Herzlichen Glückwunsch

Sunday, 27. May 2007

Pfingsten.

Trotz Deines Alters, Mutter Kirche, trotz der Runzeln, der manchmal arg strengen Worte und des erhobenen Fingers besitzt Du immer noch die Schönheit des Anfangs, dieselben gütigen Augen, die gleichen einladenden und sorgenden Arme. Teile von Dir vergehen, andere enstehen neu. Dein Herz schlägt weiter, heute genauso wie vor vielen hundert Jahren.

Ich freue mich und bin Ihm dankbar, daß ich ein unbedeutender Teil von Dir sein darf. Es ist besonders heute mein sehnlichster Wunsch, daß Er, unser aller Haupt, Deine Glieder zur sichtbaren Einheit zusammenführt, damit Deine Schönheit noch mehr er- und ausstrahlt.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!


Weihe

Thursday, 24. May 2007


Heute gedenkt die Kirche und natürlich der franziskanisch geprägte Teil von ihr der Weihe der Basilika des Hl. Franziskus in Assisi. Ich weiß nicht, was der Namensgeber zu Lebzeiten dazu sagen würde, wahrscheinlich hätte er sich zu so einer Austattung in Ober- und Unterkirche


recht kritisch geäußert, doch ich bin recht zuversichtlich, daß er jetzt, in der Herrlichkeit des Herrn lebend und für uns eintretend mit seiner Fürbitte, das ganze wohlwollend und vielleicht milde lächelnd betrachtet. Übrigens teile ich mit Zuzanna den Umstand, noch nicht dagewesen zu sein. Ich möchte da irgendwann mal hin, sicher, aber es geht ja nicht um den Ort selbst. Franziskus sähe es wahrscheinlich viel lieber, wenn jedeR am eigenen Ort ein Assisi entstehen lassen würde, in Gebet und Tat.


Rechtzeitig

Thursday, 24. May 2007

Da das jetzt anscheinend - wenn auch bewußt nicht medienwirksam - für richtig erachtet wird, bin ich froh, dieses rechtzeitig getan zu haben.


Lehrreich

Monday, 21. May 2007

Mit insgesamt rund 900 Seiten sind diese beiden Bände schon vom Umfang her schwere Kost, bin auch noch nicht ganz durch. Doch auch so ist es ein eher anspruchsvolleres Lesen bzw. Verstehen - und da scheitere ich wohl auch mal ab und an. Doch Gewinn habe ich auf jeden Fall aus dieser Lektüre gezogen, und den möchte ich mal kurz anreißen.

