Ein langer Weg
scheint es noch für die Türkei zu sein, bis sie in der EU ankommen kann - auch wenn ich zu denen gehöre, die dieses Ankommen befürworten. Aber es bleibt viel zu tun für die Menschen dort bis dahin (und auch danach).
scheint es noch für die Türkei zu sein, bis sie in der EU ankommen kann - auch wenn ich zu denen gehöre, die dieses Ankommen befürworten. Aber es bleibt viel zu tun für die Menschen dort bis dahin (und auch danach).
Auf den ersten Blick scheint es ein wenig l’art pour l’art zu sein, was auf der katholischen Fachtagung in Split diskutiert wurde, das Verständnis von Konzilien. Aber wer sich auch nur ein wenig mit der Orthodoxie auskennt, erkennt sofort die Brisanz dieses Themas. Abwarten, wie es weitergeht.
Als jemand, der selbst überlegt, sich irgendwie aktiver in die alltägliche Politik einzumischen (womöglich auch durch einen Parteieintritt) - aber das steht alles noch nicht fest - möchte ich mal ein paar ungeordnete Gedanken mit den Besuchern dieser Seite teilen:
1. Als überzeugter Laie denke ich, daß gerade das Feld der Politik ein genuines Apostolatsfeld nur für Laien ist (Apostolat im Sinne von “Arbeit im Weinberg”, ohne zu konkret zu werden). Ich halte es für sehr gut, daß ein Geistlicher kein politisches Amt innehaben darf.
2. Politik, auch in der Demokratie, ist ein schmutziges Geschäft. Es geht viel um Macht, Egoismen, Parteidünkel, nicht zuletzt um zum Teil sehr viel Kohle. Oft steht das Interesse der Allgemeinheit nicht im geringsten im Fokus.
3. Ich sehe trotz all dem keine sinnvolle Alternative zu einem politischen System, das parteibasiert ist (wenn auch nicht ausschließlich).
4. Die aktive Beschäftigung mit den Niederungen der Politik stellt eine deutliche Bedrohung nicht nur für die persönliche “Ruhe” dar (im weitesten Sinn), sondern nicht zuletzt auch für das Ewige Leben, für das Heil der Seele, da die Verführungen insbesondere der Macht virulent sind. Man mag dazu neigen, um der Macht willen zuviele Kompromisse einzugehen, inhaltlich und mit den eigenen Überzeugungen.
5. Gerade weil die obigen Punkte alle zutreffen, darf man das wichtige Feld der Politik nicht nur den Nicht-Christen überlasssen.
Was denkt ihr?
.. das hat nichts mehr mit der sakramentalen Struktur der Kirche zu tun, wenn der Hauptabteilungsleiter des Nachbarbistums Aachen im Bereich Pastoral, Schule und Bildung, der Priester Rolf-Peter Cremer, mit folgender Aussage zitiert wird (wenn sie denn so fiel):
Immer wieder sei nach Wortgottesfeiern zu hören: „Die machen das so schön.“ Für die Gottesdienstbesucher, so Cremer, „ist das möglicherweise ansprechender, als wenn ein alter Pater die Messe feiert, der noch eben zelebrieren kann.
Wenn P. Cremer das so gesagt hat und damit den seltsamen Wandlungsprozeß (siehe ganzen Artikel des obigen Links) des Bistums Aachen rechtfertigt, dann ist das das Verabschieden von dem, was katholische Kirche ausmacht - denn da, wo Eucharistie ist, ist die Kirche.
Es gibt kaum einen anderen Mann, der von der weit überwiegenden Ärzteschaft so verabscheut wird wie der Autor dieses Buches, das ich u.a. genau deswegen gelesen habe (nein, ich verabscheue ihn nicht, tue ich m.W. niemanden). Karl Lauterbach ist Mitglied des Bundestages (SPD), Direktmandatsträger. Er ist ein exponierter Fachmann auf dem Gebiet der Gesundheitspolitik. Sein Buch geht natürlich auch darüber, aber auch über die systemimmanenten Ungerechtigkeiten der Bildung, Rente und Pflegeversorgung.
