Bemerkenswert
Wenn die Tagespost einen eindeutig recht kritischen Artikel über ein vatikanisches Dokument veröffentlicht - und ihm stimme ihm voll zu - dann ist das beachtenswert.
Wenn die Tagespost einen eindeutig recht kritischen Artikel über ein vatikanisches Dokument veröffentlicht - und ihm stimme ihm voll zu - dann ist das beachtenswert.
In Italien ist er einfach nur “Der Heilige”, und heute ist sein Tag.
Quelle
(Das einzige Bild, das nicht so schwülstig war und Copyright-frei zu haben war)
Er wurde aus einem Grund Minderbruder (die heutigen Franziskaner), der im 21. Jahrhundert alles andere als politically correct wäre: ihn beeindruckten sehr die Märtyrer der Minderbrüder aus Marokko, die sich - auf denkbar plumpe Weise - dort die Muslime schnell zu Feinden machten. Übrigens nicht so, wie Franz selbst mit den “Sarazenen” umging, aber so waren die Zeiten eben.
Und Antonius reihte sich ganz einfah bei den Armen Kuttenträgern ein. Mit Priestern konnte der Orden anfänglich noch nicht viel anfangen, also war sein Job der des Putzens. Irgendwann mußte er predigen, quasi einspringen für jemand anderen, und dann wurde sein ungeheures Talent und Wissen offenbar.
Ob das ein Weg für heute wäre? Erst schrubben…
Als Einzelmitglied von ai (amnesty international) verfolge ich natürlich mit großem Interesse die internen Diskussionen, die dort derzeit geführt werden. ai wurde zuletzt (und zurecht) mehrfach kritisiert, daß eine mögliche Ausweitung der Arbeit pro Abtreibung allem zuwiderlaufen würde, was Menschenrechte ausmacht (und dies würde auch das Ende meiner Mitgliedschaft bedeuten natürlich).
Es wird derzeit auf internationaler Ebene sehr diskutiert, da es besonders aus den USA Bestrebungen gibt, Abtreibung als “Menschenrecht” zu deklarieren (das Land ist dort u.a. bzgl. dieser Frage zutiefst gespalten).
Ich werde zwar keine Interna preisgeben, aber ich bin optimistisch, daß sich die dt. Sektion wie schon zuletzt dagegen aussprechen und somit als mitgliederstärkste Sektion die Entscheidung herbeiführen wird.
Abgesehen von der internen Spaltung der Organisation (sie würde unweigerlich kommen) würde sich ai noch viel mehr als westlich-säkular abstempeln und somit den Zugang zu anderen Kulturkreisen selbst versperren.
Ein ganz anderes Thema, was ebenso heiß debattiert wird, ist die Frage, ob sich ai irgendwie dazu äußern sollte, wenn es um militärische Einsätze im Rahmen der UNO geht. Bisher hatte ai dazu keine offizielle Meinung, das finde ich auch gut so.
ai sollte bei seinen Leisten bleiben. Zu tun gibt es bei weitem mehr als genug.
Durch Umwege findet man manches Mal Schätze, und hier tut sich eines im Internet auf (bisher von mir einfach nur unbemerkt):
bietet eine reichhaltige Bibliothek mit schriftlichen und audiovisuellen Beiträgen auf höchstem Niveau über die Grenzfragen und den Dialog von Naturwissenschaft, Philosophie und Theologie.
Sehr empfehlenswert.
… scheint sich leider dieses Jahr nicht viel zu ändern
(Dies domini)
Gernot Faucius, sonst in der WELT zu lesen, wünscht sich diesmal in der Berliner Morgenpost einen Aufbruch der Kirche hierzulande (auch wenn er vom Kern der Botschaft seltsamerweise nicht spricht und das ganze soziologisch reduziert):
[…]Pfingsten als Geburtsfest der Kirche wird nur noch von einer kleinen Minderheit wahrgenommen. Und von Mission wagt man allenfalls verschämt zu reden.
