Episoden aus Laodizea
Heute beim Frühstück gedankenlos Fleisch gegessen, habe mich später drüber geärgert. Dann, hey, heute ist ja Peter und Paul, Hochfest, also alles gut. Nein, zur Messe konnte ich nicht.
Heute beim Frühstück gedankenlos Fleisch gegessen, habe mich später drüber geärgert. Dann, hey, heute ist ja Peter und Paul, Hochfest, also alles gut. Nein, zur Messe konnte ich nicht.
Der Weltbild-Verlag, mit der größte Buchhändler Deutschlands und voll in katholischem Eigentum, soll nach den neuesten Meldungen nun doch nicht verkauft werden. Eine noch zu gründende gemeinnützige Stiftung soll der neue Eigentümer sein.
Natürlich muß anschließend die Werbetrommel gerührt werden.
Da diese Stiftung, wie es heißt, “ausschließlich gemeinnützige, kulturelle und kirchliche Ziele verfolgen” wird, hätte ich hier ein paar Vorschläge, die ich natürlich unentgeltlich zur Verfügung stelle und die diesen Zusammenhang des Mammon mit der Gemeinnützigkeit hervorheben sollen. Schließlich soll der Kunde auch mit einem guten gefühl einkaufen:
“Pornos für pädagogische Maßnahmen”
“Bücher über Schwarze Messen für die Priesterausbildung”
“Häresien für Arme”
Da wird bestimmt was draus …
Letzter Teil: 2.8
15. Durch das Zeugnis ihres menschlichen Lebens wie auch durch großmütige Initiativen - seien diese persönlicher oder gemeinschaftlicher Art - bemühen sie sich, die Gerechtigkeit zu fördern, vor allem im Bereich des öffentlichen Lebens, indem sie sich bei konkreten Entscheidungen treu zu ihrem Glauben verhalten.
16. Sie verstehen die Arbeit als Gnade und als Teilnahme an der Schöpfung, an der Erlösung und am Dienst gegenüber der menschlichen Gemeinschaft.
Schon wieder ein hoher Anspruch - die Glieder des OFS sollen sich durch ihr Leben, nicht durch ihre Worte, bemühen, die Gerechtigkeit zu fördern. Dabei geht es nicht um eine konkrete Definition von dem, was denn nun grundsätzlich oder im Einzelfall gerecht sei. Es geht letztlich um das, was schon der Herr von uns fordert, daß es uns zuerst um das Reich Gottes gehen muß und wir das mit Seiner Gnade aufzubauen versuchen. Doch das soll nicht abstrakt bleiben, sondern sich im Alltag auch zeigen. Es geht jeden an, sich “treu zum eigenen Glauben zu verhalten” - im Umgang mit der eigenen Familie, am Arbeitsplatz, im öffentlichen Leben (daher natürlich auch in der Politik, aber nicht nur) und nicht zuletzt im Umgang mit sich selbst - das alles bei “konkreten Entscheidungen”. Denn der Glaube an den Menschgewordenen Gott ist nicht Gedankengebäude, sondern Leben.
Dabei ist noch interessant zu lesen, dass die ganz normale Arbeit u.a. als Teilhabe an der Erlösung(!) bezeichnet wird und als Geschenk Gottes (=Gnade). Möge dieser Gedanke jedem von uns helfen, wenn wir die hoffentlich vorhandene Arbeit mal als Durststrecke sehen.
Gerade ist das erste offizielle katholische Bloggertreffen in Freiburg zu Ende gegangen. Leider konnte ich nicht mit dabei sein, aber ich hoffe es war für alle ein Gewinn. Das ganze stand ja unter dem Thema der Neuevangelisierung und es wurde wohl klar, daß viele Blogger Konvertiten (also vorher nicht katholisch) oder Revertiten (also vorher zwar katholisch, aber nicht katholisch glaubend) sind.
