Fremde Gottheiten in einer Kirche

Tuesday, 28. October 2008

Das Bistum Aachen ist leider nicht nur das, welches die wenigsten Diözesanpriester gemessen an der Anzahl an Katholiken hat, es ist nicht nur das Bistum, welches bei der Lehman-Brothers-Bank wohl mehrere Millionen Euro (Kirchensteuer?-)Gelder verzockt hat, sondern es ist auch das Bistum, bei dem buddhistische Mönche in einem Gebäude, welches der Anbetung des Dreifaltigen Gott geweiht ist (meines Wissens nach nur Ihm), buddhistische magische Tanzrituale aufführen dürfen.

Ja, nicht Pfarrhaus, Gemeindesaal, Stadtbibliothek oder Stadthalle oder sonst wo (was alles okay wäre), sondern in einer Katholischen Kirche.

Heute abend finden in der Krefelder Stadtkirche St. Dionysius, der wichtigsten Kirche am Ort sozusagen, diese Rituale statt.

Wer mehr darüber wissen will, findet hier ein Video und die anderen Aufführungsorte.

Es sei bemerkt, daß ausschließlich in Krefeld ein Gottgeweihter Ort als Aufführungsort gewählt wurde, in Aachen selbst war das nicht der Fall, auch sonst in ganz Deutschland ist das nicht der Fall.

Mit Lob oder Tadel kann man sich diesbezüglich an folgende Stelle wenden:

“Arbeitskreis östliche Religionen der Fachstelle für Exerzitienarbeit und der Beratung Religions- u. Weltanschauungsfragen
im Bistum Aachen”

Die Seite der Fachstelle findet sich hier:

Fachstelle für Exerzitienarbeit - Kontakt


Vergleichbar

Monday, 27. October 2008

Was John Allen hier über die Katholiken in den USA schreibt, gilt in ähnlicher Weise auch hierzulande:

John Carr, a veteran policy expert for the U.S. bishops, has said that Catholics who take the church’s social teaching seriously wind up “politically homeless” in America. Just like the real homeless out on American streets, the politically homeless are often forgotten, but that doesn’t mean they don’t exist.


Religionsfreiheit zuhause

Monday, 27. October 2008

In der heutigen Ausgabe der FAZ schreibt der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Prof. Korn, eine langen Beitrag unter dem Titel “Zu schwach, um Fremdes zu ertragen?“.

Ich halte diese Titelwahl für sehr klug gewählt, denn sie trifft den Nagel auf dem Kopf. Die westlichen gesellschaften sind zu schwach in ihrer eigene Identität, um kulturell und religiös Fremdes zu ertragen, gar um es wohlwollend zu akzeptieren (auf der anderen Seite des Atlantik sieht es da, wie Prof. Korn schreibt, in der Tat ganz anders aus). Insbesondere die neueren Moscheebauten stellen die radikale Säkularität in Frage. Kirchenbauten sind harnlos geworden, ebenso wie die zeitgenössische Verkündigung des Evangeliums, welches eigentlich den ganazen Menschen einfordert, und werden eher weniger als mehr. Natürlich ist die Lage der Religionsfreiheit in islamisch geprägten Ländern eine Katastrophe und mitnichten zu akzeptieren oder zu ertragen, aber - so sagen es immer wieder Christen, die dort leben - die Lage bspw. in der Türkei ist seit der Regierung durch eine AKP besser geworden als unter den radikalen Laizisten.

Wenn die säkulare Weltsicht die Oberhoheit benasprucht, geht sie gegen jede Art von Religion vor. So wie sie in der Türkei die Mehrheitsreligion in einem Amt für Religiöse Angelegenheiten gezähmt hat, hat sie es hier mit den Kirche als Körperschaft des Öffentlichen Rechtes getan, die der Oberaufsicht des Staates unterliegen. Wo sie es dort (mit den Christen) nicht kann, werden hier die anderen (Muslime) mehr als nur kritisch beäugt.

Christen glauben an den Gott, der Vergebung fordert, Liebe für alle Nächsten, Feind wie Freund. Wie man aus dem Glauben heraus daher auch nur einen Moscheebau für falsch erklären kann, wenn man denn abstruserweise Muslime zu Feinden erklärt, ist mir schleierhaft. Das abschließende Urteil, so hat es mal ein Wanderprediger aus Nazareth gelehrt und ein Pharisäer aus Tarsus weitergegeben, steht uns nicht zu.

