Treffend

Sunday, 01. February 2009

Dies Domini.

John Allen, einer der aktuell wohl besten Kenner des Treibens im Vatikan, schreibt in seiner aktuellen Kolumne:

On the lecture circuit, I’m sometimes asked for my opinion about the Vatican’s communications strategy. My glib answer generally is, “As soon as they have one, I’ll be glad to tell you what I think of it.”

Es gibt da wirklich mehr Dilettanten als man glauben will.


Einheit

Thursday, 29. January 2009

Die Einheit der Kirche ist ein sehr hohes Gut, dies bezeugt Papst Benedikt XVI. gerade jetzt wieder. Er könnte es sich leicht machen und alle rausschmeißen, die nicht zu 100% mit der Lehre der Kirche übereinstimmen, dann wäre aber die Kirche Jesu Christi nur eine Splittergruppe mehr unter den anderen zehntausenden protestantischen Gruppen. Nein, gerade die ausgestreckte Hand gegenüber den Menschen, die manches der Lehre abzulehnen scheinen, ist genauso wichtig wie die ausgestreckte Hand gegenüber dem Osten, die sich ebenso wie die gegenüber den Gruppen der Reformation eher auf theologisch-lehramtlichem Niveau bewegt.

So seltsam und befremdlich manche päpstliche Entscheidungen von außen auch scheinen mögen, er sollte sich nicht beirren lassen und beharrlich seinen Weg weitergehen. Das ist sein Job als größter Brückenbauer, als pontifex maximus.


Meinungsbild

Wednesday, 28. January 2009

Das neu (und u.a. auch durch Frauen!) gewählte Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, hat dem Spiegel Anfang letzten Jahres ein aufschlußreiches Interview gegeben. Er war damals noch Leiter des Außenamtes der Kirche, u.a. auch zuständig für die Beziehungen zu den anderen Kirchen (eben auch der Katholischen).

Er hat in dem Interview sehr gut gesprochen, denke ich. Möge der Dreifaltige Herr sein Wirken segnen.


Die Sache mit dem Internet

Friday, 16. January 2009

So kommt Duisburg auch in den Fokus von amerikanischen Bloggern.


Back to the roots?

Monday, 12. January 2009

Als ich den Podcast zum 70.Geburtstag von Leonardo Boff bei “Katholische Welten” hörte, dem brasilianischen Befreiungstheologen und Ex-Franziskaner und Ex-Priester, wurde der Konflikt mit seinem Bruder Clódovis nicht erwähnt, auch wenn ich davon schon mal irgendwo gehört hatte.
Ich hatte mal vor Monaten aufgeschnappt, daß Clódovis, ein früher Mitstreiter seines Bruders, sich inhaltlich mit dem aktuellen Weg der Theologie der Befreiung ziemlich überworfen habe (ach, hier war’s). Wobei zu betonen ist, daß er selbst keinen Koflikt mit den Grundsätzen der Befreiungstheolgie verspürt, eher im Gegenteil.

Nachdem nun die Missionszentrale der Franziskaner in Bonn diesen aktuellen Disput zwischen den beiden Brüdern genauer dokumentiert hat, der einiges innerkirchlich unter Theologen in Lateinamerika aufgewirbelt hat, empfehle ich jedem, dem das Thema der Befreiungstheologie am Herzen liegt, eine genaue Lektüre. Ich kann im übrigen Clódovis’ Meinung sehr gut nachvollziehen und stehe da mehr auf seiner Seite …

Aber möge sich jeder selbst ein Bild machen.

Sicher gilt der eine Satz von Clódovis Boff:

Die Evangelisierung ist in erster Linie Selbstevangelisierung.


Für Freund und Feind

Monday, 29. December 2008

Reibung erzeugt Wärme - dann ist es um meinen Ortsbischof Joachim Kardinal Meisner bestimmt oft kuschelig warm.

Die Kirchenzeitung des Erzbistums hat eine Festschrift zu seinem 75. Geburtstag veröffentlicht, die jeder als pdf-Datei hier lesen kann.


Endlich

Monday, 22. December 2008

Heute gebeichtet.

Endlich (lag natürlich nur an mir).

Schön, sehr schön.

Kann ich nur empfehlen!

