Ökumenische Frage V oder wie der Elefant Allgemeingut wurde
Dies Domini.
Heute geht der 2. Ökumenische Kirchentag zuende. Ich war nicht da, war überhaupt erst zufällig mal auf einem Ökumenischen Stadtkirchentag (war ganz nett), habe aber den jetzigen mal zum Anlaß genommen, hier im Archiv zu stöbern.
Und möchte jetzt eine Reihe fortsetzen, die in diesem alternden Blog seit Jahren brach lag: die “Ökumenische Frage”, das ist die kurze Version von “Ralf versteht die protestantische Theologie nicht”, was wirklich ernst gemeint ist. Es gibt bereits die Teile I, II, III und IV, wo auch zum Teil heftig debattiert wurde und deren inhaltliche Fragen sich mir immer noch stellen (sprich: ich hab’s immer noch nicht begriffen).
Meine jetzige Frage hat mit aktuellen Geschehnissen des ÖKT, die auf anderen Blogs thematisiert werden, nichts zu tun, dafür interessieren mich diese Skandälchen zu wenig (sorry!).
Ich möchte gerne wissen, wie der protestantische Zugang zur Wahrheitserkenntnis ist. Mir fällt nämlich auf - der ökumenische Mainstream-Dialog ist da bestes Beispiel für - daß dem Menschen nahezu alles zugetraut wird, nur keine Erkenntnis der absoluten Wahrheit. Oder ist die Thema? Da in der evangelischen Landeskirchentheologie ein zunehmendes “anything goes” vorherrscht, wurde sie wohl still und heimlich entsorgt. Ist der “wahre Glaube” noch relevant?
Dabei verstehe ich das dahinterstehende Gottesbild nicht. Was soll das für ein Gott sein, der uns zwar angeblich liebt, aber für so unzulänglich hält, daß er uns die Wahrheit nicht zumuten will? Geheimniskrämerei aus Liebe? Da in der Hl. Schrift ja oft das Bild Bräutigam (Gott/Messias) und Braut (Volk Gottes/Israel) verwendet wird, frage ich mich, wie dieses Vorgehen in einer Ehe so ankäme …
Als Ausweichbild wird von heftig Dialogi- bis Monologisierenden ja das Bild vom Elefanten benutzt, der Inhalt scheint zum Kanon der Ökumenischen Basis zu gehören. Das habe ich aber schon früher mal besprochen (und hier sind die anderen Teile I, II, III, IV und V dieser zweiten losen Reihe).
