Wir sind es
Man sagt, vieles in diesem Land werde immer unmenschlicher, somit auch unchristlicher. Von 82 Millionen Menschen nennen sich über 50 Millionen Christen.
Nicht das Land wird unchristlicher, wir sind es.
Man sagt, vieles in diesem Land werde immer unmenschlicher, somit auch unchristlicher. Von 82 Millionen Menschen nennen sich über 50 Millionen Christen.
Nicht das Land wird unchristlicher, wir sind es.
Woodstock ist Mythos, Mythos der neuen Wallfahrtsorte, der Rockfestivals. Wenn diese auf die Wallfahrtsorte jenseits der Moden treffen, ist das eine sehr interessante Synthese.
Geschieht gerade in Kevelaer, dem alten und neuen Wallfahrtsort.
Derzeit ist es diese eine Schriftstellerin, die aus zutiefst russisch-orthodoxer Sicht das Leben hier im Westen messerscharf analysiert, die für mich eine wichtige geistige Nahrung darstellt (schon mal hier zitiert).

Tatjana Goritschewa.
Ihre Bücher sind zwar aus den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts, aber die Analyse ist nachwievor richtig. Und ihre Antwort beeindruckend. Besonders das erste Buch schildert die dramatischen Opfer, die Neubekehrte für ihren Glauben freudestrahlend darbrachten. Könnte ich das?
Von Gott zu reden ist gefährlich
Daß Europa nicht gerade ein christliches Revival erlebt, ist, so denke ich, überall erkennbar. Gerade dann finde ich es tragisch, wenn Geschwister im Glauben die Kirche Christi und den Glauben an Ihn mehr als schlecht anbieten. Sobald, was leider nahezu an der Tagesordnung erscheint, die Kirche sich in der Defensive wähnt, reagiert sie nur wie ein verwundetes Tier und agiert nicht mehr mit der Herrlichkeit und Glücksstiftung ihrer Botschaft der Liebe in Jesus von Nazareth.
In Andalusien gibt es hierfür ein beredtes Beispiel. Iubita mea wurde gar so wütend, daß sie den Handzettel (vulgo Flyer) gar nicht zuende gelesen hat.
Es geht um die Moschee/Kathedrale in Córdoba. Sicherlich gehen über 90% der Touristen nicht wegen des christlichen Sakralbaues, den es so oder so ähnlich an vielen Orten des Landes gibt, sondern wegen der einstmals zweitgrößten Moschee der Welt (damals nur von Mekka übertroffen) in dieses Bauwerk. Es ist extrem beeindruckend und die Atmosphäre dort in Fotos kaum festzuhalten. Die christliche Hand hat dort leider mehr zerstört als positives gewirkt.
Doch die Ortskirche scheint es - in Auszügen - sehr anders zu sehen:
Die Christliche Umwandlung
König Fernando III el Santo (der Heilige) eroberte Córdoba im Jahr 1236 zurück. Es war sein Wille, daß beim Einmarsch in die Stadt das Kreuz dem königlichen Banner voranging, um auf diese Weise zu symbolisieren, daß ihm die Wiedergewinnung des christlichen Glaubens [geht das überhaupt?] mehr wert war als die Gebietseroberung [sicher…]
… Es ist offensichtlich, daß die Christen sich danach sehnten das Evangelium zu verkünden, für welches so viele ihr Leben gelassen hatten. Es handelte sich dabei darum, eine heilige Stätte wiederzuerlangen, der ein dem christlichen fremder Glaube auferlegt worden war. …
Eine Reflexion
Es ist die Kirche, welche über das Domkapitel möglich gemacht hat, daß die antike Moschee des westlichen Kalifats, die älteste Kathedrale Spaniens und Weltkulturerbe, heute nicht nur ein Haufen Ruinen sind. Denn eine der Missionen der Kirche war immer schon die Bewahrung und Inspiration von Kirche und Kultur…
Es ist zwar richtig, daß der älteste Teil der Moschee genau da gebaut wurde, wo vor ihrer Zerstörung durch die arabischen Eroberer die christliche Basilika San Vicente stand, aber so eine Wortwahl und so ein immer noch Eroberung atmender Wortschatz ist alles andere als Verkündigung - so was ist eher Ausladung als Einladung!
Daß der Europäer der Zukunft mehrere Sprachen sprechen soll, kann man verstehen, schließlich wächst so nach und nach wirklich dieser Kontinent zusammen. Es ist dann immer wieder schön, gelungene Beispiele dieser Sprachenvielfalt zu finden.