(Dummerweise vergesse ich zu schnell, wie schön das ist)


So ist es

Monday, 22. December 2008

Ich kenne nämlich humanitäre Hilfsorganisationen auf der Basis des christlichen Glaubens; ich kenne humanitäre Hilfsorganisationen auf der Basis des jüdischen Glaubens; ich kenne humanitäre Hilfsorganisationen auf der Basis des moslemischen Glaubens; ich kenne sogar überkonfessionelle humanitäre Hilfsorganisationen. Nur eine humanitäre Hilfsorganisation auf der Basis des so menschenfreundlichen Atheismus kenne ich nicht.

Quelle

Ich auch nicht. Aber sicher lernen wir beide gerne dazu.


Geändert

Thursday, 11. December 2008

Vor über vier Jahren schrieb ich mal hier, daß mir der Rosenkranz nicht so liege. Das galt auch noch bis vor einiger Zeit. Doch seitdem ich vor wenigen Wochen begann, auf meinem Fußweg zur Arbeit einfach mal den Rosenkranz zu beten, hat sich das fundamental geändert. Den Weg zur Arbeit den Rosenkranz murmeln, das ist eine sehr reiche Erfahrung, die ich jetzt fast täglich mache.

Mir liegen zwar keine theoretischen Erklärungen, ich halte auch nicht viel von den Forderungen à la “man muß den Rosenkranz beten, um XYZ zu erreichen” - aber eines kann ich empfehlen: sich einfach mal auf den Versuch einlassen, für ca. 2 Wochen tgl. den Rosenkranz zu beten, am besten zu Fuß, am besten auf dem stets gleichen Weg. Vielleicht läßt man es dann wieder, auch okay. Aber den Versuch ist es wert. Selbst schaffe ich auf dem Hinweg nicht den ganzen, nur ca. 3/5, dann bete ich auf dem Rückweg den Rest. Zwang gibt es da eh keinen.


Unter Beobachtung

Monday, 08. December 2008

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria.

Es kommt nicht in die Nachrichten hierzulande, auch nicht in die kirchlichen - zumal wenn es sich wie hier um (berechtigte?) Kritik handelt- aber bei solchen Fragestellungen wird insbesondere der christliche Osten genau hinhören und sehen, wie Rom verfährt. Kein Ruhmesblatt aktuell.


Die Spaltung ist vollbracht

Thursday, 04. December 2008

Die Anglikanische Kirche in den USA (Episcopal Church) spaltet sich - wie vorauszusehen war.


Er war allein

Thursday, 04. December 2008

Gerade lese ich diese Biographie (pdf-Datei) des sel. Franz Jägerstätter.

Unbedingt zu empfehlen.

Was dieser Mann geleistet hat, sein unglaubliche Vorausschau, wie er schon früh wußte, was mit den Nazis auf seine Heimat zukommt, ist sehr beeindruckend.
Ein wahres Vorbild wird er aber dadurch, daß er letztlich in seiner Umgebung völlig alleine blieb mit seiner Einstellung, mit seiner Treue zum Glauben und zur Kirche. Schon bald war fast alles vom Nazismus durchsetzt in seinem Ort, dem letzten, der noch standhaft blieb (alle anderen Dörfer waren schon viel früher nazifiziert). Doch auch dann ging es schnell mit Denunziationen, Verhaftungen, Häme und Hindernissen. Franz war bspw. der einzige, der gegen den “Anschluß” Österreichs an (Nazi-)Deutschland stimmte.
Es gab auch genug “ist ja alles nicht so schlimm, bloß nicht aufmucken”-Bischöfe und Priester, denen die eigene Sicherheit wichtiger war als die Wahrheit des Glaubens. Der sel. Franz war allein - seine Frau unterstützte ihn zwar, hätte aber aus Angst um seine und die Sicherheit und Zukunft der Familie willen lieber eine andere Entscheidung gesehen.

Franz Jägerstätter suchte zwar nicht das Martyrium, suchte nicht den Tod, doch er blieb konsequent.

Als Vorbild für ein Leben gegen den gesellschaftlichen Strom, nur den Glauben als Richtschnur, für ein Leben gegen die Lauheit und Angepaßtheit und Duckmäusertum unter Klerikern und Laien - dafür steht Franz Jägerstätter.

Gelegenheiten ihm nachzueifern gibt es auch heute zuhauf.