1. Klar wurde mir vor allem mal wieder der Reichtum der Hl. Schrift in ihrer Gänze und daß wohl ein kleines Menschenleben wie meines nicht ausreicht, etwas von der Tiefe auch nur ansatzweise hinreichend auszuschöpfen. Dadurch wird aber auch der Spaß an der Bibel nicht weniger, sondern mehr.
2. Daß die Bibel mit ihren beiden Teilen jeweils auf ganz eigene Art Zeugnis von Jesus als dem Messias und Sohn Gottes abgibt, daß beide Teile unverzichtbar sind, zusammengehören in ihrer unbestreitbaren Andersheit.
3. Eines fällt direkt auf, da der Autor Brevard S. Childs schon von Beginn an die Meinungen zahlreicher Exegeten und Theologen kommentiert: es gibt eine Unmenge von Theologenmeinungen, und die Tatsache, daß ein Theologe in seinem Spezialfach etwas sagt, macht es noch lange nicht zur “wissenschaftlichen Wahrheit”. Neuzeitlich sind wir sehr durch den naturwissenschaftlichen Umgang mit dem Begriff der Wissenschaft selbst geprägt, und die da herrschende strikte Kontrolle durch Fachkollegen (peer review) gibt es zwar auch in der Theologie, doch als Geisteswissenschaft hat sie natürlich ein ganz anderes Maß an möglichen Meinungen und Theorien, da es nicht um Nachprüfbarkeit per Experiment geht, sondern um Interpretation. Früher oder später landet man bei so einem manches Mal Meinungs-Touhouwabouhou doch bei einem benötigten Lehramt, zumal es immer um die Wahrheitsfrage in der christlichen Theologie gehen muß (will sie was wert sein) und der ewige Disput nirgendwohin führt, wo Klarheit nötig wäre. Übrigens kritisiert Childs hier die historisch-kritische Methode, da sie von der Methode her die Wahrheitsfrage ausklammern muß und viele Vertreter dieser Methode das aber nicht täten.
4. Das Neue Testament ist das Resultat der schriftlichen Niederlegung der Erfahrung der ersten Christen mit dem Auferstandenen - eine Leugnung der Auferstehung mithilfe der Evangelien ist somit vollkommen hirnrissig. Man kann gleichermaßen die Bundesrepublik Deutschland nicht sinnvollerweise mithilfe des Grundgesetzes leugnen, welches es ohne sie nicht gäbe.
5. Kommt es zum Thema Rechtfertigung, so ist Childs durch und durch Anhänger der Reformation, wie er auch grundsätzlich kaum katholische Exegeten zu Wort kommen läßt. Aber das mindert den Gewinn der Lektüre keineswegs.
Und 6. und für mich am bedeutendsten: ich lese die Bibel nicht so wie Exegeten es anscheinend tun. Ich kann und will sie nicht so lesen. Für mich steht die Geistliche Lesung über der eher nüchternen Art der aktuellen Theologie. Ich bin aber froh, dies auch vertrauensvoll dem wissenschaftlichen Austausch in der Kirche zu überlassen, mit allen in 3. genannten Voraussetzungen. “Bei uns” muß ja nicht jeder alles machen, sondern als Glieder des einen Leibes hat jedeR den je eigenen Job zu tun.


Alt und neu

Monday, 21. May 2007

Am Sonntag habe ich das erste Mal an einer “Göttlichen Liturgie” teilgenommen, die in einer Kapelle in Düsseldorf (siehe Bild) auf Deutsch gefeiert wird. Es war anstrengend (2 h nur Stehen), aber auch mehr als interessant: mir fiel auf, daß auch in dieser kleinen Kapelle aufgrund des Bilderreichtums die prachtvollen Gewänder der Kleriker verschwinden und wirklich die Menschen in diesen Gewändern nahezu verschwinden lassen - was ja auch der ursprüngliche Sinn des Gewandes ist. Bei modernen westlichen Kirchen sorgt die Kargheit mancherorts dafür, daß das Gewand den Träger eher hervorstechen läßt.
Dann natürlich die unglaublich lange Feier des Wortgottesdienstes mit Vorbereitung etc. (ich kenne mich da selber noch nicht so aus). Ein Kommen-und-Gehen der Gläubigen kam dazu, selbst der Chor war erst zur Eucharistiefeier komplett, und während der sehr guten Predigt (über die Teilhabe des Menschen an der Dreifaltigkeit durch die Liturgie und Eucharistie, wo hört man das schon!) ging auch schon mal der eine oder andere durch die Kapelle und drückte kleiner werdende Kerzen aus.

Alles in allem fremd, aber mit vielen bekannten Elementen, die Grundzüge sind ja gleich mit der lateinischen Liturgie, zum Teil (Credo, Sanctus, Teile des Hochgebetes) auch einzelne Passagen.

Wird nicht das einzige Mal gewesen sein.

Und ich muß sagen, daß es mir gar nicht in den Sinn gekommen ist, mich als zweitklassig zu fühlen, weil ich natürlich nicht zur Kommunion ging (was die meisten mir bekannten Orthodoxen auch nur nach vorheriger Beichte tun). Anderweitige Ansichten befremden mich daher ein wenig.