Übrigens, auch manch ein christlicher Kirchenneubau wird von Muslimen nicht gerne gesehen in Europa: also nichts Neues unter der Sonne. Dennoch gelten für uns die Ansprüche des Herrn, nicht ein “wie du mir, so ich dir”.

Die Ablehnung einer Moschee erscheint mir viel zu oft als eine Ablehnung der Menschen, die dort beten wollen. Aber sie dürfen für sich beanspruchen: wir sind gekommen um zu bleiben.


Ach ja, die Wissenschaft

Friday, 24. October 2008

In der Wissenschaft gilt, wem das nicht bekannt sein sollte, das Prinzip des “peer review”, zu deutsch so viel wie “Kontrolle durch die Gruppe”. Und zwar durch eine Gruppe von Menschen, die in dem jeweiligen Fachgebiet ebenso fit sind wie der, der etwas Neues veröffentlichen will. Erst nach der Kontrolle wird entschieden, ob etwas in einem angesehenen Journal überhaupt veröffentlicht wird, erst nach der Kontrolle wird ein neue Meinung evtl. Schulmeinung.

Doch nicht zuletzt das Kommittee für die Verleihung des Nobelpreises zeigt, daß, wenn es um die Wahrheitsfrage geht, dieses Modell des “peer review” seine Grenzen hat - ziemlich genau nämlich die geistigen Grenzen der Fachgruppe, etwas Ungewöhnliches als richtig zuzugestehen.

Dieses Jahr gewann den Nobelpreis für Medizin u.a. der deutsche Forscher Harald zur Hausen. Er behauptete über Jahre etwas, was ihn über fast genauso viele Jahre hinweg zu einem Außenseiter machte - daß nämlich Viren verantwortlich für Krebserkrankungen sein können. Mittlerweile so akzeptiert, als sei es schon immer klar gewesen.

Bei einem anderen Nobelpreis für Medizin war das Kommittee noch mutiger, denn als Stanley Prusiner ausgezeichnet wurde, er hatte die Prionen entdeckt, war dessen Konzept noch nicht allgemein akzeptiert (jetzt natürlich schon). Auch er ein Außenseiter, er hatte gegen das “Dogma” verstoßen, daß ein Erreger immer Träger von Erbgut sein müsse.

In der Naturwissenschaft ist aber insgesamt das Außenseitertum einfacher, da sich die anfängliche Einzelmeinung durch ständiges Überprüfen bestätigen läßt.

In der Geisteswissenschaft - und somit u.a. auch in der Theologie - ist das bedeutend schwieriger, wenn nicht neue Quellen auftauchen, die die eigene These untermauern. Das Konzept des “peer review” ist wichtig, so wird viel Schrott vom Nimbus des Wissenschaftlichen ferngehalten, aber allein der Umstand, daß eine Sicht “von der Mehrheit der ernstzunehmenden [hier die Fachrichtung einsetzen] geteilt wird”, macht eben wie gezeigt eine Behauptung noch lange nicht richtig oder gar, was bedeutend höher liegt, wahr.

Das ganze fiel mir ein, als ich vor einigen Tagen diesen Artikel in der FAZ las:

Kein Lebenszeichen auf der Erde


Einfach nur super

Wednesday, 22. October 2008

Besonders der Schluß ist zu beachten:



Medienpreis

Monday, 20. October 2008

Wo ich gerade lese, daß hierzulande der Katholische Medienpreis verliehen wurde (der ZEIT-Artikel war wirklich gut):


Mehr als nur preiswürdig (und zeigt, wie sich Laienfranziskaner einsetzen können, denn Gerry Straub ist so einer). Und es erinnert auch sehr an grassrootsfilms.com; dieses Projekt wird auch von Menschen getragen, die sich an Franziskus orientieren (hier der Trailer des neuesten Projektes):



Geld “vernichtet”

Monday, 13. October 2008

Daß Geld vernichtet wurde, und zwar in Milliardenhöhe, wurde zuletzt sehr oft berichtet. Das stimmt ja eigentlich gar nicht, da nur Zahlen verschwanden, aber nicht das Geld als faßbarer Schein. Den diese Zahlen beruhten auf Geldsummen, die eh nicht existent waren. Nur, die Finanzwelt lebt vom Verteilen von Geldern, die nicht existieren; es geht auch nicht anders.