In unserer Pension in Cádiz fanden wir ein Exemplar dieser Vielfalt, die Information für die Gäste in sechs Sprachen, darunter auch auf Deutsch. Ich kann es dem geneigten Leser nicht vorenthalten, stelle aber das Original nicht als Scan rein, da ich die Telefonnummern weglassen möchte. Daher wirklich sorgfältig abgetippt:
Geehrte Klienten informieren ihnen diesen apartir von 22:30 bei 8:30, daß der Empfang bleiben wird, schloß. Wir erbitten ihnen diesen apartir von diesen Stundenmarken sicher davon, die Türen für Sicherheit von allem gut zu schließen. Falls es ihnen entsteht, verständigt jedes Problem jemanden dieser Telefone xxx - xxx oder geht Die in C gefundene Quelle zum Gasthaus / San Fernando N° 51. Wenn der Tag Ausgang Sie kommen vor 8:00 am Morgen hinaus, es deponiert die Schlüssel im Briefkasen des Einganges.
Ist doch gut verständlich!
Zuerst war ich ja skeptisch, als ich das Buch geschenkt bekam und mich entschloß, diesem als Urlaubslektüre mal eine Chance zu geben. Doch Andreas Englisch, BILD-Vatikanreporter (die Sache mit den vier großen Lettern ließ mich zuerst die Stirn runzeln), schreibt wirklich sehr angenehm über das, was so viele Zeitgenossen beschäftigt bzw. was viele Zeitgenossen ablehnen: die Frage nach der Wahrheit der Wunder, die von der Gliedern der Kirche als Tatsache geglaubt werden dürfen (nicht müssen übrigens), die also offiziell anerkannt wurden. Im weiteren Sinn gehören zu diesen Wundern auch Exorzismen, auch dieses Thema wird zu Anfang behandelt. Ansonsten geht es insbesondere um Marienerscheinungen und fragliche Reliquien Jesu.
Das besonders Angenehme an den Ausführen Englisch’ ist es, daß er es dem Leser letztendlich selbst überläßt, an Faktizität der Geschichten zu glauben oder nicht, er selbst legt sich auch nicht ganz fest. Daß er jedoch Zweifel an zuvor sicher Geglaubtem schürt, ist ein Verdienst.
Englisch ist eben ein Kind des 20. Jh. mit all seiner Geschichte, und wenn sich eines herausgebildet hat mit der Erfahrung dieses Jahrhunderts, dann ist es: erst einmal niemandem glauben. All das wird offen angesprochen, das macht das Buch sehr lesenwert.
Wieder da (war mehr als schön), irgendwann geht es auch hier weiter …
Hatte in der letzten Zeit viel außervirtuell zu tun, und jetzt folgen zwei Wochen (verdienter) Urlaub in Andalucía.
Hasta entonces!
und 2009 Düsseldorf.
Zwischen Pfingsten und Fronleichnam 2009 (also ein sehr überschaubarer Zeitraum) soll hier eine stadtweite missionarische Bewegung aktiv werden, um meine Mitmenschen für das Evangelium zu gewinnen. “Öffnet die Türen für Christus”, lautet das Motto.
Alles in allem hört sich das sehr gut an, was man hier lesen kann. Vieles ist noch in der Mache, jedeR von uns ist gefordert!
Wer diese Meinung teilt, insbesondere als Katholik oder Orthodoxer, dem empfehle ich diese Seite. Aber nur draufgehen, wenn man sicher ist, daß man nichts zu beichten hat.
Aber wer eigentlich schon meint, daß das ganze doch vielleicht was sein könnte, das man mal angehen müßte, aber nicht so sicher ist etc., der sollte sich diese Seite mal genauer ansehen.
… ahme nach, was Du vollziehst und stelle Dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes!
So sprach gestern nachmittag der Bischof von Hildesheim und ehemalige Kölner Weihbischof Dr. Norbert Trelle zu zwei Franziskanern, die er zu Priestern der Heiligen Kirche weihte - Br. Natanel Ruf ofm und Br. Chie Thien Vu ofm. Insbesondere dadurch, daß die Familie eines der Neupriester vietnamesischer Herkunft ist, kam die Katholizität der Kirche wieder sehr schön zum Aufscheinen.
Mögen sie sich ihres Dienstes immer würdig erweisen und die Kraft und Gnade Gottes tagtäglich neu erfahren!
Es war im übrigen sehr schön, mal wieder so viele mir bekannte Brüder auf einen Haufen zu sehen.
Und noch einmal ein Link, diesmal nicht so angenehmen Inhaltes, aber gerade deswegen bitter nötig: die Organisation Christian Solidarity Worldwide (CSW) hat einen Bericht (pdf-Datei) über die Folgen für die Menschen veröffentlicht, die den Islam als Glaubensgemeinschaft verlassen - insbesondere auch in westlichen Ländern.
