Haben angefangen

Tuesday, 05. May 2015

Endlich ist es soweit - die Bischöfe der Kirche Jesu Christi in Deutschland (klingt schön, oder?) haben sich dazu entschlossen, das kirchliche Arbeitsrecht ihrer eigenen Soziallehre anzupassen (Mitwirkung von Gewerkschaften!) und bspw. die Wiederheirat (nach Scheidung) einer katholischen Küchenmitarbeiterin in einem Krankenhaus oder die “eingetragene Lebensgemeinschaft” eines homosexuellen Pförtners nicht mehr als automatischen Kündigungsgrund zuzulassen.

Jetzt mal ehrlich: wie kann man da nicht an Wunder glauben?

Es gibt Städte in Deutschland, da sind alle (in Worten: ausnahmslos alle) Krankenhäuser kirchlich, so bspw. in Trier. Es gibt eines in evangelischer Trägerschaft, der Rest in katholischer. wenn das ev. gerade keine Stelle frei hat, dann mußte man als wiederverheirateter Katholik entweder vorher evangelisch werden oder woanders hinziehen, wenn man an so einem Haus arbeiten wollte. Daß das vollkommen absurd ist, sollte klar sein.

Der “Dritte Weg” der Tariffindung ist leider immer noch in Kraft, das heißt die Soziallehre der Kirche, die auch Streiks zuläßt, ist innerkirchlich noch nicht so wirklich umgesetzt, aber das soll ja in anderen Bereichen der kirchlichen Lehre auch so sein (…)

Es ist ein Anfang, un den Unterschied in trockenem Juristendeutsch findet man hier: http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/kirche_2/150505_arbeitsrecht_vergleich_grundordnungen.php


Habe fertig!

Tuesday, 28. April 2015

Die Düsseldorfer Gemeinschaft des Ordo Franciscanus Saecularis hat nun auch eine eigene Seite im Netz. Da es sich um mein Werk handelt - eher klassisches Layout, nichts aufregendes - welches sich auch an eher Kirchenferne richtet, bitte ich um reichlich Kritik, positive wie negative (oder kann man auch schreiben posi- wie negative :-) ?).

Hier: www.ofs-duesseldorf.de


Tut sie nicht?

Thursday, 23. April 2015

Reflexartig haben Vertreter der dt. Politik und Arbeitgeber auf den damaligen Vorwurf von Papst Franziskus reagiert:

Diese Wirtschaft tötet.

(So in seinem programmatischen Schreiben Evangelii Gaudium)

Das könne man ja gar nicht auf Deutschland beziehen, bei uns sei alles anders. Hier hätten wir ja die Soziale Marktwirtschaft, diesen Schuh müßten wir uns nicht anziehen etc.

Heute vor zwei Jahren starben in einer Textilfirma in Bangladesh mehrere Hundert Arbeiterinnen (vor allem Frauen) und Arbeiter. Sie produzierten vor allem auch für den dt. Markt für verschiedenste Modemarken. Sie lieferten, weil die Herstellungskosten so gering waren - der Lohn war sehr gering, Arbeitsschutz gab es genausowenig wie Brandschutz. Auftraggeber waren deutsche Firmen, Kunden dieser Firmen sind deutsche Kunden, sind wir.

Diese Wirtschaft tötet. Und wir helfen mit.


Licht

Monday, 20. April 2015

Heute am Telefon. Die Tochter eines Patienten, der gerade akute Sucht-Probleme hat:

“Wissen Sie, mein Vater hat mir auch immer geholfen. Ich habe ein Kind mit dem Down-Syndrom. Das ist ja eigentlich überhaupt nichts Schlimmes …”

Ich bin so froh, daß sie es so sieht (und habe das auch direkt gesagt)…


Richtig gemacht!

Monday, 20. April 2015

Weil es gerade in der Blogszene aktuell ist:

ich würde mich von so einer Kirche auch angewidert abwenden.

Seit fast 2000 Jahren betet die Kirche (=Gesamtheit der Glieder) gemeinsam - und das ist richtig so!

(Außer den Westkirchen kennt auch keiner Zielgruppengottesdienste oder so etwas - schießlich ist die “Zielgruppe” Gott und niemand sonst)

Seit fast 2000 Jahren kümmert sich die Kirche um die Benachteiligten, die Schicksalsschläge erlitten und die es im Leben nicht so einfach haben - und das ist richtig so!

Wer gemeinsames Beten über alle sozio-kulturellen Grenzen hinweg langweilig findet, wer das tagtägliche Mühen um den Anderen nicht hip genug findet oder wem das alles zu wenig stylish ist - Leute, dann eben nicht!
Gott hat EIN Volk berufen - komm mit (es lohnt sich enorm!) oder lass es bleiben.

Und übrigens: seit 2000 Jahren verkündet die Kirche einen Gott, der “für uns und unser Heil” (Großes Glaubensbekenntnis) Mensch geworden ist, weil er uns unendlich liebt. Erfolgreich war sie da in Freiheit mit ihrer Verkündigung übrigens besonders da, wo die ersten beiden Punkte glaubhaft gelebt wurden.


Späte Einsicht

Monday, 20. April 2015

ist besser als keine.

Wenn der Vorsitzende einer Bischofskonferenz sagt, daß der massive Gläubigenschwund und der daher konseqeunte Verzicht auf die weitere Nutzung von fast 2/3 der Kirchengebäude u.a. (nicht nur, aber auch) auf “Fehler der lokalen Kirche nach dem (Zweiten Vatikanischen) Konzil und des Verzichts auf Evangelisation“ beruht - so berichtet es zumindest kath.net unter Verweis auf Radio Vatikan in bezug auf die Niederlande - dann ist das eine schmerzhafte, aber notwendige und in meinen Augen korrekte Sichtweise.