Beispiel: A legt 1000 Euro aufs Konto. Die Bank gibt dann einen Kredit von 1000 Euro an B (denn die Zinsen für As Konto müssen ja bezahlt werden). A denkt, 1000 Euro seien “auf seinem Konto”, B hat aber 1000 Euro in der Hand - schwupps, die wundersame Geldvermehrung, aus 1000 mach 2000 im Wirtschaftskreislauf.

Wenn daher plötzlich alles Sparer ihre Konten plündern, hätten die Banken, die aufs Privatkundengeschäft setzten, jetzt ein großes Liquiditätsproblem - zumal es gerade diese Banken sind, die gar nicht so sehr von der jetzigen Krise betroffen sind.

Aber da ist wahrscheinlich eh alles klar …


Gesicht

Tuesday, 07. October 2008

Wenn, wie beim Hinflug zum gerade beendeten einwöchigen Spanienurlaub geschehen, der Sitznachbar berichtet, wie er von OPEL in Bochum in Kurzarbeit geschickt wird, weil die Aufträge fehlen - seit heute steht ja fest, daß es nicht nur Kurzarbeit sein wird - wenn klar ist, daß er und seine Frau sich Sorgen machen, wie es weiter geht, wie sie ihre vierköpfige Familie durchbekommen, dann bekommt diese abstrakte Finanzkrise ein Gesicht. Ich halte es für wichtig, sich mit diesen Sachen zu beschäftigen, denn Unwissende sind immer leichter zu führen und Blinde erkennen keine falschen Wege.

Doch auch hier gilt das Zitat des vorherigen Beitrages, daß nicht “die Banken”, sondern die Eigentümer der Banken Schuld tragen, daß oftmals es auch der einzelne”Normalo” ist. Wenn er etwas Erspartes in einen “sicheren Aktienfond” investiert und sich nur um den erwarteten Zins (=Gewinn) schert, aber nicht darum, was wo und wie investiert wird, dann darf er sich nicht wundern.


Reflexion

Tuesday, 07. October 2008

Aus einem der m. M. nach besten franziskanischen Blogs möchte ich hier zwei Reflexionen über Politik aus Sicht des Evangeliums zitieren (in der Originalsprache):

For the cause of change that most people seek is not in the leadership; at least not in a democratic nation such as ours. No, the true cause of change is in the electorate; for there lays the problem and the solution.

This is why the gospel never speaks of a political solution to the woes that we endure. My political theory is thus: The political process merely reveals the state of conversion of a nation. A virtuous nation will call forth a virtuous leader. When we fight and win the conversion battle (beginning with ourselves), then we won’t need the political savior…we won’t cry out for Barabbas to lead our cause. As important as the political battle is; it pales in comparison to the battle for conversion of the nation. The priority must be correct.


Ein langer Weg

Saturday, 27. September 2008

scheint es noch für die Türkei zu sein, bis sie in der EU ankommen kann - auch wenn ich zu denen gehöre, die dieses Ankommen befürworten. Aber es bleibt viel zu tun für die Menschen dort bis dahin (und auch danach).


Wichtiges im Hintergrund

Saturday, 27. September 2008

Auf den ersten Blick scheint es ein wenig l’art pour l’art zu sein, was auf der katholischen Fachtagung in Split diskutiert wurde, das Verständnis von Konzilien. Aber wer sich auch nur ein wenig mit der Orthodoxie auskennt, erkennt sofort die Brisanz dieses Themas. Abwarten, wie es weitergeht.


Christen in der Politik?

Thursday, 25. September 2008

Als jemand, der selbst überlegt, sich irgendwie aktiver in die alltägliche Politik einzumischen (womöglich auch durch einen Parteieintritt) - aber das steht alles noch nicht fest - möchte ich mal ein paar ungeordnete Gedanken mit den Besuchern dieser Seite teilen:

1. Als überzeugter Laie denke ich, daß gerade das Feld der Politik ein genuines Apostolatsfeld nur für Laien ist (Apostolat im Sinne von “Arbeit im Weinberg”, ohne zu konkret zu werden). Ich halte es für sehr gut, daß ein Geistlicher kein politisches Amt innehaben darf.