Wen wundert’s? Christlicher Religionsunterricht ist vielerorts auf das Maß einer besseren Sozialkunde geschrumpft. Die Kirchen haben - der Berliner evangelische Bischof Wolfgang Huber schlug sich an die eigene Brust - der Gefahr der “Selbstsäkularisierung” nicht widerstanden. Immer weniger Christen können über ihren Glauben Auskunft geben.[…]
Daniel Jonah Goldhagen dagegen pflegt mal wieder sein Feindbild Katholische Kirche, diesmal in der WELT. Wenn’s ihm dann besser geht, dann ist das okay.
Ich habe das Gefühl, diese Welt braucht dringend den Geist Gottes (besonders auch ich).
So beschreibt Bruder Paulus der ZEIT seinen Job.
Und damit hat er auch Recht.
Die Ruhr-Uni Bochum hat laut diesem Artikel der rp-online (online-Redaktion der Rheinischen Post) eine Studie über die religiöse Bindung in NRW durchgeführt. Demnach hat Düsseldorf den größten Anteil an Menschen ohne Bindung an eine rel. Gemeinschaft - über die Sinnhaftigkeit des Artikeltitels wird ja in den dortigen Kommentaren gestritten, natürlich auch, um mal wieder ein paar Gemeinplätze gegen die Kirche zu plazieren (wie aufregend neu).
Auf jeden Fall gibt es viel zu tun für die Christen hier.
Nachtrag: hier ist die Seite des verantwortlichen Institutes der Ruhr-Uni, dort als pdf-Datei die Beschreibung des Projektes, welches übrigens noch gar nicht abgeschlossen ist. Aber interessant werden die Ergebnisse allemal sein.
Sicherlich werden sich schon so einige, wie ich früher ebenfalls, gefragt haben, warum der Ablauf der Hl. Messe so ist wie er ist und vor allem: seit wann und wer das so eingerichtet hat.
Tja, der Schuldige ist ja meistens der, der uns die älteste Quelle über so etwas liefert, und den feiert die Kirche heute.
Nicht deswegen, sondern weil er am heutigen Tag, ca. um das Jahr 167 herum, unter Kaiser Markus Aurelius enthauptet wurde - der Kerl wollte einfach nicht den römischen Götterglauben annehmen, so was kann man ja auch nicht zulassen.
“Der Gerechte” heißt sein Name zu deutsch, geboren als Kind heidnischer Eltern des römischen Reiches in Flavia Neapolis im heutigen Palästina, Philosoph und eben das oben Genannte, der erste “Berichterstatter” des “was macht ihr denn da so in Euren Gottesdiensten?”. Die Reliquien des Patrons der Philosophen befinden sich laut wikipedia (aufs Bild klicken) in Mainz. Wenn Platon mal wieder Probleme macht, einfach mal vorbeischauen:
Ich stelle fest, daß ich mich im Laufe der Zeit immer weniger dafür interessiere, was so in Rom kirchlicherseits passiert oder wo sich B16 gerade aufhält. Natürlich nicht deswegen, weil ich etwas dagegen hätte oder weil ich mein eigener Papst sein will. Im großen und ganzen verfolge ich das auch, aber bei weitem nicht en détail so wie manch andere. B16 macht das schon ganz gut so.
Sicher ist der Papst, sicher sind manche Bischöfe (entscheidend bleibt allerdings der eigene Ortsbischof, ob gelegen oder ungelegen) wichtige Vorbilder und geistliche Väter. Doch noch viel wichtiger ist Der, Der sich ganz unscheinbar und unaufdringlich im Tabernakel aufhält und auf jeden von uns wartet.
Er ist nicht nur (aber auch) in Rom, sondern in jeder kleinen Pfarrkirche St. X in Y. Und wenn wir zu dieser Pfarrei gehören, dann ist Er schon vor uns dagewesen und wartet auf unser Zeugnis für Ihn genau dort, genau an dem Ort unseres Alltages.
Es ist vollkommen okay, sich von den großen Gesten und Zeichen bannen zu lassen, die Kirche hat da ja auch einiges drauf, keine Frage.
Doch die Nagelprobe ist zuhause, und zwar nicht vor dem Fernseher.