Ich hoffe mir eine solche Sichtweise auch hierzulande.

Ich rechne aber erst damit, wenn der Generationenwechsel der Bischöfe wirklich abgeschlossen ist. Erst wenn die Konzilsverklärung einer normalen Einordnung in die Konzilsgeschichte aller Ökumenischen Konzile gewichen ist, kann so etwas gelingen. Vorher leider oftmals nicht.


Lernziel erreicht?

Friday, 03. April 2015

Wenn man am Karfreitag, ausgerechnet an dem Tag, an dem die westliche Christenheit dem Leiden Christi gedenkt, von einem dt. Akademiker mit Geschichts- und Philosophiestudium folgendes liest (Quelle):

Eine Grundlage des christlichen Glaubens lautet: Wer sich schuldig macht, kann beichten - so verringert sich die Schuld.

(Natürlich vollkommener Blödsinn, da ja die Vergebung die Schuld gerade nicht verringert).

dann darf man sich fragen - neben der Frage, was man so in Geschichte und Philosophie über die Grundlagen der eigenen Kultur so lernt - dann darf man sich fragen, was wahrscheinlich 10-13 Jahre “ordentliches Schulfach” Religion so an Spuren hinterlassen haben.

Der Rest des Artikels spiegelt auch nur eine Parodie des christlichen Glaubens wieder - an das, an das der Autor da nicht glaubt, glaube ich auch nicht.

Aber ich harre der Auferstehung Christi entgegen …


Toujours Charlie?

Tuesday, 17. March 2015

Ich kenne einige Menschen (und von denen mag ich wiederum einige sehr), die sich nach den Attentaten von Paris nicht in das Heer derer einreihen wollten, die sich “Je suis Charlie” zu eigen machten (so wie ich bspw.).

Und ich kann ihre Gründe gut verstehen.

Für mich war und ist der Grund für diese Aussage, daß der Angriff auf die Redaktion der Zeitschrift “Charlie Hebdo” nicht nur ein Angriff auf ein Satiremagazin war, sondern ein Angriff auf das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Und diese Freiheit gestehe ich auch denen zu, die sie nur destruktiv einsetzen.

Im Nachgang zu den Attentaten habe ich allerdings auch einige Artikel von atheistischen und/oder antireligiösen Kulturschaffenden gelesen, die diese Freiheit ebenso verteidigen wie sie das Recht von Glaubensgemeinschaften abstreiten, je eigene Kriterien für ihre Wertvorstellungen zugrunde zu legen (also bspw. religiöse) und diese gar öffentlich zu äußern. Aber auch diesen Irrtum dürfen sie frei äußern …

Dennoch stellt sich die Frage: welchen Sinn macht religiöse Satire, zumal Satire ja nach Tucholsky “alles darf”?

Wer als Atheist einen Glauben verspottet, kann den Glaubensgegenstand nicht verspotten wollen, weil es diesen für ihn ja nicht wirklich gibt - also verspottet er die Überzeugungen derjenigen, die so einem Glauben anhängen. Verspottet er damit auch die Gläubigen selbst? Dürfte sich bspw. Paolo Flores D’Arcais persönlich beleidigt fühlen, wenn ich seine Eltern, seinen Namen, den Tonfall seiner Aussprache, seine Kinder oder was auch immer verspotte?

Ich denke ja, dazu hätte er jedes Recht. Unsere Identität, unser Ich-Sein wird nicht allein von unserer Masse definiert und begrenzt.

Daher ist weiterhin die Frage erlaubt: welchen Sinn macht es, Gläubige zu verspotten und zu beleidigen? Welches Ziel soll damit erreicht werden?

Gibt es bedeutende Beispiele in der Geschichte, bei denen Beleidigungen das richtige Mittel waren, um zu einem selbst gesetzten Ziel zu kommen?

Dienen diese Beleidigungen also etwas Gutem? Bauen sie auf? Schaffen Sie Frieden? Fördern Sie Respekt? Oder wenn dieses nicht zutrifft, was Gutes können sie realistischerweise leisten?

Falls sie aber gar nichts leisten wollen, falls die Beleidigungen nur um ihrer selbst willen geäußert werden (was erlaubt sein sollte meines Erachtens nach, wie erwähnt) - dann darf man sie auch dementsprechend beurteilen - und trotzdem Charlie sein.


Über uns Deutsche (und anderes)

Friday, 13. March 2015

Daß wir Germanen als sehr kreativ gelten, ist ja kein Allgemeinplatz, aber jetzt ist es päpstlich bestätigt :-). Im aktuellen Interview mit dem mexikanischen Fernsehsender TELEVISA sagt er:

Para algunos teólogos el Papado es un Sacramento, es un Sacramento, los alemanes son muy creativos en todas estas cosas. Yo no creo eso pero vamos.

Meine Übersetzung: Für einige Theologen ist das Papsttum ein Sakrament, ist’s ein Sakrament, die Deutschen sind sehr kreativ in all diesen Dingen. Ich glaube das nicht aber naja.

Und über den Vorgänger sagt er (was manch einen Kritiker versöhnen könnte):

Yo lo voy a visitar. A veces le hablo por teléfono. Como dije, es como tener al abuelo sabio, en casa. Uno puede pedir consejo. Leal a muerte. La cosa de Benedicto, no sé si ustedes la recuerdan, cuando lo despedimos, el 28 de febrero, en la Sala Clementina, él dijo: “Entre ustedes está mi Sucesor, le prometo lealtad, fidelidad y obediencia”. Y lo cumple. Hombre de Dios.