2. Politik, auch in der Demokratie, ist ein schmutziges Geschäft. Es geht viel um Macht, Egoismen, Parteidünkel, nicht zuletzt um zum Teil sehr viel Kohle. Oft steht das Interesse der Allgemeinheit nicht im geringsten im Fokus.

3. Ich sehe trotz all dem keine sinnvolle Alternative zu einem politischen System, das parteibasiert ist (wenn auch nicht ausschließlich).

4. Die aktive Beschäftigung mit den Niederungen der Politik stellt eine deutliche Bedrohung nicht nur für die persönliche “Ruhe” dar (im weitesten Sinn), sondern nicht zuletzt auch für das Ewige Leben, für das Heil der Seele, da die Verführungen insbesondere der Macht virulent sind. Man mag dazu neigen, um der Macht willen zuviele Kompromisse einzugehen, inhaltlich und mit den eigenen Überzeugungen.

5. Gerade weil die obigen Punkte alle zutreffen, darf man das wichtige Feld der Politik nicht nur den Nicht-Christen überlasssen.

Was denkt ihr?


Sorry, aber …

Saturday, 20. September 2008

.. das hat nichts mehr mit der sakramentalen Struktur der Kirche zu tun, wenn der Hauptabteilungsleiter des Nachbarbistums Aachen im Bereich Pastoral, Schule und Bildung, der Priester Rolf-Peter Cremer, mit folgender Aussage zitiert wird (wenn sie denn so fiel):

Immer wieder sei nach Wortgottesfeiern zu hören: „Die machen das so schön.“ Für die Gottesdienstbesucher, so Cremer, „ist das möglicherweise ansprechender, als wenn ein alter Pater die Messe feiert, der noch eben zelebrieren kann.

Wenn P. Cremer das so gesagt hat und damit den seltsamen Wandlungsprozeß (siehe ganzen Artikel des obigen Links) des Bistums Aachen rechtfertigt, dann ist das das Verabschieden von dem, was katholische Kirche ausmacht - denn da, wo Eucharistie ist, ist die Kirche.


Interessant

Saturday, 20. September 2008

Es gibt kaum einen anderen Mann, der von der weit überwiegenden Ärzteschaft so verabscheut wird wie der Autor dieses Buches, das ich u.a. genau deswegen gelesen habe (nein, ich verabscheue ihn nicht, tue ich m.W. niemanden). Karl Lauterbach ist Mitglied des Bundestages (SPD), Direktmandatsträger. Er ist ein exponierter Fachmann auf dem Gebiet der Gesundheitspolitik. Sein Buch geht natürlich auch darüber, aber auch über die systemimmanenten Ungerechtigkeiten der Bildung, Rente und Pflegeversorgung.

Was die Gesundheit angeht, und da kenne auch ich mich ja berufsbedingt mehr als nur ein wenig aus, so stimme ich den Diagnosen größtenteils zu, halte aber die Therapievorschläge zumeist für falsch (ähnliches kann ich vom Sozialismus behaupten). Zum Teil habe ich ein anderes Menschen- und Staatenbild als Herr Prof. Lauterbach.

Ach ja, Profesor ist er auch, auch Leiter eines Institutes, welches sich der Gesundheitsökonomie widmet. Deren Ergebnisse werden im Buch auch häufig als Quelle gebracht- daß er diesen Laden gegründet hat (ich weiß nicht, ob er ihn noch leitet), erwähnt er nur einmal nebenbei. Daß er neben dem Mandat im Bundestag auch noch im Aufsichtsrat einer der größten Klinikketten sitzt, erwähnt er gar nicht. Daß er im Wissenschaftlichen Institut der AOK sitzt, auch nicht. Daß das Bundestagsmandat ihn offensichtlich nicht so ausfüllt und er daher noch Zeit und Energie (und finanzielle Aufwendungen bekommt und bekam) für insgesamt über ein halbes Dutzend anderer Tätigkeiten hatte oder hat, erwähnt er - wen wundert’s - auch nicht. Schmälert dann doch den Wert dieses Büchleins…

Ach ja, Medizin studiert hat er. Aber als klinischer Arzt (also in Krankenhaus oder Praxis) hat er nie gearbeitet.