Bevor ich meinen unbedeutenden Senf zu dem Thema schreibe, möchte ich sagen, daß ich den Grund meines Bloggens nicht in dem hohen Ziel der Neuevangelisierung sehe, dazu ist er zu unwichtig.
Warum ich blogge (geschrieben als es die meisten katholischen Blogs noch nicht gab)?
Scipio sinniert in seinem blog über denselbigen, über den Sinn des Bloggens “ansisch” (wie der Rheinländer sagen würde). Seine Worte könnten meine sein (wenn ich über ähnlich gute Sprachgewandtheit verfügen würde). Na gut, Preise habe ich keine bekommen, außerhalb der Blogozese werde ich auch so gut wie nie erwähnt, aber all dies erscheint einem dem franziskanischen Weg der Nachfolge Anhangenden angemessen zu sein. Blog minor sozusagen.
Ich frage mich selbst des öfteren, was ich hier eigentlich beabsichtige. Daß man durch mein Geschreibsel sicher nicht katholisch wird, hat mir ein Freund schon erzählt. Das wäre auch kaum zu erwarten und, da kenne ich mich gut genug, auf Sand gebaut. Eine Antwort habe ich nicht.
Letztendlich, und im Monat November sind solche Gedanken ja nichts neues, stellt sich die Frage nach dem was bleibt. Nicht viel, das wenige virtuell, und das kann auch noch gegen einen verwendet werden. “Dem Geringsten” habe ich mit einem blog nichts Gutes getan und in der gleichen Zeit wäre vielleicht Gebet viel wichtiger gewesen. Sei’s drum.
Warum so tief fischen? Ich befürchte, es macht einfach nur Spaß.
Ich denke nämlich - und hier beginnt die kleine Polemik - daß dies auch der Hauptgrund für die meisten auch katholischen Blogs ist, der Spaß.
Unter anderem habe ich nämlich den Eindruck, daß weitaus mehr über Kirchenpolitisches inklusive der Präsenz in den weltliche Medien gebloggt wird als über Fragen des Glaubens. Die ersten genannten Themen sind die echten Kracher und garantieren Zugriffszahlen, auch wenn man nicht wegen 20 mehr oder weniger Leser schreibt. Der eigene persönliche Glaube (im besten Fall sich natürlich deckend mit dem der Kirche :-) ) wird weniger thematisiert, Zweifel erst Recht nicht. Das ist kein Drama, sollte man aber auch zugeben.
Aber das soll kein Wort gegen das Bloggen aus katholischer Weltsicht sein, keinesfalls. Wer kennt sie nicht, diese Sprüche (die in den Kommentaren noch erweitert wurden)…
Gottes Segen auch für alle Teilnehmer des Nationalkapitels des OFS, deren Treffen heute begonnen hat. Mögen Sie während der Wahlgänge und anderer Entscheidungen vom Geist Gottes geleitet werden.
Ich bitte um reges Gebet für diese Versammlung.
Für das derzeit in Freiburg stattfindende Bloggertreffen (bei dem ich leider nicht dabei bin)!
An einem warmen Urlaubsort sitzt ein Familienvater mit seinen Lieben beim Mittagessen in einem preisgünstigen Restaurant bzw. draußen an einem Tisch davor und läßt es sich schmecken. Das franziskanische Tau baumelt um seinen Hals.
Zwei Tische weiter sitzen ein Mann, der aufgrund eines körperlichen Handicaps für seinen “Lebensunterhalt” Geld erbettelt, und dessen weibliche Begleitung und türmen Centstücke vor sich auf, um zu zählen, was sie sich denn leisten können. Das Resultat ist mager. Als das Essen kommt, beten beide intensiv und lassen sich nicht ablenken.
Der Familienvater schämt sich. Das Tau wird schwer.
Während meines Urlaubes und dort mitbekommenem katholischem Alltagsleben wurde mir mal wieder klar, wie wenig wichtig das ist, was viele katholische Christen in Deutschland doch als enorm wichtig für die Weltkirche erachten, seien es Katholikentage oder Piusbrüder. Verpaßt habe ich wahrscheinlich also nichts wirklich Wesentliches - die Parusie hätte ich wohl auch an meinem Urlaubsort mitbekommen. Nun denn, weiter daraufhinhoffen.
