Vor zwei Tagen

Wednesday, 04. January 2012

Vorgestern feierte die Kirche ziemlich unbemerkt von den meisten Gläubigen zwei große Heilige, Basilius den Großen und Gregor von Nazianz, Zeitgenossen und Freunde, die zwei der drei Kappadokischen Kirchenväter sind (mit Baslilius’ Bruder Gregor von Nyssa aus Kappadokien in der heutigen Türkeit stammend).

Aus zwei Gründen sind sie bis heute wichtig: erst einmal haben sie gegen die Mehrheit der Bischöfe(!) daran festgehalten, daß Christus wirklich Gott war und ist und nicht nur ein besonders perfektes Geschöpf Gottes (wie es heute noch die Zeugen Jehovas glauben, die daher eine Spielart der Arianer sind).
Dann war es insbesondere Basilius, der durch seine Sammlung an Regelvorschriften, die später zu einer Art Basiliusregel zusammengestellt wurde (im Westen, wo man in römischer Manier eben alles strukturiert und katagolisiert hat), das heutige Mönchtum sozusagen gründete. Alle Mönchsregeln sind von ihm beeinflußt oder gehen wie im christlichen Osten sogar fast ausschließlich originär auf ihn zurück.


Schon fast bereut

Tuesday, 03. January 2012

Kein anderer Beitrag wie dieser wurde von mir mehr kopiert, verbreitet und leider auch als argumentatives Mittel eingesetzt (und das alles oftmals ohne Quellenangabe):

Zweihundertfünfundvierzig

Eigentlich hatte ich vor bald 5 Jahren diese Liste nur erstellt, um einen kleinen Überblick zu geben. Doch gestern schrieb ich bei Alipius dazu:

Mittlerweile wäre ich froher, wenn ich diese Liste nicht aufgesetzt hätte. Was der Glaube der Kirche ist, steht ja nicht im Ott, sondern im KKK (Stand 1992). Ein rein tabellarisches Auflisten ist kein Vergewissern à la “check, glaube ich, check, glaube ich …” um festmachen zu können, wer drinnen und draußen ist.

Inhaltlich finde ich, daß die Liste sehr schöne Sätze aufweist - aber ihre netzweite Verwendung (nichts wurde von mir je mehr kopiert und verbreitet - zumeist ohne Quellenangabe) gefällt mir nicht, da sie oftmals der Abgrenzung dient.


Ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Sunday, 25. December 2011

Da die Weihnachtszeit gestern abend erst angefangen hat, bin ich nicht zu spät dran.

Ich wünsche allen ein gnadenreiches und von Gott erfülltes Weihnachtsfest und eine gesegnete Zeit bis weit ins nächste Jahr hinein!

Mein Gebet ist insbesondere bei all denen, die aus ihrem Leid nicht ausbrechen konnten, davon keine Pause machen konnten oder durch Haß und Gewalt wie in Nigeria in unglaubliches Leid gestürzt wurden. Und auch für die, die all dieses Leid verursachen, bete ich so gut ich es kann.

Auf körperliche Gewalt darf auch verbale Gewalt keine Antwort sein, zumal Er sich so klein gemacht hat, daß er vollkommen schutzlos war.


Theotokos und das Kreuz

Wednesday, 21. December 2011

Vor kurzem hatte ich in einem Internetforum- mit all den Defiziten, die so ein Forum hat - eine Diskussion darüber, ob die Bezeichnung Mariens als Theotokos, also “Gottesgebärerin” - wir sagen ja eher Muttergottes, schon als eine Art Eigenname - denn gerechtfertigt sei. Also ein sehr weihnachtliches Thema …

Kann es sein, daß die junge Maria aus Nazareth den Schöpfer allen Lebens, den Ursprung allen Seins, das absolute Sein selbt wirklich geboren hat?

Kann denn Gott geboren werden?

Ja und nein.

Was sagen die Väter des m. E. nach wichtigsten Konziles der Christenheit dazu, des Konzils von Chalcedon aus dem Jahr 451?