Gebet

Wednesday, 03. December 2008

Folgendes Gebet soll der Hl. Bonaventura nach der Kommunion gesprochen haben:

Durchbohre, o allerliebster Herr Jesus, meine innerste Seele mit der glücklichsten und gesundesten Wunde deiner Liebe und mit wahrer, ruhiger und allerheiligster apostolischer Barmherzigkeit, dass meine Seele immer nach dir schmachten mag und verschmelzen mit vollkommener Liebe und sich nach dir sehnen, verlangen mag nach dir und deinen Höfen, sich aufzulösen wünscht und mit dir zu sein. Gewähre, dass meine Seele nach dir hungern mag, dem Brot der Engel, der Erfrischung heiliger Seelen, unser tägliches und übernatürliches Brot, mit aller Süßigkeit und allem Aroma und dem köstlichsten Geschmack. Mag mein Herz immer danach hungern und sich von dir speisen, den die Engel anschauen wollen, und mag meine innerste Seele voll sein von der Süßigkeit deines Geschmacks; mag sie immer nach dir dürsten, der Quelle des Lebens, der Quelle der Weisheit und des Wissens, der Quelle des ewigen Lebens, dem Strom der Freude, der Fülle des Hauses Gottes; mag sie dich immer erfassen, dich suchen, dich finden, zu dir laufen, dich erreichen, über dich nachdenken, über dich sprechen, alles zu tun zum Lob und Preis deines Namens, mit Bescheidenheit und Diskretion, mit Liebe und Vergnügen, mit Leichtigkeit und Zuneigung, mit Ausdauer bis ans Ziel, und sei du allein stets meine Hoffnung, mein volles Vertrauen, mein Reichtum, mein Vergnügen, meine Freude, meine Rast und Ruhe, mein Frieden, meine Süßigkeit, meine Nahrung, meine Erfrischung, meine Zuflucht, meine Hilfe, meine Weisheit, mein Anteil, mein Besitz, mein Schatz; dem mein Geist und mein Herz stets fest und unverrückbar verbunden bleiben mag. Amen.


Gewaltlos?

Thursday, 27. November 2008

Hier berichtet GLORIA TV von dem Umgang von Demonstranten mit Journalisten, die eine Kundgebung gegen Frauengewalt filmten. Das ganze fand wohl vorgestern statt:


OFS Generalkapitel

Thursday, 27. November 2008

Die Zentrale des Weltlichen Franziskanerordens (sog. Dritter Orden, ist aber ein richtiger Orden) hat ihre wichtigste Versammlung abgehalten, das sog. Generalkapitel (alle paar Jahre mal).

Hier mehr Infos dazu (Englisch).


Alte Kölner Messe

Thursday, 27. November 2008

Nachdem im Nachbarbistum, aber zur gleichen Kirchenprovinz gehörend, das einzige Trappistenkloster Deutschlands beschlossen hat, ab dem Herbst 2009 wieder voll auf die alte Liturgie und alte Form des Ordenslebens setzen zu wollen, ist meines Erachtens zumindest mal erwähnenswert, daß auch Köln eine eigenen Form der Liturgie kannte. Gefeiert wird sie meines Erachtens aber nicht. Doch für Lateinfans:

hier ist sie (als pdf) - und in der Linkliste bei der Kirche von Köln.


Und dann war da noch

Thursday, 27. November 2008

der Dogmatiker, der gestern vor dem “Bibel teilen” erzählte, daß kürzlich während der Prüfungszeit im gesamten Institut für Dogmatik keine Bibel aufzutreiben war …


Relativ

Wednesday, 19. November 2008

Als regelmäßiger Hörer des Podcastes “Journey Home” des amerikanischen katholischen Senders EWTN fällt mir immer wieder eines auf: sowas widerspricht der postmodernen Welt zutiefst.

Die Sendung “Journey Home” stellt Konvertiten zum katholischen Glauben vor, zumeist vorher Protestanten, aber auch Juden (ich glaube nur ein ehemals Orthodoxer bislang).

Bei den meisten, nein, allen, geht es bei der religiösen Suche um etwas, was eben in postmodernen Gesellschaften für erledigt gehalten wird: um die Frage nach der Wahrheit. Nicht nach einer Wahrheit von vielen Wahrheiten, nicht nach persönlichen Wahrheiten, die jeder so für sich hat, nein, um die eine Wahrheit, die für alle Zeit wahr bleibt.