(Um nur mal das Dickicht der orthodoxen Aufteilungen aufzuzeigen: diese Gemeinde in Düsseldorf ist deutschsprachig und gehört zum Erzbistum der orthodoxen russischen Gemeinden in Westeuropa, welches wiederum dem Ökumenischen Patriarchat Konstantinopel untersteht. Alles klar?)


Einfach schön

Thursday, 17. May 2007

Christi Himmelfahrt.

Gut, ich gebe zu, es freut mich schon. Was? Das da. Insbesondere die anscheinend “kleine geheime Allianz” unter Katholiken fand ich hier recht niedlich. Das nächste Mal bitte mit Quellenangabe für Interessenten, Petra! :-)


Bemerkt

Monday, 14. May 2007

Ich bin ein Verfechter der Befreiungstheologie. Allerdings nicht jeder Art von Befreiungstheologie, sondern eher bis nur der, die in Büchern wie diesem präsentiert werden. Politische Agitation, die sich vor parteipolitische Interessen karren lassen, entsprechen allem, aber nicht dem, was Theo-logie bedeutet.

Neulich fiel mir eines auf: es gibt meines Wissens nach keinen Befreiungstheologen, der selbst arm aufgewachsen ist, sogar kaum jemanden, der wirklich arm lebt (Leonardo Boff als erfolgreicher Schriftsteller in einem wohlhabenden Stadtteil Rio de Janeiros, Frei Betto als abgesicherter Dominikaner und Jon Sobrino als ebenso abgesicherter Jesuit sicher nicht).

Kommen mir deswegen manche Thesen vor, wie wenn Großbürger wie Friedrich Engels über Arbeiter sprechen?

Wenn Franziskus, der ungesichert und arm lebte, über Armut spricht (was was ganz anderes als Elend ist, poverty ist nicht misery, und die Befreiungstheologie prangert letzteres an), dann spricht er aus eigener Erfahrung.
Welcher Befreiungstheologe tut das?


Verführung

Monday, 14. May 2007

Es kommt immer wieder mal vor, daß ich Zeugen Jehovas als Patienten habe, im Moment auch mal wieder. Im Moment ist leider wenig Zeit für ein ausführliches Gespräch mit den Leuten außerhalb der täglichen Visite, aber grundsätzlich mach ich so etwas gerne, insbesondere natürlich über Theologisches.

Spätestens beim zweiten Gespräch drücken mir die ZJ dann eine Broschüre ins Heft, meistens auch dasselbe, da ich immer sofort den Kernirrtum ihrerseits, die Ablehnung der Dreifaltigkeit, anspreche.

Es ist für mich aber prinzipiell schwierig, da das zu vertreten, von dessen Richtigkeit ich absolut überzeugt bin. Dabei ist es nicht die Frage des Wie, sondern die des Ob.

Es findet in meiner Rolle als Arzt insbesondere bei den älteren Patienten, wie in meinem Fach Innere Medizin üblich, ja eindeutig kein Gespräch auf Augenhöhe statt, sondern die Patienten sehen mich als Autorität. Nun könnte man ja sagen, daß ich dies sogar im Sinne der Wahrheit gebrauchen sollte, allerdings habe ich da Bauchschmerzen, da dies eben keine theologische, sondern medizinische Autorität ist, die lediglich gefühlsmäßig ausgeweitet wird.

Hier liegt eine große Verführung zur Macht, zumal die ZJ, die ich im Krankenhaus erlebe, nur selten etwas von Kirchengeschichte wissen oder die Zeugnisse der frühen Christen außerhalb der Kirche kennen - es war schon was Neues heute von mir zu hören, daß der Kanon der Schrift von der Kirche festgelegt wurde, was ich nur anreißen konnte.
Nein, der Zweck heiligt nicht die Mittel, der Verführung muß ich widerstehen können, so einfach und “gut” doch das Gegenteil erscheint.


Seine Seite?

Sunday, 13. May 2007

Dies Domini.