Was die Gesundheit angeht, und da kenne auch ich mich ja berufsbedingt mehr als nur ein wenig aus, so stimme ich den Diagnosen größtenteils zu, halte aber die Therapievorschläge zumeist für falsch (ähnliches kann ich vom Sozialismus behaupten). Zum Teil habe ich ein anderes Menschen- und Staatenbild als Herr Prof. Lauterbach.
Ach ja, Profesor ist er auch, auch Leiter eines Institutes, welches sich der Gesundheitsökonomie widmet. Deren Ergebnisse werden im Buch auch häufig als Quelle gebracht- daß er diesen Laden gegründet hat (ich weiß nicht, ob er ihn noch leitet), erwähnt er nur einmal nebenbei. Daß er neben dem Mandat im Bundestag auch noch im Aufsichtsrat einer der größten Klinikketten sitzt, erwähnt er gar nicht. Daß er im Wissenschaftlichen Institut der AOK sitzt, auch nicht. Daß das Bundestagsmandat ihn offensichtlich nicht so ausfüllt und er daher noch Zeit und Energie (und finanzielle Aufwendungen bekommt und bekam) für insgesamt über ein halbes Dutzend anderer Tätigkeiten hatte oder hat, erwähnt er - wen wundert’s - auch nicht. Schmälert dann doch den Wert dieses Büchleins…
Ach ja, Medizin studiert hat er. Aber als klinischer Arzt (also in Krankenhaus oder Praxis) hat er nie gearbeitet.
Aber kurz etwas zum Inhalt: Daß die Sozialsysteme präkollaptisch sind (u.a. weil jedes Jahr über 120.000 gezeugte Kinder nicht geboren werden), ist ja mehr als bekannt.
Herr Prof. Lauterbach will dafür die Finanzen auf eine viel breitere Basis stellen (hauptsächlich Steuern), was ich auch gut verstehen kann. Das aktuelle System ist, da man aus der Solidarität aussteigen kann wenn man wohlhabend genug ist, ganz einfach asozial.
Aber im Détail sehe ich doch vieles anders: er behauptet, Erbschaft sei ein ungerechte Art von Reichtum - was soviel heißt wie daß es ungerecht sei, von sparsamen Eltern zu profitieren, die ihre Kinder für die Zukunft nach eigenem Wunsch mit bereits versteuertem Geld versorgen wollen. Das sehe ich gelinde gesagt anders.
Er will die Ganztagsgesamtgrundschule als Pflicht. Das sehe ich ebenfalls anders - hauptverantwortlich sind die Eltern, nicht der Staat. Das Angebot sollte da sein, für alle erreichbar (daher kostenlos), aber Pflicht? Nein.
Die Liste der Meinungsverschiedenheiten könnte man lange fortsetzen, insbesondere beim Gesundheitssektor. Aber da hat er sich ja selbst eh schon disqualifiziert als neutrale Position.
Wer sich für das interessiert, was bezüglich der hoffentlich kommenden Einheit der Christenheit gerade so Stand der Dinge ist, was sogar “Die Zukunft der Ökumene” angeht, der sollte sich noch schnell die FAZ von heute holen. Denn da schreibt Walter Kardinal Kasper aus weltkirchlich-katholischer Sicht was dazu.
Medjugorje.
Für eingefleischte (okay, sehr theologisch eigentlich, dieser Begriff) Katholiken ein Reizwort. Bei den einen weckt es reizend schöne Erinnerungen, andere macht es sehr reizbar.
Medjugorje ist ein kleiner Ort in Bosnien-Herzegowina, der zumindest in Europa zum sicher größten inoffiziellen Marienwallfahrtsort geworden ist. Dies beruht auf angeblichen Marien-Erscheinungen mit entsprechenden Botschaften für die Welt, die dort in schöner Regelmäßigkeit stattfinden sollen (oder stattgefunden haben, so ganz auf dem Laufenden bin ich da nicht).
Die Allheilige Muttergottes heißt auf serbokroatisch anscheinend Gospa.