Beim vorletzten Beitrag hatte ich noch angekündigt nachzureichen, warum ich das Argument der Potentialität von Menschen in Bezug auf ihre Selbstreflexion für falsch halte.
Der Grund dafür ist relativ einfach.
Letztlich akzeptiert man nämlich durch dieses Argument, daß der Mensch sein Menschsein einer Fähigkeit verdankt, letztlich einer Leistung. Durch das Argument der Potentialität wird dies akzeptiert, daß es letztlich darauf ankäme und nicht auf die bloße, vollkommen zweck- und leistungsfreie Existenz dieses Wesens an und für sich, was wir meistens einen “Menschen” nennen.
Das ist eine gefährliche Route, die christlicherseits keinesfalls beschritten werden sollte. Für uns muß es entscheidend sein, daß wir da sind (und im christlichem Verständnis auch daß wir gewollt sind), vollkommen unabhängig von Leistungen (auch die Selbstreflexion ist faktisch eine) oder von außen zugesprochener Würde (die Selbstreflexion muß ja als solche von anderen wahrgenommen werden).
Das bloße Dasein gibt uns Würde.
Interessanterweise, wenn auch hier nicht entscheidend, kennt das dt. Strafgesetz(!) die Würde von vollkommen Leblosen (während bei Lebenden darüber diskutiert wird!). Es gibt mit dem §168 die “Störung der Totenruhe” [sic!], die mit Geldstrafe oder Freiheitsentzug bis zu drei Jahren bestraft wird.
Somit ist es straflos möglich, einen “Leibesfrucht” (Juristendeutsch) zu töten, aber es wird bestraft, wenn man mit dieser “beschimpfenden Unfug verübt”.
Bei diesem Paragraphen klingt es noch durch, das Verständnis von Würde des Menschen aufgrund unserer nackten Existenz. Das Argument der Potentialität von Ungeborenen oder ehemaligen Leistungsfähigkeit von Demenzkranken dagegen führt uns nicht weiter.
Wer sich für Biblische Theologie interessiert (und alles, was drumrum damit zusammenhängt), dem lege ich einen Podcast ans Herzen, den ich jetzt selbst gerne höre:
Da ich es für vollkommen absurd halte, einem Menschen die ihm zustehende Würde samt der Rechte abszusprechen, weil er schläft, dachte ich, dieses Beispiel würde die Absurdität der gesamten Argumentation aufzeigen.
Und jetzt stelle ich fest, daß diese Gedanken gar nicht so neu sind. In deraktuellen Ausgabe der “Zeitschrift für medizinische Ethik” (nicht als online-Version voll einsehbar) wird im Artikel von U. Körtner dargelegt, daß schon andere Ethiker auf die Brisanz dieses Beispieles verwiesen hatten. Und dennoch wird weiter so argumentiert!!
Die dort aufgezeigte Lösung, nämlich wieder eine verwandte Art der Argumentation mit der Potentialität, halte ich allerdings für falsch (auch wenn sehr respektierte Ethiker wie E. Schockenhoff diese im Sinne des Lebensschutzes ebenfalls verwenden):
Von diesem Zeitpunkt [der Verschmelzung von Ei und Samenzelle] an trägt der Embryo alle unverwechselbaren Anlagen in sich, die er in einem kontinuierlichen Prozess ohne relevante Zäsuren entfalten wird, sofern er dafür die nötige Unterstützung erhält und nicht durch gewaltsame Einwirkung von außen an der Verwirklichung seines Entwicklungspotentials gehindert wird.
Doch warum ich das für falsch halte, erzähle ich später.
und gut (bei’m Jupp gefunden):
Es gibt ein Argument, das man allen Spitzfindigkeiten der Glaubenslosen entgegenhalten kann: Noch niemand hat je auf seinem Sterbebett bereut, ein Christ gewesen zu sein.