Aber kurz etwas zum Inhalt: Daß die Sozialsysteme präkollaptisch sind (u.a. weil jedes Jahr über 120.000 gezeugte Kinder nicht geboren werden), ist ja mehr als bekannt.
Herr Prof. Lauterbach will dafür die Finanzen auf eine viel breitere Basis stellen (hauptsächlich Steuern), was ich auch gut verstehen kann. Das aktuelle System ist, da man aus der Solidarität aussteigen kann wenn man wohlhabend genug ist, ganz einfach asozial.
Aber im Détail sehe ich doch vieles anders: er behauptet, Erbschaft sei ein ungerechte Art von Reichtum - was soviel heißt wie daß es ungerecht sei, von sparsamen Eltern zu profitieren, die ihre Kinder für die Zukunft nach eigenem Wunsch mit bereits versteuertem Geld versorgen wollen. Das sehe ich gelinde gesagt anders.
Er will die Ganztagsgesamtgrundschule als Pflicht. Das sehe ich ebenfalls anders - hauptverantwortlich sind die Eltern, nicht der Staat. Das Angebot sollte da sein, für alle erreichbar (daher kostenlos), aber Pflicht? Nein.
Die Liste der Meinungsverschiedenheiten könnte man lange fortsetzen, insbesondere beim Gesundheitssektor. Aber da hat er sich ja selbst eh schon disqualifiziert als neutrale Position.


Ein Leib

Tuesday, 16. September 2008

Wer sich für das interessiert, was bezüglich der hoffentlich kommenden Einheit der Christenheit gerade so Stand der Dinge ist, was sogar “Die Zukunft der Ökumene” angeht, der sollte sich noch schnell die FAZ von heute holen. Denn da schreibt Walter Kardinal Kasper aus weltkirchlich-katholischer Sicht was dazu.


Gehorsam oder ewig spricht die Gospa

Friday, 05. September 2008

Medjugorje.

Für eingefleischte (okay, sehr theologisch eigentlich, dieser Begriff) Katholiken ein Reizwort. Bei den einen weckt es reizend schöne Erinnerungen, andere macht es sehr reizbar.

Medjugorje ist ein kleiner Ort in Bosnien-Herzegowina, der zumindest in Europa zum sicher größten inoffiziellen Marienwallfahrtsort geworden ist. Dies beruht auf angeblichen Marien-Erscheinungen mit entsprechenden Botschaften für die Welt, die dort in schöner Regelmäßigkeit stattfinden sollen (oder stattgefunden haben, so ganz auf dem Laufenden bin ich da nicht).

Die Allheilige Muttergottes heißt auf serbokroatisch anscheinend Gospa.

Der Ort selbst hat schon für sehr viele Menschen den katholischen Glauben eröffnet, Gottesbegegenungen ermöglicht und viele auch ihren abgelegten Glauben wiederfinden lassen. Ich war zwar selbst noch nicht da, aber nach allem, was ich weiß, geht es da wohl sehr fromm zu. Und zwar fromm im durch und durch positiven Sinn.

Zumindest was die meisten Gläubigen angeht. Und hier beginnt der Zündstoff.

Schon von Beginn an gab es bei dem jeweils zuständigen Ortsbischof eine ablehnende Haltung über die Erscheinungen, sprich, sie sind kirchlicherseits derzeit nicht als echt anerkannt, es wurde meines Wissens nach sogar festgestellt, daß sie unecht seien (es gäbe in der Kirche nämlich auch das “Wissen wir nicht genau”-Zwischending). Hinfahren darf natürlich trotzdem jeder, da verstößt keiner gegen kirchlichen Gehorsam. Problematisch beginnt es aber bei den Selsorgern, die für die Menschen dort zuständig sind, und die weiter von der Echtheit überzeugt sind und dies auch proklamieren. Problematisch ist es vor allem, weil es nahezu alle Franziskaner sind und somit dem Ortsbischof disziplinarisch gar nicht direkt unterstehen, in Fragen der Seelsorge aber durchaus (wer interessiert ist, kann mal unter “Exemption/Exemtion” nachrecherchieren, die Franziskaner erhielten dieses Privileg bereits im 13. Jh.).