So was gibt es nicht, sagt die Postmoderne, und diese Aussage ist eindeutig gesellschaftlich im Westen (noch?) auf der Überholspur (obwohl, ist diese Aussage überhaupt ewig wahr?).

Wer nach der Wahrheit sucht, sucht natürlich auch irgendwann danach, wer denn entscheiden könne, wo sich Wahrheit finden läßt. Wenn das wieder jeder für sich macht, sind wir wieder bei der Relativierung der Wahrheit - und da finden eben die Gäste von Journey Home die Katholische Kirche. Ziemlich logisch.

Doch gerade dieser Ansatz, die Suche nach der Wahrheit, schon von der postmodernen Philosophie aufgegeben, hat es sehr schwer heutzutage. Denn ein Infragestellen der Relativität aller Aussagen ist politisch höchst inkorrekt.


Parallele?

Wednesday, 19. November 2008

Wer sich diesen Artikel und die Grafiken dazu bei SPIEGEL online ansieht und denkt, es gäbe dort eine gewisen Parallele zu

- Verbreitung des katholischen Glaubens in Deutschland
- konservativen Moralvorstellungen (wie bspw. der Einstellung zu Abtreibung, Familienbild, Parteipräferenz etc.)
- liberalem Bürgertum (Berlin!)
- usw.

der sieht natürlich eine Parallele, wo es keine geben darf …


Ohne ISBN

Wednesday, 19. November 2008

und damit nicht im Buchhandel bestellbar, sondern nur hier, ist dieses ca. 600 Seiten dicke Nachschlagewerk dennoch absolut unentbehrlich für jeden, dem das Schicksal der Verfolgten Glieder Jesu Christi nicht gleichgültig ist:


Bei sich beginnen

Tuesday, 18. November 2008

Josef Bordat schreibt in seinem immer wieder lesenswerten Blog einen interessanten Beitrag mit einer Reflexion über die Befreiungstheologie; ich selbst hatte dazu schon mehrfach was geschrieben (einfach in die Suchleiste rechts eingeben, da wird dann was ausgespuckt).
Der bei Jobo72 erwähnte Vortrag behandelt ja auch die Frage, ob die Option für die Armen (bis heute nicht verwirklicht, da dies eigentlich bedeutet, nicht bloß für die Armen dazusein, sondern eine Kirche der Armen zu sein) letztendlich auch zu strukturellen Änderungen der Kirche führen müssen. Ebenso wie J. Bordat verneine ich dies - und empfehle den Ansatz von Franziskus. Franz hat nie Änderungen von anderen gefordert, nur von sich selbst und denen, die sich auf ihn beriefen. Er träumte sicher von einer anderen Kirche, aber als Teil der Kirche hat er eben seinen Teil getan.
Vielleicht war ihm das Gericht des Herrn noch lebendiger präsent. Ich denke nicht, daß Er mich fragen wird, was andere so gemacht haben, sondern wie ich gelebt habe - und der Verweis auf andere wäre da eine laue Ausrede.

Letzten Sonntag hörten wir (ich nicht, da ich das ganze Wochenende Fortbildung und Notdienst hatte) das Evangelium von den Talenten. Vielleicht haben auch andere bemerkt, daß der Hausherr am Tag der Rückkehr die Diener nacheinander reinholt, daß auch nirgendwo erwähnt wird, der eine wisse über die Zahl der Talente des anderen Bescheid. Auch wenn drei Diener vorkommen, ist es doch eine Zweierbeziehung, die hier beschrieben wird, eben bloß dreimal durchexerziert.
Angewandt auf die Kirche bedeutet das, daß die eigene Beziehung zu Jesus entscheidend ist, und zwar nur diese. Nicht die der anderen. Wir kennen nur unsere Talente (wenn wir Glück haben), wissen nicht, wieviel irgendjemand sonst hat. Das ist auch nicht der Auftrag.

Beginnen wir bei uns und bleiben wir dort, dann wird sich die Kirche ändern.


Eine von drei

Tuesday, 11. November 2008

Das ist ungefähr der Anteil an Schwangerschaften, der in einem so orthodox geprägten Land wie Rumänien in einer Abtreibung endet. Bis 2003 waren es sogar noch weitaus mehr Abtreibungen als Geburten.
Dieser Umstand ist für mich mehr als nur interessant, da in ihrer äußeren Praxis und Frömmigkeit insbesondere die Rumänen als gesamtes Volk einen sehr religiösen Eindruck machen, auchwährend des kommunistischen Zeit den Glauben nicht verloren. Oder etwa doch?