Unser Herr Jesus Christus ist als ein und derselben Sohn zu bekennen, vollkommen derselbe in der Gottheit vollkommen derselbe in der Menschheit, wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch derselbe, aus Vernunftseele und Leib, wesensgleich dem Vater der Gottheit nach, wesensgleich uns derselbe der Menschheit nach, in allem uns gleich außer der Sünde, vor Weltzeiten aus dem Vater geboren der Gottheit nach, in den letzten Tagen derselbe für uns und um unseres Heiles willen [geboren] aus Maria, der jungfräulichen Gottesgebärerin, der Menschheit nach, ein und derselbe Christus, Sohn, Herr, Einziggeborener in zwei Naturen unvermischt, unverändert, ungeteilt und ungetrennt zu erkennen, in keiner Weise unter Aufhebung des Unterschieds der Naturen aufgrund der Einigung, sondern vielmehr unter Wahrung der Eigentümlichkeit jeder der beiden Naturen und im Zusammenkommen zu einer Person und einer Hypostase, nicht durch Teilung oder Trennung in zwei Personen, sondern ein und derselbe einziggeborene Sohn, Gott, Logos, Herr, Jesus Christus, wie die Propheten von Anfang an lehrten und er selbst, Jesus Christus, uns gelehrt hat, und wie es uns im Symbol der Väter überliefert ist.

Daraus noch einmal die jetzt hier wichtige Passage:

vor Weltzeiten aus dem Vater geboren der Gottheit nach, in den letzten Tagen derselbe für uns und um unseres Heiles willen [geboren] aus Maria, der jungfräulichen Gottesgebärerin, der Menschheit nach, ein und derselbe Christus, Sohn, Herr, Einziggeborener in zwei Naturen unvermischt, unverändert, ungeteilt und ungetrennt zu erkennen,

Also, kurz gesagt: Gott Sohn als Gott ist schon “vor der Schöpfung” als Gott Sohn existent (also durch Maria nicht erst geboren), Gott Sohn als Mensch wurde von ihr geboren.

Also doch nicht Mutter Gottes?

Doch, denn nur weil in diesem Einen Sohn das Wesen Gottes und das Wesen des Menschen “unvermischt, unverändert, ungeteilt und ungetrennt” sind, hat Maria Gott geboren und ist Mutter Gottes. Es ist nicht möglich, in Jesus diese beiden Naturen irgendwie anatomisch zu trennen.

Wir können also beruhigt feiern in wenigen Tagen, daß “Gott geboren wurde” aus Maria, obwohl es im Großen Credo heißt, daß der Herr “aus dem Vater geboren [wurde] vor aller Zeit”. Das ist kein Widerspruch, sondern zeigt noch einmal das Faszinosum der zwei Naturen in dem Einen Jesus von Nazareth.

Und wenn man das ganze einmal Revue passierenläßt, wird auch klar, warum wir zu Ostern davon ausgehen können, daß Gott am Kreuz gelitten hat. Nicht weil die göttliche Natur Jesu gelitten habe (als Gott ist sie ja der Zeit nicht unterworfen, und Leiden ist ein Geschehen in der Zeit), sondern weil die göttliche Natur so eng mit der menschlichen verbunden ist (eben unvermischt, ungetrennt etc.), daß man das, was man von der menschlichen sagen kann, auch von der göttlichen sagen kann oder gar sagen muß, um Jesus nicht zu zerteilen.

Für mich selber war es vor Jahren ein wirklicher Schock, beim Hl. Bonevantura gelesen zu haben, daß die göttliche Natur nicht gelitten hat (obwohl das ja klar ist) - als ich das hier schrieb (siehe Kommentare des Links), riet man mir u.a., mich nicht zu tief damit zu beschäftigen. Daß dieses Faszinosum dabei genauso die Geburt Christi betrifft, ist mir jetzt erst klar geworden.

Ohne Theotokos kein Leiden Gottes am Kreuz. Und umgekehrt.


Wir haben nicht zu wenig Glauben heutzutage

Monday, 12. December 2011

Sondern zu viel Glauben an die falschen “Götter”.