Wieder meine Übersetzung: Ich gehe ihn besuchen. Manchmal telefonieren wir. Wie ich sagte, es ist als hätte man den weisen Großvater zu Hause. Man kann um Rat fragen. Loyal bis zum Tod. Mit Benedikt war das so, ich weiß nicht ob Sie sich daran erinnern, als wir ihn verabschiedeten, am 28. Februar, in der Sala Clementina, da sagte er: “Unter Ihnen ist mein Nachfolger, ich gelobe ihm Loyalität, Treue und Gehorsam”. Und er erfüllt es. Mann Gottes.

Ach ja, natürlich sagt er auch was über das Dauerstreitthema Familiensynode und Co., aber da werden sich noch genug Leute drüber auslassen, deswegen erspare ich mir das. Nur das eine: er sagt selber, daß die Erwartungen an die Synode vollkommen überzogen seien und das die Prinzipien der Kirche nun einmal so sind wie sie sind. Man könnte also behaupten, der Papst ist katholisch.


Mal wieder

Friday, 13. March 2015

Jetzt ist es wieder so weit: es wird über das Kopftuch gestritten, insbesondere über das Recht auf deren Verwendung an staatlichen Schulen.

In den ersten Kommentaren fällt vieles auf, vor allem eines: das Grundgesetz (GG), unsere Verfassung, wird von vielen nicht wirklich verstanden. So sieht es bspw. keine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche vor, es gibt keine Laizität wie bspw. in Frankreich oder auf andere Art und Weise wie in den USA. “Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach” heißt es in Art. 7 Abs. 3 des GG, und in den meisten Bundesländern gibt es diese bekenntnisfreien Schulen nicht (in manchen, wie Brandenburg, gibt es eine andere Regelung, in Bremen gab es sie seit 1949 durchgehend schon ohne größere Aufregung). Damit ist Religion übrigens das einzige Schulfach, das explizit im GG genannt wird.
Dann garantiert das GG das Recht auf freie Ausübung der Religion - Religionsfreiheit ist hier vor allem aktiv gemeint.

Ich zitiere das BVerfG-Urteil von 2003, das erste “Kopftuchurteil”, das zwar zu einem anderen Ergebnis kam als das jetzige (in teilen), aber auch betonte:

Die dem Staat gebotene religiös-weltanschauliche Neutralität ist nicht im Sinne einer strikten Trennung von Staat und Kirche, sondern als eine offene und übergreifende, die Glaubensfreiheit für alle Bekenntnisse gleichermaßen fördernde Haltung zu verstehen.

Dies gilt insbesondere auch für den Bereich der Pflichtschule. Christliche Bezüge sind bei der Gestaltung der öffentlichen Schule nicht schlechthin verboten; die Schule muss aber auch für andere weltanschauliche und religiöse Inhalte und Werte offen sein. In dieser Offenheit bewahrt der freiheitliche Staat des Grundgesetzes seine religiöse und weltanschauliche Neutralität.
[…]
In einer Gesellschaft mit unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen gibt es allerdings kein Recht darauf, von Bekundungen, kultischen Handlungen und religiösen Symbolen eines fremden Glaubens verschont zu bleiben.

So, können die Massen bitte mal beide Abschnitte auswendig lernen und verinnerlichen?

“Neutralität” heißt nämlich, sich keine Meinung zu bilden, eben neutral zu bleiben. Verbannung religiöser Symbole ist keine Neutralität. Wer etwas nicht haben will, ist nicht neutral. Ist doch eigentlich nicht schwierig, oder?

Nun kann man natürlich sagen, das GG spiegelt nicht das Wertesystem der derzeitigen Mehrheits-Gesellschaft wider. Das mag sein (und ich denke, so ist es auch). Aber das Bundesverfassungsgericht hat keine Modeabteilung.


Überzeugend

Thursday, 05. March 2015

Daß die Doxologie, also die Anbetung, der eigentliche Ort der Theologie sei, habe ich ehrlich gesagt nicht unbedingt in einer Einführung in die katholische Dogmatik erwartet - und habe mich sehr darüber gefreut! Aber die lateinische Dogmatik hat nun einmal einen bedeutenden Anteil an Geschichte der eher spekulativen Dogmatik (was sie nicht falsch macht), so daß diese Aussage nicht zu erwarten war. Die ostkirchliche Tradition betont dagegen seit jeher den Sitz der dogmatischen Theologie im liturgischen Leben der Kirche (eine Einführung in die orthodoxe Theologie der Gegenwart will zuhause auch noch gelesen werden) …

Diese Einführung gefällt mir aus verschiedenen Gründen sehr: ganz anders bspw. als der positivistisch und neuscholastisch orientierte “Grundriß der Katholischen Dogmatik” von Ott, den ich auch mal besaß und dessen von mir abgetippten “de fide”-Sätze zu einer kleinen Netz-Lawine von Kopien führte (ohne Quellennennung, also Plagiate quasi) - also ganz anders als dieser beschreibt die Autorin sehr gut die hermeneutischen sprachlichen Probleme und die Zurückhaltung, wenn es um die Formulierungen absoluter Wahrheiten geht. Man kann ja auch nicht so tun, als hätte der Hl. Thomas von Aquin seine Vision gegen Lebensende nicht gehabt oder als hätte Wittgenstein nie was über die Sprache als solche geschrieben (beides im Buch aber nicht erwähnt)…

Die Autorin geht vom biblischen Bilderverbot als Selbstbeschränkung aus, wenn es um Theologie, also Rede von Gott geht. Ein sehr schöner Ansatz. Rede von Gott kann nur analog geschehen (man denke an das Vierte Lateranum 1215 und die kirchliche(!) Feststellung der Unmöglichkeit, Gott adäquat zu beschreiben), letztlich geht es um metaphorische Sprache. Dennoch, und darin liegt quasi der “Clou”, können diese Aussagen wahr sein. Doch die Wahrheit Gottes zeige sich letztlich nicht anhand von Formulierungen, sondern im Leben. So wie wir an eine Wahrheit glauben, die nicht sprachliche Aussage ist und Grammatik und Semantik unterliegt, sondern die Person ist, so bezeuge sich Wahrheit in der gelebten Existenz des einzelnen.