Gekündigt.
Endlich.
Neuen Job schon an Land gezogen, zwar immer noch im KH, aber ab Juli nie mehr 26-bis-28-Stunden-Dienste!
Endlich.
Dies Domini.
Wenn nur ein Bruchteil dieses ZEIT-Artikels stimmen sollte, bleibt doch diese Frage hängen. Warum nahmen viele Bistümer ausgerechnet die als Berater? Sind die noch bei Trost?
Dies Domini.
Das Schreckliche an fundamental-säkularer Mehrheitsmeinung (sprich: ihre Politik) ist, daß sie immer wieder selbst aufzeigt, welche Konsequenzen sie in sich birgt. Man muß keine große Phantasie aufbringen, die Realität ist schlimmer.
Eine hochschwangere Frau in Virginia, USA, hat sich in ihren eigenen Bauch geschossen, um das Baby zu töten, welches noch am gleichen Tag planmäßig geboren werden sollte.
Sie hatte damit “Erfolg”.
Und das ganze war “legal” und bleibt straffrei. Okay, sie hat der Polizei zuerst was anderes erzählt, deswegen muß sie 750 Dollar zahlen. Aber das war’s.
Da es keine Zufälle gibt, war es auch kein solcher, daß ich gerade in einem Podcast das Glaubensbekenntnis des Athanasius hörte, nachdem ich noch gestern mit einem Freund über die Erklärung der Dreifaltigkeit Gottes nachsinnte. Wenn also einem mal wieder die Worte fehlen, hier sind die, die dem Bischof von Alexandrien zugeschrieben werden (auch wenn sie nicht von ihm stammen mögen, bilden sie doch sein Denken ab):
Wer da selig werden will, der muss vor allem den katholischen Glauben festhalten; wer diesen nicht in seinem ganzen Umfange und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel ewig verloren gehen.
Dies ist aber der katholische Glaube:
Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit, ohne Vermengung der Personen und ohne Trennung der Wesenheit.
Eine andere nämlich ist die Person des Vaters,
eine andere die des Sohnes,
eine andere die des Heiligen Geistes.Aber Vater und Sohn und Heiliger Geist haben nur Eine Gottheit, gleiche Herrlichkeit, gleich ewige Majestät.
Wie der Vater, so der Sohn, so der Heilige Geist.
Unerschaffen ist der Vater,
unerschaffen der Sohn,
unerschaffen der Heilige Geist.
Unermesslich ist der Vater,
unermesslich der Sohn,
unermesslich der Heilige Geist.
Ewig ist der Vater,
ewig der Sohn,
ewig der Heilige Geist.
Und doch sind nicht drei Ewige, sondern Ein Ewiger, wie auch nicht drei Unerschaffene und nicht drei Unermessliche, sondern Ein Unerschaffener und Ein Unermesslicher.Ebenso ist allmächtig der Vater,
allmächtig der Sohn,
allmächtig der Heilige Geist,
und doch sind es nicht drei Allmächtige, sondern Ein Allmächtiger.So ist der Vater Gott,
der Sohn Gott,
der Heilige Geist Gott,
und doch sind es nicht drei Götter, sondern es ist nur Ein Gott.So ist der Vater Herr,
der Sohn Herr,
der Heilige Geist Herr,
und doch sind es nicht drei Herren, sondern es ist nur Ein Herr.Denn wie wir nach der christlichen Wahrheit jede Person einzeln als Gott und Herrn bekennen, so verbietet uns doch auch der katholische Glaube, drei Götter oder Herren anzunehmen.
Der Vater ist von niemand gemacht, noch geschaffen, noch gezeugt.
Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht, nicht geschaffen, sondern gezeugt.
Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohn, nicht gemacht, noch geschaffen, noch gezeugt, sondern hervorgehend.
Es ist also Ein Vater, nicht drei Väter.
Ein Sohn, nicht drei Söhne.
Ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister.Und in dieser Dreieinigkeit ist nichts früher oder später, nichts größer oder kleiner, sondern alle drei Personen sind gleich ewig und gleich groß, so dass in allem, wie bereits vorhin gesagt wurde, sowohl die Einheit in der Dreifaltigkeit also auch die Dreifaltigkeit in der Einheit zu verehren ist.
Wer daher selig werden will, muss dies von der heiligsten Dreifaltigkeit glauben.
Aber zum ewigen Heil ist es ferner notwendig, treu auch an die Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus zu glauben.
Das ist nun der rechte Glaube:
Wir müssen glauben und bekennen,
dass unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, Gott und Mensch ist.
Gott ist er aus der Wesenheit des Vaters von Ewigkeit gezeugt,
und Mensch ist er aus der Wesenheit der Mutter in der Zeit geboren.
Vollkommener Gott, vollkommener Mensch,
bestehend aus einer vernünftigen Seele und einem menschlichen Leibe.
Dem Vater gleich der Gottheit nach,
geringer als der Vater der Menschheit nach.
Da er nun Gott ist und Mensch zugleich,
so sind doch nicht zwei, sondern nur Ein Christus.
Einer aber, nicht als ob die Gottheit in Fleisch verwandelt worden wäre,
sondern weil Gott die Menschheit angenommen hat.
Einer ganz und gar, nicht durch Vermengung der Wesenheit,
sondern durch die Einheit der Person.Denn wie die vernünftige Seele und der Leib nur Einen Menschen ausmachen,
so ist auch Gott und Mensch nur Ein Christus.
Der gelitten hat um unseres Heiles willen,
abgestiegen ist zur Unterwelt,
am dritten Tage wiederauferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel,
sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten.
Bei seiner Ankunft werden alle Menschen in ihren Leibern auferstehen und Rechenschaft ablegen über ihre eigenen Handlungen.Und die, welche Gutes getan haben, werden eingehen zum ewigen Leben,
die aber Böses getan haben, ins ewige Feuer.Dies ist der katholische Glaube.
Wer ihn nicht treu und fest umfasst, kann nicht selig werden.
Es gibt Christen, die sich aktiv dafür engagieren, die offensichtlichen Lügen und versteckten Irrtümer des Buches “Sakrileg” als solche zu entlarven. Andere wiederum verstehen nicht den Hype darum und meinen, es sei bloß ein schlecht recherchiertes Pamphlet mehr gegen die Kirche, das den Aufwand nicht lohnt.
Beide Seiten sind verständlich.
Wenn man allerdings die Verkaufszahlen von bis jetzt ca. 50.000.000 Exemplaren heranzieht und einfach mal denkt, daß vielleicht bloß 2% der Leser aufgrund dieses Buches nicht mehr an Jesus Christus glauben (gesetzt dem Fall, daß sich meistens nominelle Christen dieses Buch kaufen), dann wären dies immerhin noch 1.000.000.
Kann uns das kalt lassen?
Beim Deutschlandfunk gibt es in der werktäglichen Sendung “Tag für Tag - aus Religion und Gesellschaft” derzeit eine Reihe über Augustinus, den Bischof aus dem damaligen Hippo in Nordafrika und unbestritten einer der wichtigsten Figuren des Abendlandes und seiner katholischen Theologie. Als mp3 zu hören sind hier Teil 1, Teil 2 und Teil 3. Morgen zwischen 9.30 Uhr und 10.00 Uhr läuft Teil 4.
Leider ist die Sendung immer noch nicht als Podcast verfügbar, obwohl ich schon einmal per Email angefragt hatte. Vielleicht bringen ja mehr Stimmen/Nachfragen ein besseres Ergebnis…
Heute abend um 20.10 Uhr, in der Sendung “Studiozeit” (mittwochs immer mit einem religiösen Thema), geht es über die laut Untertitel “immer mehr Deutschen”, die zum Islam übertreten würden. Bestimmt auch hörenswert. Ich erlaube mir aber den Hinweis, das selbiges über Ex-Muslime nicht sendungsreif wäre, da diese nicht ohne Grund auch hierzulande Angst um ihre Sicherheit (und die ihrer Familie) hätten. Mir sind mehrere Fälle persönlich bekannt.
