Selbst-Bewußtsein
Es passiert immer wieder, diesmal in einem Internetdiskussionsforum, daß der Begriff des Sünderseins sehr negativ besetzt ist. Ich habe ja bereits früher einmal angemerkt, daß ich das nicht verstehe und denke, daß damit der Kern des Christentums aufgegeben wird.
Die Kirche lehrt, daß gewisse Denk- und Verhaltensweisen der gottgewollten Natur des Menschen widersprechen und nennt dies Sünde. Somit ist dies zumeist eine Frage der Anthropologie, des “was ist der Mensch”. Daneben gibt es meines Erachtens (also kein Anspruch auf kirchliche Rede jetzt!) noch sündige Denk- und Verhaltensweisen, die gegen das eigentliche Wesen einer bestimmten Person ist, obwohl es zu einer anderen passen würde. Beispielsweise wird ein Mensch Erzieher, obwohl es seinem Wesen viel eher entspräche, Schriftsteller zu sein, er diesen Wunsch auch im Inneren hegt, aber aus welchen Gründen auch immer sich nicht traut. Andere wollen Erzieher sein, trauen sich aber ebenfalls nicht und machen was anderes.
Beides ist, so denke ich, Sünde. Das erste, was von der Kirche auch so genannt werden kann ob seiner allgemeinen Aussage, weil ein bestimmter Mensch Mensch ist, das zweite, was natürlich nicht von der Kirche genauer bestimmt werden kann wegen der individuellen Unterschiede, weil ein bestimmter Mensch er selbst ist.
Und durch Christus Jesus haben wir die Erlösung von all dieser Sündhaftigkeit. Wir schaden uns letztendlich immer selbst, wenn wir sündigen.
Interessanterweise gäbe es heute vermutlich mehr Konsens in der Gesellschaft bzgl. des zweiten Aspektes der Sünde, bzgl. der Sünde aufgrund der eigenen Personalität. Sich-selbst-finden ist das Zauberwort.
Doch die Welt scheint vergessen zu haben, was der Mensch ist, will es selber bestimmen und definieren, da passen anthropologische Grundaussagen nicht ins Konzept, sie gelten als falsch, weil sie den Stempel des “veraltet” bekommen. Es wird suggeriert, der Mensch hätte sich allein aufgrund der Erkenntnisse von naturwiss. und soziolog.-psycholog. Zusammenhängen verändert. Beispiele dafür finde ich aber keine.






(Ich erlaube mir eine Tradition von Erich, der seinen