Mitarbeit
Da Elsa hier schon den ersten Schritt unternommen hat, habe ich mich andernorts gemeldet. Folgenden Kommentar habe ich gerade eben auf dem Portal “Mut gegen rechte Gewalt” bzgl. des Aufrufes zur Gegendemo gegen den Schweigemarsch geschrieben:
Hmmm.
Sie scheinen eine doch recht eingeschränkte Vorstellung der Demokratie in einer pluralistischen Gesellschaft zu haben. Wer gegen Abtreibungen ist, ist in Ihren Augen also per definitionem “fundamentalistisch”? Wer friedlich demonstriert, ist “schlimmer” als die,die sich wünschen, eine Jüdin hätte abgetrieben?
(Und haben Sie ein Problem mit dem Wort “Volk”? Haben Sie ein besseres? Bevölkerung? Stammt ja auch von Volk. Sollten wir uns von Rassisten vorschreiben lassen, welche Worte wir benutzen dürfen?)
Daß man für ein “Recht” auf Abtreibung eintritt, ist legitim im gesellschaftlichen Diskurs - auch wenn ich diesen Anspruch ablehne (in Indien werden Abtreibungen durchgeführt, bloß weil es Mädchen sind - ist das das Ziel, Ihr Ziel?).
Doch die “hätt Maria (=Jüdin) abgetrieben”-Sprüche, das “heul doch!”, wenn jemand von seinem Post Abortion Syndrome berichtet, das gewaltsame Entreißen von Kreuzen, ist schon einige Schritte zu weit, um im Dialog zu bleiben.
Da meines Erachtens und meiner Hoffnung nach die organisierten Lebensschützer gewaltlos bleiben werden, ihr größter Trumpf, muß sich “die andere Seite” was anderes einfallen lassen.
Es ist alles in Bild und Ton dokumentiert, was in Berlin passiert ist, das gehört auch zur Demokratie.
Es gewinnt nicht der, der am lautesten schreit.
Es geht überhaupt nicht ums Gewinnen.
Als Arzt und Vater eines ungeborenen Kindes macht mich das Töten von Kindern einfach nur traurig.
Schade, daß sie das kalt läßt.
Mich interessiert prinzipiell erst einmal, ob dieser Kommentar (mit Tippfehlern) überhaupt freigeschaltet wird. Mit Zustimmung rechne ich natürlich nicht.
Da der Schirmherr der Amadeu-Antonio-Stiftung, Dr. Wolfgang Thierse (SPD), Katholik und Mitglied im ZdK, leider keine Anfragen über das Portal abgeordnetenwatch.de beantwortet, kann man ihn nach Konstitutierung des Parlamentes immer noch über seine Email-Adresse (bislang lautet die wolfgang.thierse@wk.bundestag.de) fragen, wie er dazu steht. Diese Stiftung hat den Aufruf zur Gegendemonstration unterstützt (siehe Elsas Beitrag).
Eines ist generell enorm wichtig: will man auch nur irgendetwas erreichen, und sei es nur ein Ernstgenommenwerden als erster Schritt, so ist die Form der Höflichkeit, des Anstandes und Respektes niemals zu verlassen. Wer sich auf ein niedriges Niveau begibt, hat sicher niedrigen Erfolg.