Der Ort selbst hat schon für sehr viele Menschen den katholischen Glauben eröffnet, Gottesbegegenungen ermöglicht und viele auch ihren abgelegten Glauben wiederfinden lassen. Ich war zwar selbst noch nicht da, aber nach allem, was ich weiß, geht es da wohl sehr fromm zu. Und zwar fromm im durch und durch positiven Sinn.
Zumindest was die meisten Gläubigen angeht. Und hier beginnt der Zündstoff.
Schon von Beginn an gab es bei dem jeweils zuständigen Ortsbischof eine ablehnende Haltung über die Erscheinungen, sprich, sie sind kirchlicherseits derzeit nicht als echt anerkannt, es wurde meines Wissens nach sogar festgestellt, daß sie unecht seien (es gäbe in der Kirche nämlich auch das “Wissen wir nicht genau”-Zwischending). Hinfahren darf natürlich trotzdem jeder, da verstößt keiner gegen kirchlichen Gehorsam. Problematisch beginnt es aber bei den Selsorgern, die für die Menschen dort zuständig sind, und die weiter von der Echtheit überzeugt sind und dies auch proklamieren. Problematisch ist es vor allem, weil es nahezu alle Franziskaner sind und somit dem Ortsbischof disziplinarisch gar nicht direkt unterstehen, in Fragen der Seelsorge aber durchaus (wer interessiert ist, kann mal unter “Exemption/Exemtion” nachrecherchieren, die Franziskaner erhielten dieses Privileg bereits im 13. Jh.).
Dazu kommt noch, das scheinen manche nicht zu wissen, die besondere Rolle der Franziskaner im ehemaligen Jugoslawien. Aus persönlichen Gründen des Diktators Tito war dieser Orden neben den Karthäusern der einzige, der bestehen bleiben durfte während des Sozialismus, auch die normale diözesane kirchliche Struktur wurde unterdrückt (der persönliche Grund war einmal der, daß während des Partisanenkrieges gegen die Nazis Tito von einem Franziskaner mal “Verkleidung” eine Kutte ausgeliehen bekam und anderes mal bei Karthäusern Unterschlupf fand). Das bedeutete: wollte man seelsorglich tätiger Priester werden, mußte man mehr oder weniger Franziskaner werden. Leicht hatte es dieser Orden dennoch nicht, als sichtbare katholische Priester durften die OFM nicht auftreten - die Seelsorge lief viel im geheimen ab, bei manch eine Hausdurchsuchung waren es “Onkel auf Besuch”…
Das führte natürlich dazu, daß es so manche Franziskaner gibt und gab, die dem Orden nicht gerade zur Ehre gereichen, gelinde gesagt, das ganze auch noch kombiniert mit dem Stolz des Balkans - und wir haben das seit Jahrzehnten schwelende Problem des Gehorsams der OFM in Bosnien (ich habe mal einen kroatischen Franziskaner kennengelernt, der hier in Deutschland für die kroatischen Miliz im Unabhängigkeitskrieg Anfang der 90er Waffengeld sammelte …).
Abgründe tun sich da auf …
Tja, und in Bosnien, woe es in manchen Bistümern mehr Franziskaner als normale Diözesanpriester gibt, fällt es eben vielen OFM schwer, ihre angesehene Position sozusagen den Bischöfen zurückzugeben.
Was das mit Franziskus zu tun , was daran franziskanisch ist? Natürlich überhaupt nichts, aber leider gilt: Franz is kaner. Aber manche wollen es wohl auch nicht sein …
Und es gibt eben mal wieder eine neue Episode: wegen Ungehorsam gegenüber dem Ortsbischof wird ein ehemals in Medjugorje sehr präsenter Franziskaner aus Rom zum Bußschweigen und Einstellung aller Selsorge verurteilt (auf Englisch).
Dabei geht es primär gar nicht um Medjugorje, sondern es geht hier und in anderen ähnlich gelagerten Fällen um das, was Franziskus sogar ersehnte: die Zurückweisung, obwohl man sich im Recht wähnt (ob die Erscheinungen wahr sind oder nicht, ist daher für diesen Fall recht irrelevant). Es geht um das, was des Ordensmannes Vater die “Vollkommene Freude” nannte, was ihn über alles glücklich machte. Für Franz war christliches Leben ohne Gehorsam nicht denkbar. Der Gehorsam durfte nicht gegen die Seele gehen (so schreibt er das in der Regel), aber wenn es um Besitzstandswahrung ging, war sowieso auf einer klaren Position.