Thomas Morus
Während des Eucharistischen Hochgebetes in der Hl. Messe spricht der Priester (bislang) die Worte:
Mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Das inhaltlich korrekt, wenn auch nicht die wörtliche Übertragung aus dem griech. Text der Schrift.
Demnächst wird es womöglich heißen:
Mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Das ist ebenso richtig, steht so im griech. Original, wird auch bspw. von den Lutheranern so gebetet, bedarf aber mehr Erläuterungen, weil es eben keine Einschränkung des Heilswillen Gottes bedeutet.
Also beides richtig, beides korrekt.
Und was passiert?
Ein Sturm der Entrüstung bricht los, dem Papst werden unlautere Motive unterstellt etc. (selbst nach Lektüre seines Schreibens dazu).
Erklären müßten insbesondere die Kleriker die Eucharistie nach meinem Empfinden sowieso viel mehr als sie es aktuell tun, angefangen bei den Hirten, den Bischöfen.
Wann ist ein Lebewesen ein Mensch?*
Das ist eine bekannte Frage der Bioethik.
Doch diese Frage suggeriert etwas, was von den Mehrheiten abgelehnt wird, nämlich einen Zustand des Menschseins. So wird es nämlich mehrheitlich, wenn auch vielleicht unbewußt, gar nicht gesehen (dabei sind die Mehrheiten die, die bspw. Abtreibung, Embryonenforschung und die Euthanasie Demenzkranker nicht rundheraus ablehnen).
Für die meisten ist die Frage nach dem Menschsein keine des Seins, sondern des “sich Wissens”.
Nur der, der sich als Mensch weiß, ist quasi Mensch (kann dieses “Sein” aber wieder verlieren). So wird im Kern essentiell argumentiert. Nur der, der im aktuellen Moment der rationalen Selbstreflexion fähig ist und diese ausdrücken kann, erhält das Prädikat “Mensch” mit all seinen Rechten.
Das gilt es zu beachten, wenn von Potentialitäten gesprochen wird (der Embryo hat bspw. die natürliche Potenz, bei fehlenden Hindernissen ein Selbstbewußtsein zu entwickeln) - denn diese sind bei der Betrachtungsweise irrelevant.
Das erklärt, warum Ethiker sagen können, neugeborene kranke Kinder dürfen umgebracht werden - sie sind eben keine Menschen bei diesem Vorverständnis.
Die logischen Schwachstellen hatte ich schon mal vor kurzem aufgezeigt:
- faktisch entscheidend ist nicht die Selbstreflexion, sondern unsere Fähigkeit, eine Selbstreflexion des anderen als solche wahrzunehmen - der Richter über Mensch oder nicht ist also der andere, die Kriterien erwachsen nicht aus dem Wesen selbst heraus.
- warum ein ohnmächtiger oder tief schlafender Mensch nach diesem Axiom noch als Mensch zu gelten hat (da Potentiale ja egal sind, Zukunft und Vergangenheit also nicht zählen), hat mir auch noch keiner erklären können.
Und auffallend ist zudem, daß die utilitaristische Philosophie, die diesen Standpunkt mehrheitlich bezogen hat, über einen in ihren Augen Nicht-Menschen noch keine Aussage treffen konnte, was dieses Wesen denn dann ist, sondern nur was es nicht ist. Ein einmaliger Vorgang für ein Lebewesen (und Anzeichen für eine schwache rationale Basis).
*der Begriff “Mensch” ist hier mit “Person” gleichzusetzen. Die Frage, ob es ein Menschsein ohne Personsein gibt, gestaltet sich in etwa gleichartig, da es häufig ethische Positionen gibt, die das Personsein an die Selbstreflexion knüpfen. Das Ergebnis ist genauso leicht durchschaubar und logisch inkohärent.
Kaum eine Lehre der Kirche wird so mißverstanden wie die über den Reinigungsort “Purgatorium” (dt.: Fegefeuer) und den Ablaß.