How can you tell the difference between a liturgist and a terrorist? You can negotiate with the terrorist.
Timothy Radcliffe OP, der ehemalige “Generalmeister” (Oberster) des Dominikanerordens, spricht in diesem sehr lesenswerten Artikel (auf Englisch) über den Bruch innerhalb der Kirche, mal eben etwas anspruchsvoller als sonst.
Mir liegt sonst diese Nabelschau nicht unbedingt, die Welt ist zu groß dafür, aber interessant ist es allemal (und das gewählte Zitat bewußt provokant - der Artikel ist ausgewogener).
Dies Domini.
In extrem loser Fortsetzung der kleinen Reihe (hier Teile 1, 2 und 3) möchte ich diesmal einen Aspekt aufwerfen, der sich zwar an den dritten Teil inhaltlich anschließt, jedoch diesen Themenkomplex anders angeht. Vielleicht kann mir ein Protestant da eine kompetente Antwort zu geben, da ich da mal wieder was nicht ganz verstehe.
Es wird mal etwas in der Vergangenheit gegraben.
Da sich die Kirche ja als organischen Leib versteht, hat sie natürlich auch eine Geschichte bzw. Vergangenheit, die ihre Gegenwart konstitutiert. Daher ist es meiner Erfahrung nach besonders erhellend und interessant, ein wenig in der Geschichte der Dogmen und Bekenntnisse zu wühlen und darüber nachzusinnen, warum sie wohl so und nicht anders formuliert wurden.
Vor einiger Zeit dachte ich mal etwas über den Satzteil der “Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche” nach, es erscheint so im Glaubensbekenntnis. Dabei meint ja das Wort “Eine” nicht einfach einen unbestimmten Artikel, sondern das Zahlwort, wie es schon das Lateinische ausdrückt (man hätte grammatikalisch auch das “unam” weglassen können). Es gibt also nur nach der Meinung dieses Bekenntnisses, welches sowohl Katholiken und Orthodoxen wie auch Protestanten gemein ist (zumeist nennt man es das “Große Glaubensbekenntnis” gegenüber dem Kleinen, dem sogenannten Apostolischen), nur eine einzige Kirche.
Warum haben die Konzilsväter von damals, es wurde nämlich auf dem 1. Ökumenischen Konzil von Konstantinopel im Jahr 381 (dem Zweiten Ökumenischen Konzil insgesamt) so und nicht anders formuliert, dieses Wort für so wichtig erachtet, daß es ins Glaubensbekenntnis sollte? Ist ja nicht irgendein Text, sondern das Herzstück des Glaubens in Schriftform gegossen.
381 gab es noch nicht die Aufteilung in Ost- und Westkirche, der Protestantismus wurde erst über 1100 Jahre später erfunden und die Streitereien mit Arianern und Monophysiten waren über Fragen der Person Jesu, nicht über die der Kirche (auch wenn besonders Arianer wegen des anderen Glaubens eine eigene “Kirche” hatten - doch Grund dafür war eben nicht eine unterschiedliche Auffassung von Kirche), außerdem kamen die Monophysiten und ihr Gegenpol, die Nestorianer, erst im 5. Jh. ins Spiel.
Also, woran mag es gelegen haben? Im allerersten Ökumenischen Konzil in Nizäa nach dem Apostelkonzil von Jerusalem, welches sich ja noch in der Heiligen Schrift findet und daher eine Sonderstellung hat, in diesem Konzil also aus dem Jahr 325 findet sich zwar auch ein Glaubensbekenntnis, aber eben ohne Hinweis auf die Kirche. Grund für dieses Konzil war der Arianismus, der für das Zweite Ökumenische (das oben erwähnte Erste von Konstantinopel) waren der Bischofssitz von Konstantinopel und andere juridische Themen neben der einen oder anderen irrigen Auffasung über den Glauben, doch kein grundlegender kirchlicher Disput.