Was das genau war, diese Vollkommene Freude, hatte ich hier schon mal geschrieben.
Auf daß alle, die sich dem Vorbild des Franz in der Nachfolge des Herrn einüben wollen, immer mehr dies versuchen. Ich weiß, es ist sauschwer.
Heute sind in manchen italienischen Diözesen die Geschwister im Herrn den verfolgten indischen Christen besonders in Fasten und Gebet verbunden, am Sonntag wird die Kirche Jesu in Indien selbst diesen Fast-und Gebetstag begehen.
Erst vor kurzem hatte ich die Musik entdeckt, die im Moment immer noch die Liste der Hörneigung ziert: E.S.T.
Ihr Namensgeber und Gründer, Esbjörn Svensson, ist, wie von mir erst vor wenigen Tagen entdeckt, bereits im Juni bei einem Tauchunfall verstorben. Er hinterläßt seine Frau und zwei Kinder.
Die persönliche Tragödie, die einen immer wieder “warum?” fragen läßt (und katholischer Glaube ist nichts anderes als die Hoffnung, daß es darauf eine liebende Antwort gibt), kann ich natürlich für die Seinen nicht ermessen.
Doch für die Musik, für einen ganz neuen, wunderschön melodiösen und doch kraftvollen Jazz, ist sein Tod ein enormer Verlust.
Requiescat in pacem.
Wenn ich mir dieses Interview so durchlese, dann scheint mir, daß diese Frau das deutsche Gesundheitssystem durchschaut hat. Leider tun das nur sehr wenige und deswegen wird auch kaum protestiert. Aber es ist ja auch extra deswegen so kompliziert aufgebaut.
Getan wird es über 120.00 Mal pro Jahr in Deutschland, jedes Jahr wird eine Stadt getötet, jedes Jahr werden mindestens soviele ungeborene Kinder abgetrieben.
Und mit dem Slogan, abgetrieben zu haben, hat eine Zeitschrift in den 70ern meine Eltern-Generation mal direkt angesprochen, haben sich einige Frauen als Abtreiberin dargestellt.
Doch es gibt auch Menschen, die sich nicht mit dem Töten brüsten, sondern mit dem Leben-lassen, die sagen: ich tu’s nicht.
(Man findet da auch den Hinweis, daß anscheinend viel Frauen damals in den 70ern in der besagten Zeitschrift einfach gelogen hatten …)
Manchmal überfällt sie mich, diese Ohnmacht, die das gesehene Elend in mir hinterläßt. Man muß nicht in ferne Länder reisen, nur wenige Häuser weiter findet man nahezu immer einen Menschen in tiefe materiellen oder seelischen Nöten.
Doch was tun? Es sind alles nur Tropfen, die Steine des Leides werden dadurch doch kaum kleiner.
Und jeden Tag neues Leid.
Was konkret tun?
So, nachdem nun nach jahrelanger Faulheit auch endlich die Diss. unter Dach und Fach ist, kann ich mich auch mal wieder anderem zuwenden. Gut, ganz vorbei ist es nicht, mindestens noch zwei Aufsätze zu dem Thema werden (allerdings nicht hier) erscheinen - später mal.
Im großen und ganzen kann ich mich auch heute wieder beim Herrn für mein schönes Leben bedanken. Kennt das sonst auch jemand? Man wartet auf den Haken, auf die große Prüfung…
Wer regelmäßig bei der kleinen Rubrik “Heilige des Tages” in der Liste rechts vorbeischaut, wird heute feststellen, daß insbesondere für die Franziskanische Familie ein Festtag ist, der Festtag der Hl. Klara von Assisi.