Lesen. Augen auf. Und dennoch vorurteilsfrei bleiben (denn auch die muslimischen Geschwister(!) haben den gleichen Vater, auch wenn sie ihn “nicht kennen”, wie Jesus über die Samariter sprach…).
Nach dieser kurzen Nachricht über den Beginn eines theologischen Gesprächs auf höchster Ebene zwischen den Weltreligionen zeigt dieser Artikel (auch auf Englisch) erste positive Fortsetzungen dieser Tendenz auf regionaler Ebene. Endlich.
Dies Domini.
Allen Christen der Kirchen des Ostens wünsche ich ein gesegnetes und frohes Fest der Auferstehung unseres Herrn!
Dies Domini.
Am 10. Dezember 1977 sprach der eben erwähnte Erzbischof und Märtyrer Oscar Arnulfo Romero folgende Worte:
Es muy fácil ser servidores de la palabra sin molestar al mundo, una palabra muy espiritualista, una palabra sin compromiso con la historia, una palabra que puede sonar en cualquier parte del mundo porque no es de ninguna parte del mundo —una palabra así no crea problemas, no origina conflictos.
Lo que origina los conflictos, las persecuciones, lo que marca la Iglesia auténtica es cuando la palabra quemante, como la de los profetas, anuncia al pueblo y denuncia: las maravillas de Dios para que las crean y las adoren, y los pecados de los hombre que se oponen al Reino de Dios para que los arranquen de sus corazones, de sus sociedades, de sus leyes, de sus organismos que oprimen, que aprisionan, que atropellan los derechos de Dios y de la humanidad.
Éste es el servicio difícil de la palabra.
Pero el Espíritu de Dios va con el profeta, va con el predicador, porque es Cristo, que se prolonga anunciando su Reino a los hombres de todos los tiempos.
Ganz frisch ist diese Rede, nicht wahr (zumindest für die hispanophilen)?
Dies Domini.
Manches Mal rege ich mich über mich selbst auf, jetzt ist es mal wieder so weit. Da lese ich gerade, daß ein Kardinal gestorben ist, ursprünglich aus Kolumbien stammend und die letzten fast 20 Jahre in Rom tätig, da denke ich mir als erstes: Na, dann wird’s ja mit der Seligsprechung vo Oscar Romero endlich weitergehen, dieser Kardinal war ja diesbezüglich (aus persönlichen Gründen) ein großer Bremser.
Eigentlich hätte ich denken sollen:
Möge der Herr seiner Seele Gnade erweisen und ihn aufnehmen in Sein Reich.
Wenn sich “der Herr Papst”, wie Franziskus ihn liebevoll und vielleicht auch etwas ironisch nannte, sich heute unangekündigt mit Opfern des amerikanischen Pädophilie-Skandales trifft (Hunderte bis Tausende wurden über Jahre hinweg von Priestern mißbraucht - manche Diözese ist jetzt bankrott, weil ihre feigen Bischöfe eben alles unter den Tisch kehrten), dann zeigt er sich als wahrer Seelsorger, spendet Trost in Zeiten größter Trauer und Verletzung. Er schert sich nicht um Ämter, geht ihm um den Menschen. Wenn schon seine bischöflichen Mitbrüder versagen, darf er sich da nicht einklinken. Ein wahrer Seelsorger.
Daß B16 dieses Jahr zum Paulus-Jahr gewählt hatte, hatte ich schon wieder vergessen, als ich mich entschied, mir mal wieder dessen Briefe und die Apostelgeschichte vorzunehmen. Letztere mal wieder nach vielen Jahren in einem durchzulesen, war und ist wirklich ein großer Gewinn. Die Evangelien lehren uns die Worte und das Leben des gekreuzigten und auferstandenen Herrn,die Apostelgeschichte ist aber m.E. nach nicht minder wichtig, da sie uns zeigt, wie wir diesen Glauben leben können, welche Drangsale auf uns warten könnten, wie man missionarisch sein kann - kurz: wie Christsein geht.
Und dann stieß ich heute auf diesen Abschnitt im Brief an die Römer:
Du nennst dich zwar Christ und verlässt dich auf das Gesetz, du rühmst dich deines Gottes, du kennst seinen Willen und du willst, aus dem Gesetz belehrt, beurteilen, worauf es ankommt; du traust dir zu, Führer zu sein für Blinde, Licht für die in der Finsternis, Erzieher der Unverständigen, Lehrer der Unmündigen, einer, für den im Gesetz Erkenntnis und Wahrheit feste Gestalt besitzen. Du belehrst andere Menschen, dich selbst aber belehrst du nicht. Du predigst: Du sollst nicht stehlen!, und stiehlst. Du sagst: Du sollst die Ehe nicht brechen!, und brichst die Ehe. Du verabscheust die Götzenbilder, begehst aber Tempelraub. Du rühmst dich des Gesetzes, entehrst aber Gott durch Übertreten des Gesetzes. Denn in der Schrift steht: Euretwegen wird unter den Heiden der Name Gottes gelästert.