Sieht man mal die schon damals begonnene Tradition der Kirche an, daß deutliche kirchliche Verlautbarungen nur dann getroffen wurden, um sich gegen Gegenbewegungen abzugrenzen, so kann es also durchaus sein, daß es schon so etwas wie eine andere Vorstellung von Kirche gegeben haben mag.
Genauso war es.
Der bekannteste Bischof von Hippo in Nordafrika, Augustinus, hat viel von seinen Auseinandersetzungen im 4. Jh. mit denen berichtet, die im Jahr 325 als eigene Gruppe gerade erst 14 Jahre jung, klein und unbedeutend waren, im Jahr 381 dagegen schon eine “Kirche” etabliert hatten, die die Katholische in manchen Regionen Nordafrikas zum Teil zahlenmäßig übertraf:
die Donatisten (ausführlicher auf Englisch dort).
Sie waren meines Erachtens nach der Grund, warum die Katholische Kirche die “eine Kirche” formulierte. Es gibt eben nicht die “eine Kirche” zum gleichen Grad in verschiedenen gleichberechtigten Ausformungen und Traditionen, wie heute gerne behauptet. Die Donatisten waren nicht voll in der Einen Kirche, auch wenn sie aufgrund der Taufe und der sogar gültigen Sakramente auf sie hingeordnet waren. Die “Eine Kirche” ist nicht unsichtbar, zumindest war das damals nicht der Glaube der Kirche, denn dann wären die Donatisten ja mit dabei gewesen, eben eine weitere legitime Form des Kircheseins. Diese immer noch gültige katholische Auffassung ist somit über 1100 Jahre älter als der Streit um sogenannte “Konfessionen”, zu deutsch Bekenntnissen, die mit dem Protestantismus aufkamen.
Was mich nun wundert angesichts des historischen Hintergrundes: was sagen Protestanten zu ihrem eigenen Glaubensbekenntnis, es ist ja auch für diese verbindlich (zumindest in den Landeskirchen)? Lassen sie das “eine” weg oder nivellieren sie es bspw. im Englischen, indem aus dem üblichen “One” ein “a” wird?
Oder anders gefragt: wie kann man die “Eine Kirche” für prinzipiell unsichtbar halten, wenn es diejenigen, die diese “Eine Kirche” formulierten, gar nicht geglaubt haben?
Dies Domini.
Christen vermuten häufig, daß ihr Glaube sie selbst oder, im Angesicht der eigenen Fehlbarkeit und Schwäche, zumindest andere “Normalchristen” im Durchschnitt zu einem hilfsbereiteren Menschen macht, man meint sehr oft, daß Christen auf der Gauß’schen Kurve des guten Handelns eher am Rand der Glocke zu finden sind. Es wäre auch mehr als wünschenswert. Schließlich ist das Ziel des aktiven Daseins ja nicht das Bewußtsein der eigenen Sünde und auch der Erlösung von ihren Folgen, sondern das Reich Gottes, ohne daß dies natürlich allein in guten Taten bestünde. Doch ohne sie, ohne das Handeln der liebenden Geschwisterlichkeit (Geschwister können auch anders), ist eine Ethik nichts wert. Die Bergpredigt spricht klare Worte.
Doch diese Rechnung geht nicht auf. Christen wissen es, wenn sie ehrlich sind: sie sind eben nicht besser. So erstaunlich und letztendlich unverständlich es uns auch erscheint: viele Menschen handeln gut, ohne daß sie dafür eine durchdachte kausale Begründung haben oder zu brauchen scheinen.
Im Deutschlandfunk gab es eine dreiteilige Serie zur Frage, warum die einen Menschen helfen, die meisten aber nicht, besonders gegen den gesellschaftlichen Mainstream, hier am besten belegt durch die Quellen zur Zeit der Herrschaft Nationalsozialismus. Sehr hörenswert, es werden erstaunliche und unerwartete Beispiele gebracht (als mp3 hier die Teile 1, 2 und 3, je Folge zwischen 25 und 30 Minuten lang).