Der jüdische Rabbi Jonathan Sacks schreibt treffend:

The supreme irony of our current situation is that it came about in a secular age not because of a lack of faith but because of too much faith in the wrong things. Faith in the market as a self-correcting system. Faith in the securitization of risk, as if you could eliminate uncertainty by paying someone else to carry it on your behalf. Faith in regulatory authorities to rid the world of sin. Faith in the combination of the market and technology to generate ceaseless economic growth.


Ein Narr kommt selten allein

Monday, 12. December 2011

Franziskus wird - im Westen vielleicht nicht so bekannt - auch von vielen Gläubigen der orthodoxen Kirchen sehr verehrt (nicht von allen natürlich, aber das muß ja auch nicht sein). Dabei ist der Grund für diese Verehrung oftmals ein anderer als im Westen, und ich denke, dieser andere Grund kommt dem Wesen des Heiligen aus Assisi sogar näher.

In der Ostkirche ist der “Narr in Christo” immer ein sehr verehrter Mann gewesen, ist es bis heute, wo es diese weltlich gesehen “Verrückten” bis heute noch gibt. Franziskus war da ein Idealtypus.

Deswegen haben die Franziskaner auch einen guten geschwisterlichen Kontakt bspw. zur russischen Orthodoxie. Im Osten geht es weniger um die Frage, was jemand für andere getan hat, auch wenn das eine viel größere Rolle spielt als in unserem Kulturkreis vermutet wird (es wird bloß nicht von oben als caritatives System organisiert, sondern obliegt nur dem Einzelnen), sondern es geht um die Frage der absoluten Ganzhingabe an Gott und an das Durchscheinen Gottes in diesem Menschen.

Dabei ist der Narr in Christo von der Frühzeit an ein Paradebeispiel gewesen.

Ich empfehle allen, sich mal den Film OSTROV anzusehen, den es in 12 Teilen auf Youtube zu sehen gibt. Er macht klar, was gemeint ist.

Hier ist Teil 1:


Sprengstoff III

Sunday, 11. December 2011

Dies Domini. Gaudete!

Nach vielen Jahren ein kleiner neuer Beitrag (hier der letzte Teil), allerdings mehr für die Kirche selbst, die hierzulande offensichtlich selbst Probleme mit der Kirchenlehre hat, nicht nur in den altbekannten Themen Liturgie und “unverkürzte Lehre”, sondern auch in der Katholischen Soziallehre.

Ich weiß nicht, wie weit es allgemein bekannt ist, aber das vom hiesigen Bunderverfassungsgericht genehmigte kirchliche Arbeitsrecht (in katholischer und evangelischer Ausprägung) verbietet den Streik als Mittel des Arbeitskampfes.

Die Kirche selbst sagt dazu:

Wo der Gegensatz wirtschaftlicher oder sozialer Interessen zu kämpferischen Auseinandersetzungen zu führen droht, müssen alle Bemühungen dahin zielen, eine friedliche Lösung zu finden. An erster Stelle muß immer die ehrliche Aussprache der Beteiligten stehen. Nichtsdestoweniger wird auch unter den heutigen Verhältnissen der Streik, wenn auch nur als letzter Behelf, unentbehrlich bleiben, um Rechte der Arbeiter zu verteidigen oder berechtigte Forderungen durchzusetzen. So schnell als möglich muß dann aber versucht werden, den Weg zur Wiederaufnahme von Verhandlungen und gemeinsamen Überlegungen über eine Verständigung zu finden.
(Gaudium et Spes, Nr. 68)

Streik ist sittlich berechtigt, wenn er ein unvermeidliches, ja notwendiges Mittel zu einem angemessenen Nutzen darstellt. Er wird sittlich unannehmbar, wenn er von Gewalttätigkeiten begleitet ist oder wenn man mit ihm Ziele verfolgt, die nicht direkt mit den Arbeitsbedingungen zusammenhängen oder die dem Gemeinwohl widersprechen.
(KKK, Nr. 2435)

In Deutschland untersagt die Kirche ihren Mitarbeitern ein Recht, das sie offiziell den Menschen zuspricht!