Okay, ein Wort habe ich absichtlich geändert, denn es war mir, als spräche der Text mich direkt an. So sind wir zu oft - wegen unseres Verhaltens wird der Name Gottes (”Geheiligt werden Dein Name”) geschmäht, weil wir alles andere als ein gutes Beispiel geben. Die Frage ist nicht, wie man ein christliches Beispiel abgibt, das tut man immer, sobad man sich wagt Christ zu nennen, sondern wie ein gutes…
Ich richte, weil ich zu wissen glaube worauf es ankommt. Ich be-und manchmal verurteile, obwohl ich zumindest im Herzen manchmal dasselbe tue.
Vielleich ist es nur eine kleine Frucht, aber das Lesen der Briefe des Paulus an die etablierte, sich sicher wähnende Glaubensgemeinschaft als an die unsrige, ist zumindest für mich nicht allzu falsch…
Dies Domini.
Ich weiß gar nicht, ob ichi ihn schon erwähnt habe (befürchte nein), nachdem der Autor mir ja selbst geschrieben hatte. Es gibt einen sehr guten und intellektuell anspruchsvollen katholischen Blog (also nicht so wie der hiesige), der ab sofort auch in der Linkliste erscheint:
Die Franciscan Friars of the Renewal in Irland. Ein Interview mit dreien von ihnen, einen (den crazy Br. Martin) habe ich vor Jahren London kennenlernen dürfen. Sehenswert.
Auch wenn wir nicht von ihr sind, wir leben in der Welt. Deswegen jetzt auch der Newsticker des Radios der Kirche von Köln.
Unterhalb von “Katholisches” findet der geneigte Leser jetzt eine neue Rubrik der theologischen Leseräume, noch im Aufbau begriffen (bin für Links dankbar). Aus St. Georgen kann ich u.a. die Aufsätze des Jesuiten (SJ steht ja für die Schlauen Jungs) Dieter Böhler empfehlen: es ist heutzutage selten genug, daß ein Exeget, also Bibelexperte, vatikanische Verlautbarungen (siehe seine Besprechung von der Vorschrift aus Rom namens Liturgiam authenticam) so entspannt mit einer Grundsympathie sieht und schlüssig erklärt.
In einem anderen Text geht er das seit langem bestehende Thema der Begrenztheit einer jeden Form von Bibelauslegung an (Auszug):
Als Paulus dem Philemon sein kleines Brieflein schrieb wegen des Sklaven Onesimus, wollte er nur gerade dem Philemon und nur in dieser Angelegenheit schreiben, sonst nichts. Daß heute im 21. Jahrhundert ein Christ in Germanien den gar nicht an ihn gerichteten Brief immer noch liest, bzw. in der Liturgie vorgelesen bekommt, geht weit über die Autorenintention des Paulus hinaus. Es ist die rezipierende Kirche, die eine Paulusbriefsammlung herstellt für den Gottesdienst, die das Brieflein zum Teil einer kanonischen Sammlung von Zeugnissen über den Gott Israels und Jesu Christi macht. Als Micha im 8. Jh. v. C. in Judäa gegen die dortigen Landenteigner polemisierte, wollte er nur im 8. Jh. gegen judäische Landenteigner polemisieren. Daß wir Christen des 21. Jh. in Deutschland die alten Orakel Michas noch immer lesen, geht weit über die damalige Autorenintention des Propheten hinaus. Daß wir das immer noch lesen, liegt daran, daß Israel die Orakel des Micha redaktionell zum Michabuch als einem Gotteszeugnis ausgebaut hat und dieses Michabuch in die Sammlung seiner kanonischen Schriften aufnahm. Der Sinn eines kanonisch gewordenen Textes hängt nicht am damaligen Autor und seinen Intentionen von damals allein. Nur danach aber fragte historisch-kritische Exegese. Der Sinn eines kanonischen Textes liegt auch in der Beziehung zur rezipierenden Glaubensgemeinschaft. Sie hat den damaligen Text neu adressiert und etwa an uns hier und heute gerichtet, was Micha nie vorhatte. Der Sinn eines kanonischen Textes liegt außerdem wesentlich in seiner Beziehung zu dem großen literarischen Gefüge des Kanons, in den die Rezeptionsgemeinschaft ihn eingefügt hat, um ihn über die damalige Situation hinaus aktuell zu halten.
Viel Spaß beim Stöbern!
…sind anders. Und glauben anders, nicht unbedingt anderes.
So etwas spricht auch mich an.