Niemand hat Franziskus so verstanden wie sie, niemand hat Klara so verstanden wie Franziskus. Ebenso wie man Franziskus nicht verstehen kann ohne den Wunsch nach ausschließlicher Kontemplation, den Klara gelebt hat, kann niemand Klara verstehen ohne den Wunsch nach missionarischem Wirken. Sie sind die beiden Seiten der gleichen Medaille, und genau deswegen sind sie auch nicht zu trennen.
Klara, bitte für uns.
Schon mehrfach wurde hier von der Zerreißprobe der Anglikanischen Gemeinschaft gesprochen, sie ist sicher auch für die Kirche ein abschreckendes Beispiel für den Einfluß des Säkularismus und zeigt den Wert der Einheit.
Auf der Lambeth-Konferenz hat jetzt Walter Kardinal Kasper, zuständig für das Gespräch mit den nichtkatholischen Christen und den Juden, ein Referat gehalten (auf Englisch hier) über die katholische Sicht auf die Anglikanische Gemeinschaft. Es hat einiges an Tobak zu bieten, doch es gilt daraus:
what I am about to say, I say as a friend.
Vor neun Tagen war der fünfte Geburtstag dieses Blogs, und ich hatte es vergessen.
Frage: Was meinen Sie mit dem „unordentlichen Ritus“?
Antwort: Faktisch gibt es den ordentlichen, den außerordentlichen und den unordentlichen Ritus. Letzterer ist von keinem Konzil beschlossen und zeichnet sich durch zahlreiche Beliebigkeiten aus. Da werden zum Beispiel Passagen aus dem „Kleinen Prinzen“ von Antoine Saint-Exupéry vorgelesen oder irgendwelche, aus obskuren Quellen stammenden Messkanones benutzt. Da gibt es eine unheimliche Abenteuerlust bei den Priestern. Mich ärgert daran, dass diejenigen, die den außerordentlichen Ritus praktizieren wollen, in den hintersten Winkel verbannt werden, für diesen Unfug aber ist in vielen Kirchen Platz. Genau umgekehrt müsste es sein.
Frage: Viele Priester, die zu einer sogenannten „kreativen Gottesdienstgestaltung“ greifen, wollen den Menschen entgegenkommen. Ist das nicht ein berechtigtes Anliegen, gerade, was den Musikstil angeht?
Antwort: Nein, das muss misslingen. Viele der neuen geistlichen Lieder sind dilettantisch gemacht. Ich bin selber Jazzmusiker und bin auch für die Unterhaltungsmusik sehr aufgeschlossen. Ich bin an der Universität auch mit Pop-Musik befasst und interessiere mich sehr dafür. Bedauerlich ist, dass schlechte Unterhaltungsmusik, die nicht diskothekenfähig ist und nie in die Charts kommen würde, als neues geistliches Lied in die katholische Kirche kommt. Und das kirchensteuersubventioniert!
Frage: Kritisieren Sie hier hauptsächlich die Qualität der Musik oder den mangelnden geistlichen Tiefgang dieser Lieder?
Antwort: Beides, das mangelnde handwerkliche Können und den fehlenden geistlichen Tiefgang. Besonders peinlich sind in dieser Hinsicht Stadiongottesdienste bei Katholikentagen und Papstbesuchen, wo Gesänge erklingen, von denen viele bald vergessen werden wie Eintagsfliegen.
Aus der Tagespost.
22. § 1. Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorität der Kirche zu. Diese Autorität liegt beim Apostolischen Stuhl und nach Maßgabe des Rechtes beim Bischof.
§ 2. Auch den rechtmäßig konstituierten, für bestimmte Gebiete zuständigen Bischofsvereinigungen verschiedener Art steht es auf Grund einer vom Recht gewährten Vollmacht zu, innerhalb festgelegter Grenzen die Liturgie zu ordnen.
§ 3. Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern.
Aus dem Dokument “Sacrosanctum Concilium” des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Hier wird, mehr oder wenig alphabetisch und als eigene “Kategorie” auch immer direkt aufrufbar, eine wohl immer unvollständige Liste von Menschen geführt, die höchstwahrscheinlich bis sicher dem weltlichen Dritten Orden der Franziskanischen Familie (OFS) angehört haben. Die Liste wird in unregelmäßigen Abständen erweitert. Es finden sich Überraschungen.