Wie säge ich an meiner eigenen Glaubwürdigkeit…


Regel Kapitel 2.7

Friday, 09. December 2011

Letzter Teil: 2.6

11. Christus hat im Vertrauen auf den Vater für sich und seine Mutter ein armes und demütiges Leben erwählt, obwohl er achtsam und liebevoll die geschaffenen Dinge schätzte. So suchen auch die Brüder und Schwestern der Franziskanischen Gemeinschaft in Auswahl und Gebrauch die richtige Beziehung zu den irdischen Gütern, wenn sie ihren materiellen Bedürfnissen nachkommen. Sie sind sich daher bewusst, dass sie nach dem Evangelium Verwalter der Güter sind, die sie für alle Kinder Gottes empfangen haben. So mühen sie sich, im Geiste der “Seligpreisungen” ihr Herz von aller Neigung und Begierde nach Besitz und Macht zu befreien, wie “Pilger und Fremdlinge” auf dem Weg zum Vaterhaus.

12. Als Zeugen der künftigen Güter und aufgrund der von ihnen angenommenen Berufung sind sie zur Erlangung der Lauterkeit des Herzens verpflichtet. Dadurch werden sie frei für die Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen.

Die Franziskaner und das liebe Geld und die liebe Macht. Über nichts wurde in der 800jährigen Geschichte dieser Bewegung mehr gestritten als über die Fragen des Besitzes.
Auch Laienfranziskaner werden von dieser Frage nicht verschont, dabei stellt sich das in einer Familie noch einmal ganz anders dar. Sein eigenes Ideal darf man nämlich nicht irgendjemandem überstülpen à la “wir leben jetzt alle so”.
Hier kann der gemeinschaftliche Austausch innerhalb des OFS wichtige Impulse und Hilfestellungen geben.
Mehr als diese Grundzüge gibt die Regel zu dem auf den ersten Blick “franziskanischsten” aller Themen gar nicht her. Denn das Wichtige ist nicht der Stand des Bankkontos oder das Geld im Portemonnaie, sondern die Lauterkeit des Herzens, das Freiwerden für andere, das Sich-Lossagen von Besitz und Macht. Franziskus war sich klar, daß Geld und Macht da riesen Hindernisse sind und er kannte sich gut genug, um auf große Distanz dazu zu gehen. Und wer meint, diese Ziele auch mit großem Reichtum zu erlangen, der würde ggf. in einer franziskanischen Ordensgemeinschaft nicht seine Berufung finden. Dabei ist Armut etwas anderes als Elend. Frei gewählte Armut macht frei, unfreiwillige Armut ist ein Elend. Armut kann frei machen für den anderen, frei machen für die Kontemplation, frei für die Aktion. Gegen Elend sollen wir dagegen angehen, weil es der Würde eines göttlichen Abbildes, des Menschen, widerspricht.


Advent 2011

Thursday, 08. December 2011

In den letzten Tagen hatte ich nichts Substantielles zu schreiben, aber aufhören ist nicht, das zu Beginn.

Advent soll ja eine Zeit der Besinnung sein, doch mal wieder geht es bei uns eher besinnungslos zu. Es passiert so einiges im real existierenden Leben (aber nix Bösesbislang, keine Sorge).

Ach ja, und dann noch diese Media-Markt-Werbung.

Die Christenheit in Deutschland zeichnet sich ökumenisch vereint mal wieder dadurch aus, daß sie sich beleidigt fühlt. So stelle ich mir gelungene Werbung für den Glauben vor.

Leute, lacht doch mal über Euch!

Angesehen davon ist diese Werbung nichts anderes als mehreitlich korrekt, denn den allermeisten Menschen hierzulande fehlt der Glauben (also als objektiv nicht da seiend, subjektiv vermissen ihn bei weitem nicht alle), daß der Eine Gott zu 100% Mensch geworden ist, ohne Sein Gottsein aufzugeben.
Auch darübersollte man nicht meckern, sondern es erst einmal zur Kenntnis nehmen, und zwar mit Respekt. Und sich dann überlegen, wie man von der Motzhaltung zu einer konstruktiven kommt.