Auch die Spannung Dogmatik versus Exegese wird angesprochen, also die “Konkurrenz” der Dogmatik und Bibelwissenschaft um die Deutungshoheit. Die Autorin betont zurecht die Hl. Schrift als “norma normans non normata”, also als normensetzende und nicht normierte Quelle und hat auch prinzipiell keine Probleme mit den einzelnen Methoden der Exegese, sieht aber bei manchen Vertretern der historisch-kritischen Exegese (nicht der Methode selbst!) eine Verabsolutierung der eigenen Erkenntnis und eine “Hermeneutik des Verdachts” (tolle Formulierung!), die sozusagen die Kirche unter Generalverdacht stellt.

Zwei Drittel dieser Einführung sind dem allgemeinen Teil gewidmet, der spezielle geht eher sporadisch auf einige Brennpunkte der Dogmatik ein (bspw. Christologie). Aber genau das sollte eine Einführung tun. Daher kann ich sie als Grundlage für ein Verständnis dogmatischer Aussagen im 21. Jahrhundert nur empfehlen.


Neue Präsenz

Tuesday, 03. March 2015

Der Ordo Franciscanus Saecularis baut gerade eine neue Webpräsenz auf - und das sieht bislang sehr gut und aufgeräumt auf (auch wenn der Grund für die neue Präsenz ein - in meinen Augen vollkommen sinnleerer - Hackerangriff auf die alte Seite war). Es lohnt sich immer, da mal vorbeizuschauen.


Ihre Namen

Thursday, 19. February 2015

Ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten.

Joh 16,2

Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte. Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes und durch ihr Wort und Zeugnis; sie hielten ihr Leben nicht fest, bis hinein in den Tod. Darum jubelt, ihr Himmel und alle, die darin wohnen.

Off 12,10-12

Geschlachtet für den Namen Christi, des Sohnes Gottes. In Libyen, im Jahr des Herrn 2015, Geschwister aus der koptisch-orthodoxen Kirche (Quelle):

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Und er sagte: Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr. Er sagte zu mir: Sie sind in Erfüllung gegangen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt. Wer siegt, wird dies als Anteil erhalten: Ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein. Aber die Feiglinge und Treulosen, die Befleckten, die Mörder und Unzüchtigen, die Zauberer, Götzendiener und alle Lügner - ihr Los wird der See von brennendem Schwefel sein. Dies ist der zweite Tod.

Off 21,1-8


Noch

Saturday, 07. February 2015

Sie reden noch miteinander. Sehr gut.

Aber die Bedenken werden größer.

#Ukraine

Allein den Betern

Allein den Betern kann es noch gelingen
Das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten
Und diese Welt den richtenden Gewalten
Durch ein geheiligt Leben abzuringen.

Denn Täter werden nie den Himmel zwingen:
Was sie vereinen, wird sich wieder spalten,
Was sie erneuern, über Nacht veralten,
Und was sie stiften, Not und Unheil bringen.

Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil verbirgt,
Und Menschenhochmut auf dem Markte feiert,
Indes im Dom die Beter sich verhüllen,

Bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt
Und in den Tiefen, die kein Aug’ entschleiert,
Die trockenen Brunnen sich mit Leben füllen.

Reinhold Schneider (1903 - 1958)


Fehlendes Verständnis

Wednesday, 04. February 2015

(Hinweis: auch hier werde ich wieder ggf. Kommentare moderieren)

Derzeit ist es ja mal wieder “en vogue” bzw. es bekennen sich viele dazu, gegen “den Islam” zu sein. Seltsamerweise sind da der islamistische Terrorismus und der IS die Aufhänger für. Nun sterben jedes Jahr in Deutschland um ein Vielfaches mehr Menschen beim Sturz aus dem Bett (2005 waren es bspw. fast 300!) als durch Terroristen, aber Fakten scheinen da wenig zu bewirken. So ist das eben bei Ängsten.
Was mich aber doch sehr wundert, ist, daß gerade diejenigen jetzt seltsam beäugt werden, die am meisten unter Islamisten zu leiden haben: die normalen Muslime.

Die Islamisten gehen nämlich diese als erste an und meinen ihnen vorschreiben zu können, was sie zu tun und zu lassen haben (auch hier nebenan im nächsten Stadtteil). Diese lächerliche Scharia-Polizei im benachbarten Wuppertal hatte auch ausschließlich das als Hintergrund: Muslime schikanieren. Und muslimische Flüchtlinge gibt es schließlich durch den IS auch deutlich mehr als nichtmuslimische, bei islamistischen Attentaten im Irak, in Syrien und anderswo sterben fünf mal mehr Muslime als Nichtmuslime etc.

Also bekommen die normalen Muslime schon mal von dieser Minderheit Druck sich gefälligst anders zu benehmen.

Und dann: dann kommt hierzulande die große Mehrheit der Nichtmuslime und meint, diesen normalen Muslimen auch noch erzählen zu wollen, daß sie ja faktisch ihren eigenen Glauben falsch verstehen, denn schließlich seien die Islamisten ja viel näher an den Quellen, würden den Koran und die Tradition genauer auslegen, da stünde ja dieses und jenes drin etc.

Schon skurril, daß die kleine Minderheit der Islamisten von der gesellschaftlichen nichtmuslimischen Mehrheit eine Autorität verpaßt bekommt, die ihr gar nicht zusteht.