Die Kirche - immer noch die angesehenste Institution des Landes - steht dem anscheinend machtlos gegenüber. Aber hier kristallisiert sich auch eine ganz andere Sichtweise des Staates heraus, wie mir iubita mea sagte (die ihr Leben dem früheren Abtreibungsverbot verdankt, was damals auch drohende Behinderung einschloß, Stichwort Toxoplasmose): die Kirche mischt sich lautstark überhaupt nicht ein. Es scheint ihr nicht um Gesetzgebung zu gehen, sie scheint nicht an dem Prozeß derselben teilhaben zu wollen. Das Seelenheil des einzelnen, hier der Mutter, steht im Vordergrund. Daß sie sich selber vom Heil ausschließt, wenn sie ein Ungeborenes tötet, dürfte insbesondere in einem mehrheitlich orthodoxen Land wie Rumänien mehr als bekannt sein. Da es aber zudem orthodox generell nicht üblich ist, “ungebeichtet” zur Kommunion zu gehen und nur ein kleiner Bruchteil der erwachsenen Gläubigen zur Kommunion gehen bei der Hl. Messe, fällt das auch gar nicht weiter auf. Man schließt sich aus der Kirche aus, darf nicht mehr zu den Sakramenten, aber das geschieht eh eher selten. Somit ist die kirchliche Praxis nicht nennenswert eingeschränkt.

Was das für unsere Kirche heißt, weiß ich noch nicht. Nur mit den Anstrengungen auf politischer Ebene kommen wir jedenfalls nicht weiter.


Die Einheit der Christen 2008

Sunday, 09. November 2008

Dies Domini. Weihetag der Lateranbasilika.

Während sich hier und da die Führer der einzelnen apostolischen Kirchen über das Gemeinsame der Zukunft Gedanken machen und sich näherkommen, ist der gelebte Alltag doch viel spannender.

So sehen bspw. armenische und griechische Christen in der Grabeskirche die Ökumene heute, am 09.11.2008:



Nervig

Wednesday, 29. October 2008

Je mehr man sich in die Gefilde von zeitgenössischer Theologie und von kirchlicher Verkündigung begibt, zumindest bei dem, was das Netz so hergibt, hört man immer wieder ein Wort:

Krise

Das nervt langsam. Wie wäre es mal mit Glaube, Hoffnung und Liebe? Und vor allem mal ein Sichselbernichtsowichtignehmen?

Auf einem sinkenden Schiff heuert nämlich keiner mehr an.

Echt, das wahlweise

a) Selbstmitleid

b) Beschreiben der “Krise” aus gesamtgesellschaftlichen Gründen heraus

c) Aufzeigen von theoretisch wunderbar formulierten Lösungen aus der “Krise” heraus

d) Beklagen der bösen Kirchenzentrale

etc.

nervt wirklich sehr.

Schon vor über vier Jahren schrieb ich hier:

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich in einem recht unkirchlichen Milieu aufgewachsen bin und nachwievor lebe oder dass ich erst mit 21 zum Glauben kam, aber ich sehe das einfach nicht so. Seit wann hat Krise etwas mit Zahlen zu tun? Gut, es gibt weniger Gläubige, Priester und natürlich auch Kohle.
Aber ist das eine Krise der Kirche oder nicht eher eine des Restes (der Nicht-Kirche sozusagen)? Wenn die Menschen hierzulande glauben, ohne Evangelium auch oder gar besser leben zu können - bitte schön. Es wird sicherlich kälter werden, aber wenn’s so gewollt ist. Ja, wird man jetzt einwenden, viele verlassen ja die Kirche wegen ihrer doch so unjesuanischen Lehre. Dummes Zeug, denn dann könnten diese ja in andere Gemeinschaften eintreten, die eher diesem “Bild” entsprechen, derer gibt es viele. Wenn ich mir mal die mir bekannten vor Augen halte, die aus der Kirche ausgetreten sind, und davon kenne ich einige, so wirklich nur einer, weil er mit der Kirche und besonders mit ihrer Geschichte große Probleme hat. Dem Rest war es schlichtweg egal, sie glaubten einfach nicht an Jesus als Sohn Gottes. Habe gerade erst vorgestern in einer Kneipe gehört, wie man denn “so einen Scheiß” glauben könnte. So sieht’s eben aus.