Hier mal eine ganz kleine Zusammenfassung, rein weltlich gesprochen:
Du wirfst eine Scheibe ein.
“Sünde”: Scheibe eingeworfen.
“Beichte”: tut mir leid, daß ich Deine Scheibe eingeworfen habe.
“Vergebung”: ist okay, ich vergebe Dir.
Problem: Scheibe ist immer noch kaputt.
“Fegefeuer”: Du mußt noch die neue Scheibe bezahlen.
“Ablaß”: Andere zahlen für Dich (denen tut’s nicht weh, die haben genug).
Was mich als Arzt auch schon seit Jahren erstaunt, ist das enorme missionarische Potential von Menschen.
Nein, keineswegs der Religion, trotz der aktuellen Qur’an-Verteilaktion, die ich vollkommen okay finde.
Mission ist immer noch en vogue, wenn auch in anderen Gebieten.
Ganz groß in der Medizin, besonders bei nicht wissenschaftlich erwiesenen Bereichen, der sog. Paramedizin.
Nicht minder groß in der Ökologischen Bewegung.
Oder schon mal mit einem überzeugten Vegetarier oder gar Veganer gesprochen - es kann gut sein, viel eher als bei überzeugten Katholiken, daß man Objekt der Bekehrungsversuche wird.
Da geht es auch oft um das, was Leute für “objektiv gesehen einfach wahr” halten, da gibt es nicht “Deine Wahrheit” oder “Meine Wahrheit” wie im sich tolerant gebenden religiösen Niemandslandgespräch.
Mission war nie out, nur hat sich das eben in einer streng diesseitig orientierten Welt auf streng diesseitige Themen ohne Bezug zur Transzendenz verlagert.
Es ist erstaunlich, wie sehr insbesondere die Gegner der Kirche ihr Selbstverständnis der “Kirche=Leib Christi” verinnerlicht haben.
Wenn ein Mensch der Kirche etwas falsch macht, ist es immer die Kirche, die Fehler begeht.
Wenn dagegen ein Gegner der Kirche etwas falsch macht, ist es immer nur diese einzelne Person.
Christus ist vom Tod erstanden!
Eine bessere Nachricht gibt es nicht zu erzählen!
Meine Tochter ließ uns beide leider die Hl.Messe heute nicht bis zum Schluß mitfeiern, so daß wir schon früher gehen mußten (wie kleine Kinder halt schon mal so sind).
Als ich noch Kerzen an der Marienikone anzündete, zeigte sie auf das Bild und sagte:
“Oh, da, Mama!” (und sie spricht deutlich mehr als das, bezog sich also eindeutig auf die dargestellte Frau)
Damit ist eigentlich über Maria alles gesagt. Ein Kompendium der Mariologie.
Seit Jahren versuche ich immer wieder mal, kirchliche Entscheidungsträger dazu zu bringen, den Worten von den “gebildeten kirchlichen Laien im Arbeitsleben und der Gesellschaft” Taten folgen zu lassen und im deutschsprachigen Europa so etwas wie einen Masterstudiengang im Fernkurs für Katholische Theologie anzubieten.
Ich schrieb mehrfach an meinen Ortsbischof - ohne Erfolg.
Ein guter Freund, Priester und oft in Kontakt mit selbigem Bischof, sprach ihn auch darauf an - ohne Erfolg.
Ich schrieb an andere Bischöfe - ohne Erfolg.
Ich schrieb an einen Professor einer kirchlichen (nicht staatlichen) Fakultät und stieß auf Interesse und Verständnis, bei dem Rektor der Einrichtung ebenfalls - doch selbst dieser stieß bei dem zuständigen Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz auf Ablehnung.
Der Würzburger Fernkurs sei doch ausreichend und außerdem gäbe es für einen akademischen Fernkurs nicht ausreichend Interessenten. Selbst der Vorschlag des Rektors, den Würzburger Kurs als Bachelor zu modifizieren und einen neuen Masters andernorts anzubieten, wurde abschlägig bewertet.