Die gewünschte Rechnung geht nämlich nicht auf. Der wirklich ernsthafte Glaube an Jesus Christus als Heiland, als Retter der Welt und des eigenen Lebens, und auch an die Richtigkeit Seiner Gebote (die nichts als Liebe sind), führt eben regelhaft nicht zu einem praktischen Umsetzen. Ja, es gibt andere Beispiele, diese Menschen werden auch oft “heilig” genannt. Doch die Masse, ich sicher, Du vielleicht auch, lebt paradox, lebt wert-fern (bzgl. der eigenen Werte), lebt nicht mit den eigenen Überzeugungen, sondern mit dem Abwägen von Kosten und Nutzen an erster Stelle. Lebt, letztendlich, in einem Stadium des steten Heuchelns.
Die Motive jedoch, die einem zu einem Retter und Helfer gegen die Mehrheitsmeinung machen, liegen irgendwie im Dunklen. Das Schema schlechthin scheint es nicht zu geben, auch nicht das religiöse Motiv.
Dies Domini.
Bitte betet für die Seele von Hans O., den ich gestern morgen erfolglos noch in der Notaufnahme versucht habe zu reanimieren. Er war unheilbar an Lungenkrebs erkrankt, aber noch voller Freude und Lebenslust. Der schnelle Tod hat allerdings ein möglicherweise längeres Siechtum verhindert.
Möge der Herr alles von ihm nehmen, was Hans von Ihm trennt.
Bitte betet auch für seine Frau und die sieben verbliebenen erwachsenen Kinder.
(Es war das erste Mal, daß ich entscheiden mußte, wann wir aufhören…)
Dies Domini.
Wann hat jemand das letzte Mal in einer normalen Pfarrgemeinde in der Osternacht alle neun Lesungen hören dürfen? Gerade die Osternacht ist ja die Quelle aller weiteren Liturgie, aus ihr speist sich das gesamte Kirchenjahr. Und werden die Lesungen wirklich gebracht, wird auch vielen der Zusammenhang klar, die Göttliche Zäsur der Auferstehung, das alles umstürzende Neue.
Doch so etwas ist dem Volk Gottes wohl nicht zuzumuten.
Es ist dem Volk Gottes einer Pfarrei ja anscheinend schon nicht zuzumuten, daß an einem normalen Sonntag alls drei Lesungen gehört werden (AT, Apostel-Brief und Evangelium). In den allermeisten Fällen werden die “schwierigen” Texte weggelassen, zumeist der des AT. Aus angeblich “pastoralen Gründen” (hier: unterstellte Unmündigkeit der Gläubigen) wird eine Frucht des Konzils, eine größere Wertschätzung der Heiligen Schrift als ganze, zunichte gemacht.
Daß dieses Verkürzen der Lesungen laut offiziellen Maßgaben nur in “pastoralen Notfällen” erlaubt ist, wirft noch ein erschreckenderes Licht auf diesen Sprachraum: entweder sind hiesige Entscheidungsträger der Meinung, es mal wieder besser als viele andere Länder zu wissen oder wir sind seit Jahrzehnten in einem Dauer-Notstandsgebiet der religiösen Reife.
Es trifft in unterschiedlicher Gewichtung wohl beides zu, nur: was ist Henne, was ist Ei?
Ich muß schon wieder die Osterfreude unterbrechen - nein, eigentlich wird sie durch folgendes viel klarer:
Kann jemand verstehen, daß es für mich die Ursache einer kurzen, aber tiefen Glaubenskrise war zu erfahren, daß Jesu Göttliche Natur am Kreuz nicht gestorben war? Klingt wie eine Kleinigkeit, zumal man die menschliche und göttliche Natur im Herrn nicht wirklich anatomisch trennen kann - dennoch war dies für mich im wahrsten Sinne des Wortes zuerst erschütternd (und las es damals in Bonaventuras “Breviloquium”).
Natürlich wäre es seltsam zu glauben, daß von Karfreitag bis Ostersonntag die Heilige Dreifaltigkeit irgendwie einen “Defekt” gehabt hätte und zeitweise zur “Zweifaltigkeit” geschrumpft wäre.