Frage an die Leser

Monday, 21. November 2011

Ich habe mal eine Frage an Euch:

was bedeutet für Euch franziskanische Spiritualität?


Kleine Bitte

Saturday, 19. November 2011

Heilige Elisabeth, bitte für uns, heute, an Deinem Tag.

Uns Laienfranziskaner, deren Patronin Du bist.
Uns Gliedern meiner Pfarrei, die in die Kirche gehen, die Dich als Patronin hat und die eine Reliquie von Dir verehrt.
Uns Katholiken, die Deinen Gehorsam in Seinen unfehlbaren Willen, oftmals dargebracht durch fehlbare Menschen, versuchen nachzuahmen.
Uns Christen, die Dein Vertrauen in Jesus für sich suchen.

Bitte für uns.


Ungefragt

Wednesday, 16. November 2011

Ich weiß nicht, wie meine Leser damals, als der Film “Die Passion Christi” von Mel Gibson in die Kinos kam, das ganze erlebten. Ich erlebte es, daß eine katholische Gemeinde, der ich damals sehr verbunden war, auf ihrer Homepage von dem Besuch des Films abriet und dafür Gründe anführte, die dem Film eine falsche Theologie vorwarfen. Vielleicht gab es andernorts ähnliche Reaktionen. Von missionarischen Aktionen à la “wir stellen uns vor die Kinos und erklären den Leuten mal die ganzen Zusammenhänge” ist mir hier in Düsseldorf, wo doch u.a.Franziskaner und Dominikaner anwesend sind, nichts bekannt gewesen.

Diese negative Beurteilung hat mich damals weitaus mehr aufgeregt als es heute tun würde, für grundfalsch halte ich so etwas trotzdem.

Was ähnliches scheint sich jetzt abzuspielen, allerdings auf diözesaner Ebene: verschiedene Bistümer haben (ich weiß nicht wie offiziell) von einer wohltätigen Aktion zu Weihnachten abgeraten, bei der man Geschenke in Schuhkartons packen soll, diese würden dann an hilfsbedürftige Kinder in ärmeren Ländern verschenkt.

Zu dieser Beurteilung kann ich nur das gleiche sagen, was mich an der ersten Beurteilung vor Jahren schon gestört hat:

Wer hat Euch überhaupt nach Eurer Meinung gefragt?

Wenn es jemand konkret war, dann antwortet doch konkret diesem Menschen.

Und laßt alle anderen in Ruhe.

Denn einen kirchlichen Auftrag, den Geschwistern im Herrn vorzuwerfen, ihr Eigentum (oder eben ihr Geld für einen Kinobesuch) falsch zu verschenken, den hätte ich mal gerne schriftlich gesehen.


Wenn es gewaltlos bleibt

Tuesday, 15. November 2011

Nur an den Orten, an denen die Occupy-Bewegung weiterhin gewaltlos bleibt, kann das zutreffen, was ich hier las:

First they ignore you, then they ridicule you, then they fight you, then you win.

Stufe drei hat in New York gerade begonnen.


Aufgeschnappt

Tuesday, 15. November 2011

Sometimes I hear the complaint that the Church is more likely to canonize priests and religious than lay people, and that this somehow displays a discriminatory tendency.

But I think it’s an important counterpoint to keep in mind that there is also probably a greater proportion of priests and religious in hell. So it goes both ways.


Quelle


Fürbitte

Friday, 11. November 2011

Daß auf die Fürsprache des Hl. Martin all die Paare, die sich heute öffentlich und offiziell entschlossen haben, ihr zukünftiges Leben zu teilen, sie in ihrer Liebe und Rücksicht wachsen.
Daß sie sich öffnen für die Not anderer, ohne viel Aufhebens teilen mit den Armen, teilen miteinander und untereinander.
Daß sie sich einander immer angstlos mitteilen können.
Daß sie merken, da alles, was man teilt, größer und schöner wird. Besonders das Leben.