Wer auf der A46 vom Kreuz Hilden kommend Richtung Düsseldorf fährt, findet auf der linken Seite zur Zeit ein großes Poster mit der dreimaligen Aufschrift “Ich liebe dich”, das ganze “unterschrieben” von Gott. Und verwiesen wird auf die Seite gott.net, wo dieses Poster auch im Moment zu sehen ist.

Ist ja nicht gerade günstig, so ein Poster an de Autobahn. Auf jeden Fall scheint diese wohl ökumenische Initiative (lt. Impressum) über einigen finanziellen Hintergrund zu verfügen.


Ungeschminkt

Saturday, 12. May 2007

Ich weiß von einigen Menschen, die diesen Blog ab und an lesen, und die eigentlich nicht unbedingt jetzt mehr das kulturell “Normale” mit dem christlichen Glauben und dem Christentum am Hut haben, den meisten von ihnen habe ich das mal en passant erwähnt, manchen am Abeitsplatz, manchen anderswo.
Tja, und neulich sagte mit jemand recht ungeschinkt, daß mein Verhalten in seiner manchmal auftretenden Launenhaftigkeit nicht unbedingt dem entspräche, was ich hier zu repräsentieren vorgebe.

Ich gebe zwar nicht vor bzw. hoffe den Eindruck nicht zu erwecken - ganz im Gegenteil - daß mich für einen exzeptionellen Christen halte, aber diese verbale Dusche ist doch extrem wichtig, sie relativiert vieles von dem hier Verzapften.

Wenn unser Leben wirklich das einzige von den Menschen noch wahrgenommene Evangelium ist, dann gibt es einiges zu tun und vor allem einiges zu ändern… (und dafür bitte ich um Euer Gebet…)


Theo

Friday, 27. April 2007

So heißt das neue Magazin, das die katholische Kirche in Düsseldorf seit neuestem vierteljährlich herausbringt. Sehr gutes Design und lesenswert. Schön, daß endlich mal “modernes Design auf alten Fundamenten” (nämlich dem unveränderlichen Glauben) - und dieses Motto hat auch das gelungene Maxhaus als Stadthaus der Kirche in Düsseldorf sich zu eigen gemacht - in der Kirche Einzug gehalten hat.
Es gefällt mir nicht alles, aber fast.


Oh Schreck!

Thursday, 26. April 2007

Ich bin wohl ein Konservativer.

Was ich schon vorher wußte. ;-)

Und als Katholik passe ich deswegen nicht in das politische Parteispektrum meines Landes…


Beschämend

Monday, 16. April 2007

Vor Jahren schrieb ich bereits einmal, daß ich Franziskus meine eigentliche Bekehrung verdanke (okay, natürlich verdanke ich sie ausschließlich dem Herrn, aber ist ja klar, wie das gemeint ist), aber bis heute ist es bloß eine Bekehrung des Verstandes, nicht des ganzen Menschen. Immer wieder wenn ich mich mit Franziskus beschäftige, sehe ich, wie meilenweit weg ich bin von diesem ganz normalen sündigen Menschen, in seiner Art der Nachfolge Christi.

Manchmal beschäftigen mich Fragen des Alltags, die mir in ihrer Bürgerlichkeit die Schamesröte ins Gesicht treiben, sobald ich mich frage, was der Kleine aus Assisi wohl dazu sagen würde…


Überfällig

Saturday, 14. April 2007

Auch wenn ich ein ziemlich schlechter laikaler Nachfolger des Hl. Franziskus bin (auch noch nicht in einer offiziellen Franziskanischen Gemeinschaft), so ist es doch schon längst überfällig, mehr von diesem Heiligen aus Assisi zu erzählen. Da das andere viel besser können als ich, möchte ich hier zwei Sachen verlinken, die ich auf der Seite der von mir verehrten Franziskaner gefunden habe (bzw. besser: bisher nicht gewürdigt hatte):

1. eine Lebensbeschreibung des Franziskus von Assisi

2. eine Erklärung zum sogenannten Tau-Zeichen (Hinweis: bei mir findet man es immer bei einem Zitat, wie bspw. im vorherigen Beitrag).