Ich sehe die Krise der Kirche höchstens darin, dass das Wissen um den Glauben und der dann natürlich auch selbst bei den Christen selbst extrem schwächelt. Aber Zahlen als Maßstab für Krisen? Seltsames Verständnis vom Evangelium, finde ich.

Und zwei Jahre danach (also ein wiederkehrendes Thema bei mir …):

Schon seit einiger Zeit wundere ich mich. Ich vermute es liegt an meiner vielleicht sehr limitierten Wahrnehmung, aber ich schätze die Lage der Kirche des Herrn in diesem Deutschland bei weitem nicht so negativ ein, wie es allerorten verkündet wird.
Natürlich, die Zahl der Austritte übertrifft die der Eintritte weiterhin bei weitem, und, ganz ehrlich, jeder einzelne Mensch fehlt der Kirche und ist unersetzbar. Dadurch sinkt auch die Finanzkraft, aber das läßt mich ja seit jeher recht kalt. Priester, auch sie Teil des schrumpfenden Kirchenvolkes, werden weniger. Alles richtig und nicht gut (außer das mit dem Geld…).

Und dennoch.

Ich erlebe immer wieder Menschen, die das Glaubensbekenntnis aus vollem Herzen und komplett mitbekennen, die die Kirche so lieben wie sie ist, die nicht streng-, sondern fröhlich-katholisch sind. Die in ihremLeben so gut wie möglich versuchen, das umzusetzen, was sie vom Evangelium verstanden haben, und möge es auch noch so wenig sein. Die wissen, daß es letztlich nicht um eine christliche Leistungsschau geht, daß Seine Liebe, Seine Vergebung immer größer sind als die allerschlimmsten Taten und Fehler.

Die Zahl mag gering sein, na und?

Die Botschaft der Hinwendung Gottes zu uns, die Botschaft der Hoffnung, des Sinnes wider alle Absurdität, das alles strahlt weit und kraftvoll. “Unser Programm”, nein, Sein Programm, ist nicht zu verbessern. Und es wird immer wieder Menschen geben, die diese Botschaft erleben, sehen und glauben. Auch wenn die “gesamtgesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeit” der Kirche abnehmen wird, dies als Versuch wäre ja erst der zweite Schritt nach der Glaubensannahme, bin ich optimistisch.

Ich verstehe ehrlich gesagt gar nicht, wie man als Christ pessimistisch sein kann.

Wie kann jemand, der die Liebe Jesu kennt, der (leider nicht immer) dieses “Ist das geil!”-Gefühl absoluter Liebe verspürt, der tief davon überzeugt ist, daß Gott ist, daß Er der Dreifaltige ist, nun … wie kann der nicht optimistisch sein?


Dr. Biscet

Tuesday, 28. October 2008

Mir war ja schon immer schleierhaft, wie man das Regime in Cuba auch nur annähernd gut finden konnte, insbesondere die jugendliche Heldenverehrung des Mörders (und Arztes, welch ein Widerspruch!) Ernesto “Che” Guevara habe ich nie verstanden. Natürlich gibt es dort - wie überall - auch Gutes, so eine fast vollständige Alphabetisierung und ein für dortige Verhältnisse extrem gutes Gesundheitssystem.

Doch mit den Menschenrechten sieht es übel aus. Dr. Oscar Elías Biscet ist ein Opfer dieser repressiven Politik, mehr über ihn findet man hier, hier und die offizielle Seite hier.

Auch kleine Schritte können etwas bewegen, neben den Mitteilungen an Freunde und Bekannte, daß Cuba eben auch so ist (u.a. könnte man dann ja seinen Urlaub woanders verbringen, wenn’s schon Karibik sein muß), kann man auch den einen oder anderen Brief schreiben.

Ich habe das mal auf Spanisch getan und stelle ihn hier als .doc-Dokument zur Verfügung.

(Die berechtigte Kritik an der derzeitigen Menschenrechtspolitik der USA, ist auch im Brief angerissen, macht ihn demnach nur für die jetzige Regierung gebrauchsfertig sozusagen)