Neue Dimension

Friday, 11. November 2011

Ich muß sagen, es scheint mir eine neue Dimension des Laienselbstbewußtseins zu erwachsen. Plötzlich bekommen die Bischöfe ihr Fehlverhalten (durch Unterlassung) nicht so sehr von weltlichen Interessenträgern, sondern von engagierten gläubigen Katholiken “vor den Latz geknallt”.
Einerseits finde ich das gut, niemand ist unantastbar, andererseits vermisse ich ein wenig den respektvollen Umgang.
Und zwar von beiden Seiten, da sich a) die gläubigen Laien in ihren Anliegen nicht ernst genommen fühlen, es werden Floskeln präsentiert und dann wird geschwiegen und da b) manche Laien jetzt zu einer Hetzjagd gerufen haben, insbesondere im Netz (aber bei weitem nicht alle!). Man kann aber nun einmal nicht alles über Nacht korrigieren und richtige Schritte bedürfen eben der vorherigen Überlegung, wenn sie nachhaltig sein sollen.

Deswegen empfehle ich einerseits Gelassenheit und gleichzeitig respektvolle Beharrlichkeit.


Großartig!

Friday, 11. November 2011

Was Josef Bordat hier schreibt, ist großartig!

Insbesondere

Kopf hoch, Bettler! Du schaffst das!

Er hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Leider.


Vor 1550 Jahren

Thursday, 10. November 2011

Heute vor 1550 Jahren starb einer der wichtigsten Päpste der Kirchengeschichte, für mich sogar der wichtigste, Papst Leo der Große. In seine Amtszeit fiel das Konzil von Chalcedon 451, welches ich ebenso für das wichtigste der Kirchengeschichte halte.
Die letzten großen christologischen Fragen wurden geklärt (was eine bis heute anhaltende Spaltung der Christenheit zur Folge hatte), der Streit um die hierarchische Rangfolge der Bischofssitze (insbesondere Rom und Konstantinopel) wurde stärker, das Abendland erlebte das Untergehen des Weströmischen Reiches mit der Kirche als einziger verbliebener stabiler Institution.

Und dabei hat er neben Kirchen- und Weltpolitik und existentiell großen theologischen Themen auch noch hervorragende Predigten gehalten, von dene ich gerade einige lese.

Papst Leo der Große trägt seinen Ehrentitel vollkommen zu Recht.


Irgendwie kommt der Hinweis selten

Wednesday, 09. November 2011

Der arabische Frühling ist etwas, was sicher bei vielen nicht auf dem Schirm war, vor zwei Jahren hätte das noch kaum einer für möglich gehalten. Es gibt zwar auchviele Zeitgenossen, die halten das alles in Tunesien, Ägypten und Syrien (in Arbeit) für von langer Hand von äusländischen Kräften geplant, aber unabhängig davon haben diese Länder eines gemeinsam:

der Widerstand war gewaltlos.

Und zwar von Muslimen!

Ob das Absicht ist, daß das nicht erwähnt wird?

(Libyen lasse ich außen vor, weil da die exzessive Gewalt definitiv von außen kam - von christlich geprägten Ländern übrigens …)

Besonders in Syrien beeindrucken mich die Menschen, die immer noch auf die Straße gehen und friedlich demonstrieren und sich dabei wie die Fliegen einfach abknallen lassen. Doch es werden nicht weniger!

Paßt das alles zum bösen Islam, während es den guten eigentlich nicht gibt und anscheinend die meisten Muslime in diesen Ländern ihre eigene Religion nicht kennen?

Daß aber die Strategie der Gewaltlosigkeit gefährdet ist in Syrien, kann man u.a. hier nachlesen. Hoffentlich halten sie durch.


Heute

Wednesday, 09. November 2011

feiert die Kirche den Weihetag der ursprünglich ältesten Kirche der Christenheit, der Lateranbasilika in Rom. Daher stammt auch das Bild. Das Schild neben dem unbedeutenden Menschen auf dem Foto (der genauso aussieht wie der Blogbetreiber) besagt, daß diese Kirche eben u.a. ECCLESIA MATER ET CAPUT, Mutterkirche und Haupt des ganzen Erdkreises ist.