Beides sind pdf-Dateien.

(Noch ein Hinweis: mit “laikal” meine ich, daß ich nicht in einem klassischen Orden bin - auch wenn ich das für mehrere Jahre sein wollte - , also einer, der nicht mit Kutte in einem Kloster lebt - was man sich eben so im allgemeinen vorstellt, auch wenn das auf das Franziskanische nicht zwingend zutrifft, aber das ist ein anderes Thema…
Ich interessiere mich sehr für die Franziskanische Gemeinschaft, den sog. Dritten Orden, bin aber wie gesagt noch nicht Mitglied einer solchen)


Treffer

Saturday, 14. April 2007

Martin bringt hier das bisher einzig für mich wirklich überzeugende Argument, mehr Latein in der Messe zu verwenden (kannte es bisher nicht, leuchtete aber sofort ein):

Latein bewahrt mich vor der Illusion, ich würde verstehen, was die liturgischen Texte sagen. Die Wahrheit ist: Ich verstehe nur wenig. In deutscher Sprache fällt das nur nicht so auf.

Insgesamt sehe ich das entspannt und bete das Stundengebet auf Deutsch (allerdings nach der Komplet der Gruß an die Gottesmutter, der wird auf Latein gesungen).


Zuwachs

Friday, 13. April 2007

Zwei neue Blogs in der Liste, zum Teil schon etwas länger betrieben:

Gott vor uns (franziskanisch inspiriert!)

Am Anfang war das Wort (dominikanisch inspiriert. “We’re cousins”, sagte mal der ehemalige Generalminister des Predigerordens Timothy Radcliffe zu mir…)


“Rebellen wie Jesus”

Wednesday, 11. April 2007

Tja, da weiß es einer mal wieder genauer, nein, da wissen es mehrere genauer. Da weiß einer mal wieder, daß Jesus die Eucharistie nicht im Rahmen eines ritualisierten Mahles eingesetzt hat (obwohl es doch so war, das Pessach-Mahl eben). Da weiß einer genau, nach 2000 Jahren, was Jesus meint und will - die gesamte Kirche weiß es seit 2000 Jahren nicht, er dagegen schon.

Queremos ser rebeldes al modo de Jesús

zu Deutsch “wir wollen Rebellen sein wie Jesus”, sagt einer der drei Priester von Entrevías in Madrid (siehe den vorletzten Eintrag), als die vom Erzbischof untersagte und dennoch gefeierte Osternachtsmesse zur antikirchlichen Demonstration verkommt - mit viel Presse, mit viel Pathos (wir die Guten, Bischof & Co. die Bösen), mit Kuchen als “Leib Christi” (wie bereits erwähnt steht liturgisch fest, welche Substanz - Mehl und Wasser, mehr nicht - gewandelt werden muß, damit es sicher Leib Christi wird)

und einmal rumgereichte Weingläser für alle(!) als Blut Christi

Sieht doch sehr ehrfurchtsvoll aus, oder? Hier steht übrigens unter dem Bild (zur Quelle einfach draufklicken), daß der gezeigte spanische Schauspieler “Wein aus einem Glas trinkt”, vom Blut Christi ist nicht die Rede…

Ich weiß nicht, was die da gefeiert haben, aber es war keine katholische Messe, die es ja nur in Einheit mit Papst und den Bischöfen gibt - nunja, sollen die ihr eigenes Ding drehen. Der Priesterrat der Erzdiözese Madrid hatte ja die Schließung der Gemeinde ohne Gegenstimme (49 dafür, eine Enthaltung) aufgrund der liturgischen Katastrophen befürwortet.

Als Filmchen gibt es das ganze auch, wahlweise hier oder dort.