Folge: Druck von beiden Seiten - witzigerweise in die gleiche Richtung. Für einen Nichtmuslimen, der PEGIDA et al. anhängt, ist ein Islamist ein richtiger Muslim (also zu verachten) und ein Demokratie und Freiheit verteidigender Muslim eigentlich gar kein richtiger und schon mal genau deswegen verdächtig (irgendwie würde man ihn gerne verachten und tut das vielleicht deswegen gerade, weil er nur so tut als ob).

Die einen wollen eine Muslim, wie sie ihn verstehen, damit sie ihn als solchen auch (in diesem Fall positiv) anerkennen - die anderen erkennen allerdings den Muslim auch nur so als wirklichen Muslim an (eben Vorurteile bestätigend), allerdings negativ.

Und dann wundert man sich, daß Islamisten Zulauf haben …


Nutzen

Tuesday, 03. February 2015

Wenn man, wie ich gestern, aufgrund des unangepaßten Fahrverhaltens mancher Teilnehmer am Straßenverkehr (zu behaupten, es läge am Wetter ist ein Irrtum) volle 4 Stunden zum Arbeitsplatz benötigt statt der normalen halben bis dreiviertel Stunde, zeigt sich ein kleiner Taschenrosenkranz noch einmal in seiner ganzen tollen Einsetzbarkeit im Alltag. Vor allem reduziert er den Ärger und weitet den Blick.


Gelungen

Friday, 09. January 2015

Ich habe es schon von mehreren gehört, die sich auch lesend mit ihrem Glauben auseinandersetzen: die Themen wechseln, kommen wieder, es erscheinen neue - langweilig wird es nie. Und bei mir sind es derzeit die Sakramente, ohne daß ich dafür einen genauen Grund angeben könnte. Da gleichzeitig das Thema Kirche bei mir immer hoch im Kurs steht und sich diese selbst ja als Grundsakrament bezeichnet, ist es naheliegend, mehr über die sieben Handlungen und Zeichen zu erfahren, die in der Kirche sakramentale Würde haben.

Dabei kam mir zugute, daß ich als seit neuestem Besitzer eines E-Readers bin (nicht der eines großen amerik. Konzerns) und als Nutzer der hiesigen Stadtbücherei mit großem eBook-Bestand das Buch als eBook online (über die sog. “onleihe”) ausleihen konnte.

Es ist wirklich gut und macht Geschmack auf andere Bücher dieser Verlags-Reihe “Einführung Theologie”.

Der Autorin ist der Bezug der Sakramente zur Kirche immer wichtig (vorab natürlich eine gute Erklärung, was überhaupt ein S. ist) und sie kritisiert auch den - meines Erachtens nach korrekt angemahnt - geringen liturgischen Rahmen mancher Sakramente (bzw. Beichte und Krankensalbung), der besser ausgestaltet die Kirchlichkeit viel eher zum Ausdruck bringen könnte. Und sie betont klar die, ich nenne es mal so, “Mehrschichtigkeit” der Sakramente, besonders augenfällig in der Eucharistie (eben gemeinsam Opfer und Personal-, Aktual- und Realpräsenz) und der Priesterweihe (Stichworte: primäres, sekundäres und tertiäres Subjekt).
Das aber nur als Appetithappen, die Autorin selbst kann das deutlich besser als ich.

Sehr schön sind auch die kommentierten Literaturempfehlungen am Schluß eines jeden Themas. Bis auf die Firmung, die inhaltlich und historisch eng zur Taufe gehört, wird jedes Sakrament einzeln biblisch, historisch und systematisch erörtert (Spezieller Teil) - verschiedenen Sichtweisen wird dort auch kurz Raum gegeben - nachdem es zuerst im Allgemeinen Teil um die Grundlagen geht.

Also: insgesamt sehr gut.


Ohne Titel

Wednesday, 07. January 2015

Je suis Charlie.


Und noch einmal

Tuesday, 06. January 2015

Dieses Mal wünsche ich allen getrennten Geschwistern der slawischen Ostkirchen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest (ja, die griechisch geprägten haben die Kalenderreform mitgemacht und hatten schon Weihnachten mit uns gefeiert)!


Frohe Weihnachten!

Wednesday, 24. December 2014

Die Tasche mit den wichtigsten Utensilien ist gepackt, jeden Tag kann es soweit sein. Ausgezählt für morgen, aber man weiß ja nie.

Nervosität.

Und freudige Unruhe.

Das Zimmer ist auch schon eingerichtet, Sachen gekauft, die Familie freut sich mit und alle sind gespannt.

Gut, üben kann man vieles davor, doch wie wird es dann wirklich sein?

Sicher mit weniger Schlaf.

Sicher mit weniger Freizeit, weniger Party, vielleicht auch weniger Zeit für die Freunde.

Und werden es die Freunde verstehen, wenn man ab dann die Welt anders wahrnimmt, alles anders wird, die einen Sachen unwichtiger und andere Sachen wichtiger werden?

Doch - wie man es von anderen so hört - möchte man es danach nie mehr anders. Ob das auch stimmt?

Es soll eine Liebe sein, die man noch nie verspürt hat.

Erst dann soll man wirklich wissen, was bedingungslose Liebe heißt.

Ist das nicht alles übertrieben?

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich kenne das Davor und das Danach. Ich weiß wie es ist, wenn manche Nahestenden es nicht verstehen, daß man die Welt plötzlich anders wahrnimmt. Wenn alles anders wird. Wenn man eine Ahnung davon bekommt, was zu 100% bedingungslose und unverdiente Liebe sein kann. Doch auch ich möchte es nie mehr anders.
Und ich wünsche mir sehr, wie Franziskus von Assisi es mal vorschlug, daß wir Maria gleich Jesus jeden Tag neu gebären und Er durch uns in die Welt kommt, durch unsere Gedanken, Worte und Werke.
Möge er uns immer in freudiger Unruhe vorfinden und gut vorbereitet, wenn Er kommt.

