnte, weil die Mißbräuche ans Licht kamen.

Nein, ganz im Gegenteil (und ich teile diese Meinung zu 100%!).

Er hat die Schnauze voll davon, daß jetzt die Kirche hierzulande alles dafür tut, sich selbst schlecht zu reden, ihre Traditionen, ihre Lehren. Nicht nur den Mißbrauch, dafür hätte sie allen Grund, nein, alles, was das Katholische ausmachte, was der Stachel im Fleisch einer sich zunehmend hedonistisch gebenden Gesellschaft war, die eigene feste Überzeugung, die man annahm oder es eben ließ, was eine andere Lebensform zur Folge hatte (Dogmatik sieht man den Menschen nicht an, Treue zum Lebenspartner kann man dagegen erleben) - all das wird plötzlich nur noch optional!

Denn dafür hat seine Frau nicht den manchmal steinigen Weg auf sich genommen, zuerst im orthodoxen Umfeld und später (für einige Jahre) in einem buddh. Umfeld (Singapur) ihren neu gefundenen katholischen Glauben zu leben.

Damit lockt man keinen hinterm Ofen hervor!

Er hat ebenso die Schnauze voll, daß es immer weniger schöne und prachtvoll gefeierte Liturgien gibt, daß Weihrauch zum häufigen Fremdwort wird - daß ganz einfach die gefeierte Schönheit aus der Kirche verbannt wird. Alles wird zunehmend funktional und in seinen Augen manche Hl. Messe eher hingerotzt als als Begegnung mit dem auferstanden Herrn vollzogen.

Und ich konnte nur zustimmen. Natürlich wird die Demontage weitergehen, erst mehr durch außen, jetzt genauso durch innen. Dabei werden wieder die altbekannten kirchenpolitischen Agenden aufgetischt, also ob deswegen auch nur ein Mensch mehr an Jesus glauben würde. Aber um Ihn geht’s bei diesen Fragen ja auch gar nicht.

Doch gerade deswegen halte ich an dem fest, was die Kirche ca. 2000 Jahre für richtig hielt. Ich verurteile natürlich keinen, der das anders sieht. Wer sich an etwas festhält, um nicht mit der Strömung mitgerissen zu werden, kann das aber dauerhaft nicht mit nur einem Arm. Gleichzeitig überzeugt katholisch bleiben und sich “weltkonform” machen geht nicht. Und das, woran wir uns festhalten können, ist Christus und sind die zahlreichen Heiligen als Helden des gelebten Christseins.

An anderen nicht. Quod erat demonstrandum.


Windschatten

Wednesday, 27. February 2019

Es fragen sich viele - mit Berechtigung! - wie man heutzutage noch katholisch bleiben kann in dieser Kirche, die in den höheren Etagen ihr Ansehen als wichtiger ansah als das Leiden der Kirche (denn die Mißbrauchten waren katholisch und nicht weniger Kirche!).

Dieser Frage sollte man auch nicht leichtfertig ausweichen. Daß es ähnliche Untaten woanders gibt - geschenkt. Das zu sagen hilft nicht weiter. Es geht um die Kirche Gottes.

Also, wie kann man es guten Gewissens bleiben?

Es gibt - für mich - zwei mögliche Antworten, die erstere kürzere ist weniger schmeichelhaft formuliert. Und diese Formulierung stammt noch von mir, sondern von einem anderen Düsseldorfer.

Sie ist wirklich kurz:

Gold findet man bekanntlich im Dreck.

Hier finde ich Jesus. Leibhaftig, in Seinen Sakramenten, so intim wie nur irgendwie möglich. Wer nicht wegen Jesus katholisch ist, kann natürlich schnell aufhören katholisch zu sein. Folkloregründe oder familiäre Traditionen tragen bei solchen Skandalen nicht mehr gut.

Das ist also die eine Begründung. Hart formuliert und sicher auch zu pauschal, da natürlich die Kirche nicht nur Dreck ist. Aber selbst wenn: Gold findet man im Dreck und es ist mühsam es zu finden.

Die zweite Begründung ist auch nicht arg lang und aus beiden zusammen kann man sich dann was stricken, was paßt.

Worum geht es in der Kirche eigentlich? Sie besteht nicht für sich, sondern um den Menschen einen Weg zu Gott zu zeigen, von dem sie in 2000jähriger Tradition überzeugt ist, daß er richtig ist. Sie ist überzeugt, daß es um das “wir glauben” geht, nicht nur ich, ich, ich.

Ich vergleiche es gerne mit einer Radfahrt, es geht bergauf (der Weg zum Herrn). Fahre ich alleine, kämpfe für mich oder stelle ich mich in den Windschatten einer langen Tradition, die eben auch viele Heilige hervorgebracht hat (und nicht minder viele Unheilige, klar!)? So kann ich mitrollen, trete weniger, lasse mich ziehen - und komme genauso an. Manches Mal fahren wir auch den Belgischen Kreisel, so daß jeder man im Wind steht und für alle anderen einsteht.
Dieser Windschatten ist die beständige Lehre, die eben nicht wie das Fähnchen im Wind sich dreht und überall auf diesem Planeten gilt und kompatibel zu allen Kulturen ist, weil ich sie für zutiefst menschlich halte, ohne daß sie sich anbiedert. Und selbst wenn ich stürze - mein Team hilft mir auf.

Es wird jeder Rennradfahrer bestätigen - Rennen gewinnt man nicht allein. Schon Paulus sprach vom Lebenslauf wie von einem Rennen mit Siegespreis.

Nein, wegen des Klerus bin ich nicht katholisch. Ich kenne aber auch keine Kleriker (und ich kenne einige persönlich), die das für einen guten Grund hielten …