Hoffentlich nur ‘ne Pause

Tuesday, 01. November 2011

Er schreibt, daß er aufhört zu bloggen.

Scipio, der Betreiber von Credo ut intelligam.

Der älteste noch unverändert lebende katholisch orientierte Blog.

Und immer einer der besten gewesen.

(Was man von dem zweitältesten sicher nicht behaupten kann).

Ich hoffe, er kommt irgendwann zurück bzw. macht weiter, denn seine Seiten waren immer Besuche wert.


Das Papsttum ist absolutes Gottvertrauen

Monday, 31. October 2011

Dieser etwas seltsam klingende Titel wird sogleich erklärt.

Ich hatte ja schon mal etwas zur historischen Bezügen des Papsttums aufgezeigt (1, 2, 3).

Einen wichtigen Punkt dagegen hatte ich bislang vollkommen unerwähnt gelassen. Im Gegensatz zur Ostkirche, wo schon zahlreiche Patriarchen und Bischöfe durch Synoden abgesetzt wurden, auch der Patriarch von Konstantinopel, geht das mit dem Papst bei uns nicht. Das Kirchenrecht gibt das nicht her.

Canon 333, §3, römisches Kirchenrecht:

Gegen ein Urteil oder ein Dekret des Papstes gibt es weder Berufung noch Beschwerde.

Wie sieht es dann bei Gefahren wie Demenz des Papstes oder anderen Geisteskrankheiten aus (akute Psychosen jeder Art wie bspw. manische Erkrankungen etc.)

Keine menschliche Macht kann den Papst absetzen. Daher klingt es immer so vollkommen übergeschnappt und irrsinnig, wenn man als aufgeklärter katholischer Mensch der Neuzeit auf die Frage , wer denn den Papst letztinstanzlich kontrolliere, bloß folgendes antwortet:

Gott.

Mehr Gottvertrauen geht nicht.


Eine franziskanische Antwort auf die Schuldenkrise

Monday, 31. October 2011

Euro-Krise, überschuldete Industrienationen, Bankenkrise, occupy-movement etc.

Wer hat Schuld an all dem?

“Die Politiker”, also eine gesellschaftliche “Kaste”, oder doch die Kaste “die Banker”, die nur Gier als Motivation kennen?

Vor Jahren brachte ich das schon mal, doch jetzt etwas ausführlicher. Ein sehr guter franziskanischer Blog hat eine andere Antwort darauf. Diese lautet, wie sollte es bei einem Franziskaner auch anders sein: Du und ich (Franziskus forderte immer zuerst Bekehrung und Änderung von sich selbst). Wir alle haben dieses System erhalten mit all seinen Akteuren.

Oder wie es der Kabarettist Hagen Rether ausdrückt: man soll nicht über den Metzger herfallen, wenn nach jahrelangem Fleischfressen der Gichtanfall kommt.

Doch hier die franziskanische Perspektive, der ich mich natürlich anschließe:

Why should we look for and expect qualities in a candidate that are not manifestly sought after in a personal way by the electorate as a whole? Seriously, if you think the culture is in decline and decay and the vast majority has lost their senses on vital matters: then how can we reasonably expect a political solution? The best possible outcome would be for the ‘right thinking’ few to somehow pull an upset, and force by some ’set of rules’, others to fall in line. That’s just upside-down thinking.

And this is why so many default to seeing the whole process as a subjugation of a true majority of ‘right thinking’ citizens somehow being overpowered by nefarious entities: the manipulating media; profit hungry corporations; evil special interests, (the list is endless). They ‘thwart’ the ‘right thinkers’. All manner of theories arise (with some half truths thrown in for veracity) which explain how our power is exorcised from our hands. Have you noticed that these groups are always made up of ‘them’…and never of ‘us’?

This is why the gospel never speaks of a political solution to the woes that we endure. My political theory is thus: The political process merely reveals the state of conversion of a nation. A virtuous nation will call forth a virtuous leader. When we fight and win the conversion battle (beginning with ourselves), then we won’t need the political savior…we won’t cry out for Barabbas to lead our cause. As important as the political battle is; it pales in comparison to the battle for conversion of the nation. The priority must be correct.