Frohe Weihnachten!


Nicht gelogen, aber getäuscht.

Sunday, 14. December 2014

Nach langer Zeit kommt mal wieder was Medizinisches.

Und gleichzeitig ist es auch ein Lehrstück über die Macht, mit Statistiken die Wahrheit zu verschleiern, die eigene Ohnmacht zu kaschieren und das Enttäuschen von medizinischen Laien verhindern zu wollen, damit man selbst weiterhin als potent dasteht.

Vorgestern abend war ich auf einer sehr interessanten Fortbildungsrunde und Diskussion der Ärztekammer Nordrhein im Ärztehaus hier in Düsseldorf über den Sinn und Unsinn von Krebsscreeningmaßnahmen, also dem Mammographie-Screening, dem Darmkrebsscreening, dem Hautkrebsscreening und dem Prostatakrebsscreening als bekannteste Themenfelder.

Diese Screeningmaßnahmen - und das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen - haben dis heute keinen eindeutigen Beleg liefern können, daß durch das Screening überhaupt deutlich weniger Menschen an den Erkrankungen sterben, auf die man untersucht! Dies gilt insbesondere für die ersten drei, die alle von den Krankenkassen aufgrund der politischen Verpflichtung durch medizinische Laien (Politiker) großzügig bezahlt werden und für die Ärzte ein gutes zusätzliches Einkommen darstellen.

Desweiteren ist klar geworden, daß viel zu wenig auf die Schadensbelanz von Screeningfolgen eingegangen wird (der Referent über das Prostatascreening, urologischer Chefarzt an einer Uniklinik, erwähnte die Gefahr der Impotenz und Inkontinenz durch die OP mit keinem Wort, geschweige denn Zahlen dazu - die man natürlich trotzdem finden kann…)

Als Grundvoraussetzung muss man wissen, daß nicht nur nicht jeder Krebs tödlich ist, sondern daß es auch eine Vielzahl an Krebsen gibt, die überhaupt auch an dem Ort und der Stelle wo sie auftreten, nicht mehr weiter wachsen und keine Probleme verursachen. Leider ist dies im Einzelfall nicht immer gut zu prognostizieren - und das ist das statistische Hauptproblem und der Haupttrumpf des Screenings - aber summasummarum werden viele Menschen behandelt, die gar keine Behandlung benötigt hätten - und somit werden aus Gesunden Patienten. Dazu gibt es natürlich auch die falsch-positiven Befunde (man findet was, wo nichts ist) und die falsch-negativen (man übersieht was), was bei jedem(!) Test welcher Art auch immer vorkommt, menschlich oder automatisch, ist egal, gibt es immer in einem nicht unwichtigen Prozentsatz. Das ist eh doof, aber besonders schlimm ist das Krankmachen von Menschen, die wirkliche Befunde haben, die sie selber aber nie im Lebensverlauf einschränken würden. Diese werden durch das Screening zu behandlungsbedürftigen Patienten gemacht.

Diese Erkenntnis führte während der zum Teil hitzigen Diskussion zu Ausrufen wie “dann können wir ja gleich gar nichts tun” - was den unbändigen Wunsch nach ärztlichem Handeln dokumentiert. Warum ist es für Ärzte einzugestehen: wir wissen es nicht, Tests bringen nach derzeitigem Stand der Dinge nichts? Der Grund ist ganz einfach: nicht die Beratung wird finanziell honoriert, sondern die Untersuchung …

(Ein anderes gutes Beispiel ist der Hörsturz: mittlerweile geben selbst die HNO-Ärzte in ihrer Leitlinie zu, daß es keine(!) Therapie gibt, die eine Wirksamkeit verglichen mit einer Scheintherapie (Placebo) gezeigt hat - dennoch meinen sie, etwas tun ist besser als nichts tun - bloß eben mit gleichem Effekt …)

Auch für Laien ist es traurig zu hören, daß der Arzt auf die Frage: bin ich gesund? höchstens rein spekulativ antworten kann (wenn er es überhaupt bestimmen kann)…

Ich bleibe mal bei einem Beispiel der verschiedenen Screenings: dem Hautkrebsscreening. Erstaunlicherweise hat der Referent - ich war echt enttäuscht, von einem Epidemiologen hätte ich anderes erwartet - mit keinem Wort erwähnt, wieviele Menschen durch das Screening weniger an Hautkrebs sterben. Er fand das Screening nämlich gut.
Nur: seit der Einführung 2008, wieviele sind denn weniger daran gestorben?

Na?

Genau: keiner!

Im Gegenteil, die Rate derer, die daran sterben, ist gestiegen (dazu weiter unten Zahlen und Quellen)!

Ich beschränke mich mal auf den Hautkrebs, der am gefährlichsten, weil tödlich ist, dem sogenannten Melanom.

2007 wurde er (Quelle: http://www.rki.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Melanom/melanom_node.html, dort aufs Datenblatt klicken) bei rund 7600 Menschen das erste Mal diagnostiziert, im gleichen Jahr starben daran (das sind auch sicher andere als diese 7600, weil die Überlebensrate glücklicherweise meistens länger als ein Jahr nach Diagnosestellung ist) rund 1360, das entspricht einer Anzahl an Neudiagnosen auf 100.000 Einwohner umgerechnet (die sogenannte Inzidenz) von 18,9 (also jährlich 19 Fälle pro 100.000 Einwohner) und einer Sterberate (die spezifische Mortalität) von 3,4 (also “3 einhalb” Tote durch ein Melanom pro 100.000 Einwohner).