Dennoch: daß Gott eben nicht starb (aber irgendwie doch starb, das Aufdröseln überlasse ich anderen), war nicht ohne.
Interessanterweise schweigt sich der Weltkatechismus zum Thema “Kreuzestod der göttlichen Natur Jesu” aus.
Liturgisch feiern wir heute noch so, als ob Ostersonntag wäre, große Feste werden immer auf mehrere Tage ausgedehnt und acht Tage gelten als ein Tag (übrigens der Grund, warum Sylvester nicht auf Weihnachten fällt).
Deswegen ist es ein Vorgriff, wenn ich jetzt schon über die Zeit bis Christi Himmelfahrt sinniere. 40 Tage ist Christus vielen immer wieder erschienen, und doch haben wir nur sehr wenige Zeugnisse darüber, diese auch nur von den ersten Tagen. Was hätte man ihn alles fragen können? Vielleicht haben die Jünger dies und aus gutem Grund uns nicht überliefert…
Dennoch waren diese vierzig Tage nicht genug, um aus den Aposteln begeisterte Jünger zu machen, dazu bedurfte es des Pfingstereignisses. Sollte uns auch zu denken geben…
Mir fiel neulich auf, daß nach Ostern keiner der Apostel von Jesus als “unserem Bruder” spricht, Petrus spricht gar vom “Herrn, der bei uns ein- und ausging”. Da schimmert eine Fremdheit durch, ein Anders-sein. Keine Kumpelbeziehung, keine dicke Freundschaft zum Pferdestehlen. Auch wenn Jesus selbst die Apostel zum Schluß hin “Freunde” nennt so wird dies von seiten der so genannten nicht wiederholt.
Der Herr ist der Andere. Nach Ostern und zumal nach Pfingsten war den Aposteln die Sendung Jesu klar, nach Ostern die Sendung Jesu, nach Pfingsten die ihrige.
Es wird viel von “unserem Bruder Jesus” gesprochen heutzutage, ich tue das auch, zumal bei “unserem Bruder und Herrn”. Die Apostel waren da zurückhaltender. Was kann das für uns heißen?
Der Tod ist nicht das Ende! Christus ist erstanden und lebt in Ewigkeit!
An diesem Glauben hängt alles, darum laßt ihn uns feiern.
Sie erlebt ihre eigene Passionszeit seit einigen Wochen und verkörpert für mich ganz real das Leiden. Schläuche: am Hals, in der Nase, im Bauch, in der Blase, piepsende Geräte und immer wieder Weißkittel. Seit Wochen. Tränen und Lachen. Verzweiflung und ein kleines Licht.
Heute starb der Herr. Doch der Tod gewinnt nur kurz um endgültig zu verlieren.
Möge das Leiden von Jesus auch Frau K. helfen, ihr Leiden besser durchzustehen.
Dieser Blog hat zuletzt vieles nicht kommentiert: das Jahrgedächtnis des Heimganges von Karol Wojtyla, Namensgeber meiner “Generation JPII”, die anstehende MTV-Serie “Popetown” und die berechtigten Proteste dagegen, das Schicksal des Christen Abdul Rahman und das Schweigen der islamisch geprägten Welt für dessen Rechte, und vor allem: zuletzt kaum die Zeit des Gedenkens des Leidens des Herrn! Beruflich bedingt, wie bereits erwähnt, gab und gibt es kaum Zeit für Geistvolles. Ich plane das zu ändern, bin aber noch in der Sondierungsphase.
Für mich war die Fastenzeit bisher nicht bis kaum existent in ihrer geistigen Erneuerung. Morgen wieder 26h Dienst, zumindest das Triduum frei. Vom Stundengebet kann ich gar nicht reden.
Vielleicht ist diese Fastenzeit ein unfreiwilliges Blog- und Netzfasten, vor allem auch ein unfreiwilliges Fasten an Kontemplation. Möge diese Fastenzeit für viele eine Phase der Hinwendung zu Ihm sein und gewesen sein, für mich, nicht minder wichtig, war sie bisher eine Phase der unerfüllten Sehnsucht nach Hinwendung.