Dazu kommt noch, das scheinen manche nicht zu wissen, die besondere Rolle der Franziskaner im ehemaligen Jugoslawien. Aus persönlichen Gründen des Diktators Tito war dieser Orden neben den Karthäusern der einzige, der bestehen bleiben durfte während des Sozialismus, auch die normale diözesane kirchliche Struktur wurde unterdrückt (der persönliche Grund war einmal der, daß während des Partisanenkrieges gegen die Nazis Tito von einem Franziskaner mal “Verkleidung” eine Kutte ausgeliehen bekam und anderes mal bei Karthäusern Unterschlupf fand). Das bedeutete: wollte man seelsorglich tätiger Priester werden, mußte man mehr oder weniger Franziskaner werden. Leicht hatte es dieser Orden dennoch nicht, als sichtbare katholische Priester durften die OFM nicht auftreten - die Seelsorge lief viel im geheimen ab, bei manch eine Hausdurchsuchung waren es “Onkel auf Besuch”…

Das führte natürlich dazu, daß es so manche Franziskaner gibt und gab, die dem Orden nicht gerade zur Ehre gereichen, gelinde gesagt, das ganze auch noch kombiniert mit dem Stolz des Balkans - und wir haben das seit Jahrzehnten schwelende Problem des Gehorsams der OFM in Bosnien (ich habe mal einen kroatischen Franziskaner kennengelernt, der hier in Deutschland für die kroatischen Miliz im Unabhängigkeitskrieg Anfang der 90er Waffengeld sammelte …).

Abgründe tun sich da auf …

Tja, und in Bosnien, woe es in manchen Bistümern mehr Franziskaner als normale Diözesanpriester gibt, fällt es eben vielen OFM schwer, ihre angesehene Position sozusagen den Bischöfen zurückzugeben.

Was das mit Franziskus zu tun , was daran franziskanisch ist? Natürlich überhaupt nichts, aber leider gilt: Franz is kaner. Aber manche wollen es wohl auch nicht sein …

Und es gibt eben mal wieder eine neue Episode: wegen Ungehorsam gegenüber dem Ortsbischof wird ein ehemals in Medjugorje sehr präsenter Franziskaner aus Rom zum Bußschweigen und Einstellung aller Selsorge verurteilt (auf Englisch).

Dabei geht es primär gar nicht um Medjugorje, sondern es geht hier und in anderen ähnlich gelagerten Fällen um das, was Franziskus sogar ersehnte: die Zurückweisung, obwohl man sich im Recht wähnt (ob die Erscheinungen wahr sind oder nicht, ist daher für diesen Fall recht irrelevant). Es geht um das, was des Ordensmannes Vater die “Vollkommene Freude” nannte, was ihn über alles glücklich machte. Für Franz war christliches Leben ohne Gehorsam nicht denkbar. Der Gehorsam durfte nicht gegen die Seele gehen (so schreibt er das in der Regel), aber wenn es um Besitzstandswahrung ging, war sowieso auf einer klaren Position.

Was das genau war, diese Vollkommene Freude, hatte ich hier schon mal geschrieben.

Auf daß alle, die sich dem Vorbild des Franz in der Nachfolge des Herrn einüben wollen, immer mehr dies versuchen. Ich weiß, es ist sauschwer.


Der leidende Leib Christi

Friday, 05. September 2008

Heute sind in manchen italienischen Diözesen die Geschwister im Herrn den verfolgten indischen Christen besonders in Fasten und Gebet verbunden, am Sonntag wird die Kirche Jesu in Indien selbst diesen Fast-und Gebetstag begehen.


Trauer

Monday, 01. September 2008

Erst vor kurzem hatte ich die Musik entdeckt, die im Moment immer noch die Liste der Hörneigung ziert: E.S.T.

Ihr Namensgeber und Gründer, Esbjörn Svensson, ist, wie von mir erst vor wenigen Tagen entdeckt, bereits im Juni bei einem Tauchunfall verstorben. Er hinterläßt seine Frau und zwei Kinder.