Als Vergleich: im gleichen Jahr lag die Mortalität an einem Herzinfarkt hierzulande bei rund 70, also das 20fache …

Warum nehme ich 2007? un, 2008 wurde das Screening eingeführt, die Zahl der Erstdiagnosen sprang stark an (klar, man findet auch vermehrt Frühstadien und solche, die sich nie verschlimmert hätten oder vielleicht wieder verschwunden wären, gibt’s eben auch), und zwar stieg die Inzidenz von 18,9 auf 22,9 im jahr 2008, das sind in Menschen ziemlich genau 1600 Personen mehr pro Jahr, Tendenz steigend.

Haben diese 1600 Personen was davon? Sinkt Ihr Sterberisiko, an einem Melanom zu versterben, schließlich findet man ja vermehrt Frühstadien? Wie erwähnt, leider nein.

Bis zum Jahr 2010, neuere Zahlen habe ich nicht gefunden, ist die Mortalität gestiegen, von 3,4 auf 3,9 (von total 1360 auf 1568). Der bisherige Effekt des Screenings ist also Null. Halt!, werden manche einwenden, nicht Null.

Nein, nicht ganz. Aufgrund der höheren Rate an erkannten Frühstadien steigt natürlich die immer angegebene sogenannte 5-Jahres-Überlebensrate (also die Rate derer, die 5 Jahre nach der Erstdiagnose noch leben). Aber wenn die nicht steigen würde durch ein Screening, wäre es überhaupt kein Screening. Das bedeutet aber erst einmal nichts weiter - vielleicht sterben die nur später bzw. das Screening hat ihnen das Wissen um ihren Tod früher “geschenkt”. Und dann sind noch all die mit dabei als Statistikverschönerung, die eh nie daran gestorben wären, weil das Melanom immer unbedeutend geblieben wäre - allein diese “Patienten”gruppe, die durch ein Screening erst das Boot der “Gesunden” verlassen haben und ins ärztlich gesteuerte Bott der “Patienten” gehievt wurden, hätten die Sterberate (also die Mortalität) senken müssen. Doch nicht einmal das ist bislang der Fall.

Eigentlich ist das alles enttäuschend. Und auch für mich als Arzt echt frustrierend. Aber wenn’s so ist, dann muß man das so hinnehmen, bis man anderes belegen kann. Das ist der Sinn von belegbarer Medizin, der Evidenz basierten Medizin.

Ent-Täuschung kann oft hilfreich sein. Sich Täuschungen hinzugeben war noch nie wirklich gesund.

Dazu noch eine wichtige Sache: wie konnten die Befürworter des Screenings generell denn ihre Position positiv darstellen? Ganz einfach, über die Angabe des Relativen Risikos und die Senkung desselben durch eine Maßnahme (nicht eindeutig belegt eben, aber schlecht belegt ist besser als gut widerlegt für solche Referenten …).

Was ist das Relative Risiko? Also: wenn 5 Leute an einem Krebs sterben und wegen des Screenings nur noch 4, dann ist das eine Risikosenkung, man nennt das Risikoreduktion, von 20%. 5 wären 100%, 4 sind davon nur noch 80%, also 20% weniger.

Und warum “relativ”?

Nun, wenn das normale Auftreten dieses Krebstodes nur 5 von 100.000.000 Menschen betrifft, und nach einem Screening dieser 100.000.000 Menschen nur noch 4, dann ist das auch einen Relative Risikoreduktion (RRR) von 20%. In absoluten Zahlen aber (also bezogen auf die ganzen 100 Millionen, die gescreent werden mußten) ist es eine Reduktion von 0,000001% (oder eine 0 weniger, weiß ich nicht genau :-) ). Diese absoluten Zahlen wurden aber nie genannt - warum wohl?

Selbst bei hypothetischen 50% RRR für den Hautkrebs würde das im Jahr 2010 eine absolute Risikoreduktion von 0,000009% bedeuten. 2010 lag das durchschnittliche Risiko eines Hautkrebstodes für jeden der 81,757 Mill. Menschen in Deutschland bei 0,000019% (das sind 1568 von allen in Deutschland). 50% weniger, also die Hälfte, wäre ganze 0,0000095%.

Ob da ein Screening lohnt?


Ausblick

Tuesday, 02. December 2014

Familienbedingt komme ich nur dazu, abends in Ruhe zu beten und bete dann die Vesper, auch manchmal zu Zeiten, an denen eigentlich die Komplet angesagt wäre (aber u.a. das Magnificat ist mir wichtig). Besonders nach stressigen Tagen fiel und fällt es mir dabei schwer, zu einer inneren Sammlung zu kommen. Ich habe schon mehrere Vespern hinter mir, die eher runtergebetet wurden …

Da kam es mir vor einigen Tagen in den Sinn, eine mir lieb gewonnene Christusikone (diesem Bild ähnlich) wieder herauszusuchen und vor diesem Angesicht zu beten. Diese Ikone war mir schon zu Zeiten als Alleinstehender sehr wichtig und mein allabendlicher Sammlungspunkt.

Und was soll ich sagen: der Raum füllt sich mit einer besonderen Gegenwart, die ich aber vielleicht auch nur spüre, weil es diese Ikone ist und keine andere, die so auf mich wirkt. Doch auch dann ist es gut, ist diese Gegenwart für mich real.

Ich habe einmal mehr verstanden, daß Ikonen einen Ausblick in die Ewigkeit anbieten können.


Provokante These

Sunday, 30. November 2014

Erst einmal einen schönen Ersten Advent und eine heilige Spannung allen, die das Wiedekrommen Christi, unseres Herrn erbeten und erwarten!