Halleluja! Er ist wahrhaft auferstanden!

Sunday, 08. April 2007

EIN FROHES UND GESEGNETES OSTERFEST!!!

Und da dieses Jahr ja der Ostertermin sowohl des (westkirchlichen) Gregorianischen als auch des (ostkirchlichen) Julianischen Kalenders auf den gleichen Tag fallen, sollten wir vor allem um eins beten, vor der großen Einheit vielleicht erst einmal die kleinen Schritte:

Daß sich die Kirchen auf gemeinsame Termine für die Feiern einigen und die Kalenderfrage ad acta gelegt werden kann.

Ich dachte übrigens immer, Ostern sei immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang. Das das ganze viel komplizierter ist findet sich bei Wikipedia hier.

(Selbst kann ich für die Ökumene mit den Kirche der Orthodoxie nicht viel “machen”, aber vielleicht ist ja ein Link zur Osterbotschaft des Patriarchen Alexeij II. von Moskau (auf Englisch) etwas.)


Schade

Tuesday, 03. April 2007

Traurig, daß kurz vor dem wichtigsten Fest der Welt so etwas noch passieren muß: aufgrund von liturgischen Eigenwegen (gelinde gesagt) wurde die Pfarrei des Hl. Karl Borromäus des Erzbistums Madrid von selbigem (also durch den Erzbischof) aufgelöst - und das ganze dient natürlich der säkularen Presse als gefundenes Fressen in Spanien.

Die Antwort der Gläubigen dort (hauptsächlich aus den unteren sozialen Schichten):

DE AQUÍ NO SE VA NADIE
(dt. “Von hier geht keiner”)

Die drei vorstehenden Priester haben den Gemeindemitgleidern in einem feierlichen “Akt” den Schlüssel zur Gemeinde übergeben und werden sich der Anordnung des Bischofs nach eigener Aussage nicht beugen. Wohlgemerkt: es geht, so zumindest der Wortlaut des Bistums (und warum dem nicht glauben?), nicht um die wichtige und richtige Sozialarbeit und Hinwendung zu den Ausgegrenzten der Gesellschaft (mit Hilfe des Erzbistums übrigens!), sondern um die Tatsache, daß es dort bei der Eucharistiefeier eben ab und zu nicht Brot, sondern Kuchen als “Leib Christi” gibt.

Dazu schreibt die Gemeinde, die sich im Rest des Schreibens sehr häufig auf das Zweite Vatikanum bezieht:

Si nos empeñamos en seguir al pie de la letra, y nada más que al pie de la letra, el diseño litúrgico del Misal romano con sus pormenorizadas rúbricas, damos como muerta toda vida y creatividad litúrgica. Más que en creadores nos convertimos entonces en recitadores mecánicos de fórmulas litúrgicas, que nos impiden llevar a la celebración eucarística la realidad viva de nuestro tiempo, de nuestra gente, de nuestra comunidad y de nuestras personas concretas.

¿Por qué una comunidad de hoy no puede crear sus oraciones propias como lo hacían las comunidades anteriores en sus respectivas circunstancias? ¿Qué hace suponer que aquellas fórmulas –particulares de entonces- deben ser asumidas al pie de la letra y no puedan ser sustituidas por otras de hoy? Lo esencial -que es lo que hay que guardar- es permanente; pero lo accidental, cambia y es variable. Esta estéril y aburrida repetición de fórmulas y modelos del pasado es lo que ha llevado a calificar a buena parte de nuestra liturgia de momia sagrada.

Kurz zusammengefaßt meinen die Autoren, daß das alleinige Befolgen des Meßbuches ein Für-tot-erklären des “liturgischen Lebens und der liturgischen Kreativität” sei (”damos como muerta toda vida y creatividad litúrgica”). Man sei dann bloß mechanischer Wiederholer, nicht mehr Schöpfer. Wichtig sei das Verheutigen der Liturgie mit Einbeziehen aller Bestandteile. Das Wesentliche sei unwandelbar, vieles aber dem kulturellen und zeitgenössischen Einfluß unterworfen und daher ein Entwerfen eigener Gebete nicht nur erlaubt, sondern gar geboten.