Was mich besonders dabei fuchst - neben der Tatsache, daß die Kirchenhierarchie hier viele Laien einfach für zu blöd hält - ist, daß einfach so getan wird, als ob es keine Interessenten gäbe, bloß weil das Angebot fehlt
(Es gibt auch noch keine gemeldeten Interessenten für einen Flug zur Venus)
Deswegen viel mir gestern ein, wie man dieses Interesse deutlich machen könnte, ich selbst hatte ja schon einmal in die Runde hier gefragt und ein paar positive Antworten bekommen. Doch noch besser wäre etwas anderes: eine Facebook-Seite zu diesem Thema.
Und deswegen habe ich jetzt eine ziemlich einfache freigeschaltet, noch ohne Bilder oder so (und bin für Anregungen und Tips dankbar, dort oder hier):
http://www.facebook.com/FurEinenFernkursMastersInKatholischerTheologie
Auf “Gesichtsbuch” hatte ich gestern zu später Stunde eine kleine Diskussion mit der Mit-Bloggerin Elsa und einem anderen Teilnehmer aufgrund dieses Beitrages.
Ich hatte geschrieben, und natürlich hat sich diese Meinung seit gestern nicht geändert, daß ich für die Laisierung der Kleriker bin, die der Pädophilie überführt worden sind.
Das stieß auf Widerstand mit Argumenten, die ich nicht so recht nachvollziehen konnte.
Einerseits wurde mit existenziellen Nöten der dann Nicht-Mehr-Priester argumentiert. Auf meine Frage, welche existenzielle Nöte denn ein Single hierzulande so haben kann, dessen Rentenbeiträge nachbezahlt wurden - bei vormals sehr gutem Einkommen! - gab es leider keine Replik.
Dann kam das Thema der Doppelbestrafung, d.h. neben der weltlich juristischen auch noch die kirchliche. Daß das nicht nur bei uns Ärzten berechtigterweise auch möglich ist (Entzug der Approbation und somit Berufs- und Berufungsverlust nach schwerer Straftat), schien nicht so wichtig zu sein.
Nicht zuletzt wurde damit argumentiert, daß eine gezeigte Reue ja auch was “bringen”müsse (inhaltlich wiedergegeben). Die Reue bringt die Vergebung vor Gott, das ja, aber daß eine Reue dadurch auch Jobsicherheit mit sich bringen müsse, war mir vollkommen neu und konnte mir auch nicht wirklich erklärt werden. Gilt ja auch nicht für andere Straftäter.
Schließlich ging es - bevor ich dann schlafen mußte - um den besonderen “Status” des Priesters, der natürlich kein “Status” ist sondern ein “Stand”, was etwas gänzlich anderes ist. Ein Priester kann nicht natürlich nicht “entweiht” werden.
Mir ging und geht es nicht um juristische oder kanonische Fragen, sondern um das Zeugnis der Kirche. Ich habe überhaupt nichts gegen Barmherzigkeit von Seiten der Kirche, aber der oft gehörte Hinweis, daß diese dem Anschein nach unterschiedlich verteilt wird, ist nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Barmherzigkeit und Vergebung muß auch nicht dazu führen, daß jemand wieder in Amt und Würden eingesetzt wird, wenn dies trotz Reue das Zeugnis der Kirche verdunkelt. Und daß es dies tut, ist hoffentlich nicht nur mir klar. Ich kenne selber tieffromme Menschen, theologisch höchst versiert, bei denen der Umgang der Hierarchie mit dem Mißbrauch zu schweren Glaubenskrisen geführt hat, zum Teil auch aus der Kirche heraus - auch Benedikt XVI. hörte dies ja von Mißbrauchsopfern.