Doch erlaubt sei mir eine These, inspiriert durch etwas, was ich gerade auf Facebook las:

In den (katholischen wie orthodoxen) Ostkirchen wird weniger innerkirchlich gestritten, weil niemand die vorgegebene Liturgie in Frage stellt. Oder anders formuliert: wer sich nicht daran hält, provoziert bewußt Streit!

Abwegig? Zutreffend?


Prüfstand

Thursday, 20. November 2014

Ich lese gerade zum zweiten Mal “Evangelii Gaudium”, das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus, welches gleichzeitig seine Schwerpunkte für seine Amtszeit klarstellt.

Erst jetzt ist mir klar geworden, daß der Papst - so vermute ich - alles, und damit meine ich alles(!), was es in der Kirche an Traditionen gibt, vor dem Hintergrund prüfen möchte, ob sie der Evangelisierung der Welt, der Verkündigung Jesu Christi als Herr und Erlöser aller Menschen dienen oder diese Mission eher behindern. Natürlich gibt es menschliche Traditionen in der Kirche und solche, die aufgrund der Offenbarung entstanden sind. Daß es da zu unterscheiden gilt, sagt auch er.

Aber dieser Gesichtspunkt der absoluten Priorität der Mission erklärt vielleicht manche seiner Entscheidungen besser. Keine menschliche Tradition in der Kirche, sei sie auch noch so altehrwürdig und schön, ist es seiner Meinung nach Wert, daß ihretwegen manchen Menschen der Zugang zur Erfahrung der Liebe Gottes verwehrt bleibt.


Weihe des OFS an Maria

Thursday, 20. November 2014

Eine Weihe an die Jungfrau Maria ist etwas, was nicht nur für die allermeisten, wenn nicht gar alle, außerhalb der Kirche erklärungsbedürftig ist, sondern - so meine Vermutung - auch für die Mehrheit innerhalb.

Ich versuche mal die Kurzversion: Jesus ist der Herr, der Gottmensch Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch. Er ist aber auch durch sein Menschsein - was aber interessanterweise keiner der Apostel in den Briefen erwähnt - also durch Annahme der Natur des Menschen unser Bruder geworden.

Nicht selten hört man ja hierzulande die Gebetsschlußformel “durch Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.”

Wenn ich daran glaube, daß in Jesus Gott ein für allemal unser Bruder geworden ist, dann ist auch seine Mutter Maria ein für allemal unsere Mutter Maria.

Das ist hoffentlich nachvollziehbar.

Und eine Weihe an diese Maria ist nichts anderes als das an sie gerichtete Versprechen, sie sich noch mehr zum Vorbild zu nehmen, sie noch mehr zu lieben wie Jesus seine Mutter geliebt hat.

Daher ist es auch verständlich, daß die frühere Generalministerin des OFS (=wörtlich: oberste Dienerin), Encarnación del Pozo (seit wenigen Tagen nicht mehr im Amt, da die Amtszeit abgelaufen war), kürzlich in Assisi beim Internationalen Generalkapitels (=oberste Versammlung) den gesamten OFS an Maria geweiht hat. Wie Franziskus sollen wir der Jungfrau mit kindlicher Liebe anhängen, eben wie ein Kind seiner Mutter anhängt. Übrigens ein süßer Name, Encarnación del Pozo, “Fleischwerdung aus dem Brunnen”…

Folgendes ist der Weihetext:

Weihe des OFS an die Jungfrau Maria

Heilige Jungfrau Maria,
unter den Frauen in der Welt ist keine dir ähnlich geboren, Tochter und Magd des erhabensten, höchsten Königs, des himmlischen Vaters,
die du durch den Willen des Vaters und das Wirken des Heiligen Geistes Mutter unseres heiligsten Herrn Jesus Christus wurdest; Braut des Josef, Mutter und Königin der Kirche.

Du Jungfrau, zur Kirche geworden,
die du die franziskanische Familie schützst und verteidigst.
Als deine Kinder wollen wir dir unsere Verehrung ausdrücken und von dir lernen, deinem Sohn immer ähnlicher zu werden.
Hier, an diesem besonderen Ort, am Grab unseres seraphischen Vaters, des hl. Franziskus von Assisi, weihen wir dir alle Gemeinschaften des OFS, jedes einzelne Mitglied, unsere Geistlichen Assistenten und die franziskanische Jugend, die gegenwärtigen und die zukünftigen, alle unsere Familien, die Alten und Jungen und bitten dich, dass sie immer lebendigere und ausstrahlendere Zellen in Kirche und der Welt zu werden vermögen.

Mutter und Königin, sieh auf unsere Gemeinschaften. Handle in jeder und in allen Mitgliedern nach deinem Willen. Wache über die Gnade unserer Berufung in den OFS.

In deinen erbarmenden und reinen Händen mögen unsere Gemeinschaften Werkzeuge des Friedens und der Hoffnung in der Welt werden. Mögen unsere Familien und Gemeinschaften Zeugen einer brennenen Liebe warden und fähig, die Liebe zu deinem Sohn und zur Kirche in vielen suchenden und fragenden Menschen zu erneuern.

Selige Jungfrau Maria.
Wir selber weihen uns deinem mütterlichen Herzen mit dem Vertrauen, das unserem seraphischen Vater Franziskus zu eigen war. Denn du bist unsere Mutter, die uns behütet und verteidigt und uns die Gnade und Barmherzigkeit deines Sohnes erhält.
Amen.

Im Namen aller Brüder und Schwestern des OFS in der ganzen Welt in Anwesenheit von Msgr. Domenico Sorrentino, Bischof
von Assisi.

1. November 2014, Hochfest Allerheiligen.
Encarnación del Pozo, Generalministerin des OFS.