Und das alles im Namen des Zweiten Vatikanischen Konzils, in dem steht, daß niemand das Recht habe, die Liturgie nach eigene Gutdünken zu ändern - selbst ein Priester nicht! Dies steht nur dem Apostolischen Stuhl zu, sprich dem Papst selbst, und auch dies in nur eingeschränktem Maße. Kuchen kann selbst der nicht zulassen.

Das Konzil stellt fest:

A) Allgemeine Regeln

22. § 1. Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorität der Kirche zu. Diese Autorität liegt beim Apostolischen Stuhl und nach Maßgabe des Rechtes beim Bischof.

§ 2. Auch den rechtmäßig konstituierten, für bestimmte Gebiete zuständigen Bischofsvereinigungen verschiedener Art steht es auf Grund einer vom Recht gewährten Vollmacht zu, innerhalb festgelegter Grenzen die Liturgie zu ordnen.

§ 3. Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern.

Ich bin ehrlich, mit solchen Aktionen wird mal wieder das berechtigte Anliegen der Zuwendung zu den Ausgegrenzten und das Beachten dieses Unrechtes (daß es überhaupt Ausgegrenzte gibt!) mit den Füßen getreten. Hochmut kommt vor dem Fall, Sonderkirchen gibt es bereits zuhauf.
Wer sich wirklich an das Konzil zu halten meint, kann es für so eine Selbstgerechtigkeit nicht mißbrauchen!


Kern

Monday, 26. March 2007

Der Kern des Christentums ist nicht das Befolgen der Gebote, es ist auch nicht die Liebe gegenüber dem Nächsten.

Kern ist das Zulassen der Vergebung an einem selbst. Daraus erwächst alles andere.


Spieglein, Spieglein

Friday, 23. March 2007

Die Fastenzeit ist dieses Jahr nicht die Zeit des großen inneren Umbruches - sie ist für mich zuerst die Zeit der inneren Reflexion bzw. der Überlegung darüber, wie mein Christsein überhaupt nach außen und auf andere wirkt.

Und ich stelle fest: zumeist gar nicht, weil ich fast nie “als Christ” auffalle.

Franziskus legte größten Wert darauf, daß wir zuerst durch das Leben evangelisieren und, so schreibt er in seiner sogenannten Nichtbullierten Regel (also nicht durch ein päpstliches Schreiben bestätigt), nur dann das Wort Gottes verbal verkünden sollen, wenn es dem Herrn gefällt. Das ist ja beileibe nicht immer. Durch das Leben dagegen können wir immer das Evangelium predigen, ganz wortlos.

Nur, ich tue es fast nie, zumindest sagen es mir Leute in meinem beruflichen und privaten Umfeld ganz ehrlich.

Ganzjähriges “Fasten” angesagt sozusagen.


Gepennt

Friday, 23. March 2007

Da hat mein Nachbar Marco schon seit Dezember letzten Jahres einen noch kleinen (und extrem vielversprechenden) Blog und ich habe es nicht gemerkt (er sagt aber auch nichts, der Schlingel!).

Also: Mystik im Dialog


Nix verstann?

Thursday, 08. March 2007

Hier berichtet der “Humanistische Pressedienst” (ein lustiger Name, gibt es auch einen in-humanistischen oder inhumanen? Wäre der dann animalisch?) über ein anscheinend verblüffendes Statement von Karl Kardinal Lehmann, seines Zeichens Bischof von Mainz und oberster Repräsentant der dt. Bischöfe, daß dieser “nicht an die Kirche glaube” (sondern nur an Gott) und vor allen sich dadurch selbst außerhalb des Glaubens der Kirche gestellt habe.

Nope.