My greatest hopes and endeavors are focused not so much on the nation, but on the Kingdom within the nation. My battle is from the inside-out (my own conversion first and by extension others around me). Many, (surely not enough) have been praying and fasting, and will continue to so for our upside-down nation. We’ve begged God through his Holy Mother to shower graces upon us. Now we need to incorporate the graces. The solution is nothing less than a life of enduring penance as Our Lady has told us, repeatedly.

If the Christian community in particular continues to take a secular approach and avoid penance, then we are in for the longest of long pulls.


Warum hört man so etwas nicht bei uns?

Saturday, 29. October 2011

Wenn man mal über den deutschkatholischen Tellerand schaut, stellt man in den katholischen Medien weltweit schnell fest, daß die Kirche hierzulande jenseits von Finanzfragen in der Weltkirche keine große positive Rolle als Impulsgeber mehr spielt. Glaube ist hierzulande sehr verkopft und berührt anscheinend wenig das Herz. Daß u.a. auch Bischöfe andernorts anders können, zeigt dieser Ausschnitt einer längeren Rede des Erzbischofs von Manila im Rahmen des letzten Eucharistischen Weltkongresses in Quebec/Canada. Wer 8:24 Zeit hat, sollte sich das mal komplett reinziehen:


Wenn der Papst spricht,

Friday, 28. October 2011

kommt Gutes und Wahres dabei raus. Aus seiner Rede in Assisi zum Treffen für den Weltfrieden (Hervorhebung von mir):

Neben den beiden Realitäten von Religion und Antireligion gibt es in der wachsenden Welt des Agnostizismus noch eine andere Grundorientierung: Menschen, denen zwar das Geschenk des Glaubenkönnens nicht gegeben ist, die aber Ausschau halten nach der Wahrheit, die auf der Suche sind nach Gott. Solche Menschen behaupten nicht einfach: „Es ist kein Gott.” Sie leiden unter seiner Abwesenheit und sind inwendig, indem sie das Wahre und das Gute suchen, auf dem Weg zu ihm hin. Sie sind „Pilger der Wahrheit, Pilger des Friedens”. Sie stellen Fragen an die eine und an die andere Seite. Sie nehmen den kämpferischen Atheisten ihre falsche Gewißheit, mit der sie vorgeben zu wissen, daß kein Gott ist, und rufen sie auf, statt Kämpfer Suchende zu werden, die die Hoffnung nicht aufgeben, daß es die Wahrheit gibt und daß wir auf sie hin leben können und müssen. Sie rufen aber auch die Menschen in den Religionen an, Gott nicht als ihr Besitztum anzusehen, das ihnen gehört, so daß sie sich damit zur Gewalt über andere legitimiert fühlen. Sie suchen nach der Wahrheit, nach dem wirklichen Gott, dessen Bild in den Religionen, wie sie nicht selten gelebt werden, vielfach überdeckt ist. Daß sie Gott nicht finden können, liegt auch an den Gläubigen mit ihrem verkleinerten oder auch verfälschten Gottesbild. So ist ihr Ringen und Fragen auch ein Anruf an die Glaubenden, ihren Glauben zu reinigen, damit Gott, der wirkliche Gott zugänglich werde. Deshalb habe ich bewußt Vertreter dieser dritten Gruppe zu unserem Treffen nach Assisi eingeladen, das nicht einfach Vertreter religiöser Institutionen versammelt. Es geht vielmehr um die Zusammengehörigkeit im Unterwegssein zur Wahrheit, um den entschiedenen Einsatz für die Würde des Menschen und um das gemeinsame Einstehen für den Frieden gegen jede Art von rechtszerstörender Gewalt. Am Schluß möchte ich Ihnen versichern, daß die katholische Kirche nicht nachlassen wird im Kampf gegen die Gewalt, in ihrem Einsatz für den Frieden in der Welt. Wir sind von dem gemeinsamen Wollen beseelt, „Pilger der Wahrheit, Pilger des Friedens” zu sein.