Hl. Angela Merici (Gründerin der Ursulinen)
Hl. Elisabeth von Thüringen (Patronin des OFS)
Hl. Ferdinand III. von Léon und Kastilien
Hl. Jean-Baptiste-Marie Vianney (der Pfarrer von Ars)
Hl. Johannes “Don” Bosco (Gründer der Salesianer Don Boscos)
Hl. Ludwig IX. von Frankreich (Patron des OFS)
Miguel de Cervantes Saavedra (Autor des Don Quijote)
Sel. Raimundus Lullus (Ramon Llull)
Robert Schuman (Gründervater der Einigung Europas)
Hl. Vinzenz Pallotti (Gründer der Pallottiner)
Hl. Vinzenz von Paul (Begründer der modernen Caritas)
Tibet ist nicht nur buddhistisch, sondern hat, auch wenn es der Dalai Lama nicht gerne hört, auch eine, wenn auch (noch?) kleine katholische Tradition:
Zuletzt hier erwähnt, geht gerade der Streit innerhalb der Anglikanischen Gemeinschaft munter weiter. Ein Großteil der Bischöfe taucht bei der zehnjährlichen Konferenz aus Protest gegen die moralischen Liberalisierungen der westlichen Ableger dieser Gemeinschaft gar nicht mehr auf, sie organisierten gar ihre eigene Konferenz in Jerusalem.
Die beste Quelle für mehr zu diesem traurigen Verlauf ist immer noch der Weblog von Ruth Gledhill (auch wenn ich ihre theologische Position nicht teile, bin aber auch kein Anglikaner).
Die Anglikaner sind unter 100 Milionen, und dieser Streit dauert seit Jahren an und droht sie als Gemeinschaft zu zerbrechen. Man stelle sich das jetzt mal in der Kirche vor….
Gut, daß wir den Papst haben.
In der online-Ausgabe der Tagespost erklärt die Präsidentin des polnischen Laienrates dessen Selbstverständnis (die Mitglieder werden von den Bischöfen ernannt):
Es geht nicht darum, die Bischöfe oder den Papst zu kontrollieren, sondern mit ihnen zusammen dafür zu sorgen, dass es in der Gesellschaft radikale Christen gibt.
So soll es sein. An mir hätte ich da noch einiges zu arbeiten …
Man reformiert die Kirche nicht anders, als indem man an ihr leidet.
Man reformiert die sichtbare Kirche nicht anders, als indem man für die unsichtbare Kirche leidet.
Man reformiert die Laster der Kirche nur, indem man das Beispiel ihrer heroischen Tugenden verschwenderisch ausschüttet.
Georges Bernanos (1888-1948) (Quelle als mp3)
(Bernanos war ein erbitterter Kritiker der Katholiken seiner Zeit, ob Klerus oder nicht - aber nie der Kirche als Träger des Evangeliums)
Man sagt, vieles in diesem Land werde immer unmenschlicher, somit auch unchristlicher. Von 82 Millionen Menschen nennen sich über 50 Millionen Christen.
Nicht das Land wird unchristlicher, wir sind es.
Woodstock ist Mythos, Mythos der neuen Wallfahrtsorte, der Rockfestivals. Wenn diese auf die Wallfahrtsorte jenseits der Moden treffen, ist das eine sehr interessante Synthese.
Geschieht gerade in Kevelaer, dem alten und neuen Wallfahrtsort.
Derzeit ist es diese eine Schriftstellerin, die aus zutiefst russisch-orthodoxer Sicht das Leben hier im Westen messerscharf analysiert, die für mich eine wichtige geistige Nahrung darstellt (schon mal hier zitiert).

Tatjana Goritschewa.
Ihre Bücher sind zwar aus den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts, aber die Analyse ist nachwievor richtig. Und ihre Antwort beeindruckend. Besonders das erste Buch schildert die dramatischen Opfer, die Neubekehrte für ihren Glauben freudestrahlend darbrachten. Könnte ich das?
Von Gott zu reden ist gefährlich