Hat er nicht, er ist immer noch dabei.

Daß aber ein Religionsverächter wie Schmidt-Salomon, Lehmanns Diskussionspartner in der dort erwähnten Sendung, das nicht schon vorher wußte, ist ein erbärmliches Zeichen.

Noch mal zum Mit- und Abschreiben:

Katholiken glauben nicht “an” die Kirche, sondern wir “glauben eine Heilige, Katholische und Apostolische Kirche”, d.h. wir glauben, daß die Kirche Gottes eben Eine ist (nicht mehrere real existierende), Heilig (durch Gott und Seine Sakramente, nicht durch die Menschen in ihr!), Katholisch (allumfassend) und Apostolisch (d.h. die Weihesakramente und die Eucharistie wie von Beginn an bewahrend).

So einfach, und so stet es auch im lateinischen Original (von mir da hervorgehoben). Da steht kein “et in”, das “en” ist nicht da (ganz im Gegensatz zu den Glaubenssätzen zu Vater, Sohn und Hl. Geist, da steht das “in” sehr wohl):

Credo in unum Deum, Patrem omnipotentem, factorem caeli et terrae, visibilium omnium et invisibilium.
Et in unum Dominum Iesum Christum, Filium Dei unigenitum,
et ex Patre natum ante omnia saecula, Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero, genitum, non factum, consubstantialem Patri: per quem omnia facta sunt;
qui propter nos homines et propter nostram salutem descendit de caelis, et incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria virgine, et homo factus est, crucifixus etiam pro nobis sub Pontio Pilato, passus et sepultus est, et resurrexit tertia die secundum Scripturas, et ascendit in caelum, sedet ad dexteram Patris, et iterum venturus est cum gloria, iudicare vivos et mortuos: cuius regni non erit finis.
Et in Spiritum Sanctum, Dominum et vivificantem, qui ex Patre Filioque procedit, qui cum Patre et Filio simul adoratur et conglorificatur, qui locutus est per prophetas. Et unam sanctam catholicam et apostolicam Ecclesiam. Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum. Et exspecto resurrectionem mortuorum, et vitam venturi saeculi. Amen.


“Kinos sind wie Klöster”

Tuesday, 27. February 2007

Es ist über ein halbes Jahr her, und kürzlich kam bei mir die DVD des Filmes an, der jetzt auch in den USA läuft und anscheinend einen ähnlichen Eindruck auf die Menschen dort hinterläßt. Hier ist ein sehr gutes Interview mit (dem Düsseldorfer!) Philip Groening auf Englisch zu lesen.

Nobody goes to a monastery to become a specialist in monasteries—you go to a monastery to become yourself. A film about a monastery that is really about a monastery is a film where you come out of the film and you know a little bit more about yourself but you know nothing about a monasteries because you have been in a monastery. If you want know about monasteries, go to a good historian.

Und am Schluß wird Groening exzellent (das ganze ist sehr lesenswert), auch wenn diese Einschätzung von mir manchen vielleicht verwundern wird:

The way you know that a religion is your religion is that you have problems with it. If you don’t have problems with it, it’s not your religion.


Bloggen ist gefährlich

Monday, 26. February 2007

Und dies offensichtlich nicht nur für die, deren Meinungsmonopol angegriffen wird. Beispiele wie die des Ägypters Kareem Amer (derzeit scheint die Seite, die seine Freilassung fordert, nicht erreichbar zu sein. Warum?) zeigen, daß die Erfindung des Weblog nicht nur für amerikanische Präsidentschaftskampagnen wichtig ist (dort werden sie auch offensiv gebraucht) - jeder kann jederzeit an jedem Ort mit Netzzugang alles für alle lesbar kommentieren. Dieses Recht dürfen wir uns nicht nehmen lassen, von niemandem. Und daß es gelesen wird, zeigt die Haft von Kareem Amer.
Die Mächtigen bekommen Angst - gut so.