Dabei geht es gar nicht darum, daß die Kirche mißbracht hat - denn die Kirche wurde auch mißbraucht, da die meisten Opfer ja Katholiken waren. Obwohl es nach dem Zeugnis der Schrift nicht allzu unwahrscheinlich ist, daß der Herr sich eindeutig mit der Seite der Opfer solidarisieren würde, nimmt die Kirchenleitung noch zu sehr die Sicht der Täter wahr.
Wann wird offiziell begonnen zu sehen, daß die Kirche mißbraucht wurde?
Wann beginnt man die Opfer auch offiziell und verbal als das zu sehen, was sie sind - zutiefst verwundete Glieder des Leibes Christi?
“Die Kirche hat AIDS” heißt es in manchen afrik. bischöflichen Stellungnahmen, um aufzuzeigen, daß die Kirche in ihren Gliedern von dieser Seuche selbst zutiefst betroffen ist.
“Die Kirche wurde mißbraucht von ihresgleichen”, so sollte es hierzulande heißen. Doch diese Wahrnehmung der Opfer als Subjekte der Kirche hat bislang offiziell und in Verlautbarungen noch nicht stattgefunden.
In dem oben zitierten Beitrag von Elsa steht auch ein Kommentar, der für meinen Standpunkt einen prominenten Fürsprecher aufführt. Der sel. JP2 sagte in der Ansprache an die amerik. Kardinäle im Jahr 2002 (Hervorhebung von mir):
It must be absolutely clear to the Catholic faithful, and to the wider community, that Bishops and superiors are concerned, above all else, with the spiritual good of souls. People need to know that there is no place in the priesthood and religious life for those who would harm the young. They must know that Bishops and priests are totally committed to the fullness of Catholic truth on matters of sexual morality, a truth as essential to the renewal of the priesthood and the episcopate as it is to the renewal of marriage and family life.
In dieser Nacht vor 800 Jahren floh Clara aus Assisi aus ihrem Elternhaus zu der jungen Bruderschaft um Franziskus und bekam von ihm Bußkleid, Schleier (nach dem Scheren der Haare) und Gürtel (sprich den Strick, den die anderen Brüder auch hatten).
Wer den Kopten sein Mitgefühl für den Heimgang ihres Papstes Shenouda III. mitteilen möchte, kann das hier tun.
If you struggle in temptation and fight against sin because you are in love with an idea you have of yourself as a holy soul or a religious person, you might succeed for a little while, but sooner than later you will fail and fall into sin. And this, in fact, is God’s mercy, for you are only flattering the flesh.
If you struggle in temptation and fight against sin because you believe in goodness or morality or the sovereignty of God or because of your duty to observe the state of life you have chosen for yourself, you might succeed for a time, but eventually you will also fail.
But if you don’t fight temptation at all, but instead rejoice to find yourself in temptations because you realize that in them God has found you worthy of embracing Christ crucified and sharing in his sufferings, and that this suffering is the resetting of the dingy sack of broken bones that is your mortal nature deformed and miserable in the effects of original sin–a procedure for which there is no anesthesia–then you have found the remedy for sin and the path from death to life.
(Quelle)
Die subtile Masche der Suggestion ist wieder unterwegs. Wie schon kürzlich hier in anderem Kontext angedeutet, wird bewußt Korrelation und Kausalität ausgetauscht.
Wo?
Eine Studie über die Integrationswilligkeit von Muslimen wurde veröffentlicht.
Nun steht da, daß ein Viertel der Muslime ohne deutschen Paß, die gleichzeitig sehr gläubig sind, das westliche Wertesystem ablehnen.
Daraus wird in den Medien und von manchen Polikern die Behauptung gemacht, sie tun das, weil sie sehr gläubig sind.
Das steht aber nirgendwo.
Korrelation ist keine Kausalität.
Würden vielleicht 5% aller Blonden die Schwulenehe ablehnen, weil sie blond sind? Oder halten 80% aller Deutschen Abtreibung für akzeptabel, weil sie Deutsche sind?
Mit nichts kann man die Menschen heutzutage mehr manipulieren als mit angeblichen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Daher gilt mehr denn je: aufgepaßt!