Analyse
Ich freue mich wirklich, daß die türkische Regierung im derzeitigen Konflikt der Kulturen (Islam-Säkulasrismus) versucht zu vermitteln. Ich glaube zwar nicht, daß da keine Berechnungen hinter stecken, aber Hauptsache eine islamische ‘Stimme erhebt sich. Dummerweise wird die Türkei in der islam. Welt u.a. aufgrund der langjährigen - auch militärischen - Partnerschaft mit Israel kaum für voll genommen.
[Nachtrag: die türk. Regierung könnte ihre Mittlerrolle neben Worten auch mit Taten belegen, indem sie das orthodox. Priesterseminar auf Chalki/Halki wiedereröffnet und dem orthodoxen Patriarchat zurückerstattet. Gefordert wurde dies bereits häufig und dieser längst fällige und versprochene Akt hinge auch, wie die EU-Kommission mal bestätigt hat, mit den Beitrittsbestrebungen der Türkei zusammen.]
Was die türkische Soziologin Elif Shafak hier in der WELT schreibt, ist trotz des Mordes und der Attacken in der Türkei sehr zu begrüßen. Insbesondere zeigt sie, daß sich die beiden Kontrahenten bezüglich der Gefühle voneinader nicht wirklich unterscheiden:
Die zwei Parteien des Karikaturenstreits scheinen verschiedene Sprachen zu sprechen, aber im Grunde sprechen sie dieselbe Sprache: Es ist die Haßrede. Eine Karikatur, die den Propheten Mohammed mit einem bombenförmigen Turban zeigt, ist Haßrede. Ein moslemischer Demonstrant, der ein Schild trägt mit der Aufschrift “Köpft jene, die den Islam beleidigen”, verbreitet Haßrede. In einer Welt, die sich immer stärker polarisiert, muß Haßrede kritisiert und unter Kontrolle gehalten werden.



(Ich erlaube mir eine Tradition von Erich, der seinen 