Die persönliche Tragödie, die einen immer wieder “warum?” fragen läßt (und katholischer Glaube ist nichts anderes als die Hoffnung, daß es darauf eine liebende Antwort gibt), kann ich natürlich für die Seinen nicht ermessen.

Doch für die Musik, für einen ganz neuen, wunderschön melodiösen und doch kraftvollen Jazz, ist sein Tod ein enormer Verlust.

Requiescat in pacem.


System durchschaut

Monday, 01. September 2008

Wenn ich mir dieses Interview so durchlese, dann scheint mir, daß diese Frau das deutsche Gesundheitssystem durchschaut hat. Leider tun das nur sehr wenige und deswegen wird auch kaum protestiert. Aber es ist ja auch extra deswegen so kompliziert aufgebaut.


Ich tu’s nicht

Monday, 01. September 2008

Getan wird es über 120.00 Mal pro Jahr in Deutschland, jedes Jahr wird eine Stadt getötet, jedes Jahr werden mindestens soviele ungeborene Kinder abgetrieben.

Und mit dem Slogan, abgetrieben zu haben, hat eine Zeitschrift in den 70ern meine Eltern-Generation mal direkt angesprochen, haben sich einige Frauen als Abtreiberin dargestellt.

Doch es gibt auch Menschen, die sich nicht mit dem Töten brüsten, sondern mit dem Leben-lassen, die sagen: ich tu’s nicht.

www.ich-tus-nicht.de

(Man findet da auch den Hinweis, daß anscheinend viel Frauen damals in den 70ern in der besagten Zeitschrift einfach gelogen hatten …)


Ohnmacht

Saturday, 23. August 2008

Manchmal überfällt sie mich, diese Ohnmacht, die das gesehene Elend in mir hinterläßt. Man muß nicht in ferne Länder reisen, nur wenige Häuser weiter findet man nahezu immer einen Menschen in tiefe materiellen oder seelischen Nöten.

Doch was tun? Es sind alles nur Tropfen, die Steine des Leides werden dadurch doch kaum kleiner.

Und jeden Tag neues Leid.

Was konkret tun?


Abgeschlossen

Wednesday, 20. August 2008

So, nachdem nun nach jahrelanger Faulheit auch endlich die Diss. unter Dach und Fach ist, kann ich mich auch mal wieder anderem zuwenden. Gut, ganz vorbei ist es nicht, mindestens noch zwei Aufsätze zu dem Thema werden (allerdings nicht hier) erscheinen - später mal.

Im großen und ganzen kann ich mich auch heute wieder beim Herrn für mein schönes Leben bedanken. Kennt das sonst auch jemand? Man wartet auf den Haken, auf die große Prüfung…


Franziskus’ alter ego

Monday, 11. August 2008

Wer regelmäßig bei der kleinen Rubrik “Heilige des Tages” in der Liste rechts vorbeischaut, wird heute feststellen, daß insbesondere für die Franziskanische Familie ein Festtag ist, der Festtag der Hl. Klara von Assisi.

Niemand hat Franziskus so verstanden wie sie, niemand hat Klara so verstanden wie Franziskus. Ebenso wie man Franziskus nicht verstehen kann ohne den Wunsch nach ausschließlicher Kontemplation, den Klara gelebt hat, kann niemand Klara verstehen ohne den Wunsch nach missionarischem Wirken. Sie sind die beiden Seiten der gleichen Medaille, und genau deswegen sind sie auch nicht zu trennen.

Klara, bitte für uns.


Von außen

Friday, 01. August 2008

Schon mehrfach wurde hier von der Zerreißprobe der Anglikanischen Gemeinschaft gesprochen, sie ist sicher auch für die Kirche ein abschreckendes Beispiel für den Einfluß des Säkularismus und zeigt den Wert der Einheit.

Auf der Lambeth-Konferenz hat jetzt Walter Kardinal Kasper, zuständig für das Gespräch mit den nichtkatholischen Christen und den Juden, ein Referat gehalten (auf Englisch hier) über die katholische Sicht auf die Anglikanische Gemeinschaft. Es hat einiges an Tobak zu bieten, doch es gilt daraus:

what I am about to say, I say as a friend.


Übersehen

Monday, 28. July 2008

Vor neun Tagen war der fünfte Geburtstag dieses Blogs, und ich hatte es vergessen.